Lakonisches

Das Wort und der Inhalt gefallen mir. Ich denke, es ist die schöne Art und Weise, ohne große Emotionen zu erzählen, aber durchaus mit Gefühl und eher minimalistisch. Bei Filmen fällt mir auf: der Ami ist so ungefähr das Gegenteil davon (außer Jim Jarmusch), während der Tommy manchmal durchaus einen Sinn für das Lakonische hat, der Kraut übrigens weniger.

Das war meine Sicht. Hier noch die etwas genauere Definition aus einer freien Enzyklopädie; demnach hat die Lakonie aus meiner Sicht auch etwas künstlerisches (mit wenigen Mitteln etwas ausdrücken):

Als lakonisch (griech. λακωνικός lakōnikos, lat. laconicus) wird eine knappe, aber treffende, trockene, schmucklose Ausdrucksweise bezeichnet, die als charakteristisch für die Bewohner Lakoniens (d. h. Spartas) galt. Davon abgeleitet ist Lakonismus „[d]ie sprachliche Form der bedeutenden Nüchternheit“.“ (als Quelle für das Zitat wird Adorno genannt)

Ich frage mich gerade, warum das „d“ in eckigen Klammern gesetzt ist; hat Adorno das im Original vergessen? Egal.

Könnte übrigens auch gut auf den Norddeutschen zutreffen. Ich erinnere mich an entsprechende Flens-Werbung.

Kleiner Einschub aus der Werbung: Sitzen zwei Nordddeutsche auf einer Bank  mit Flens in der Hand. Kommt ein cooler Typ im Sportwagen vorbei und fragt: wo geht es denn hier nach XXX? Die beiden sehen sich an und nehmen einen Schluck aus der Flasche. Der Typ fragt: Sorry the way to XXX? Wieder ein Schluck aus der Flasche. Der Typ gibt nicht auf und fragt das selbe wohl auf Dänisch, das etwas naheliegt, aber das ich hier nicht wiedergeben kann. Schließlich merkt er wohl, dass er hier nicht weiter kommt und braust davon. Der eine Norddeutsche zum anderen: Na, der kann ja viele Sprachen! Der andere: Jo, aber genutzt hat es ihm auch nix.

Hier noch ein Dialog-Beispiel aus der oben genannten Enzyklopädie:

Als Philipp II. von Makedonien bei anderer Gelegenheit mit seinem Heer herannahte, sandte er der Legende nach folgende Drohung an die lakonische Hauptstadt Sparta:
„Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen, eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen werden.“
Darauf antworteten die Spartaner: „Wenn.“

Ist das nicht schön? Und noch etwas: In dem Zusammenhang wird gerne auch das wunderschöne Wort „Wortkarg“ genannt! Und: kommt da auch das Wort spartanisch her?

Einen hab ich noch: „Lakonisch: Sprache, die nicht mehr gesprochen wird“ (Gustave Flaubert)

Leónidas en las Termópilas, por Jacques-Louis David, 1814; Leonidas (der Löwengleiche) war König der Spartaner, Schöpfer des Lakonischen (auch wenn es hier nicht so aussieht). Man sieht einen Pimmel und eine Brust wird begrapscht. Aber sonst ist alles zufällig durch Schwerter und anderes verdeckt.  Quelle: Wikipedia, Gemeinfrei

28. September 2018 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Igorrr der Große

Oder: Igorrr, der schreckliche. Achtung: Dies ist keine Musik! Nur wer mal dringend eine ordentliche und nachhaltige Gehirnwäsche braucht, sollte sich dies antun – man ist danach ein anderer Mensch. Ich habe früher aus diesem Grund mal Punk gehört, das ist aber viel zu brav im Vergleich. Und Igorr kann auch anders.

Der Kerl kommt aus Frankreich und heißt Gautier Serre. Er ist kein Musiker, sondern Künstler, der Musik neu erfindet und das gut macht. Man muss aber schon sehr vielseitig sein, um sich das anhören zu wollen: Barock, Breakcore und Death Metal. Leider auch etwas Balkan, was ich nicht ausstehen kann, hier aber manchmal erträglich ist. Das sind die wesentlichen Merkmale, es gibt noch viel mehr. Ja, und sehr pathetisch und auch, teilweise schwer auf Effekthascherei orientiert, und nervig – aber gut! Die Mitstreiter sind Laure Le Prunenec mit dem wunderbaren – unter anderem –  Opern-Gesang und Laurent Lunoir, der den Death-Metal-Aspekt überzeugend vertritt. Gesungen wird in einer Sprache, die ich nicht verstehe, Russisch vielleicht?

Dieses Bild entspricht nicht ganz dem Stil seiner Musik, aber seinem künstlerischem Verständnis, und ich finde es wunderbar ironisierend. (Copyright Svarta Photography)

Hat etwas mit Dekonstruktivismus, Kubismus, Anarchie, Dadaismus, entartete Kunst, abnorm exzentrisch, schräg zu tun, ist aber von dieser Welt und sehr beachtenswürdig.

Kennengelernt habe ich das Werk erstmals im Zusammenhang mit Venetian Snares, ein Typ, der auch gerne klassisches mit Breakcore verbindet. Während dieser das Ganze am Synthie nachbildet nimmt Igorrr dazu originale Klassik – als Sample, oder sie wird eingespielt. Und er hat dabei – trotz aller Härte – einen Sinn für Humor; das liebe ich! Sein Huhn kommt daher auch öfters in den Videos vor, einmal sogar als Hauptdarsteller.

Igorrr – My Chicken’s Symphony: Ein sehr untypisches Beispiel seiner Musik. Sicher eines der kostengünstigsten Musikvideos aller Zeiten und eines der originellsten! Der Nutzer kafrrros (auch mit 3r!) hat vor 3 Jahren auf einem Videoportal dazu folgendes interessantes von sich gegeben: „Although the chicken usually write in a more pastoral romantic style, this particular one has made a composition that deviates from the usual chicken repertoire and dares to explore new, experimental musical paths through strange time signatures and complex sound textures.. Magnificent!“

Neben der Hardcore-Version Igorrr hat er auch eine entspannteres Projekt mit dem Namen Corpo-Mente gegründet. Auch klassisch basiert und wesentlich eingängiger. Vielleicht wird er auch etwas ruhiger auf seine alten Tage. Das hat die Qualität von Radiohead und ist unbedingt hörenswert.

Der Ausschlag für diese Würdigung gab ein eher untypisches Stück mit dem Namen Corpus Tristis. Das basiert auf einem Walzer von Chopin (Grande Valse Brillante, Op. 34, Nr. 2 in a Moll), der wunderschön ist. Wozu braucht man noch Igorrr? Nun: es macht Spaß.

Bei Recherche auf einem bekannten Videoportal stößt man aktuell auf ein offizielles Video zu dem Stück „ieuD“. Harter Stoff. Das habe ich AND empfohlen, der mir bisher immer gerne zu den allerschrägsten und krachigsten Klängen verholfen hat; es hat ihn zu dem Ausspruch verleitet: „Oh Jesus. Was denn das?“

Sehr eindrucksvoll ist das Video zum Auftritt beim Dour Festival 2017. Ansonsten empfehle ich auch die etwas braven aber schönen Videos zum „The Making of Savage Sinusoid“. Zu Corpo-mente sollte man sich unbedingt „Live at Improve Tone Studios, 2015“ ansehen/anhören. Und alles andere auch!

Das ist hohe Kunst! Und wunderbar radikal! Habe noch nicht alles erfasst, aber es hat mir bereits mehrfach feuchte Augen verursacht. Und ich wäre glücklich, wenn ich das, was er in Musik macht, hier mit Worten umsetzen könnte. Und das würde ich mir manchmal gerne   über eine Superanlage mit Riesenboxen auf voller Lautstärken anhören wollen. – gorrrg.

Sprechblasen

Oder auch Phrasen, Lippenbekenntnisse, Floskeln, Allgemeinplätze, Sprüche, Worthülsen, Plattitüden, Redewendungen, Dahergesagtes.

Werden meistens Politikern zugeordnet. Und das stimmt oft auch. Ist aber ungerecht, da sie auch im normalen Volk, unter uns, verbreitet sind. Man sagt etwas, das schon viele gesagt haben, von dem man weiss, dass die Menschen sich angesprochen fühlen und es gut finden, etwas, dass schon viele vorher gesagt haben. Nicht, weil man es selber gut oder gar wichtig findet. Es ist ein hohler Spruch! Frei von eigenem. Plappern ohne Bedeutung. Kommunikatorische Wiederverwendung. Sondern, weil man Anerkennung haben will.  // weiterlesen! 

06. September 2021 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Lineares Fernsehen

So nennt man heutzutage normales Fernsehen. Und das geht so: Mann holt sich ein Bier, eine Tüte Chips, lässt sich auf das Sofa fallen, nimmt die Fernbedienung in die Hand (ein Hoch auf die Fernbedienung, ich habe noch Zeiten ohne erlebt!), lehnt sich zurück, macht die Glotze an (so hieß der Smart-TV früher) und schaltet per Knopfdruck durch das Programm, bis es etwas interessantes gibt. Heute wird das immer schwieriger, weil das Programmangebot – in Korrelation zu dem Zeitgeist – doch erheblich nachgelassen hat. Man muss den Knopf häufiger drücken.  Trotzdem bleibe ich dabei.

Eine immer größer werdende Minderheit nicht. Diese Generation guckt sich Minifilme auf entsprechenden Portalen an, guckt Filme über die Internetspeicher des Unterschichtenfernsehens, oder nutzt US-Amerikanische Dienste, die Filme, oder im wesentlichen Serien, die nichts mit unserem Leben zu tun haben und fragwürdige Werte vermitteln, gegen Geld über das Netz anbieten.

Abgesehen davon, dass es uninteressant ist, alles viel zu kompliziert! Man muss einen Zugang anlegen, seine Daten preisgeben, Geld bezahlen, sich einloggen, Filme suchen, sich für einen passenden Film entscheiden, den Film anklicken. Und dann wird noch alles protokolliert, was man macht. Die Daten werden an Dienstleister verkauft, die einen dann mit Werbung zuballern. Im klassischen Fernsehen genügt ein Knopfdruck – und ich kann gucken, was ich will, ohne Auswertung. Das ist entspannend!

Leider wurde das Fernsehen über Antenne immer schwieriger. Abschaltung des analogen Signals. Umstellung auf digital, was für den bisherigen Fernseher wieder neue Technik erforderte. Einführung der zweiten Version des digitalen Fernsehens, DVB-T2, was wieder neue Technik erforderte. Zudem soll man für das Unterschichtenfernsehen trotz Werbung noch zusätzlich bezahlen. Dann gab es immer Empfangsprobleme, Rauschen, Bild weg, Klötzchen. Nee, ich habe mir jetzt ein Abonnement mit geringen Kosten bei einem Dienstleister aus der Schweiz mit Z. besorgt (das ist wirklich der beste!). Damit kann ich über das Netz fast 100 Programme empfangen, und am Rechner, am Telefon oder am Fernseher Zuhause oder unterwegs ansehen. Meistens sehe ich am Rechner/im Browser; dann mit Adblocker und Anti-Tracking -Einstellungen, damit nicht alles protokolliert wird. Alles wieder gut.

Wie verändert das Fernsehen unser Denken, unser Wissen, unser Weltbild? (Nun, ich denke, dass es kaum noch eine Rolle spielt – im Gegensatz zum Internet)

Quelle: https://www.zeitblueten.com/news/fernsehen/

Beliebte Rechtschreibfehler im Netz

Wer regelmäßig im Netz unterwegs ist und einen Sinn für Rechtschreibung hat, dem graut es manchmal. Insbesondere in Foren scheinen sich einige Menschen zu tummeln, denen Rechtschreibung ein Fremdwort ist.

Nun, ich mache mir einen Spaß daraus, die allzeit wichtigsten Rechtschreibfehler zu sammeln. Bisher schlage ich folgendes vor:
:->

  • Gallerie (das doppel-l kommt aus dem englischen)
  • Standart (einfach nur falsch)
  • Webside (für des englischen Unkundige)
  • Gestalltung (so klingt es hallt, oder?)
  • armsehlich (dito)
  • Verarbeitung – mackellos (ohne Macke?! :~)
  • Wehmutstropfen (kling aber auch gut ..)
  • Rezession (wenn man über etwas schreibt, oder?)
  • Tollerant (sind wir da mal tolerant? Nein.)
  • einfaltsreich (nicht häufig aber dafür besonders einfältig)
  • langlebrig (klingt etwas sticky)
  • ausgeschalten (er hat das Telefon ausgemacht)

Auf die Richtigstellung verzichte ich hier und überlasse es dem geneigten Leser…

Bitte Liste ergänzen!

25. Januar 2011 // Deutsches, Internetz // Kommentar schreiben!

Plattdeutsch

Ist das ein Dialekt oder eine Sprache? Egal, ich mag es, und bin froh, eine Frau zu haben, die das beherrscht. Aufgewachsen im Emsland; in der Schule haben sie mit aller Macht versucht, sie auf Hochdeutsch zu trimmen. Aber bei ihren Eltern wird bis heute gerne geplattdeutscht. Ich verstehe kein Wort, aber es freut mich! Ich liebe Dialekte und Variationen der Sprache.  // weiterlesen! 

26. August 2021 // Deutsches // Kommentar schreiben!

Hype

Das aktuelle Lieblingswort der Medien, zum Beispiel SPON und alle, die cool und dabei sein wollen. Weiß jemand, was es bedeutet? Rummel! Medienrummel hat man früher gesagt und das trifft es besser, weil es nicht so cool und nichtssagend klingt. Also lasst Euch nicht von dem ganzen Rummel einlullen. Es muss nicht jeder ein iphone haben …

03. Februar 2010 // Anglizismen // Kommentar schreiben!

Unabhängigkeit

Ist mir sehr wichtig. Nicht immer möglich, aber ich bin bei Bedarf auch pragmatisch.

Ein gutes Beispiel für Unabhängigkeit ist dieses Tagebuch. Ich muss mich nicht einem US-Amerikanischen Dienstleister unterwerfen und dessen Vorstellungen von Anstand und Moral. Ich kann beliebige Schimpfwörter einsetzen, auch wenn das nicht mein Stil ist. Ich gebe auch nicht meine Würde und alle Rechte an den Inhalten ab. Ich habe auch keinen Arbeitgeber, dem ich verpflichtet bin. Ich bekomme keine Kündigung, keine Lohnminderung, bestenfalls bissige Kommentare (und die kann ich löschen ;) Nein, ich kann hier schreiben, was ich will, und bestimmen, und es ist meins! Zumindest im Rahmen des Grunzgesetzes und der zehn Gebote. Der Rest bleibt in meinem Kopf. Das ist ok so.

Anmerkung: mir ist bewusst, dass das oben geschriebene Wort „Grunzgesetzes “ ein Rechtschreibfehler ist, aber es war spontan so und ich fand es ganz lustig, und verzichte daher auf Korrektur. Das ist nicht als Herabwürdigung gedacht!

14. September 2018 // Gedanken // Kommentar schreiben!