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Deal

Dieses Wort kann ich nicht ausstehen. Bekannt gemacht wurde es vor allem durch einen geschäftsgeilen Schwachkopf aus Amiland. Verbreitet wird es in Deutschland ebenfalls durch professionelle Trottel in den Medien, wenn auch aus anderen Gründen. Weil sie denken, dass es cool ist?

Ich verstehe nicht, warum die Sprache von extremen Rechtspopulisten selbst in angesehenen Medien übernommen und unreflektiert eingesetzt wird. Auf englisch! Es gibt – auch für nur halbwegs gebildete Menschen – Alternativen, wenn man möchte: Ein Geschäft, eine Absprache, ein Abkommen. Da es hauptsächlich bei wirtschaftlichen Absprachen vorkommt, sollte es in der Politik sowieso nicht eingesetzt werden.

Mein Kommentar dazu bei SPON wurde zensiert, daher hier nochmal für alle:
Könnt Ihr nicht dieses unsägliche Wort „Deal“ mal vermeiden? Soll das cool sein? Ihr macht Euch die Sprache eines extremen Rechtspopulisten zu Eigen – es gibt Alternativen.

Kapitalistenschweine

Ein schöner Kampfbegriff aus den Achtzigern. Könnte heutzutage wieder sehr aktuell werden. Hat aber keine Anhänger mehr. Die Menschen mögen die Konzerne wieder. Wird außerdem auch von der Rechtschreibkorrektur nicht erkannt. Auch Bonzenschweine nicht.

Vom 29. März 2019 in Achtziger, Wörter | Kein Kommentar

Schimpfwörter

Benutzt jeder von uns. Nur in unterschiedlicher Art und Stärke. Manche sagen „Mist“. Andere „Verdammte Scheiße“. Oder eine Steigerung: „Fick Dich!“.

Ein schlimmes, sehr ordinäres Unterschichtenschimpfwort. Ich gestehe hiermit: Ich habe es auch schon ausgesprochen. Laut und deutlich. Mit entsprechender Verärgerung. Aber nicht vor anderen. Das ist natürlich nicht meine Sprache, entspricht nicht meinem Niveau und meinem Anspruch. Trotzdem kommt es aufgrund einer massiven körperlichen Erregung abundzu mal raus.

Schimpfen hat ja die Funktion, mal Dampf abzulassen. Das ist gut so! Daher ruhig abundzu schimpfen, auch schlimme Wörter, aber nicht anderen gegenüber.

Vom 08. Februar 2019 in Gedanken, Wörter | Kein Kommentar

Jugendwort des Jahres 2018

Die Jugend hat so ihre eigene Sprache und der Langenscheidt dokumentiert dies und lässt es bewerten. Gewonnen hat Nr. 3 „Ehrenmann/Ehrenfrau“.

1. verbuggt (voller Fehler, falsch gestrickt, Beispiel: Du bist so verbuggt, du nervst!)
2. glucose-haltig (süß)
3. Ehrenmann/Ehrenfrau (Gentleman, Lady, jemand, der etwas Besonderes für dich tut)
4. Lauch (Trottel)
5. Auf dein Nacken! (Du zahlst!)
6. AF, as fuck (Betonung, wie besonders etwas ist, Beispiel: Die neue Staffel ist sick as fuck!)
7. sheeeesh (Wirklich? Echt jetzt? Nicht dein Ernst?!)
8. Ich küss dein Auge (Ich hab dich gern oder ein sehr starkes Danke)
9. Snackosaurus (verfressener Mensch)
10. lindnern (lieber etwas gar nicht machen, als etwas schlecht machen)

Bei Gelegenheit möchte ich den Jungen mal damit überraschen, dass ich eines der Wörter einsetze (Du bist ja total verbuggt!). Aber vielleicht findet er es auch einfach nur peinlich.

Gut, dass man sich das nicht alles merken muss – nächstes Jahr sind diese Wörter schon wieder vergessen und es gibt wieder neue.

Vom 20. November 2018 in Wörter | Kein Kommentar

Lakonisches

Das Wort und der Inhalt gefallen mir. Ich denke, es ist die schöne Art und Weise, ohne große Emotionen zu erzählen, aber durchaus mit Gefühl und eher minimalistisch. Bei Filmen fällt mir auf: der Ami ist so ungefähr das Gegenteil davon (außer Jim Jarmusch), während der Tommy manchmal durchaus einen Sinn für das Lakonische hat, der Kraut übrigens weniger.

Das war meine Sicht. Hier noch die etwas genauere Definition aus einer freien Enzyklopädie; demnach hat die Lakonie aus meiner Sicht auch etwas künstlerisches (mit wenigen Mitteln etwas ausdrücken):

Als lakonisch (griech. λακωνικός lakōnikos, lat. laconicus) wird eine knappe, aber treffende, trockene, schmucklose Ausdrucksweise bezeichnet, die als charakteristisch für die Bewohner Lakoniens (d. h. Spartas) galt. Davon abgeleitet ist Lakonismus „[d]ie sprachliche Form der bedeutenden Nüchternheit“.“ (als Quelle für das Zitat wird Adorno genannt)

Ich frage mich gerade, warum das „d“ in eckigen Klammern gesetzt ist; hat Adorno das im Original vergessen? Egal.

Könnte übrigens auch gut auf den Norddeutschen zutreffen. Ich erinnere mich an entsprechende Flens-Werbung.

Kleiner Einschub aus der Werbung: Sitzen zwei Nordddeutsche auf einer Bank  mit Flens in der Hand. Kommt ein cooler Typ im Sportwagen vorbei und fragt: wo geht es denn hier nach XXX? Die beiden sehen sich an und nehmen einen Schluck aus der Flasche. Der Typ fragt: Sorry the way to XXX? Wieder ein Schluck aus der Flasche. Der Typ gibt nicht auf: ¿Cómo llego a XXX? Er merkt dass er nicht weiter kommt und braust davon. Der eine Norddeutsche zum anderen: Na, der kann ja viele Sprachen! Der andere: Jo, aber genutzt hat es ihm auch nix.

Hier noch ein Dialog-Beispiel aus der oben genannten Enzyklopädie:

Als Philipp II. von Makedonien bei anderer Gelegenheit mit seinem Heer herannahte, sandte er der Legende nach folgende Drohung an die lakonische Hauptstadt Sparta:
„Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen werden.“
Darauf antworteten die Spartaner: „Wenn.“

Ist das nicht schön? Und noch etwas: In dem Zusammenhang wird gerne auch das wunderschöne Wort „Wortkarg“ genannt! Und: kommt da auch das Wort spartanisch her?

Einen hab ich noch: „Lakonisch: Sprache, die nicht mehr gesprochen wird“ (Gustave Flaubert)

Leónidas en las Termópilas, por Jacques-Louis David, 1814; Leonidas (der Löwengleiche) war König der Spartaner, Schöpfer des Lakonischen (auch wenn es hier nicht so aussieht). Man sieht einen Pimmel und eine Brust wird begrapscht. Aber sonst ist alles zufällig durch Schwerter und anderes verdeckt.  Quelle: Wikipedia, Gemeinfrei

Vom 28. September 2018 in Allgemein, Wörter | Kein Kommentar

Süß

Heute mal ein kurzes Wort. Ist das nicht s..? Und das noch mit dem schön altmodischen szett.

Vom 11. Juli 2018 in Wörter | Kein Kommentar

Wort des Jahres 2016

Bin gerade – und etwas spät, ist aber immer noch aktuell,  über das Wort des Jahres 2016 gestolpert:

„Das Wort des Jahres 2016 ist postfaktisch. Diese Entscheidung traf am Mittwochabend eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Sie richtet damit das Augenmerk auf einen tiefgreifenden politischen Wandel. Das Kunstwort postfaktisch, eine Lehnübertragung des amerikanisch-englischen post truth, verweist darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der »gefühlten Wahrheit« führt im »postfaktischen Zeitalter« zum Erfolg“
(Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.; https://gfds.de/wort-des-jahres-2016/)

Könnte auch das Wort des Jahres 2017 sein – und 2018 und vielleicht auch noch länger. Dem ist sonst nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht: es ist scheiße, dass es so ist (vorsichtiger formuliert: ein für einen akademischen Menschen unerträglicher Zustand).

Mir gefällt übrigens das Wort „Lehnübertragung“ in dem o.g. Zitat, habe ich noch nie gehört und schön altmodisch!

lieb­äu­geln

Ist das nicht schön?!

  • gern haben wollen, mit dem Gedanken spielen, sich mit dem Gedanken tragen
  • den Hof machen, flirten, kokettieren, schäkern; (gehoben) Avancen machen; (umgangssprachlich) [schöne] Augen machen; (umgangssprachlich scherzhaft) balzen, verliebte Nasenlöcher machen; (veraltend) tändeln; (landschaftlich, sonst umgangssprachlich veraltend) poussieren

Laut Duden

„verliebte Nasenlöcher machen“ habe ich noch nie gehört; klingt auch nicht sooo romantisch …

Vom 16. Mai 2018 in Wörter | Kein Kommentar