Meine Musiklisten

Ich werde langsam etwas müde, auf alle meine Abspiellisten bei einem bekannten Strömungsdienstleister mit S. mit einem eigenen Beitrag hinzuweisen und ausführlich darauf einzugehen, da sowieso kaum jemand reinhört oder -liest und es entsprechend einfach zuviel Arbeit ist und es mir dann auch gar nicht so wichtig ist, da ich selbst weiß, was ich an den Listen habe.  // weiterlesen! 

20. Juli 2021 // Musikalisches // Kommentar schreiben!

Eine stilvolle Satirikerin

Ich wollte eigentlich nicht mehr über das Tagesgeschehen schreiben, da das nicht nachhaltig ist und in ein paar Jahren niemanden mehr interessiert. Aber vor dem Hintergrund, dass es hier um grundsätzliche Themen wie Meinungsfreiheit, Kunstfreiheit, Toleranz, Intellekt, Sprache geht möchte ich doch noch einmal kurz darauf eingehen.

Ich mag dieses Fräulein Eckhardt eigentlich nicht, aber sie ist richtig gut! Zunächst ist sie mir durch ihre unerträgliche, ösihafte – hier ins extreme übersteigerte – Arroganz negativ, aber auch positiv aufgefallen. Dann gefielen mir ihre Pointen eigentlich auch ganz gut. Und schließlich haben mich ihr Intellekt und ihre sprachlich ausgesprochen interessante und ausgefeilte Wortwahl mit wunderbarem Sinn für Anspielungen und geschichtlichem Bezug – und dann auch noch der Anflug von Selbstironie – vollkommen überzeugt. Nebenbei hat sie ein sehr einzigartiges und wirkungsvolles Gesamtbild von sich selbst geschaffen und kommuniziert. Eine Menschin als Gesamtkunstwerk!

Nun zum Inhalt. Hier ein paar ihrer herausragenden Zitate aus einem Gespräch mit dem Tagesspiegel: (Quelle: https://www.tagesspiegel.de/kultur/-lisa-eckhart-im-interview-vom-fundamentalismus-der-gutunmenschen-und-rassistischen-omas/26092812.html)

„Den Begriff „Gutmensch“ als Schimpfwort schätze ich nicht. Das sind Philanthropen wie ich auch, gegen die habe ich überhaupt nichts. Anders die Gutunmenschen mit ihrem wahnwitzigen, in den Fundamentalismus abgleitenden Glauben, ein besserer Mensch zu sein. Der zeugt von einer Überheblichkeit, zu der selbst ich es noch nicht gebracht habe.“

„Wie soll ich noch Grenzen überschreiten, wenn sie von Politikern längst überschritten sind?“ [hier würde ich eher sagen: wurden – Anm. d. Verf.]

„Ich begebe mich nicht in diese digitale Öffentlichkeit, die formal eher der Privatsphäre gleicht. Das ist extrem ungustiös.“ [UNGUSTIÖS. Sicher eines der seltensten und schönsten Wörter im öffentlichen Diskurs der letzten Jahre!]

„Ich kenne ältere Menschen, die sich politisch korrekt ausdrücken, was aber nichts an den im Inneren schwelenden Vorurteilen verbessert. Trotzdem bin ich gegen eine Pauschalisierung dieser Generation als Rassisten und Sexisten.“

„Ich kann nicht jedem Nachhilfeunterricht geben.“

„Ich bin kein Freund der Handlung. Ich bin im Nachhinein fast erstaunt, wie viel davon drinnen ist. In Romanen ist mir viel zu viel Handlung und Leben. Dafür muss ich kein Buch lesen, da gehe ich lieber vor die Tür. Ich erwarte mir von einem Buch Sprache, keine Geschichte, und lasse mir lieber was erklären als was erzählen.“

Ja klar, da ist viel ich, ich, ich dabei, eine begnadete Selbstdarstellerin, aber um die geht es gerade. Und die Aussagen und die Wortwahl gefallen mir gut.

Leider wird Madamechen (wie viele andere) heutzutage auch gerne als „umstritten“ (mein Unwort des Jahres) bezeichnet, weil sie eigenständige und starke Positionen vertritt. Mittlerweile wird sie sogar massiv bekämpft, weil sie es gewagt hat, etwas unpopuläres zu sagen (als Satirikerin, das ist ihr Job). Das betreffende Zitat ist bereits zwei Jahre her und wurde nun von irgendjemanden wieder rausgekramt, verurteilt und scheint Grundlage des Hasses zu sein. Ich möchte es hier nicht nennen, da man es im Zusammenhang betrachten muss und das wird mir jetzt zu aufwendig. Ja, sie spielt mit Klischees, so wie man als Satiriker mit Klischees spielt, aber nicht schlimm; das ist keine Volksverhetzung. Sie hat sich im wesentlichen über einen kriminellen jüdischen Sexualstraftäter geäußert; also über den sollte man sich eher aufregen.

Aber ein Satz reicht heutzutage schon, um in den Medien als Unmensch zu gelten. Ich glaube, die meisten verstehen nicht, was sie sagt, weil sie ihr intellektuell weit unterlegen sind. Vor allem bin ich überzeugt davon, dass die Menschen heutzutage nur noch auf Reizwörter reagieren (nach Reizwörtern rea-geiern) und nicht mehr den großen Zusammenhang beurteilen – das wäre ja aufwendiger! Schade.

Und zu ihrem Mentor, Herrn Nuhr, muss ich auch noch etwas loswerden: Er ist sehr gut und meistens lustig; letztens leider etwas demagogisch und auf Meinungsäußerung und Weltverbesserung (vollkommen nutzlos) fixiert. Im Prinzip aber einer, der Wahrheiten ausspricht und das gut macht. Wird leider auch schlimm und übertrieben angefeindet. Seinen Talenteschuppen sehe ich mir immer wieder mal gerne an, aber alle anderen, bis auf Frau E.  sind meist verzichtbar.

Leute, werdet mal wieder etwas gelassener! Es gibt wirklich schlimme Menschen, gegen die man vorgehen sollte. Das hier ist nicht angemessen und im Verhältnis. Ich bin auch nicht wirklich ein Freund der Satire, sondern eher des Humors – das ist ein Unterschied! Aber ich habe hier eine kurze Miniwürdigung zur Satire verfasst.

09. Dezember 2020 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Heute habe ich politisch korrekt geniest

Das geht so: Man hält nicht mehr die Hand vor die Nase, sondern reißt beim Niesen den Arm hoch und befördert den ganzen Schmodder in die Ellenbogenkehle. Auf den Ärmel von was auch immer man gerade anhat. Das gehört sich so in Zeiten von Schweinegrippe. Schweinegrippe? War da was? Egal, ich war im Weihnachtstrubel im Mediamarkt, alles wuselt durch die Gegend, und ich hatte auf einmal Hemmungen, einfach so in die Hand zu niesen. Manieren eben. Aber, wenn man dann etwas anfaßt! Und dann faßt jemand anderes dasselbe an. Kaum auszudenken: Virus auf Hand, Hand im Mund (z.B. Hartz IV lebt von Hand in Mund), Infektion, tot! Also in den Ärmel damit! Aber, was ist, wenn jemand mich nach dem Weg fragt und kurz am Ärmel zupft, um Aufmerksamkeit zu erlangen! Wenn ich den Mantel an der Garderobe abgebe? Sammelt sich nicht einiges im Ärmel und wird bei der Heizungsluft wieder freigesetzt? Tja, jetzt weiss ich nicht, wie ich diese Geschichte mit einem Höhepunkt zu Ende bringe – bin ahlt kein Schreiberling – wollte das einfach mal los werden. Ach ja – es gibt ja auch Taschentücher!

21. Dezember 2009 // Politisches // Kommentar schreiben!

Rassismus

Ist eigentlich nicht so gut. Ich bin liberal und tolerant, und finde, man sollte etwas dagegen tun!  („Unklarer Bezug!“ hätte mein Deutschlehrer hier angemahnt. Zu Recht! Aber ich liebe nunmal solche sprachlichen Spielereien und ich denke, er würde das verstehen und entsprechend benoten.)

Aber was? Nun: einfach alle Neger außer Landes bringen und keine mehr reinlassen – so einfach ist das! Aber: selbst wenn man dies täte, es gibt ja noch die Gelbhäutigen, die Schlitzaugen, die Mischlinge, Spaghettis, Amis, Polacken, Tommies, Ösis, Bayern. Die kann man natürlich auch alle raus schmeißen. Nur noch native Biodeutsche und Christen zulassen. Puh, aber was ist, wenn die einen Uronkel haben, der aus dem Ausland kam? Eine muslimische Großnichte vielleicht? Einen nicht-arischen Stiefvater? Was passiert, wenn wir die alle rausschmeißen?

Also, das wird zu kompliziert, hat schon früher mal nicht funktioniert und könnte ein paar Nachteile mit sich bringen. Was kann man noch tun? Nun, Aufklärung. Wird seit vielen Jahren praktiziert: alle sind gleich! Und wenn jemand mal nicht gleich ist, sind wir gefälligst tolerant! Der krampfhafte Versuch, Ausländer oder Behinderte (Neuschlimmdeutsch: Benachteiligte) in Filmen als besonders nette Menschen darzustellen, und damit Klischees mit Gegenklischees zu bekämpfen, wird seit vielen Jahren praktiziert. Ohne Erfolg. Das hängt mit dem Netz zusammen – und mit der individuellen Persönlichkeit der Betroffenen.

Auch bin ich der Meinung, zuviel des Guten kann kontraproduktiv sein. Es gibt Menschen, die sich dadurch provoziert fühlen und jetzt erst Recht eine Gegenmeinung entwickeln.

Es ist interessant – und aktuell etwas beklemmend – zu sehen, wie sich die öffentliche (oder mediale, oder politische) Einstellung zu manchen Erscheinungen starken Wandlungen unterworfen ist. Während wir früher als Kinder noch ohne Sorgen, unbedarft und mit großer Freude (ohne rassistisch zu sein – es gab damals auch keinen Anlaß) „Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann“ gepielt haben, wäre das heute ein riesen-Skandal. Ich erinnere mich auch an ein Lied aus dem Musikunterricht in den Siebzigern, das eigentlich dazu diente, die Noten besser zu lernen:

„C-A-F-F-E-E, trink‘ nicht so vi-iel Ka-a-ffee. Nichts für Kinder ist der Tü-ür-ke-en-trank, schwächt die Nerven macht Dich bla-ass u-und krank. Sei doch kein Muselmann, der das nicht lassen kann!“

Wäre heute auch nicht mehr so angesagt. Der Zentralrat der Muslime fühlte sich verpflichtet, wegen schlimmster Verunglimpfung auf das Schärfste zu protestieren. Aber so waren die Siebziger. Es ist gut, dass es heute ein Bewusstsein für Diskriminierungen und Übergriffe gibt. Es wird aber manchmal dogmatisch übertrieben. Was mich zum Beispiel geärgert hat: In einem Kinderbuch mit Pippi Langstrumpf taucht das Wort „Neger“ auf. Das war damals kein Schimpfwort. In Neuauflagen musste dies aber wohl zensiert werden. Damit wird die Kunst vergewaltigt. Ich finde, man darf diese nicht verändern, egal warum. Und: Man kann das Wort doch einfach stehen lassen und den Kindern anhand des Beispiels wunderbar erklären, dass sich die Einstellungen in der Welt auch wandeln; Wörter bekommen andere Bedeutungen. So ist das eben. Aber, wenn es weg ist, gibt es auch kein Bewußtsein mehr!

Es ist so: Rassisten haben oft ein Minderwertigkeitsgefühl, denken nicht rational (ein kleiner Widerspruch; Denken ist ja immer rational; vermutlich denken sie gar nicht, sondern FÜHLEN unberechtigterweise etwas) und haben zum Beispiel die Angst, dass andere ihnen etwas wegnehmen. Oder sind einfach nur bescheuert intolerant. DAGEGEN  muss man etwas tun. Selbst wenn es keine Ausländer mehr gäbe, gäbe es noch Rassismus, dann eben gegen Ossis, Homophile, Frauen. Irgendwer ist Schuld an meiner Misere, nur nicht ich!

Maskulismus

Kennt jemand dieses Wort? Nein. Es gibt es auch fast nicht, zumindest nicht im öffentlichen Raum, und wenn, dann fristet es ein extremes Nischendasein; eines der unbekanntesten Wörter der deutschen Sprache, aber grundsätzlich existiert es!  // weiterlesen! 

24. August 2021 // Wörter // Kommentar schreiben!

Sprüche

Wo Verstand ist, da braucht es nicht viele Worte (- unbekannt -)
(Nun, manche meiner Texte sind auch ziemlich lang, trotzdem finde ich diese Aussage gut.)

Ich fand Sprüche eigentlich immer doof. Altmodisch verklärend, belehrend, zu undifferenziert, für einfache Gemüter, spießig! Nun, auf meine alten Tage entdecke ich doch ein paar Sprüche, die zumindest eine nennenswerte Aussage beinhalten. Ich meine damit sogenannte Volksweisheiten, die irgendwann in die Welt gesetzt wurden und dann immer wieder wiedergegeben wurden und sich stur im Bewusstsein der Menschen verankert haben.

Was ich gut an Sprüchen finde, ist wenn eine Weisheit oder allgemein gültige  Erkenntnis in wenigen Worten zusammengefasst und formuliert wird. Das ist Kunst: mit geringen Mitteln etwas aussagen.

Hier ein paar Klassiker mit Anmerkungen:

Wissen ist Macht.
Irgendwie mag ich das nicht, aber es ist so.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Mann, habe ich es gehasst wenn mich mein Vater damit konfrontierte! Mittlerweile finde ich das eine vernünftige Einstellung, die das Leben erleichtert und handele (meistens) danach.

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Ein trauriger Spruch. Bloß nicht freuen oder das Leben genießen, es kann noch etwas blödes passieren. Sollte man nicht befolgen!

Ohne Fleiß kein Preis.
Das stimmt erwiesenermaßen nicht! Es gibt haufenweise Menschen, die ohne Fleiß erfolgreich sind oder elend viel Geld haben.

Scherben bringen Glück.
Das ist nur ein (schwacher) Trost für Menschen, bei denen etwas schief gegangen ist, aber leider nicht zutreffend.

In der Kürze liegt die Würze.
Das gefällt mir wiederum. Wird allgemein leider nicht so beachtet.

Wie der Vater so der Sohn.
Puh, schweres Thema. Die Aussage stimmt aber nicht, zumindest nicht ganz. Also, es gibt grundsätzlich Eigenschaften, die übertragen werden, aber bei unangenehmen Eigenschaften kommt (zumindest bei mir) das Gegenteil heraus, was ja nicht schlecht ist.

Übung macht den Meister.
Gut, kann man wohl nichts gegen sagen, oder? Allgemeingültig.

Lügen haben kurze Beine.
Schön wär’s! Leider ist dem nicht so. Heutzutage sogar eher im Gegenteil. Die Lüge ist sehr verbreitet und akzeptiert. Folgen sind selten.

Kein Genuß ohne Reue.
Stimmt, das geht mir häufig so.

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.
Der gefällt mir wiederum: man kann sich gehen lassen, ohne Berücksichtigung jeglicher Konventionen.

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr
Isso. Dies stammt nicht (wie vielfach angegeben) von Wilhelm Busch, sondern es handelt sich um eine allgemeine Redensart.

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.
Also, den habe ich nie verstanden.

Was nich is, kann ja noch werden
Das ist beruhigend

Übrigens: die Suche nach Sprichwörtern bringt haufenweise Plattformen als Ergebnisse. Scheint doch von allgemeinen Interesse zu sein. Möchte bei Gelegenheit ein paar Adressen nennen.

14. September 2018 // Deutsches, Kulturelles // Kommentar schreiben!

Monsieur Sprachbloggeur, die zweite

Habe bereits etwas zu meinem fleißigen Sprachblogkollegen geschrieben und möchte (oder werde geradezu gezwungen) nach einiger Zeit des Konsums seiner Ergüsse und dem zusätzlichen privaten Austausch nochmal etwas näher auf sein Werk und sein Hirn einzugehen.

Hier schreibt ein Schriftsteller aus Leidenschaft, ein alter weiser Mann (und das ist kein Rechtschreibfehler und als Kompliment gemeint!), mit einer wunderbaren Leichtigkeit – einer Altersmilde – Geschichten über Alltagskultur und Sprache und macht sich so seine Gedanken zu Themen, die mich manchmal gar nicht interessieren, die ich aber immer und gern bis zum Ende durchlese. Weil es amüsant ist, neue Erkenntnisse bringt und eine charmante Liebeserklärung an die Sprache und ihre Feinheiten ist. Manchmal fängt er auch mit einem bestimmten Thema um dann auf ein ganz anderes zu sprechen zu kommen. Schräg.

Er liest wohl – wie ich, oder wie alle – auch gerne mal bei der „wehwehweh“-Version des Spiegel vorbei. Der mich aber auch schon ziemlich genervt hat und der in den letzten Jahren vollkommen ins boulevardesque abgleitet. Aber ich komme auch nicht von ihm los. Es wundert mich, dass dieses Medium nicht als gefährdende Droge angeprangert wird. Es gibt ja legale und verbotene Drogen. Egal. Hauptsache es gibt sie.

PJ, ausgesprochen „Pie-Dschey“, das ist sein Vorname, ohne weiteres und ohne Punkte. Ich stelle mir vor, er setzt sich am frühen Abend gemütlich an seinen großen, gediegenen Schreibtisch, die Flasche Rotwein wurde rechtzeitig vorher entkorkt und dekantiert, im Hintergrund ein eindrucksvolles, großes Bücherregal,  mit einem Gedanken oder vielleicht nur einem Wort im Kopf und der Sprachennarr fängt an zu schreiben. Erst das Wort, später die Geschichte. Er denkt: oh ein interessantes Wort, welchen Hintergrund hat es? Dann kommt ein neuer Gedanke hinzu. Es wird recherchiert, im Gehirn sortiert und neu und eigen zusammengesetzt. Und weiter gesponnen. Ein Wort jagt das andere. Die Geschichte ist unwichtig, er ist Sprachwissenschaftler!

Spaß am Deutsch und an der Sprache im Allgemeinen, das bietet – wie auch ich, manchmal – der Sprachbloggeur, jeweils Mittwochs neu, unter http://sprachbloggeur.de/ Und, ach ja, er ist manchmal schneller und nimmt mir die Themen weg, über die ich auch schreiben möchte, aber er meint, zu Recht, es wäre in Ordnung, ein Thema von zwei Seiten zu beleuchten. Bei Bedarf mache ich das dann auch, aber er ist Erster.

Wie wohl ist dem, der dann und wann
Sich etwas Schönes dichten kann.
Wilhelm Busch

05. Februar 2021 // Deutsches, Rezensionen // Kommentar schreiben!

gorg von lustwort

Ich wollte nur mal kurz anmerken, dass dies mein Name ist und er zu diesem Tagebuch gehört, auch wenn er manchmal auf anderen Seiten auftaucht, was daran liegt, das ich dort vielleicht mal einen Kommentar hinterlassen habe, aber nicht dachte, dass diese dadurch aufgewertet würden, sodass ich entschieden habe – nur aus diesem Grund – diesen Artikel zu schreiben, um etwas Futter für die Suchaggregate zu bieten und entsprechend gefunden zu werden.

03. Dezember 2021 // Lustwort // 2 Kommentare

Ich bleibe bei meiner Meinung

Ein starker Satz, den man in letzter Zeit selten hört. Wenn Prominente irgendetwas außergewöhnliches außerhalb des Mainstreams von sich geben, warten die meisten erstmal ab, was passiert. Wenn der Schitstorm dann doch zu groß wird, und die Follower-Zahlen sinken, knicken sie ein und sagen einfach: sorry, das war alles nicht so gemeint, das wurde falsch verstanden, ich bin eigentlich ein ganz netter Mensch. Und alles ist wieder gut. Aber nicht Harald Martenstein.  // weiterlesen! 

21. Februar 2022 // Politisches // Kommentar schreiben!

Jahrhundertregen

Ich bin ja, wie die meisten, ein aktiver Verkehrsteilnehmer. Im Wesentlichen betrifft das die Bereiche Autofahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger. Es gibt aktuell noch andere Fortbewegungsmethoden, die ignoriere ich jetzt mal. Also, ich fahre gerne mit dem Fahrrad. Es ist emotionaler, sensibler, als mit dem Auto. Und natürlich nicht ganz so haptisch, wie zu Fuß gehen, aber schneller. Egal. Mit dem Fahrad, komme ich mittlerweile genausoschnell in mein Büro, wie mit dem Auto. Und das ist vor allem zuverlässiger! Keine Staus, Umleitungen, Sperrungen, Verkehrsidioten. Voraussetzung ist: entsprechendes Wetter. Es darf nicht regnen, nicht zu kalt sein. In dem Sinne sehe ich mir immer die Wettervorhersage an, an, bevor ich mich für das Fahrrad entscheide. Es ist manchmal ein Wagnis. 50% Regenwahrscheinlichkeit heißt: es kann regenen, aber auch nicht.

Eines Tages bin ich – etwas waghalsig – mit dem Fahrrad ins Büro gefahren, weil die Vorhersage für den Vormittag ansprechend aussah. Für den Nachmittag wohl leider nicht. Auf der Rückfahrt bin ich in einen extremen Regenschauer gekommen, der sich im Nachhinein als der extremste Niederschlag seit XXX Jahren herausgestellt hat. Die Rede war von „Jahrhundertregen“. Als es losging, war ich gerade Unter den Linden und dachte,  es wäre eine gute Idee, unter dem Brandenburger Tor Schutz zu suchen und den Regenguß abzuwarten. Wie ca. 100 andere Menschen, Touristen, die auf die gleiche Idee kamen oder keine andere Wahl hatten. Es war kaum noch Platz unter dem Tor. Der Regen ließ nicht nach, sondern wurde eher schlimmer. Dann kam auch noch ein starker Wind auf, der den Regen quasi horizontal durch das Tor fegte, so daß das Dach keinen Schutz mehr bot.

Die ersten Touristen entschieden sich dafür, loszulaufen und ein Taxi aufzurufen. Ich entschied mich aufgrund der aussichtslosen Lage dann dazu, einfach weiterzufahren. Egal. Wenn man sich erstmal damit abgefunden hat, dass alles nass wird, ist es egal! Man fährt durch 10cm hohe Pfützen, das Wasser spritzt an die Schuhe, die jetzt auch total durchnässt sind. Egal. Alles andere ist sowieso schon naß. Dann macht es auch auf einmal Spaß: im schlimmsten Jahrhundertregen durch die Stadt zu fahren und sich einen Scheiß darum zu kümmern, dass alles naß wird. Zu Hause angekommen, einfach alles ausziehen, die Haare föhnen, die Wäsche in die Waschmaschine stopfen, ein Kurzen zu sich nehmen und entspannen. Alles wieder gut.

Jahrhundertregen in Berlin. Ich war dabei. An historischem Ort.

15. November 2019 // Erfahrungen // Kommentar schreiben!