Amikultur

Gemeint ist natürlich Unkultur! Klar: der Staat wurde erst vor ca. 250 Jahren gegründet, hat also keine Zeit gehabt, eine entsprechende Kultur wie andere Staaten zu entwickeln. Das Land beruht auf der weitgehenden Abschlachtung und Unterdrückung der indigenen Bevölkerung, Indianer genannt, durch eingereiste Europäer. Bis heute hat sich das Ideal vom Recht des stärkeren und der Bedeutung von Waffen für das Überleben im Sinne des wilden Westens gehalten. Gleichzeitig gibt es eine unverständliche Bigotterie in moralischen Werten, die – unter anderen – in „sozialen“ Medien durchgesetzt wird. Nackter Busen – das schlimmste, was es gibt; Waffen und Gewalt: kein Problem.

Wenn ich eines an den Amis bewundere, so ist es die Fähigkeit zur Imagebildung. So wird der Staat in aller Welt fälschlicherweise als weltoffen, freiheitsliebend, tolerant und modern angesehen. Der abgedroschene Mythos vom Tellerwäscher zum Millionär wird sorgsam gepflegt. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Ein Großteil der Bevölkerung kämpft mit massiven Geldproblemen, Analphabetismus, fehlender Krankenversicherung, Armut, miserabler Infrastruktur, Versagen, willkürlicher Rechtsprechung. Es ist ein Phänomen: egal, was der Bevölkerung passiert, oder was die Regierung macht: alle in Amiland – ob demokratisch oder republikanisch – sind immer streng patriotisch bis nationalistisch!

Weil sie dumm sind. Zusätzlich mit entsprechender Propaganda zugeballert werden, und es zudem keine Medienvielfalt gibt. Kinofilme werden darauf getrimmt, amerikanische Helden zu produzieren. Ganz selten, werden Ideen aus europäischen Filmen geklaut – dann aber für das Amipublikum neu gedreht, damit die ja nicht mit anderen Schauspielern oder Werten konfrontiert werden. Die Regierung setzt alles daran, nur positive Nachrichten zu verbreiten, und andere Medien, ausländische Medien zu unterdrücken. In der Weltstadt New York konnte ich Ende der achtziger Jahre kaum eine deutsche Zeitung bekommen; in Berlin gab es dagegen an jedem Kiosk eine große Auswahl an ausländischen Medien.

Land of the free. Haha. Mir wurde als Deutscher vorgehalten, dass man hier immer mit seinem Personalausweis unterwegs sein muss – in den USA nicht. Klar, aber dort wird man dann halt mal ein paar Tage ohne richterliche Anordnung in den Knast gesetzt. Kritik an der Regierung? Zu Zeiten des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges gegen den Irak unter schwere Strafe gestellt. Von den Verhältnissen heute möchte ich gar nicht reden.

Von unserem – phasenweisen genialen – Wim Wenders stammt wohl der Satz: „Das interessante an den USA ist, dass sie keine Kultur haben“. Ich verstehe das so, dass sich hier unabhängig von kulturellen Gepflogenheiten vollkommen neue Entwicklungen ergeben können. Das ist tatsächlich interessant, nur, sind diese Entwicklungen meistens negativ und nur darauf ausgerichtet, die Welt zu beherrschen, sowie Geld und Macht anzusammeln. Das ist so ungefähr das Gegenteil von Kultur.

Was mich ärgert: die amerikanische Unkultur bestimmt immer mehr unser wertvolles Leben in Deutschland. Ich will nicht sagen, dass alles schlecht ist, was aus Amiland kommt (Jeans mag ich zum Beispiel oder Tom und Jerry, Sonic Youth, Chrome – und es gibt noch mehr), aber man muss ja nicht jeden Scheiß übernehmen! Immer mehr Cafes entstehen, in denen man Kaffe in riesigen Pappbechern kaufen kann, mit Karamelgeschmack, oder sonstigem Scheiß, aber ohne Kaffeegeschmack, da fast nur noch Milch eingesetzt wird. Zum essen gibt es nur noch Muffins oder vollkommen geschmacklose Bagels. Im Fernsehen gibt es nur noch Krimis; Amifilme, in denen Gewalt als einziges Mittel zur Lösung von Problemen kommuniziert wird. Flachwitze mit Anspielungen, die nichts mit unserem Leben zu tun haben. Moralische Vorgaben, die nicht den unseren entsprechen.

Warum tun wir uns das an? Nun, teilweise wird die Amikultur mit aller Macht und erpresserischen Methoden verbreitet. Das ist nicht-militärischer Imperialismus. Andererseits hadern die Deutschen mit Ihrer eigenen Kultur und sind anfällig für anderes.

Leute besinnt Euch auf die eigenen Werte und lernt zu differenzieren! Handelt so, wie Ihr es möchtet, nicht wie es Euch vorgegeben wird.

Möchte auch noch etwas aus politischer Sicht schreiben, das wird aber wohl wesentlich aufwendiger, evtl. später.

Unabhängigkeit

Ist mir sehr wichtig. Nicht immer möglich, aber ich bin bei Bedarf auch pragmatisch.

Ein gutes Beispiel für Unabhängigkeit ist dieses Tagebuch. Ich muss mich nicht einem US-Amerikanischen Dienstleister unterwerfen und dessen Vorstellungen von Anstand und Moral. Ich kann beliebige Schimpfwörter einsetzen, auch wenn das nicht mein Stil ist. Ich gebe auch nicht meine Würde und alle Rechte an den Inhalten ab. Ich habe auch keinen Arbeitgeber, dem ich verpflichtet bin. Ich bekomme keine Kündigung, keine Lohnminderung, bestenfalls bissige Kommentare (und die kann ich löschen ;) Nein, ich kann hier schreiben, was ich will, und bestimmen, und es ist meins! Zumindest im Rahmen des Grunzgesetzes und der zehn Gebote. Der Rest bleibt in meinem Kopf. Das ist ok so.

Anmerkung: mir ist bewusst, dass das oben geschriebene Wort „Grunzgesetzes “ ein Rechtschreibfehler ist, aber es war spontan so und ich fand es ganz lustig, und verzichte daher auf Korrektur. Das ist nicht als Herabwürdigung gedacht!

14. September 2018 // Gedanken // Kein Kommentar

Freiheit

In meiner Jungendzeit, in den Siebzigern (Ihr könnt jetzt mein Alter abschätzen), haben wir im elitären Jesuiteninternat (in dem auch dieses passierte), umfangreiche Diskussionsrunden abgehalten und stundenlang sehr akademisch über bestimmte sehr philosophische Fragestellungen diskutiert. Zum Beispiel: Was ist Freiheit? Das Ergebnis ist interessant: Freiheit gibt es nicht! Alles ist relativ. Nur ein Stein hat weitgehende, aber auch nicht vollkommene Freiheit. Er kann nicht denken, er weiß gar nicht, was Freiheit ist. Er ist einfach da. Alles andere ist unwichtig. Erst wenn ich von allen Möglichkeiten, Gedanken, Regeln befreit bin, bin ich frei. Freedom is just another word for ‚Nothing left to loose‘ (mehr dazu).

17. April 2020 // Philosophisches // Kein Kommentar

Mein digitales Erbe

Während mein Vater uns nach seinem Tod noch mehrere tausend Bücher als sein Vermächtnis überlassen hat (mit deren Einschätzung, Nutzung, Lagerung, Erhaltung, Verteilung, Weiterverwertung, Entsorgung wir ziemlichen Aufwand betreiben mussten), kann ich mein digitales Vermächtnis/Erbe auf einer handlichen Festplatte weitergeben.

Darauf wird dann auch noch viel mehr zu sehen sein, als in der großen Bibliothek jemals zu finden waren: mein gesamtes Schaffenswerk als Netzgestalter, samt der Kommunikation, meine privaten Daten, alle Familienfotos, meine Musiksammlung, meine Filmsammlung. Und dieses digitale Tagebuch. Ein gefundenes Fressen für Biographen, ein viel zu großes Andenken für die Familie.

Worum ich mich noch kümmern muss, ist eine Liste der Passwörter zu sämtlichen Diensten, die ich so genutzt habe. Wahrscheinlich dann als Ausdruck auf Papier. Im Grunde sind das gar nicht so viele. „Soziale Netzwerke“ fand ich immer Scheiße.

Außerdem sind das alles nur Daten ab den neunziger Jahren, als es mit den Rechnern so anfing. Alles vorher muss ich noch digitalisieren. Puh! Aber wer sich dann die Mühe macht, alles durchzuforsten, kann ein wunderbares Psychogramm meiner Persönlichkeit erstellen. Falls das jemanden interessiert.

11. Juli 2018 // Allgemein, Gedanken // Kein Kommentar