Dosis

  • Alles ist Gift, allein auf die Dosis kommt es an.
  • Ein jeglich Ding an sich ist ein Gift, allein die Dosis macht´s
  • (nur) die Menge macht das Gift.
  • Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Zitat von Theophrastus Bombast von Hohenheim [was für ein Name!], fälschlich auch Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim [auch nicht schlecht!] genannt (* vermutlich 1493[1] oder 1494[2] in Egg, Kanton Schwyz; † 24. September 1541 in Salzburg), seit 1529 sich Paracelsus nennend, war ein Arzt, Alchemist, Astrologe, Theologe, Mystiker und Philosoph [tolle Kombi!].
Unter anderem: https://de.wikipedia.org/wiki/Paracelsus

Die verschiedenen Quellen sind unsicher, welches Zitat genau ausgesprochen wurde, aber die zentrale Aussage ist vergleichbar; auf diese beziehe ich mich im folgenden:

Dies ist eine sehr kluge, weitreichende und allumfassende Erkenntnis. Sie bezieht sich ursprünglich auf medizinische Produkte und deren Nebenwirkungen. Ich denke, sie lässt sich auf alle Bereiche des menschlichen Lebens übertragen: Ausländer, Tourismus, Kartoffelchips, Drogen, Wasser. Ist alles nicht sofort tödlich, aber wenn es zuviel wird, durchaus belastend, beleidigend, gefährdend, behindernd, benachteiligend, ungesund, einschränkend, kränkend und in der Masse manchmal eben auch letal.

Wenn man immer die richtige Dosis einhielte, wäre die Menschheit glücklich und zufrieden. Leider ist es schwierig, diese zu bestimmen. Und selbst wenn man sie kennte, würde man sich nicht daran halten. Schade. Aber so sind sie.

Auch sein Wahlspruch gefällt mir: „Alterius non sit, qui suus esse potest“ (Keines anderen Knecht sei, wer sein eigener Herr sein kann). 

09. Juli 2019 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Was ist Kunst?

Nun, eine sehr schwerwiegende Frage und ich habe lange darüber nachgedacht: wahrscheinlich ist das Kunstempfinden weitgehend subjektiv, dennoch möchte ich meine objektive Meinung dazu kundtun (:))):

1. Kunst ist künstlich
Kunst muss etwas vom Menschen geschaffenes sein; ein Baum zum Beispiel ist keine Kunst, aber wenn jemand die Äste abhackt und den Rest in ein Museum stellt, kann er das als Kunst deklarieren.

2. Kunst hat eine Aussage
Ein Kunststück muss für den Empfänger eine besondere Bedeutung haben und als Kunststück erkennbar sein. Sie ist somit weitgehend subjektiv. Es gibt aber auch eine allgemeine Übereinstimmung darin, was wirkliche Kunst ist.

3. Kunst ist minimalistisch
Für mich ist es wesentlich, dass die Kunst mit wenigen Mitteln etwas ausdrückt. Es ist eine Mischung aus minimalem Aufwand, Kunstfertigkeit und Aussage, was ein Objekt zum Kunststück macht. Alles andere ist banal, lustig, langweilig, oder Kitsch.

Einen habe ich noch: Kunst ist zeitlos! Da sie grundsätzlich ist, ist sie unabhängig von Mode-Erscheinungen und allgemein wirkungsvoll.

Und noch einer: Kunst kann nur ohne Druck entstehen und entsprechend ohne Entlohnung.

Und dazu noch ein paar Zitate mehr oder weniger bekannter Menschen:

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.
Karl Valentin

Kunst kann nicht modern sein; Kunst ist urewig.
Egon Schiele

Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.
Albert Einstein

Kreativität ist Intelligenz, die Spaß hat.
Albert Einstein

Ich glaube, ich muss mal etwas über Einstein lesen; der hat wohl neben seiner Relativitätstheorie noch wunderbare Erkenntnisse von sich gegeben.

13. März 2018 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Sector – Hasenheide

Wird als Nachfolger des wohl legendären Cheetah bezeichnet, das seit den späten Sechzigern aktiv war (der hätte mich sehr interessiert, aber es gibt noch keine Zeitmaschine). Ab den achtzigern dann Sector und immer noch sehr spacig. Später dann Pleasuredome. Ein paar Eindrücke erhält man durch dieses Musikvideo, das dort gedreht wurde.  Mitte der Achtziger tanzte man auch mal zu Pop und Rap. Großer Laden mit einem eindrucksvollen Tunnel als Zugang. Habe ich da die coole C.S. kennen- und liebengelernt? Die später dann zu meinem Freund R.M. umgeschwenkt ist? Heute ein teurer und arroganter  Antikmöbelhändler, aber die Räume kann man wiedererkennen.

Sector in den Achtzigern Foto: Mich Ael (FB-Gruppe Discothek „Sector“ Berlin; da wollte ich mich anmelden, hat aber iwie nicht geklappt)

Igorrr der Große

Oder: Igorrr, der schreckliche. Achtung: Dies ist keine Musik! Nur wer mal dringend eine ordentliche und nachhaltige Gehirnwäsche braucht, sollte sich dies antun – man ist danach ein anderer Mensch. Ich habe früher aus diesem Grund mal Punk gehört, das ist aber viel zu brav im Vergleich. Und Igorr kann auch anders.

Der Kerl kommt aus Frankreich und heißt Gautier Serre. Er ist kein Musiker, sondern Künstler, der Musik neu erfindet und das gut macht. Man muss aber schon sehr vielseitig sein, um sich das anhören zu wollen: Barock, Breakcore und Death Metal. Leider auch etwas Balkan, was ich nicht ausstehen kann, hier aber manchmal erträglich ist. Das sind die wesentlichen Merkmale, es gibt noch viel mehr. Ja, und sehr pathetisch und auch, teilweise schwer auf Effekthascherei orientiert, und nervig – aber gut! Die Mitstreiter sind Laure Le Prunenec mit dem wunderbaren – unter anderem –  Opern-Gesang und Laurent Lunoir, der den Death-Metal-Aspekt überzeugend vertritt. Gesungen wird in einer Sprache, die ich nicht verstehe, Russisch vielleicht?

Dieses Bild entspricht nicht ganz dem Stil seiner Musik, aber seinem künstlerischem Verständnis, und ich finde es wunderbar ironisierend. (Copyright Svarta Photography)

Hat etwas mit Dekonstruktivismus, Kubismus, Anarchie, Dadaismus, entartete Kunst, abnorm exzentrisch, schräg zu tun, ist aber von dieser Welt und sehr beachtenswürdig.

Kennengelernt habe ich das Werk erstmals im Zusammenhang mit Venetian Snares, ein Typ, der auch gerne klassisches mit Breakcore verbindet. Während dieser das Ganze am Synthie nachbildet nimmt Igorrr dazu originale Klassik – als Sample, oder sie wird eingespielt. Und er hat dabei – trotz aller Härte – einen Sinn für Humor; das liebe ich! Sein Huhn kommt daher auch öfters in den Videos vor, einmal sogar als Hauptdarsteller.

Igorrr – My Chicken’s Symphony: Ein sehr untypisches Beispiel seiner Musik. Sicher eines der kostengünstigsten Musikvideos aller Zeiten und eines der originellsten! Der Nutzer kafrrros (auch mit 3r!) hat vor 3 Jahren auf einem Videoportal dazu folgendes interessantes von sich gegeben: „Although the chicken usually write in a more pastoral romantic style, this particular one has made a composition that deviates from the usual chicken repertoire and dares to explore new, experimental musical paths through strange time signatures and complex sound textures.. Magnificent!“

Neben der Hardcore-Version Igorrr hat er auch eine entspannteres Projekt mit dem Namen Corpo-Mente gegründet. Auch klassisch basiert und wesentlich eingängiger. Vielleicht wird er auch etwas ruhiger auf seine alten Tage. Das hat die Qualität von Radiohead und ist unbedingt hörenswert.

Der Ausschlag für diese Würdigung gab ein eher untypisches Stück mit dem Namen Corpus Tristis. Das basiert auf einem Walzer von Chopin (Grande Valse Brillante, Op. 34, Nr. 2 in a Moll), der wunderschön ist. Wozu braucht man noch Igorrr? Nun: es macht Spaß.

Bei Recherche auf einem bekannten Videoportal stößt man aktuell auf ein offizielles Video zu dem Stück „ieuD“. Harter Stoff. Das habe ich AND empfohlen, der mir bisher immer gerne zu den allerschrägsten und krachigsten Klängen verholfen hat; es hat ihn zu dem Ausspruch verleitet: „Oh Jesus. Was denn das?“

Sehr eindrucksvoll ist das Video zum Auftritt beim Dour Festival 2017. Ansonsten empfehle ich auch die etwas braven aber schönen Videos zum „The Making of Savage Sinusoid“. Zu Corpo-mente sollte man sich unbedingt „Live at Improve Tone Studios, 2015“ ansehen/anhören. Und alles andere auch!

Das ist hohe Kunst! Und wunderbar radikal! Habe noch nicht alles erfasst, aber es hat mir bereits mehrfach feuchte Augen verursacht. Und ich wäre glücklich, wenn ich das, was er in Musik macht, hier mit Worten umsetzen könnte. Und das würde ich mir manchmal gerne   über eine Superanlage mit Riesenboxen auf voller Lautstärken anhören wollen. – gorrrg.

Restaurantkritiken

Mir ist aufgefallen, dass ich in letzter Zeit kaum noch Restaurantkritiken geschrieben habe. Nun, das liegt zum einen daran, dass ich seltener ausgehe, was wiederum daran liegt, dass das Gebotene meist sehr mittelmäßig bis uninteressant und trotzdem teuer  ist.

Zwei Lokale aus der Umgebung, die sich über die Jahre gehalten haben, möchte ich doch noch hervorheben: Das Renger-Patzsch bietet als Nachfolger des Storch (Volker von MDK leider nicht mehr als Begrüßer dabei) nach wie vor sehr anständige elsässische Küche mit gutem Service und im Sommer kann man auch schön draußen sitzen.

Außerdem empfehle ich das Lochner: Ein Konzept mit Minispeisen (nicht Tapas, sondern echte Gerichte in geringer Menge), auch mit gutem Service; man merkt zwar manchmal das angelernte, ist aber ok. Auch schön zum draußen sitzen.

Ansonsten koche ich auch gerne mal selbst und freue mich über bestes Essen ohne lästige Nachbarn oder schlechte Bedienung …

14. Mai 2018 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Deutsche Angst

Stimmt das eigentlich?

Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen dazu, dass die Deutschen sich mehr vor Dingen fürchten, als andere Nationen? Ich glaube das nicht. Ich denke, wir sind vielleicht kritischer und das ist gut! Das wird leider oft auch fälschlicherweise als „Angst“ definiert. Und ich denke, das ist eine Kampagne der Amis, um uns klein zu machen und um ihren technischen „Fortschritt“ besser verkaufen zu können.

08. März 2020 // Politisches // Kommentar schreiben!

Sprechblasen

Oder auch Phrasen, Lippenbekenntnisse, Floskeln, Allgemeinplätze, Sprüche, Worthülsen, Plattitüden, Redewendungen, Dahergesagtes.

Werden meistens Politikern zugeordnet. Und das stimmt oft auch. Ist aber ungerecht, da sie auch im normalen Volk, unter uns, verbreitet sind. Man sagt etwas, das schon viele gesagt haben, von dem man weiss, dass die Menschen sich angesprochen fühlen und es gut finden, etwas, dass schon viele vorher gesagt haben. Nicht, weil man es selber gut oder gar wichtig findet. Es ist ein hohler Spruch! Frei von eigenem. Plappern ohne Bedeutung. Kommunikatorische Wiederverwendung. Sondern, weil man Anerkennung haben will.  // weiterlesen! 

06. September 2021 // Kulturelles // Kommentar schreiben!