Sprache ist Kultur

Kommentar zum SPON-Artikel „Schmach über jeden Deutschen, der seine heilige Muttersprache schändet!“

Es ist schon schade, wie die meisten Schreiberlige hier vor dem Sprachimperialismus kapitulieren und ihre Kultur nicht mehr wertschätzen. Klar entwickelt sich Sprache weiter und es bürgern sich Wörter mit fremdsprachiger Herkunft ein. Man muss das auch nicht dogmatisch sehen. Aber der aktuell immer massivere Einsatz von Anglizismen ist vollkommen unnötig und schädlich. Ganz dumm und peinlich wird es, wenn Anglizismen eingesetzt werden (um „cool“ zu sein?), die es gar nicht gibt (Beispiel Handy, etc)! Es ist doch gut, wenn wir zu unserer Kultur stehen, das hat nichts negatives.

Wettbewerb

Wettbewerb ist ja grundsätzlich ganz gut. Im Idealfall steigt die Qualität und sinkt der Preis. Wettbewerb im privaten, also das Messen mit den Mitbürgern, habe ich immer gehasst. Dabei bin ich sicher, dass ich meistens sehr gut abschneiden würde, im Wettbewerb mit anderen. Also, das ist nicht das Problem. Manche brauchen den Wettbewerb, um sich ihrer Stellung klar zu werden. Ich nicht. Ich erinnere mich an ein Verhalten aus der Jugend: Da war ich der Meinung: Wenn jemand (ein Mädchen) etwas von mir will – soll sie doch auf mich zukommen. Eine nicht sehr erfolgreiche Strategie. Aber ich ziehe das durch.

03. Mai 2018 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Alexa, mach Sport für mich!

Es ist ja beeindruckend, was moderne Technologie heutzutage schon leistet. Aber wirklich überzeugt bin ich noch nicht.

Welches Gerät hilft mir dabei, abzunehmen ohne Bewegung? Wie kann ich viel Geld verdienen ohne zu arbeiten? Warum gibt es immer noch Menschen, die mich nerven? Wie kann ich ohne Freunde glücklich sein? Warum bin ich nicht ständig Gesund? Welcher Drucker produziert Geldscheine? Welche App knackt den Lotto-Jackpot für mich? Welche Tablette lässt mich ewig leben?

Also, da bleibt noch viel Arbeit für die Gründer und Entwickler!

Radikalmusik

Neben der extremen Linksmusik gibt es ja auch den fundamentalen Rechtsrock. Eine etwas unpopuläre Musikrichtung, aber auch mit speziellem Gedankengut. Es hat mich interessiert, mal genauer nachzugucken, was die so machen. Man sollte sich immer aus erster Hand informieren! Es gibt wenige Quellen. Die Suchaggregate spucken vor allem Ergebnisse aus, in denen es GEGEN Rechtsrock geht. Das hat Tradition. Die eigentliche Musik ist kaum zu finden. Da mich das aber als quartoprofessioneller Musikwissenschaftler interessiert, habe den Begriff dann mal in das Suchfeld eines bekannten Musikströmungsdienstleisters eingegeben und die erste Abspielliste mit diesem Namen aufgerufen.  // weiterlesen! 

06. September 2021 // Musikalisches // Kommentar schreiben!

GORG auf TSP

<fiktiv> Neulich hat mich der Tagesspiegel angefragt, ob ich nicht eine Kolumne für ihn schreiben könnte.

Herr Martenstein hatte mich der Redaktion empfohlen.

Ich habe abgelehnt.

Ich mag Herrn Martenstein – der Name allein! Aber sobald ich unter Druck gesetzt werde, ist es keine freie Kunst mehr. Sorry, aber Ihr könnt mich gerne zitieren. </fiktiv>

12. Oktober 2018 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Förderung des Deutsch

Aus einer Laune heraus hatte ich mir leider vorgenommen, mal etwas über Institutionen zu schreiben, die sich um die Förderung, Bewahrung, Reinhaltung, Verbreitung, Unterstützung, Beachtung, Vergötterung  der deutschen Sprache kümmern. Weil mich das interessiert und ich bisher im eigenen Saft schmorte und andere Mitstreiter kaum berücksichtigte und das fördern möchte. Nach kurzer Recherche war ich überrascht und etwas überwältigt, wie viele Vereine und Informationen es hierzu gibt. Das soll ja hier nicht in Arbeit ausarten und ich werde nicht für lückenlose Dokumentationen bezahlt – ich werde überhaupt nicht bezahlt – daher hier nur ein paar unvollständige, subjektive und objektive Informationen die mir in diesem Zusammenhang aufgefallen sind:

Es gibt wohl im Wesentlichen zwei bis drei größere Institutionen, die zu nennen wären:

Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) (www.gfds.de)
Dies ist eine Art offizielle Forschungs- und Förderinstitution der deutschen Sprache mit Finanzierung durch die Kultusministerkonferenz und den Kulturstaatsminister. Hier die Selbstdarstellung:

„Als gemeinnütziger Verein hat es sich die GfdS zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein und das Interesse für die deutsche Sprache – für ihre Funktion, ihre Besonderheiten und ihre Eigenheiten – bei allen, die Deutsch sprechen und lernen, zu fördern. Mit diesem Ziel ist die Gesellschaft für deutsche Sprache in vielen Bereichen aktiv. Zu den wichtigsten Aufgaben des Vereins gehören jedoch die Sprachberatung und die Vornamenberatung.“

Die Seite ist recht ordentlich, übersichtlich und modern. Aber: Etwas brav und als zweite wichtige Aufgabe wird die Vornamenberatung genannt(?). Das irritiert etwas.

Verein Deutsche Sprache (VdS) – Das weltweite Netz der deutschen Sprache (www.vds-ev.de)
Außerdem gibt es einen etwas kommerzielleren aber recht aktiven Verein mit vielen Mitgliedern, aber einem Allerweltsnamen. Er gibt sich International mit der genannten Parole. Hier ein Zitat aus der Satzung (§ 2 Zweck des Vereins):

„Der Verein verfolgt das Ziel, die deutsche Sprache als eigenständige Kultursprache zu erhalten und zu fördern. Er widersetzt sich insbesondere der fortschreitenden Anglisierung des Deutschen und der Verdrängung der deutschen Sprache aus immer mehr Bereichen des modernen Lebens. Er will bewirken, dass Deutsch als vollwertige Wissenschaftssprache erhalten bleibt und als Arbeitssprache in internationalen Organisationen den ihm gebührenden Rang erhält.“

Als Öffentlichkeitswirksame Aktionen werden durchgeführt: Anglizismenindex (mit deutschen Alternativen zu englischen Wörtern; den habe ich schon mehrfach benutzt); Der Kulturpreis Deutsche Sprache; Sprachpanscher des Jahres (habe ich bereits einen Vorschlag eingericht, aber nie eine Rückmeldung bekommen); Schlagzeile des Jahres; Tag der deutschen Sprache.

Verein für Sprachpflege (VfS) bzw. Deutsche Sprachwelt – Die Plattform für alle, die Sprache lieben (www.deutsche-sprachwelt.de)

„Die Deutsche Sprachwelt (DSW) ist eine unabhängige, überregionale Zeitschrift für Sprachpflege. Herausgeber ist der Verein für Sprachpflege e. V. (VfS). Die DSW tritt für die Erhaltung einer lebendigen deutschen Sprache ein und fordert allgemein bessere Verständlichkeit in der Sprache. Besonders wendet sie sich gegen einen übertriebenen Gebrauch von Anglizismen, für die Erhaltung der Schreibschrift und gegen die Rechtschreibreform. Chefredakteur ist Thomas Paulwitz. Die DSW erscheint nach der Rechtschreibung von 1901. (! Anm. d. Red.)“ (Wikipedia)

Klingt alles ganz sinnvoll. Man sieht aber schon, dass es unterschiedliche Zielrichtungen gibt, mal ist es die Verhinderung von Anglizismen, mal die Hilfestellung zur korrekten Anwendung, mal die Verhinderung der Gendersprache, mal die Verbreitung der deutschen Sprache im Ausland. Grundsätzlich alles lobenswert und sollte unterstützt werden zu der genauen Ausrichtung und den beteiligten Personen kann ich in der Kürze leider nichts sagen, da soll sich jeder selber ein Bild machen.

Neben den genannten Institutionen sind mir im Rahmen meiner Kurzrecherche noch folgende Punkte aufgefallen:

  • Die Etablierung der Sprachgesellschaften begann ca. in der Barockzeit; der erste Verein hatte den wunderbaren Namen „Fruchtbringende Gesellschaft“, den Nachahmer/Nachfolger in dieser Tradition gibt es heute unter dem Namen „Neue Fruchtbringende Gesellschaft zu Köthen/Anhalt e. V.“ (www.fruchtbringende-gesellschaft.de) Aus dieser Zeit gibt es noch weitere schöne Namen: Aufrichtige Tannengesellschaft, Deutschgesinnte Genossenschaft, Elbschwanenorden.
  • Heutzutage gibt es allein 12 Vereine, die sich mit Kritik an der Rechtschreibreform befassen und dementsprechend unterstützungswürdig sind
  • relativ wenige Vereine, nämlich vier werden bei Wikipedia genannt, die sich mit Mundartpflege befassen; das sollte unbedingt ausgebaut werden

Das ist alles sehr lobenswert und etabliert und halbwegs angesehen, aber der Funke springt nicht so richtig rüber, oder? Mein Projekt wäre eine Neugründung: Deutsches Institut für „Spaß am Deutsch“. Kommt nach.

26. März 2020 // Deutsches // Kommentar schreiben!

Eire

Wie bereits erwähnt, bin ich in Irland aufgewachsen. Auf dem Land; in einem riesigen Haus, mit einem riesigen Grundstück. Und ich hatte ein riesiges Kinderzimmer, mit Blick über ca. 1km eigene Felder zum Meer. Ich möchte hier nicht angeben, aber dokumentieren, was mich geprägt hat. Die Natur, das Meer, die Tiere, die Weite, die Freiheit, die Einsamkeit, die Natürlichkeit, die Einfachheit – und natürlich das Essen.

Mein Vater hatte entschieden, nach Irland zu ziehen. Es war Anfang der sechziger Jahre, kalter Krieg und der Russe wurde immer bedrohlicher. War kurz davor, die Mauer zu bauen. Viele sind in dieser Zeit aufgrund der politischen Verhältnisse ausgewandert.

Es gibt viele Geschichten aus dieser Zeit zu erzählen, aber ich beschränke mich etwas unwillig auf das Thema Essen, damit das hier nicht ausufert.

Mein Vater hat neben seinem Job als Arzt in einem Krankenhaus in Dublin – die Ländereien bewirtschaftet, Korn und Kartoffeln angebaut und geerntet. Ich saß mit Vorliebe auf dem riesigen Mähdrescher, um das Korn einzuholen. Auch ging mein Vater auf die Jagd. Und schoss mal einen Fasan, mal eine Taube und mal ein Kaninchen. Alles landete in unserer riesigen Speisekammer. Ein extra Raum zur Lagerung von Lebensmitteln, neben der Küche. Dort wurde das Wild erstmal ein paar Tage aufgehängt/abgehängt, weil das wohl einen besseren Geschmack bewirkt.

Der Autor mit Vater und dem Trecker, mit dem das Feld bestellt wurde

Ich durfte dann dabei sein – und es hat mich sehr interessiert – wenn meine Mutter den ganzen Kram für das Essen vorbereiten musste. Das heißt, das Wild, nehmen wir den Fasan, musste gerupft zerschnitten und ausgenommen werden. Dabei lernte ich, wie man die Federn am besten abzupft, wo man den Schnitt setzen muss, und wie Leber, Niere, Magen, Herz, Lunge beim Fasan (bzw. Taube, Fisch, Kaninchen) aussehen. Dass man auf keinen Fall die Milz anschneiden darf, damit das Ganze nicht ungenießbar wird.

Manchmal musste zur Verpflegung der Familie auch ein Huhn aus dem hauseigenen Bestand dran glauben. Schon das Einfangen war gar nicht so einfach, wie man denkt. Dann hielt man es mit gestrecktem Hals über einen großen Holzklotz. Ein Mittäter haute das Beil genau auf den Hals, was das Huhn in zwei Teile trennte und durchaus mit einigen Blutspritzern erfolgte. Es kam vor, dass der Körper dann noch ein paar chaotische Schritte unternahm, aber dann war das Abendessen für die weitere Zubereitung verfügbar. Damals war vegetarisches Essen noch nicht so ein Thema.

Wir sind auch auf das Meer zum Angeln gefahren und haben Fische mitgebracht. Ich hatte einmal sieben Makrelen an einer Nylonleine mit Federködern, weil wir zufällig in einen Schwarm geraten waren.

Manchmal gab es auch einen Hummer. Das war damals nicht elitär, aber schon etwas besonderes. Lebend natürlich. Der wurde so in das kochende Wasser geworfen und wechselte während des verzweifelten Zappelns seine Schalenfarbe von Blau zu dem bekannten Rot-Orange.

Auch bin ich mit meinem Freund durch die Wälder gestreift und zu einem Bach gewandert, aus dem wir Aale gefangen haben. Übrigens sehr schwer, zu töten. Üblicherweise steckt man den Daumen in den Mund des Fisches und knickt den Kopf nach hinten ab, so dass das Genick bricht. Beim Aal war das schwierig, weil er auch so glitschig war. Egal, ich drifte ab: Er hat sehr gut geschmeckt.

Das Essen hat mich wohl auch geprägt. Ich mag Lamm, das dort viel gegessen wird, Fisch, billige Sausages und manchmal sogar Instant-Kaffee. Oder Cheddar-Käse. Damals war es so: wenn man in den Laden ging, um Käse zu kaufen, wurde gefragt: „Do you want the red one or the yellow one?“. Mehr gab es nicht.

Es gab auch kein vernünftiges Brot, Vollkorn schon gar nicht, nur Toast in vielen Varianten. Für Menschen aus Deutschland eine Qual. So wurde meine Mutter dazu verpflichtet, eigenes Vollkornbrot zu backen. Das braucht übrigens viel Geduld und Erfahrung: Sauerteig ansetzen und pflegen, davon immer einen Teil für das nächste Brot einsetzen und den Ursprungsteig gut und gekühlt aufbewahren. Leider weiß ich das nicht mehr so genau wie das geht.

Um das mal zusammenzufassen: das Essen in Irland war damals furchtbar. Nur durch die Selbstversorgung und Beschaffung durch meinen Vater, sowie die Kreativität und Kochkunst meiner Mutter konnten wir überleben. Im Garten wurden dazu dann die wichtigsten Gemüse- und Obstsorten angebaut. Ein Ideal der Selbstversorgung!

Musik, die ich mir zu meiner Beerdigung wünsche

Die Reihenfolge lege ich noch fest.

Joy Division – Decades

Igorrr – Corpus Tristis

Gustav Holst – Berliner Philharmoniker – V. Saturn, der Bringer des Alters

Klaus Nomi – The Cold Song

Johann Sebastian Bach – Aria de la pastorale en ut mineur BWV 590

Ekseption – Finale (The Fifth)

 

Und ansonsten alles von meiner Playlist //sonntag abend musik

31. August 2011 // Kulturelles // Kommentar schreiben!