Lieblingsgeschichten // Seite 1

Das Beste vom Besten. Oder: die Management-Summary für Faulpelze

Rauchkultur

Eine zu qualmen ist ja vollkommen aus der Mode geraten. Zu Recht. Meistens wurde ja nicht gepafft, sondern inhaliert. Das ist eher Unkultur. Und es tötet manchmal nicht nur den Akteur sondern verkrüppelt auch seine Mitmenschen. Aktuell ist es aber soweit gekommen, dass Raucher vollkommen geächtet und von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Es sind schlimme Aussätzige ohne jegliche Lobby. Ihrem archaischen Bedürfnis können sie nur noch heimlich, draußen, verboten, alleine, elektronisch nachgehen. Die tun mir fast schon wieder ein wenig Leid.  // weiterlesen! 

Vorurteile

Sind Urteile, die man fällt, vor etwas, aber was? Nun ich nehme an, bevor man sich ausführlich informiert hat. Hatte ich schon erwähnt, dass ich Vorurteile liebe? Die machen einen Riesenspaß! Und sind natürlich vollkommen unkorrekt und sollte man auf keinen Fall mehr einsetzen, da sie falsche Meinungen festigen und oft unzutreffend sind. Aber manchmal doch: Vorurteile entstehen ja nicht von alleine, oder weil sich jemand etwas ausdenkt. Sie gründen auf individuellen Erfahrungen, also Tatsachen, haben aber die ungünstige Tendenz, diese zu verallgemeinern. Das ist das Problem. Ein Vorteil von Vorurteilen ist: sie machen einem das Leben einfacher. Es ist doch viel schöner zu sagen: alle xxx sind yyy, als zu differenzieren: nun, manche sind so, manche so und manche ganz anders. Man müsste auch den Anteil nennen, wer wie ist, um ernst genommen zu werden. Daher nutze ich gerne auch Vorurteile, meine es aber auch nicht immer ernst.

Das X-Wort

Oder das Z-Wort. Das A-Wort? Aktuell beliebt ist das N-Wort. Die deutsche Sprache wird immer verklausulierter. Neben den schlimmen und unnötigen Wortmonstren zur Berücksichtigung sogenannter geschlechtergerechter Sprache, die man sagen soll, kommen auch Wörter auf den Index, die man gar nicht mehr sagen darf. Nur noch den Anfangsbuchstaben – eine Andeutung ist erlaubt! Genauer gesagt: man SOLL es nicht mehr sagen. Es ist nämlich nicht verboten, das Wort „Neger“ auszusprechen.  // weiterlesen! 

Tücken des Alltags

Kennt Ihr das: Man möchte mal eben im Vorbeigehen ein Stück zusammengekrumpeltes Papier loswerden und es in den Mülleimer werfen. Es ist nur eine Entfernung von knapp einem Meter und die Aufgabe klingt einfach und überschaubar. Doch es geht schief. Die Papierkugel landet auf einem Stück Pappe, das schon im Papierkorb liegt, hüpft auf den Rand des Papierkorbs, überlegt kurz – und fällt dann auf die andere Seite auf den Boden. Das ist kein dramatischer Vorgang, auch nicht wirklich dokumentationswert, aber es macht doch etwas zusätzliche Mühe, zum Papier zu schreiten, sich zu bücken und es dann hochkonzentriert und gezielt IN den Papierkorb zu legen.  // weiterlesen! 

Gewalt

Gewalt ist nicht gut; sie ist oft negativ besetzt. Zumindest für den, der Gewalt erfährt. Der, der sie ausübt, kann sich austoben, abreagieren, ein Ziel erreichen, was ja eigentlich gut ist. Aber Ziele sollte man heutzutage lieber ohne sie anstreben. Weil es eine wichtige Erkenntnis ist, dass der stärkere nicht immer Recht hat.

Was oft nicht gesehen wird, es gibt zwei Arten von Gewalt: Die physische und die psychische. Erstere ist aber verbreiteter, oder? Nein, sie wird nur zu Unrecht als wesentlicher angesehen. Psychische Gewalt kann Menschen genauso fertig machen. Ich verstehe nicht, warum das bisher nicht so gesehen wird. Das Problem ist natürlich, dass man psychische Gewalt nicht so gut erkennen und nachvollziehen kann. Wenn der Mann seine Frau verprügelt, sieht man die Spuren, das blaue Auge. Die Ausrede, sie wäre gegen die Wand gelaufen hilft meist nicht. Macht aber zum Beispiel die Frau den Mann psychisch fertig, ist es sehr schwer, die angegriffene Psyche zu erkennen und als Gewalteinwirkung zu definieren und zuzuordnen. Ich bin dafür, beide Gewaltarten gleichzustellen. Und manchmal wäre auch für das Kind eine Ohrfeige besser, als ihm mit Liebesentzug zu drohen.

// deutsche welle unbekannt

Das hier ist ja eigentlich ein Tagebuch mit Liebe zur Sprache, aber ehrlich gesagt ist mir die Musik eigentlich ein kleines etwas wichtiger; ohne sie könnte ich tatsächlich nicht überleben (sorry an PJ)! Anders formuliert: Sprache ist mein Steckenpferd, damit befasse ich mich gerne, aus Spaß, nach der Arbeit, am Feierabend, nebenbei. Musik hören ist dagegen eher mein Zweitberuf! Ich mache das professionell und bin sehr vielseitig. Lange Jahre war für mich die Musik aus den Achtzigern die einzig wichtige. Aber ein bekanntes Strömungsportal mit S. hat mir auch unglaublich viele sehr gute Musik aus der Zeit danach und aktuell beschert und meinen Horizont erweitert. Das wird von Zeit zu Zeit auch dokumentiert, zum Beispiel unter gorgs // gutes oder gorgs // deutschpop schön und schräg

Dennoch, die Achtziger waren prägend: mehr schräges, experimentelles, psychedelisches, politisches, saxophonisches, unkorrektes, deprimierendes, rohes, kreatives, nicht medienoptimiertes, autotuneloses, künstlerisches, welliges, dilettantisches, sympathisch unprofessionelles (aber oft auch unsympathisch unprofessionelles), punkiges, anarchisches, originelles; und vor allem mehr Charme!

Jeder konnte auf einmal Musik machen, und damit Erfolg haben, das war neu und wurde ausgiebig praktiziert und ist sehr interessant. Eine Demokratisierung der Musik, die aber teilweise auch zu ihrem Tod geführt hat. Man findet die Einflüsse dieser Musik heute noch in gefühlt 50% aller Musik. Ich plane noch eine Liste mit dem Namen „klingt wie achtziger“ (erledigt!). Das kann gut sein, aber nicht so einzigartig – es fehlt der historische Kontext der wilden Achtziger. Das Flair! (oder der Flair, le Flair? Das möchte ich bei Gelegenheit mal näher ausführen.) Egal. Wenn ich mich entscheiden müsste, nur noch aus einem bestimmten Jahrzehnt Musik hören zu dürfen, würde ich mich gerne und gefügig auf dieses einschränken und wäre trotzdem glücklich.

Es sind vor allem die Tommies, die damals unglaublich vieles und gutes hervorgebracht haben. Hierzu kann ich keine Liste erstellen, viel zu umfangreich und aufwendig! Aber auch die Krauts waren nicht schlecht – das wird unterschätzt, auch weil die nicht so ein wahnsinniges Marketing hatten und wie immer im eigenen Land nicht so wichtig genommen wurden. Ich sehe die Achtziger als zweite wichtigste Periode für deutsche Popmusik aller Zeiten, nach den Siebzigern mit dem sehr erfolgreichen und anerkannten Krautrock.

Dies möchte ich daher (auch für  mich) dokumentieren und ein wenig fördern und habe eine Liste mit unglaublich guten, weitgehend unbekannten definitiv deutschen Stücken (inkl. ein paar Ösis und Ricolas) – strikt nur aus den Achtzigern – zusammengestellt und bei dem genannten Musikportal veröffentlicht.

Vieles davon habe ich damals in den Sendungen von John Peel gehört, manches, aber auch erst jetzt entdeckt. Dabei sind Stücke, die dauern nur 37 Sekunden.

Hier mal ein paar Namen zum Anreiz und als Futter für die Suchaggregate, mit extrem subjektiven Kommentaren:

1. Futurologischer Kongress (akademisch und schräg), 39 Clocks (klingt wie Velvet Underground und ist gut), AG Geige (die einzige Ossi-Kapelle, erst kürzlich entdeckt), Abwärts (Helden), Bärchen und die Milchbubis (poppig und punkig), Carambolage (neu entdeckt, sehr hörenswert), Christiane F. (die hat auch Musik gemacht), Conrad Schnitzler (ein Klassiker der elektronischen Musik), DAF (Deutsch-Amerikanische-Freundschaft; Helden; haben auch bisher unbekannte tolle Sachen gemacht), Der Moderne Man (wunderbar punkwavig und supergut), Die Krupps (bekannt und musste mit rein), F.S.K. (schräge Deutsche Welle, musikalisch und eingängig), Geisterfahrer (schräg-punkiger Untergrund mit Mathias Schuster), Hans-A-Plast (bekannter, aber unterschätzter Frauenpunk; Feminismus zum Mitgröhlen), Kleenex/Liliput (wunderbarer Teenie-Mädels-Wave), Malaria! (bekannt, auch international erfolgreich, wunderbar psychedelisch), Mathias Schuster (eine tolle Elektronik-Neuentdeckung), Mittagspause (ja, mit Peter Hein, später bei Fehlfarben) , Mythen in Tüten (wunderbare Popstücke mit viel Saxophon), Notorische Reflexe (eine Künstlergruppe, die nebenbei auch Musik machte und mich damals schon sehr beeindruckt hat),  Östro 430 (Frauenwavepunk mit toller Hauptdarstellerin; Video ansehen! Starkes Saxophon, ohne Gitarre, das ist bemerkenswert.), Phillip Boa and the Voodooclub (professionell und international), Pyrolator (herausragende und originelle Elektronik, vollkommen unterschätzt!), Silvia (wunderbarer wavepop, vollkommen unbekannt, wohl mit dem genialen Tommi Stumpff; die später schlimme Schlagermusik gemacht hat?), S.Y.P.H. (sehr psychedelisch und gut), X Mal Deutschland (ja bekannt und Helden, mussten aber mit rein)  und noch mehr.

Ist das nicht Bettina Köster, zumindest, die halbe (und 1/2 Gudrun Gut?), die ziemlich androgyne, Sängerin und gelegentliche Saxophonikerin von Malaria!? Vorher Mania D. Ein tolles Bild und eine Frau mit einer tollen Stimme! Die ist heute noch aktiv, zum Beispiel bei radioeins und spielt zwar furchtbare Musik, hat aber mittlerweile ein vollkommen unglaubliches, dunkles Timbre bekommen, das mich zuerst an einen Übertragungsfehler glauben ließ. Die Staatsanwältin im Münster-Tatort ist nichts dagegen! Siehe unten. (Foto: https://de-de.facebook.com/bettinakoster/)

Es gehört nicht ganz hierher, aber ich möchte hier gerne mal die aktuelle unglaubliche Stimme der Frau Köster dokumentieren, da sie einzigartig ist. Ich hoffe, ich breche hiermit keine Urheberrechte und bitte um Nachsicht/Nachricht, falls doch.

Dokumentation des aktuellen Stimmorgans von Bettina Köster in Radio1 vom 19.01.2021, aber wohl auch technisch etwas nachgeholfen …

Es haben sich auch ein paar bekannte Gruppen eingeschlichen, aber dann eher mit unbekannten Stücken. Das war mir wichtig, wie im Titel angedeutet. Es gibt natürlich auch sehr viele bekannte tolle Sachen, HELDEN, sehr erfolgreich, die sind hier nicht berücksichtigt, da ja schon bekannt. Und: die Musikauswahl war leider recht beschränkt, da nur ein kleiner Teil bei diesem Portal verfügbar war. Es fehlen zum Beispiel Kapellen, wie PVC, Die Tödliche Doris, Neonbabies.

Zu finden unter
https://open.spotify.com/playlist/1BmOoEAdcNDmpc2fpwl2Vo

Hier der Link für das Programm:
spotify:playlist:1BmOoEAdcNDmpc2fpwl2Vo

Oder nur teilweise hier:

Nachtrag vom 04.12.2021: Nichts währt für immer. Spotify hat leider ein paar meiner Lieblingsstücke aus ihrem Sortiment und damit auch auch aus meiner Liste geschmissen. Pfui! Schöne Stücke von S.Y.P.H und großartigen Bärchen und die Milchbubis fehlen daher mittlerweile … Bei mir werden die grau angezeigt, seht Ihr das auch?