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Politisches // Seite 1

Andeutungen

Ich bin wohl deren größter Liebhaber. Es gibt doch nichts schlimmeres, als einen Text, der sagt: So ist es. Oder einen Film, der suggestiv Musik im Hintergrund abspielt und dem Zuschauer sagt, jetzt musst Du Angst haben, oder jetzt darfst Du Dich freuen. Nein. Als Künstler gibt man Anregungen. Man sagt etwas, das im Hirn des Empfängers irgendwie hängenbleibt und weiter arbeitet. Bis er zu einer freudigen Erkenntnis gekommen ist. Seiner eigenen! Niemals darf man vorschreiben, was er denken soll.  // weiterlesen! 

10. Oktober 2025 // Politisches, Wörter // 2 Kommentare

Kernbotschaften

Wahlslogans, Wahlsprüche, Devisen, Leitsätze, Leitsprüche, Losungen, Maximen, Motti (ist der Plural korrekt?), Parolen etc.

Im weiteren mal das englische Wort: Slogan. Wird oft mit folgenden Adjektiven verbunden: ein frecher, eingängiger, einprägsamer, flotter, genialer, griffiger, knackiger, markiger, prägnanter, schmissiger, werbewirksamer, zugkräftiger, zündender.

Es fehlen hier die Adjektive langweilig, unverständlich, unrealistisch. Aus aktuellem Anlass unten mal ein paar entsprechende Beispiele.  // weiterlesen! 

17. Februar 2025 // Glossen, Politisches // 1 Kommentar

Der Amerikanische Gruß

Das war doch eigentlich mal unser Gruß (Deutscher Gruß)! Eine Frechheit, den einfach zu übernehmen! Das ist gemein! Die Deutschen haben ihn zwar noch um einen Diktatornamen erweitert, aber doch auch nur geklaut: von den Italienern (Saluto Romano). Und die haben ihn von den Römern geklaut (Grussus Colossus) – das kann man aber gerade noch durchgehen lassen.  // weiterlesen! 

28. Januar 2025 // Glossen, Politisches // 3 Kommentare

Haltung, Haltung über alles.

Die neue Nationalhymne. Nein, das wäre jetzt etwas polemisch. Aber treffend!

Es regt mich auf: Man muss heutzutage nur noch Haltung zeigen, um eine Stelle oder Ansehen zu erreichen. Qualifikation? Ausbildung? Fähigkeiten? Nicht erforderlich. Und zwar die richtige. Was ist die richtige? Nun, die gefragte und das bedeutet die populistische. Gegen dies und für das. Und ja keine Ausnahmen, bloß keine Differenzierung.  // weiterlesen! 

Nej Tak

Hier ausnahmsweise mal Worte, die nicht dem deutschen entstammen. Mann soll ja auch mal über den Tellerand schauen. Und es sind wichtige, gar historische Worte. Die einzigen zwei, die ich aus dem dänischen kenne und sie enthalten eine höfliche Ablehung: Nein danke.

Dazu gehört auf gelbem Hintergrund eine rote zackige Sonne, die wie ein Smiley lacht. Und das Wort Atomkraft mit Fragezeichen. Sehr praktisch übrigens, dass das Wort Atomkraft im Dänischen wohl genau so heißt! Ein frühes Plädoyer für alternative Energien! Erfunden von der dänischen Studentin Anne Lund in den Siebzigern und so erfolgreich, dass wir uns in den Achtzigern alle diesen oder einen entsprechend deutschsprachigen Button angesteckt haben. Und es wurde wohl zu einem der bekanntesten Logos weltweit, in 45 Sprachen übersetzt. Mittlerweile im Besitz der dänischen Stiftung gegen Atomkraft, die Lizenzgebühren für die Nutzung erhält und zielgerichtet einsetzt. Gut so.  // weiterlesen! 

12. Januar 2024 // Politisches // Kommentar schreiben!

Frieden, Freude, Eierkuchen

Können wir nicht einfach mal einen Schnitt machen? Den meisten geht es doch ganz gut. Alle Länder sollten sich mit dem aktuellen Stand begnügen. Kein Angriff mehr auf andere Staaten. Grenzen respektieren. Jeder für sich sein. Keine Machtphantasien mehr. Keine Ansprüche, die sich auf Zustände beziehen, die hunderte Jahre zurück liegen. Kein Selbständigkeitswahn. Einfach den Status Quo festlegen. Vielleicht noch ein Land für die Palästinenser und die Kurden einrichten. Gerne weiterhin allgemeinen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen allen. Das hilft! Dann wären doch alle auch glücklich, oder? Solche Gedanken nennt man Utopie. (phantastische Vorstellung ohne reale Grundlage für eine Verwirklichung, DWDS)

10. November 2023 // Politisches // Kommentar schreiben!

Der Niedergang des Der Tagesspiegel

Hinweis: Der folgende Text kann Spuren von Polemik enthalten (die aber gerechtfertigt ist!). Um möglichen rechtlichen Verfolgungen zu entgehen, kennzeichne ich diesen Artikel hiermit vorsorglich als Satire.

Ja, er hatte mal einen Artikel. Und ich meine nicht Zeitungsartikel. Der wurde eingespart. Vielleicht weil er zu männlich klingt? Wir wollen ja alle ansprechen, keinen ausgrenzen, oder so? Der Verlag hat ihn noch; ist wohl zu aufwendig den GmbH-Namen zu ändern. Das respektable aber vollkommen oldschoole Motto auch entfernt: „Rerum Cognoscere Causas“. Es gab mal den Anspruch, den Dingen auf den Grund zu gehen! Und das in einer Sprache, die dem Bildungsbürgertum zugeordnet wird. Verständlich, dass dies entfernt wurde. Prinzipien sind ja doof, sie überdauern den Zeitgeist und engen ein! Dann der Relaunch der Website. Die war vorher mal ausgezeichnet. Jetzt gesichtslos, unübersichtlich und repetitiv. Auf die beziehe ich mich, nachdem ich als einer der letzten Papierleser, doch darauf umgeschwenkt bin.  // weiterlesen! 

Der Kuss

Ein Kuss ist ein Kuss, ist ein Kuss. Ein Zeichen der Zuneigung und Liebe – etwas wunderbares! Oder?
küssen Vb. ‘mit den Lippen berühren (als Zeichen der Liebe und Achtung)’, https://www.dwds.de/wb/Kuss.

Hier mein vollkommen absurder, jeglichen Zeitgeist ignorierender Vorschlag zur Lösung des Problems:

Sie: Das hat mir nicht gefallen, ich wollte es nicht und fühle mich unwohl! (vielleicht noch einen dummen Spruch hinterherschieben, wie: „Ich hätte mir einen hübscheren Mann gewünscht, nicht diesen Glatzkopf!“, oder „Mann, hatte der schlimmen Mundgeruch!“)
Er: (ignoriert den Seitenhieb schuldbewusst und großzügig) Tut mir Leid. Das war vollkommen spontan und entstand aus der allgemeinen Euphorie heraus. Ich wollte Sie bestimmt nicht verletzen! Ich bitte um Entschuldigung.
Sie: Okay.

Fall erledigt.

 

[Hier nur weiterlesen, wenn man sich die Laune verderben will: Nein. So funktioniert das heute nicht! Der Vorgang verselbständigt sich. Wird von mächtigen stellvertretenden Interessengruppen übernommen, die sich gegenseitig öffentlich aufs heftigste bekämpfen. Und ja, das Verhalten war übergrifffig und unangemssen, der Typ wohl ziemlich geschmaklos. Und die Frau tut mir Leid. Sie wurde sicher von beiden Seiten massiv unter Druck gesetzt, das richtige zu sagen. Keine private und freie Entscheidung mehr möglich. Eine doppelte Entmündigung. Eine Instrumentalisierung. Wie bei anderen Aufregerthemen werden auch hier wieder verbal vollkommen absurde Übertreibungen eingesetzt. Das Thema wird uns jetzt leider wochenlang beschäftigen und die Medien mit Artikeln zumüllen, Anzeigen generieren, Gerichte beschäftigen, Rücktritte beschwören, Aufarbeitungen nach sich ziehen  und anderes verdrängen. Krieg, Politik, Armut, Kultur sind nicht mehr so wichtig. Aber die Medien freuen sich mal wieder über mehr Aufmerksamkeit und mischen ordentlich mit.]

12. September 2023 // Politisches // Kommentar schreiben!

Links, rechts, oben, unten

Es sind die vier maßgeblichen Ausrichtungen unserer Gesellschaft. Dazwischen gibt es kaum etwas. Entweder man ist so oder so oder so oder so. Ich verstehe, dass das Leben einfacher ist, wenn man sich festlegt oder wenn andere einen in Schubladen stecken können. Aber das Leben ist vielfältig, vielschichtig, kompliziert, wechselhaft; es gibt auch Zwischentöne, Schattierungen, Graubereiche, Uneindeutigkeiten. Und man schränkt sich ein, wenn man sich festlegt! Grundsätzliche Kriterien der Einstellung sollten sein, Respekt, Toleranz, Offenheit, Rücksicht, Altruismus, Vernunft. Dann braucht man keine Einteilungen, Interessengruppen, Parteien mehr und alle sind glücklich, oder?

Kleiner Rundumschlag zu aktuellen Medien

Gemeint sind natürlich klassische Printmedien, also ehemalige Tageszeitungen, die man heutzutage auch im Netz lesen kann (teilweise; im Folgenden etwas abfällig und verallgemeinernd „die Medien“ genannt), was ich ausgiebig tue.

Zu den „Sozialen Medien“ hatte ich bereits ordentlich und nachhaltig abgelästert. Hier eine kurze Zusammenfassung: sie sind zur Informationsbeschaffung scheiße! (diese Formulierung entspricht nicht meinem üblichen Niveau und ist mir jetzt so rausgerutscht und ich bitte um Entschuldigung). Hier die Begründung: in klassischen Medien werden Artikel von Menschen ausgewählt und geschrieben, die zumindest vorgeben, professionell und weitsichtig zu sein, während in den Sozialen Medien jeder, selbst vollkommen ungebildete, hemmunglos irgendwelchen Mist schreiben kann.

Jeder aufmerksame und kritische Leser mit eigenen Kopf, etwas Verstand und Vernunft, vielleicht auch etwas Lebenserfahrung, wird mit vollkommener Sicherheit feststellen können, dass die Qualität der Medien in den letzten Jahrzehnten ein wenig nachgelassen hat (ich untertreibe maßlos).

Zumindest, wenn man – wie ich – vollkommen altmodisch (ich mag auch den Begriff „oldschool“ sehr!) und ewig gestrig (wird meist in anderem Zusammenhang eingesetzt), der niemals erreichbaren Utopie anhängt, dass die Kriterien für eine seriöse Zeitung Neutralität, Kompetenz, Information bedeuten. Man könnte doch zumindest danach streben! Oder so tun als ob. Aber es gibt einen allgemeinen Prozess, der in die komplette Gegenrichtung zeigt: Meinung, Belehrung, Kampagne. Und: Haltung ist neuerdings das allerwichtigste Kriterium (dazu kommt sicher noch ein Artikel).

Ich glaube, dass der Verdachts-, Kampagnen-, Haltungs- und Belehrungsjournalismus nicht nur seine Zeile nicht erreicht, sondern oft das Gegenteil bewirkt. Der Leser wird ja als Dumm verkauft, ist er aber nicht! Und Belehrungen und oberplumpe Manipulationsversuche kommen meist nicht gut an. Nichts gegen eine Propagierung von klassischen Werten, aber es sollte nicht nur in ein Richtung gehen. Und: es gibt auch feinfühliger Wege der Werbung, statt es mit dem Holzhammer anzugehen.

Ich verstehe, dass die Medien irgendwie versuchen, zu überleben und sich vor allem auf Aufregerthemen stürzen, die viele Klicks bringen, aber das machen doch schon die asi-Medien! Wir brauchen ein Gegengewicht dazu, sonst geht hier alles den Bach runter. Spaltung, Verschwörung, Klassenkampf, Verdummung. Gar Antidemokratie! Irgendwann wird der Ruf nach dem starken Mann laut, der alles wieder in Ordnung bringen soll. Und spätestens dann bin ich weg. Aber wohin?

Selbstkritik: Puh, etwas zu politisch und pessimistisch geraten, dieser Artikel. Möchte mich mehr mit philosophischen, musikalischen und sprachlichen Themen beschäftigen. Und doch: ich werde noch genau zwei Artikel zum Thema Medien schreiben  – eine Trilogie! – und dann ist aber Schluss!

06. September 2023 // Politisches // 2 Kommentare