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Minderheiten

In allen Gesellschaften gibt es Minderheiten. Menschengruppen mit einer bestimmten Einstellung, Religion, Abstammung, Neigung, Behinderung, Hautfarbe, politischen Auffassung. Menschen, die anders sind – anders, als die Mehrheit.

Die werden oft missliebig beäugt, angefeindet, angegriffen. Das ist nicht gut und hat meist mit fehlender Toleranz zu tun. Oder mit arrogantem und provokativen Auftreten der Minderheit. Grundsätzlich finde ich es gut, dass Minderheiten geschützt werden. Aber sie sollten natürlich nicht bevorzugt behandelt werden. Das Ziel heißt, Toleranz zu fördern, Anfeindungen zu verhindern, damit diese genauso frei und unbeschwert in unserer Gesellschaft leben können, wie wir alle.

Das misslingt leider oft, weil es zwanghaft umgesetzt, dogmatisch vorgegeben, von Lobbygruppen gesteuert und oft hysterisch übertrieben wird.

Ein aktuelles Beispiel: Gestern wurde ein Mensch mit jüdischem Glauben beschimpft. Das ist eine Meldung in den Medien! Alle Politiker zeugen Respekt, versichern ihre Unterstützung für die entsprechende Gemeinde und verurteilen alles aufs Schärfste. Beschwören eine schlimme Tendenz. Die Gemeinde veranstaltet einen Unterstützungsgottesdienst. Hallo? Natürlich ist es nicht gut, was passiert ist aber die Reaktion ist vollkommen hysterisch, übertrieben und fördert damit bei bestimmten Menschen auch die Abneigung und die Vorurteile.

Ein weiteres Beispiel: Alljährlich findet in Berlin eine große Demonstration für die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Liebe statt. Das ist ok und, weil es einen politischen Hintergrund hat. Die Polizei Berlin hat aus diesem Anlass und falsch verstandener Solidarität in ihrem Internetauftritt eine Regenbogenflagge eingeblendet. Das ist schlimm. Öffentliche Organisationen sollten unbedingt neutral sein. Sie werden von allen mit Steuergeldern bezahlt und müssen ihren Job allen Bürgern zur Verfügung stellen. Der Vorgang kann das Vertrauen in die Polizei mindern und Frustrationen bei anderen Mitbürgern provozieren. 

Warum gibt es kein öffentliches Zeichen der Solidarität für Menschen, die überfallen wurden, die angefahren wurden, die alleinstehende Mütter sind, Christen, die als Ungläubige beschimpft werden, Menschen die sich ehrenamtlich für andere einsetzen, die unheilbar krank sind, die arm sind, die aufopfernd andere Menschen pflegen. Nun, diese haben keine Lobby.

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Vom 10. August 2019 in Politik | Kein Kommentar

Musik hören

Ich bin der Meinung, dass man Musik unvoreingenommen hören sollte, ohne Kenntnis weiterer „Hintergrundinformationen“. Geschichten, wie das Lied zustande kam, was der Künstler für Erfahrungen darin verarbeite, wie der Künstler aussieht. Alles hinderlich! Auch sind die Geschichten oft frei erfunden. Reine Werbemaßnahmen. Gesteuerte Imagebildung der Musikkonzerne, die das machen, um noch mehr Geld zu verdienen.

Musik sollte für sich selber sprechen. Gute Musik kann das. Man kann die Vorbilder raushören, die Musikalität, die Professionalität, die gewünschte Wirkung. Und man kann entscheiden, ob sie einem gefällt, inspiriert, weiterbringt, moralisch unterstützt, intellektuell anregt, tröstet, gute Laune bereitet, melancholisch macht, glücklich macht. Alles andere ist Manipulation, Illusion, Beeinflussung, Ablenkung. Man soll in eine bestimmte Richtung denken und fühlen, die nicht die eigene ist.

Das gilt übrigens für alle Kunstformen und Bereiche. Bücher, Bilder, Filme, Skulpturen, Menschen, Straßenkunst.

Wenn man sich seine eigene Meinung gebildet hat, kan mann dann auch ruhig mal aus Interesse weiteres recherchieren. Manchmal macht das auch Spaß, ist informativ, unterstützt die gebildete Meinung. Manchmal ist es aber auch ernüchternd, entmythologisierend. Auf jeden Fall ein Risiko. Egal, man sollte immer bei seiner gebildeten Meinung bleiben. Die ist richtig.

Es ist schon grundsätzlich gut und hilfreich, unvoreingenommen an die Dinge heranzugehen. Anwasauchimmer.

Vom 02. August 2019 in Musik | Kein Kommentar

Intrige, Komplott; (bildungssprachlich) Konspiration; (veraltend) Geheimbündelei; (veraltet) Konjuration

Oder auch Verschwörungstheorie. Ich mag Gedankengänge, die zu ungewöhnlichen Ergebnissen führen. In diesem Fall wird es gefördert durch Misstrauen, oft mit dem zentralen Gedanken, dass sich ein Gruppe von bösen, mächtigen und geheimen Menschen gegen die anderen (uns) verschworen hat.

Es macht Spaß, sich Sachen und Zusammenhänge auszudenken, zurechtzurücken, konspirativ zu äußern, zielgerichtet einzusetzen, ohne Nachweis zu verkünden und bis aufs Letzte auszureizen. Das gab es übrigens schon immer. Bei Wikipedia fängt die Liste der Verschwörungstheorien im 12. Jahrhundert an. Man kann damit auch ganz gut Politik machen. Es wird von Professionellen heutzutage gern auch gezielt eingesetzt. Und viele, meist einfältige Menschen, lassen sich darauf ein und handeln danach.

Die Mondlandung war nur eine Inszenierung der Amis. Alles im Studio gedreht. Also, ich glaube, die können das! Und Marketing um jeden Preis ist denen von Geburt an eingepflanzt. Aber es gibt auch noch Beweise dazu. Ein unerklärlicher Schattenwurf. Die flatternde Fahne. Es gibt Menschen, die verbringen viel Zeit damit, entsprechende alternative Fakten zu finden und bereitzustellen. Die sind in diesem Fall oft auch überzeugend. Das ist eigentlich meine Lieblingsverschwörungstheorie.

Die Kondensstreifen von Flugzeugen. verbreiten eine Chemikalie, die – wahlweise – das Wetter beeinflusst, uns gefügig macht, alles Unkraut vernichtet, das Wetter beeinflusst, die Weltherrschaft einer geheimnisvollen, vollkommen unbekannten Organisation vorbereitet. Die Streifen sieht man natürlich, weil die Feuchtigkeit der heißen Flugzeugabgase an feinen Staubpartikeln kondensiert. So etwas lernt man in der Schule. Nix Chemie. Wäre sonst auch irgendeinem Mitarbeiter mal aufgefallen. Und es gibt keinerlei Zeugenaussagen dazu. Reiner Glaube also. Der Anschlag auf das World Trade Center wurde von den Amis selbst durchgeführt. Um den völkerrechtswidrigen Angriff auf den Irak zu rechtfertigen. Um dem einfältigen, infantilen, nutz- und erfolglosen Präsidenten eine Chance zur späten Bewährung zu bieten. Grundsätzlich plausibel, aber im Endeffekt unwahrscheinlich. Die Erwärmung der Erde findet nicht statt. Die tatsächlich gemessenen Werte sind manipuliert, gefälscht, unglaubwürdig. Für Menschen mit Hirn, hier eine kleine Info dazu. Der HIV-Virus wurde von den USA entwickelt und ausgesetzt oder ist er aus Versehen entkommen? Die Erde ist eine Scheibe. Kürzlich wollte das jemand aus Amiland (wo sonst?) beweisen, indem selbst gebastelte Raketen in den Weltraum geschossen werden sollten.

Das interessante an Verschwörungstheorien ist, dass sie wohl einen offenen und bereitwilligen menschlichen Nerv ansprechen. Das Gefühl. Die Vorurteile. Die Betroffenheit. Nicht aber den Verstand. Rationales wird nicht anerkannt. Wissenschaft ebenso nicht. Deswegen sind Populisten so erfolgreich. Also, Verschwörungstheorien machen Spaß, aber man sollte sie natürlich nicht ernst nehmen.

Vom 09. Juli 2019 in Politik | Kein Kommentar

Dosis

  • Alles ist Gift, allein auf die Dosis kommt es an.
  • Ein jeglich Ding an sich ist ein Gift, allein die Dosis macht´s
  • (nur) die Menge macht das Gift.
  • Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Zitat von Theophrastus Bombast von Hohenheim [was für ein Name!], fälschlich auch Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim [auch nicht schlecht!] genannt (* vermutlich 1493[1] oder 1494[2] in Egg, Kanton Schwyz; † 24. September 1541 in Salzburg), seit 1529 sich Paracelsus nennend, war ein Arzt, Alchemist, Astrologe, Theologe, Mystiker und Philosoph [tolle Kombi!].
Unter anderem: https://de.wikipedia.org/wiki/Paracelsus

Die verschiedenen Quellen sind unsicher, welches Zitat genau ausgesprochen wurde, aber die zentrale Aussage ist vergleichbar; auf diese beziehe ich mich im folgenden:

Dies ist eine sehr kluge, weitreichende und allumfassende Erkenntnis. Sie bezieht sich ursprünglich auf medizinische Produkte und deren Nebenwirkungen. Ich denke, sie lässt sich auf alle Bereiche des menschlichen Lebens übertragen: Ausländer, Tourismus, Kartoffelchips, Drogen, Wasser. Ist alles nicht sofort tödlich, aber wenn es zuviel wird, durchaus belastend, beleidigend, gefährdend, behindernd, benachteiligend, ungesund, einschränkend, kränkend und in der Masse manchmal eben auch letal.

Wenn man immer die richtige Dosis einhielte, wäre die Menschheit glücklich und zufrieden. Leider ist es schwierig, diese zu bestimmen. Und selbst wenn man sie kennte, würde man sich nicht daran halten. Schade. Aber so sind sie.

Auch sein Wahlspruch gefällt mir: „Alterius non sit, qui suus esse potest“ (Keines anderen Knecht sei, wer sein eigener Herr sein kann). 

Vom 09. Juli 2019 in Gedanken | Kein Kommentar

Meine Achtzigerjahre-Hedonistenkarriere

Habe nicht mehr alle Informationen parat und muss etwas recherchieren, wo meine liebsten Diskos (so hießen die Klubs früher (früher war mehr Lametta)) und Kneipen in den Achtzigern waren und was sie zu bieten hatten. Es gibt relativ wenig dazu im Netz, da es dies damals nicht gab, deswegen im wesentlichen nur meine eigenen Erfahrungen, ergänzt durch ein paar offiziell gefundene Infos.

Wichtiges

Turbine Rosenheim – Eisenacher Straße
Sehr gute Musik. Ich habe dort meine heutige Frau näher kennengelernt. Auch der damals noch unbekannte Plattenaufleger „Dr. (ich nehme an, eine illegale Titelaneignung) Motte“ hatte sie angebaggert, ohne Erfolg. Finanziell wäre das für sie sicher die bessere Partie gewesen.  Egal. Glück gehabt! Eines Abends kam Jim Jarmush durch die Tür, was mich begeisterte. Der war nach „Stranger than Paradise“ und „Down by Law“ ein Held! Der schlimme Wichtigtuer von Türsteher wohnte bei uns im Nachbarhaus und man konnte immer Abends durch sein Fenster beobachten, wie er vor dem Spiegel stand und stundenlang in genussvoller Eitelkeit sein wallendes langes Haar bearbeitete.

Dschungel – Nürnberger Straße
Den kennen alle. Und ja, war schon cool. Aber für mich damals viel zu etabliert, bäh, für die Schickeria! Aber auch für andere – eigentlich war es eine wunderbare Mischung. Aus heutiger Sicht sympathisch unkommerziell und mit wirklich guter, neuer Musik. Es wurde natürlich alles mögliche genommen und geraucht; einmal hatte ich einen wirklich bestialischen Gestank in der Nase, würde mich interessieren, was das war. Promis waren auch da, aber die erkenne ich meistens nicht. Ich erinnere mich auch an einen Besuch mit einem Freund F., der vorschlug, eine Frau anzusprechen, ob sie nicht einen flotten Dreier mitmachen wollte (was aus verschiedenen Gründen nicht umgesetzt wurde). Aber ich freue mich heute noch, dass wir neben den ganzen Promis vom Türsteher akzeptiert wurden und Spaß haben konnten: Mich hat eigentlch mehr die Stimmung und das Tanzen interessiert, als Promis zu sehen.

XXX – Adenauerplatz
Wie hieß noch der Laden am Adenauerplatz – Zugang nur über eine Außentreppe? Runde Tanzfläche,wie im Zirkus, nur mit einer einzelnen nackten Glühbirne beleuchtet. Kommt wohl auch kurz im Film B-Movie vor (?)… Freue mich über Hinweise.

Nachtrag: So langsam denke ich, das war das frühe Linientreu, das erst später in die Budapester umgezogen ist und dann uninteressant wurde?

Loft – Nollendorfplatz
Das war eigentlich DIE Konzertlocation. Im Nebeneingang zum Metropol. Ein legendäres Konzert von Fad Gadget (in dem er anfing, mit einem gekonnten Feldaufschwung die Hängedecke zu zerstören), ein legendäres Konzert der Einstürzenden Neubauten, die mit einem Presslufthammer die Wände bearbeiteten und ein erstes Konzert der Hosen, bei dem dieses passierte. Mich würde noch interessieren, wer für die ganzen Schäden aufgekommen ist. Am Eingang stand ein freundlicher, oft uniformierter Brite, der viel später zu einem glorreichen Film über die Achtziger beisteuerte.

Was macht man nur mit dem Mikro, wenn keine Hand mehr frei ist? Frank Tovey macht es vor. Und produziert dabei noch Geräusche, die gut zur Musik passen!  (Foto Boo Anderson / lastfm)

Metropol – Nollendorfplatz
Die Mutter des Loft? Aber auch langweiliger. Ich erinnere mich aber an ein – natürlich – legendäres Konzert von The Cramps. Ich hatte meine Kamera mit und stand ziemlich weit vorne und habe tolle Fotos geschossen. Damals analog – auf Filmstreifen, die von entsprechenden Dienstleistern  entwickelt und abgezogen werden mussten. Davon war eine Bekannte so begeistert, dass ich sie ihr ausgeliehen habe. Leider habe ich sie nie wieder bekommen. Ein paar Abzüge müssten aber noch irgendwo sein. Wenn ich Rentner bin, suche ich sie mal, weil die waren wirklich gut. Ansonsten uninteressante Disko.

Café Swing – Nollendorfplatz
Keine Disco aber tolle Konzerte. Direkt neben Loft und Metropol. Immer zu voll und zu eng, aber schwer Avantgarde. Beginn 1.00 Uhr morgens und meist umsonst.

SO36 – Oranienstraße
Darf natürlich nicht fehlen. Ein furchtbarer, stickiger, enger, verrauchter, voller, dreckiger Punk-Laden, legendär. Die Geschichte dazu sollte man sich mal durchlesen/streamen/zappen! Auch unbedingt die geniale und einzigartige Dokumentation ansehen: „So war das S.O. 36“. Da möchte ich nochmal eine Kritik zu schreiben. Ich wohnte damals in der Nähe und war daher gerne öfter da. Habe ein fast legendäres Konzert der Dead Kennedys verfolgt. Zum starkfühlen hatte ich mir eine Kunstleder-Punkjacke von meinem Freund F. ausgeliehen, der klamottenmäßig immer für alle Fälle gewappnet war. In die passten gerade mal zwei Dosen Karlsquell; zwei weitere musste ich in der Hand mitnehmen. Damals ging sowas noch. Und wenn das Konzert schlecht war – oder besonders gut war – pfefferten manche die leeren bzw. vollen Dosen auf die Künstler auf die Bühne. Das war nicht so schlimm, wie das auch übliche Anspucken. Und Ratten-Jenny war natürlich auch immer da. Den Laden gibt es heute noch.

Tempodrom – Potsdamer Platz
Auch ein legendärer Veranstaltungsort, an einem besonders historischen Platz – heute nicht mehr vorstellbar! Damals ein Zirkuszelt, mit einem Zaun drumherum. Ich wollte auf ein Konzert von DAF und ging solange am Zaun hin und her, bis der Aufpasser dahinter nicht mehr zu sehen war. Schwupp, drübergestiegen und im Zelt verschwunden. Damals war ich noch ein armer Student und es gehörte auch zum sportlichen Ehrgeiz, sich irgendwie an der Kasse vorbeizuschummeln, obwohl die Eintrittspreise lächerlich gering waren. Drinnen in der Manege waren mehrere halbstarke Männer mit nackten und schweißnassen Oberkörpern zu sehen, die in weißem Licht auf irgendwelche Geräte einhauten und einen irren Sound verursachten. Das war noch am Anfang meiner Berlin-Karriere und ich war sehr beeindruckt. In der Pause lief Gabi Delgado Lopez zufällig durch die Sitzreihen zwei Meter an mir vorbei, ein Held im Publikum! In späteren Interviews hat er sich als sehr sympathischer und reflektierter Zeitgenosse präsentiert. In der Zeit wohnte sein Bruder Eduardo in Neukölln (Sonnenallee) direkt neben mir und wir sind mal zusammen mit anderen in einem VW-Bus auf eine Party in der Pfuehlstraße gefahren. Er hat dabei ständig The Gun Club gehört, was mich etwas nervte. Ansonsten habe ich dort noch den wahren Heino und später die Ramones gesehen. Das war nicht mehr so beeindruckend.

Linientreu – Budapester Straße
Legendär, selten besucht, aber wohl gut.

Ferner liefen

Basement – Mehringdamm
Eine kleine unbekannte Absackerdisco mit guter Musik. Eher regional bedeutend. Etwas rockiger und erst später besucht. Ansonsten bisher keine weiteren Infos gefunden

bronx – Wiener Straße
War halt in der Nähe. „Das bronx in der Wiener Straße 34 in Kreuzberg befand sich in einem ehemaligen Kinosaal, der in den 70er Jahren unter dem Namen Wiener Lichtspiele als Underground-Discothek genutzt wurde.“ http://www.rockinberlin.de/index.php?title=Bronx
Mehr habe ich dazu nicht gefunden.

XXX – Am Ende der Hauptstraße (?)
Weiß den Namen nicht mehr, nur dass ich selten da war und zu Tears for Fears getanzt habe.

Sektor – Hasenheide
Späte Achtziger. Man tanzte auch mal zu Pop und Rap. Großer Laden mit einem eindrucksvollen Tunnel als Zugang. Habe ich da C. kennen- und liebengelernt? Die später dann zu meinem Freund R. umgeschwenkt ist?

Grex – Muskauer Straße
Ein kleiner Tanzschuppen in Kreuzberg 36. Das war schon eher in den späten achtzigern. Ich habe mich als DJ beworben und hatte Chancen. Weiß aber nicht mehr warum nix daraus wurde, ist auch ok so.

Sound – Genthiner Straße
Im Nachhinein sehr interessant. Scheint sogar mal in einem Tatort thematisiert worden zu sein. Eher ein Überbleibsel aus den Siebzigern? Weiß nicht mehr, warum ich so selten da war. Wird auch oft mit Drogenkonsum in Verbindung gebracht. Würde ich gerne mehr drüber erfahren.

Ballhaus Spandau
Etwas rockiger und ok, aber zu weit weg und kein Kult. Gibt es wohl heute noch!?

Madonna – Wiener Straße
Eine angesagte „Szenekneipe“ mit guter Musik; war mal eine Zeitlang Treffpunkt mit anderen. Gibt es wohl heute noch?

Trash – Oranienstraße
Ja, blöder Name, aber der Laden immerhin etwas punkiger als die anderen.

Triebwerk – Flughafenstraße
Etwas angesagte Kneipe in Neukölln, das damals sonst vollkommen uninteressant war. War Schichtleiter in einem Kraftwerk. Nach der Nachtschicht, ca. 6.00 Uhr morgens, gingen wir mit der ganzen Mannschaft noch dorthin, weil nichts anderes mehr auf hatte. Kollege P. spendierte etwas zu rauchen und wir haben uns wunderbar amüsiert und entspannt, bevor es dann doch ins Bett ging. Später war ich mal alleine dort und die hübsche Bedienung interessierte sich ungemein für die Hose, die ich an hatte. Das war eine Hose aus rotem Leder, zusammengehalten durch braune Lederstriemen, die ich mir mal selber geschneidert hatte. Am nächsten Tag brachte ich ihr die Hose; sie ging mit mir ins Nebenzimmer, zog sich – bis auf die Unterhose aus – und zog meine Hose an. Gekauft! Für 80,00 DM oder so. Etwas wenig im Nachinein und vor allem aus heutiger Sicht.

Exxcess – Kurfürstenstraße
Ich war wohl nur einmal da, hat aber einen bleibenden Eindruck vermittelt. Alles mit Weißen Fliesen; das obligatorische Neonlicht. Und dann standen noch drei Gestalteten in extremen New Wave Stil mit den wildesten Frisuren herum. Cooler und abweisender hatte ich es noch nie empfunden. Später zog dort eine Sauna ein. Heute ist in dem Haus oder Komplex wohl der „Ruhesitz am Zoo“. Wie sich die Zeiten ändern…

Madow – Pariser Straße am Olivaer Platz
War das die Disko, die Bowie betrieb? So raunte man sich zu. War für mich aber etwas uninteressant.

Far Out – Kudamm
Von den Sanyassins und später sehr angesagt. Hat mir nicht gefallen.

Fischlabor – Frankenstraße
Einer der Läden, die neu und wirklich außergewöhnlich waren. Gemütliche Athmosphäre – das war in den Achtzigern eine Revolution. Aber doch noch mit Neonlicht. Das war das, was man heute Lounge und Chillen nennen würde.

Cri du chat – Joachimstaler Straße
War ich mehrfach, kann aber nicht mehr dazu sagen.

Oranienbar – Oranienstraße
War sehr angesagt. Man trank Campari Orange oder Curacao Blue. Hinter der Theke war ein Spruch auf die Wand gemalt: „No fucking Beck’s“. Der gefällt mir heute noch.

 

Sonstige

Mir fällt auf, das mein heutiges Schöneberg mal total angesagt war. Hier noch ein paar bekannte Namen:

Risiko – Yorckstraße
Ich erinnere mich, wie Blixa Bargeld mir ein Bier über die Theke reichte.
Mr. Dead & Mrs. Free – Bülowstraße
Ein legendärer Plattenladen, der erst vor kurzen geschlossen wurde.
Scheißladen – Großbeerenstraße
Inhaber: Der wahre Heino. Hat sich neben seinen Auftritten im echten Heino-Stil einen Namen damit gemacht, unsere Nationalhymne zu FURZEN. War in Kreuzberg, und in der Nähe; war aber nie da.
K.O.B – Potsdamer Straße
Selten da, aber im besetzten Nachbarhaus öfter meine Kommilitonin D. besucht.
Ex‘n‘Pop – Schwäbische Straße
War ich nie, obwohl es wohl auch eine Reminiszenz an meinen Lieblingsmoderator war.
Cafe Mitropa – Goltzstraße
Hat mir nie so gefallen, gibt es aber heute noch – wegen Namensstreitigkeiten unter dem Namen Cafe M.
Domina Bar – Winterfeldtstraße
Dort ging man hin, wenn der Dschungel oder die anderen geschlossen hatten, also ca. ab 4.00 Uhr. Und man traf die anderen Diskogänger deren Läden geschlossen wurden. „Wo wart Ihr denn heute?“
Slumberland – Winterfeldplatz
Eine Legende, aber war ich auch selten. Und gibt es heute noch(?) Auch noch mit Sand auf dem Boden?
Music Hall – ?
War wohl mal da, weiß aber nicht mehr wo!?

Cafe Anfall – Gneisenaustraße
Ein netter, origineller, kleiner Laden. Betrieben unter anderen von einem Schulkumpel RCM (†). Beliebter Treffpunkt der Clique.

Ein paar mehr Infos gibt es noch von „Westbams Club-ABC“ auf der Seite von Zitty.

Vom 24. Juni 2019 in Achtziger | Kein Kommentar

Einkauf im Netz

Ich kaufe gerne und öfters im Netz ein. Klar ist das nicht so haptisch, wie analoges Einkaufen: gepflegt ankleiden, die Sachen zusammensuchen, ins Auto setzen, nach Mitte fahren, einen Parkplatz suchen, zum Geschäft laufen, verzweifelt einen Verkäufer suchen, um dann ein ziemlich teures Produkt mitzunehmen, an der Kasse schlangestehen, ins Parkhaus gehen, bezahlen, und wieder nach Hause fahren (macht ca. 3 Lebensstunden). Dagegen eigentlich total unsympathisch: man sitzt gemütlich auf einem Stuhl am Rechner, macht ein paar Klicks und das Produkt wird kurzfristig an die Wunschadresse geliefert (macht ca. 5 Lebensminuten). Natürlich sind die großen Versandhändler alles Schweine. Großkapitalisten. Marktbeherrscher. Datensammler. Unterdrücker. Immer am Rand der Legalität, oft darüber. Steuerkriminelle. Diktatoren.

Ich habe dabei auch ein etwas schlechtes Gewissen, bin aber ein pragmatischer Mensch. Neulich habe ich Auffanggläser für Wachs von Kerzen gebraucht, Glasringe, die am Fuß der Kerzen plaziert werden. Gehen Sie mal durch die Stadt und versuchen so etwas zu bekommen. Seit es keine klassischen Kaufhäser mehr gibt (was ich bedaure) kaum mehr möglich. Oder eine mannshohe Zimmerpalme. Eine Klimmzugstange für den Jungen. Oder eine Lupe. Über die Suchfunktion habe ich alles gefunden, in mehreren Varianten.

Wenn man weiß, was man will, kann man auch den Preisvergleich bemühen und das günstigste Angebot überhaupt nutzen. Da kann man viel Geld sparen – oft auch im Gegensatz zu anlogen Welt. Auf diese Weise habe ich ein günstiges Telefon für unseren Sohn zu Weihnachten gefunden und bestellt. Kurz danach kam die Eingangsbestätigung, die Versandbestätigung. Müßte spätestens in zwei Tagen da sein, noch lange und rechtzeitig vor Weihnachten! War es aber nicht. Die Sendungsverfolgung meldete, eine Fehlverladung. Tagelang passiert nichts. Sendungsverfolgung kann auch frustrierend sein. Um es kurz zu machen: das Geschenk drohte nicht mehr rechtzeitig zum Fest anzukommen und ich musste ziemlich analog in einen lokalen Technik-Laden gehen, um das Geschenk nochmal zu kaufen, für einen ca. 30% höheren Preis. Immerhin gibt es diese Möglichkeit in der Großstadt und der Heiligabend war gerettet.

Aber ich hatte ja auch viel Geld für die Bestellung im Netz ausgegeben! Die Sendung kam dann doch noch kurz vor Silvester an. In dem Päckchen war – ein Dose Fanta. Ein Versehen? Ein Spaß? Eine Verwechslung? Nein: ein Betrug. Mehrere Hundert Euro für eine Dose Fanta! Ich möchte immer wissen, wie so etwas Zustande kommt. Entweder haben die das Weihnachtsgeschäft genutzt, um Reibach zu machen, oder die Leute im Versand haben sich die Produkte unter den Nagel gerissen und versucht die Aufdeckung des Betrugs hinauszuschieben. Egal.

Dies ist offensichtlich kein Schlautelefon, sondern eine ziemlich teure und unschlaue Getränkedose mit Limo.

Da der Kauf über ein bekanntes Portal erfolgte, habe ich erstmal das Konto das Verkäufers aufgerufen, um genauer zu klären, mit wem ich es da zu tun hatte. Das Konto war gelöscht. Der Typ wohl über alle Berge. Ich habe das erste Mal in meinem Leben Anzeige erstattet. Die Polizei teilte mir mit, sie bräuchten keine Beweise mehr, es lägen schon mehrere Hundert Anzeigen gegen den Nutzer vor. Geld zurück gibt es dabei sowieso nicht. Ich könnte mich doch an den Versandhändler wenden. Zunächst war ich etwas frustriert, und hatte das Geld schon auf das Konto Erfahrung umgebucht. Nach Wochen habe ich dann doch nochmal nachgefragt; ein Auktionshaus, mit sogenanntem Käuferschutz. Sogar wenn man nicht deren Zahlungsmethode nutzt. Schließlich: Das Geld wurde vom Konzern übernommen und auf mein Konto zurückerstattet! Nett; ein freundlicher Konzern. Und eine Lehre, noch genauer auf die Seriösität von Verkäufern zu achten.

Vom 11. Juni 2019 in Erfahrungen | Kein Kommentar

Berliner Politik

Wenn es nicht so dramatische Auswirkungen hätte, könnte man herzhaft und nachhaltig darüber lachen, wie einfältig und kurzsichtig der Berliner Senat mit Problemen umgeht und durch stümperhafte Flickschusterei und populistische Maßnahmen versucht, große Probleme unserer sonst ganz schönen Hauptstadt zu lösen. Seit Jahren beobachte und verachte ich das auf dem Bildungssektor. In letzter Zeit versucht der Stadtentwicklungssektor diesen zu übertrumpfen und mit aller Macht den Titel „Dümmste politische Führung“ an sich zu reißen.

Seit einigen Jahren gibt es in der Billigstadt – wie überall – ansteigende Mieten und Immobilienkosten. Viele können sich die geforderten Mieten nicht mehr leisten und müssen deshalb umziehen. (Ich beziehe mich hier erstmal auf die Mieter; der Kauf von Wohnungen wird auch astronomisch teuer.) Ich finde es durchaus zumutbar, dass man in ein anderes Viertel mit günstigeren Preisen umzieht. Man hat kein Recht darauf, dort zu wohnen, wo man möchte. Aber ich finde es auch durchaus richtig, dass man in unserem wunderbaren Sozialstaat das Recht auf eine „bezahlbare“ Wohnung haben sollte. Wohnen in vier Wänden ist schon ein Grundbedürfnis. Aus diesem Grund wurde übrigens der Soziale Wohnungsbau erfunden. Berlin war mal ganz gut darin. Leider haben die Unverantwortlichen vor vielen Jahren angefangen, diese Wohnungen an private Gesellschaften zu verkaufen. Ich weiß nicht warum: Geldmangel? Desinteresse? Kurzsichtigkeit? Opportunismus? Unprofessionalität? Egal. Diese fehlen jetzt.

Immerhin wurde das Problem erkannt. Und es werden Möglichkeiten erdacht und mal ausprobiert, um dem entgegenzuwirken. Die Losung lautet: bloß nicht selbst etwas umsetzen, lieber andere dazu zwingen. Eine einfache Lösung wäre natürlich der Neubau von Wohnungen und dessen Förderung. Es ist alles eine Sache von Angebot und Nachfrage! Leider ist die zuständige Senatorin ziemlich Links und findet Investoren doof. Daher werden Neubauvorhaben nur noch schleppend zugelassen. Man versucht sich lieber mit kleinen Schritten – ganz vorsichtig – an das Problem heranzutasten. Versuch und Irrtum ist ein beliebtes Mittel Berliner Politik.

Eine schlimme und bereits umgesetzte  Maßnahme ist die Einführung von sogenannten „Milieuschutzgebieten“. Hier wird die Weiterentwicklung der Menschheit per Dekret gestoppt. Mieter müssen ein Lebenlang mit ihren einfachen Verhältnissen zurechtkommen. Jetzt soll auch die Gegend um die Kurfürstenstraße zum Schutzgebiet erklärt werden. Ich frage mich, welches Milljöh (das horizontale Gewerbe?)  da geschützt werden soll. Ein zweites Bad oder ein Balkon werden ab sofort verboten. Investitionen in die Substanz verhindert. Eine weitere Idee, die bei manchen Randgruppen auch noch Beifall fand: Enteignung der bösen Eigentümer. Das ist sicher eine gute Methode, um jegliche Investitionen in Zukunft zu verhindern und den Sozialismus aus dem Ostteil der Stadt wieder für alle einzuführen.

Die aktuelle Idee: Einfrieren der Mieten, für fünf ganze Jahre. Genial: Wir haben etwas angestoßen und können uns über die Legislaturperiode retten. Aber was passiert nach den fünf Jahren? Dasselbe wie vorher! Und: Die Vermieter haben natürlich eine Schock bekommen und setzen alles dran, die Mieten vor diesem Zeitraum so hoch wie möglich anzusetzen. Und zwar auch die, die bisher moderat waren. Toller Effekt; so ungefähr das Gegenteil vom gewünschten Ziel. Besonders lustig finde ich aber die Reaktion der Politiker: „Ooch, das ist aber unfair, jetzt noch schnell die Mieten zu erhöhen. Spielverderber!“ Kurz vor Verabschiedung gab es doch noch kurze Bedenken: Da sind ja auch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften betroffen. Die haben dann kein Geld mehr für den Neubau. Egal. Wir ziehen das durch.

Man sollte bedenken, dass die Hauptakteurin Mitglied einer Partei ist, die aus der DDR als sozialistische Einheitspartei hervorgegangen ist. Wollen die das Rad zurückdrehen?

Berlin eben.

Diesen Spruch mag ich nicht, aber es fällt mir gerade nichts anderes dazu ein: „Herr, lass Hirn auf sie regnen. Ein winziges kleines bisschen wenigstens. Bitte! Amen.“

Vom 11. Juni 2019 in Politik | Kein Kommentar

Potentielle Kritik zu Lustwort

Hier eine kleine Vorlage für Journalisten, die besonders lese- und schreibfaul sind, keine Lust haben, sich mit kleinen Themen des Alltags auseinanderzusetzen, bisher keinerlei Erfolg hatten, unbekannt sind, eigentlich nach Höherem streben,  und dann vom Chef mit folgendem konfrontiert werden: „Habe von einem privaten Blog gehört, der ganz beliebt sein soll, das klingt interessant und neu, da sollten wir dranbleiben; sieh‘ Dir das mal an und schreibe eine kurze Kritik dazu (gähn)“.

Also, Ihr seid Teil meiner Zielgruppe und wichtige Multiplikatoren, daher biete ich Euch kostenlos folgende Rezension  an:

<ab_hier_kopieren>Also, dieser Autor hat auch zu jedem Scheiß etwas zu sagen. Das alles unter dem etwas provozierendem Namen „Lustwort“. Interessiert uns das? Nun, es scheint eher so, dass er das für sich selbst macht, und für die Familienangehörigen. Ein ziemlich privater Blog, aber sicherlich nicht ganz privat. Trotzdem ist es als Außenstehender oft auch unterhaltsam und inspirierend die Geschichten zu lesen, den ungewöhnlichen Gedanken zu folgen, die Vielseitigkeit zu genießen.

Das besondere am Schreibstil ist der Sinn und die Liebe zur deutschen Sprache. Der Autor schreibt sehr eigenwillig, ungewöhnlich, manchmal etwas altmodisch und achtet darauf, keine Anglizismen zu nutzen, keine Namen zu nennen, alles oft sehr indirekt. Man muss sich manchmal etwas damit beschäftigen: was will er jetzt sagen? Wen meint er? (Es ist ein ER!)

Er hat Humor. Oft auch mit einer wunderbaren Selbstironie; die gibt es selten heutzutage. Beim Lesen muss man sich das Augenzwinkern dazu denken. Aber auch sehr vereinfachend, verallgemeinernd, manchmal fiktiv, oberflächlich, ohne Quellenangabe, das ist gefährlich, aber gut. Und manchmal gibt es leider auch nur plumpe Meinungsäußerungen, die nicht allen gefallen werden.

Das ist alles keine große Kunst, die Themen vom Alltag geprägt, die Gedanken recht privat, Beobachtungen und Erkenntnisse aus dem Alltag, der Schreibstil eher unprofessionell, der Autor etwas anmaßend und dennoch interessant. Es macht Spaß, darin zu lesen! Man muss etwas vielseitig und liberal sein, dann kann das Ganze auch inspirierend sein. Ein kleines Einod in der ruppigen und meist schnöden Welt der Medien. Insgesamt wunderbar unpopulistisch und anders. Guckt mal rein! Man kann auch Kommentare hinterlassen.</bis_hier_kopieren>

Dieser Text ist frei verfügbar (Open Source) und kann zu privaten und kommerziellen Zwecken unentgeltlich genutzt werden. Ich bitte aber um eine Info dazu, wo es veröffentlicht wird. Danke.

Und, was gab es für Sie letzte Woche so interessantes?

Mmmh …, ja, die Europawahl natürlich! Und dann waren da noch die vielen Bergsteiger, die den höchsten Berg der Erde erklimmen möchten. Das ist faszinierend: nach einem langen und extrem beschwerlichen Aufstieg steht man allein auf dem fernen Gipfel und kann überglücklich das unglaubliche Panorama bestaunen und auf einzigartige Weise in sich gehen. Das ist nicht nur romantisch, sondern muss unglaubliche und bleibende Glücksgefühle hervorrufen!

Nein. Da tummeln sich zu Hochzeiten an die hundert Leute rum. Auf den letzten Metern zum Gipfel gibt es eine Schlange, man muss warten, um ans Ziel zu kommen. Manche sind auch nicht mehr so fit und brauchen entsprechend länger, als andere. Das ist nicht nur unromantisch, sondern für manche auch tödlich. Aufgrund der extremen Höhe, sollte man sich dort nämlich nur so kurz wie möglich aufhalten.

Warteschlange am 22. Mai 2019: Im Mai ist Hochsaison am Everest-Gipfel, dann ist das Wetter am besten für den Aufstieg. Der Brite Nirmal Purja fotografierte den überfüllten Südostgrat. Je länger der Aufenthalt in der großen Höhe dauert, umso eher werden die Bergsteiger höhenkrank und erleiden Erfrierungen. (Quelle: SPON; Photo by Handout / Project Possible / AFP)

Abgesehen davon hinterlassen die Leute auch einen ziemlichen Haufen Müll und kacken wegen fehlender Toiletten in die Gegend. Aufgrund der Minustemperaturen und des fehlenden Regens, wird das wohl tiefgefroren und ewig liegen bleiben. Keine schöne Vorstellung. Und das wird zwangsläufig immer mehr!

Auf SPON las ich folgendes: „Pro Bergsteiger-Team fordert Nepal eine Abfallkaution von 4000 Dollar. Das Geld gibt es zurück, wenn jeder Teilnehmer mindestens acht Kilogramm Müll wieder zurückbringt – doch nur die Hälfte tut dies.“ Die Hälfte macht es nicht! Das zeigt, wie beschwerlich die ganze Aktion ist. Bloss kein Gramm zuviel mehr mit runternehmen, hauptsache halbwegs heil wieder ankommen.

Kürzlich haben wohl bemitleidenswerte Sherpas es auf sich genommen, etwas aufzuräumen, damit man weiterhin den Berg besteigen kann und das Geld fließt. Dabei wurden unglaubliche 11 Tonnen Müll eingesammelt. Nebenbei wurden auch noch  vier Leichen entdeckt, die zusammen mit dem Müll per Hubschrauber ausgeflogen wurden. Und es gibt sicher noch mehr da oben. 

Warum tut man sich das an? Man könnte auch den zweithöchsten Berg der Erde erklimmen und bei weniger bis gar keinen Menschen  höchste Glücksgefühle und Selbstverwirklichung erreichen. Nun, Ehrgeiz, Selbstüberschätzung, Überheblichkeit, Rücksichtslosigkeit, Egomanie, Perfektionismus sind sicher dabei.

Egal, da erklimme ich doch lieber ab und zu Samstags Morgens im Dauerlauf den Kreuzberg, bin meist allein, kann auch einen schönen Blick über die große Stadt genießen und die Mortalitätsrate ist bisher ausgesprochen gering. qed.

Vom 29. Mai 2019 in Gedanken | Kein Kommentar