Als ich letztens morgens ins Bad ging, passierte folgendes. Also, wir haben da so eine Zwitscherbox stehen. Ein kleines Gerät, das aussieht, wie ein niedliches, kleines, dreidimensionales Das-Ist-Das-Haus-Vom-Nikolaus. Es reagiert auf Bewegung und sendet daraufhin akustische Geräusche von Vögeln. Als befände man sich im Wald. Es macht den Badaufenthalt zur Freude! Aber dieses Mal war ich irritiert. Die Batterien sind doch seit Tagen alle. Warum funktioniert es auf einmal wieder? Nun, es waren ECHTE Vögel, die mir durch das offene Fenster zuzwitscherten. Die Batterien kann ich mir für die nächste Zeit sparen.
Erst war es nur ein diffuses Gefühl, dann gab es vereinzelt vage Andeutungen, die möglicherweise auf eine Neuerung hindeuten könnten. Ein paar Beispiele, die vollkommen ungewöhnlich und unter normalen Umständen nicht erklärbar waren: Das Zimmer des Jungen ist ohne Androhung schärfster Maßnahmen plötzlich aufgeräumt. Es wird selbstgebackener Kuchen mit nach Hause gebracht. Haare werden frisiert und eine Vielzahl an Duftmitteln eingesetzt! // weiterlesen! ☞
Immissionen sind vor allem negativ besetzt, wie die von Schadstoffen, die ungefragt auf einen treffen, in einen eindringen, über die Blutbahnen verteilt werden und ihrem Namen aller Ehre machend körperliche Schäden verursachen. Aber es gibt auch gute, freiwillige, schadlose, zum Beispiel durch Musik verursachte! Es ist erstaunlich, was das für Auswirkungen haben kann: Ich bin erfreut, betroffen, gelangweilt, entspannt, genervt, angeregt, aufgemuntert oder traurig – fange an zu tanzen oder gar zu weinen! Bestimmte Klänge, Geräusche, eine Abfolge von Tönen, Instrumentierungen, Melodien, Krache verursachen emotionale bis körperliche Reaktionen!
Und das geht so: Menschen mit Gemeinsamkeiten und Talent spielen gemeinsam auf Instrumenten herum und sorgen dafür, dass es gut klingt, nehmen das auf und verbreiten es an Medien, die das digitalisieren und über das Netz verbreiten. So kann man als Nutzer die Musik wieder empfangen und abspielen. Diese gelangt in einen Verstärker, wird in analoge Schallwellen umgewandelt und in die Boxen/den Ohrstöpsel geleitet. Die Wellen gehen dann – ob man will oder nicht – direkt in das Ohr, treffen auf das Trommelfell, das das Ganze über Schwingungen irgendwie elektronisch oder digital (?) in das Hirn befördert. Dort wird das Ganze weiterverarbeitet und geht dann wohl in den ganzen Körper und verursacht Auswirkungen.
Und wie werden die Emotionen erzeugt? Keine Ahnung. Aber sie kommen vor. Und sie machen Spaß!
Ein längeres Wochenende an der Ostsee kann sehr entspannend sein und neue Eindrücke bewirken. Wenn dann noch das Wetter mitspielt und es nicht wie sonst immer 5 Grad, Regen und Sturm sind, kann es auch richtig Spaß machen. Die meisten Urlauber dort sind aber sowieso hartgesotten; Wetter? Egal! Daunenjacke? Brauche ich nicht! Alle rennen in sportlich-leichter Kleidung herum und sitzen um jeden Preis und immer draußen und tun so, als wenn sie nicht frierten, um ihr Fischbrötchen zu verspeisen, Tee zu trinken und der frischen Luft zu fröhnen.
Das Meer beruhigt. Obwohl es am ersten Tag recht wild war, am zweiten weniger und erst am dritten vollkommen ruhig. Alle Zustände schön! Die Möven kreischen. Das liebe ich seit meiner Kindheit, die auch am Meer stattfand. Damals schon dachte ich, wenn ich ein Tier sein müsste, wäre es eine Möve. Fliegen können, viel mit dem Meer zu tun haben, hübsch aussehen – und Fisch mochte ich auch schon immer! Es gibt ja viele Arten, wie (auf die Schnelle): Sturmmöwe, Dreizehenmöwe, Silbermöwe, Mittelmeermöwe, Schwarzkopfmöwe, Heringsmöwe, Mantelmöwe, Eismöwe, Raubmöwe. Die Lachmöve gefällt mir am besten, weil sie Humor hat.
Aber die Möven von heute sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Vom Balkon warf ich ihnen ein Stück Brot zu, so wie früher (früher war mehr Lametta!). Ich habe es immer bewundert, wie sie dies mit den wildesten akrobatischen Flugbewegungen aus der Luft auffangen. Aber diese hat das Brot verfehlt, und dann immerhin auf dem Boden gefunden und verspeist. Aber dann: sie blieb auf dem Rasen stehen, guckte erwartungsvoll hoch und wartete auf Neues. Nee, so nicht!
Alle gehen natürlich auch ständig spazieren,; Einkaufsstraße rauf und runter. Promenade rauf. Promenade runter. Seebrücke hin und zurück. Oder zum Hafen. Hier scheint es ab frühem Nachmittag Pflicht zu sein, Aperol Spritz zu trinken, dann noch einen und stundenlang auf den Sonnenuntergang zu warten. Ein bisschen Mittelmeer im hohen Norden.
Da es in letzter Zeit geschäftlich nicht so gut lief, suchte ich nach neuen Aufgabengebieten, genauer gesagt Einkommensgebieten, und kam – neben anderem, wie Minijob, Autos überführen, Testcenter betreiben, Rechner reparieren, im Callcenter arbeiten – auf die leicht absurde Idee, es mit Daytrading zu probieren. Das ist einfacher und unabhängiger! // weiterlesen! ☞
Es war vor vielen Jahren, oder vor mehreren Jahrzehnten?! Bei Butter Lindner am Tauentzien. Eine sehr junge hübsche Frau (spielt das eine Rolle? Ja.), die nicht mein Typ war (spielt das eine Rolle? Nein.), greift sich morgens um 9.00 Uhr eine Flasche Sekt aus dem Kühlregal. Rosé. Ich, leicht jovial (Adj. ‘gönnerhaft, wohlwollend, heiter, lustig’. DWDS): Na, etwas früh dafür, oder? Sie: Ja, ich weiß aber nicht, wie ich sonst den Tag überstehen soll. Das hat mich sehr beeindruckt. Soll ich Dir dabei helfen? Kam mir kurz in den Sinn. Nein, das war schon die Geschichte, die vielleicht verpasste Gelegenheit …
Kennt Ihr das: Man möchte mal eben im Vorbeigehen ein Stück zusammengekrumpeltes Papier loswerden und es in den Mülleimer werfen. Es ist nur eine Entfernung von knapp einem Meter und die Aufgabe klingt einfach und überschaubar.
Doch es geht schief. Die Papierkugel landet auf einem Stück Pappe, das schon im Papierkorb liegt, hüpft auf den Rand des Papierkorbs, überlegt kurz – und fällt dann auf die andere Seite auf den Boden. Das ist kein dramatischer Vorgang, auch nicht wirklich dokumentationswert, aber es macht doch etwas zusätzliche Mühe, zum Papier zu schreiten, sich zu bücken und es dann hochkonzentriert und ganz vorsichtig und gezielt IN den Papierkorb zu legen. // weiterlesen! ☞
Manchmal, wenn es mir schlecht geht (das kommt vor!), sehe ich mir Sendungen im Unterschichtenfernsehen an, wie „Hartes Deutschland“. Oder „Armes Deutschland“. Dokumentationen über Menschen, die abgestürzt sind, drogensüchtig, allein, arm, obdachlos und wo auch alles andere schlimm läuft. Und denke, auf einmal, Mann, geht es mir gut! Es ist sehr traurig zu sehen, wie manche Menschen leben müssen. Ich habe durchaus auch Probleme, die mich beschäftigen und ich weiß, dass ich grundsätzlich abgesichert bin, Familie, Arbeit, Gesundheit, Wohnung, und dass ich, solange ich keinen schlimmen Mist baue, ganz gut klar komme. Trotzdem leide ich auch manchmal. Das relativieren hilft nur kurzfristig, Probleme und Sorgen sind ja trotzdem da. Subjektiv gesehen. Egal, ich habe immer noch den Vorteil und den Luxus zu denken: irgendwie komme ich schon durch’s Leben. Eine Hoffnung, die manchen leider abhanden gekommen ist. Das ist tragisch.