Igorrr der Große

Oder: Igorrr, der schreckliche. Achtung: Dies ist keine Musik! Nur wer mal dringend eine ordentliche und nachhaltige Gehirnwäsche braucht, sollte sich dies antun – man ist danach ein anderer Mensch. Ich habe früher aus diesem Grund mal Punk gehört, das ist aber viel zu brav im Vergleich. Und Igorr kann auch anders.

Der Kerl kommt aus Frankreich und heißt Gautier Serre. Er ist kein Musiker, sondern Künstler, der Musik neu erfindet und das gut macht. Man muss aber schon sehr vielseitig sein, um sich das anhören zu wollen: Barock, Breakcore und Death Metal. Leider auch etwas Balkan, was ich nicht ausstehen kann, hier aber manchmal erträglich ist. Das sind die wesentlichen Merkmale, es gibt noch viel mehr. Ja, und sehr pathetisch und auch, teilweise schwer auf Effekthascherei orientiert, und nervig – aber gut! Die Mitstreiter sind Laure Le Prunenec mit dem wunderbaren – unter anderem –  Opern-Gesang und Laurent Lunoir, der den Death-Metal-Aspekt überzeugend vertritt. Gesungen wird in einer Sprache, die ich nicht verstehe, Russisch vielleicht?

Dieses Bild entspricht nicht ganz dem Stil seiner Musik, aber seinem künstlerischem Verständnis, und ich finde es wunderbar ironisierend. (Copyright Svarta Photography)

Hat etwas mit Dekonstruktivismus, Kubismus, Anarchie, Dadaismus, entartete Kunst, abnorm exzentrisch, schräg zu tun, ist aber von dieser Welt und sehr beachtenswürdig.

Kennengelernt habe ich das Werk erstmals im Zusammenhang mit Venetian Snares, ein Typ, der auch gerne klassisches mit Breakcore verbindet. Während dieser das Ganze am Synthie nachbildet nimmt Igorrr dazu originale Klassik – als Sample, oder sie wird eingespielt. Und er hat dabei – trotz aller Härte – einen Sinn für Humor; das liebe ich! Sein Huhn kommt daher auch öfters in den Videos vor, einmal sogar als Hauptdarsteller.

Igorrr – My Chicken’s Symphony: Ein sehr untypisches Beispiel seiner Musik. Sicher eines der kostengünstigsten Musikvideos aller Zeiten und eines der originellsten! Der Nutzer kafrrros (auch mit 3r!) hat vor 3 Jahren auf einem Videoportal dazu folgendes interessantes von sich gegeben: „Although the chicken usually write in a more pastoral romantic style, this particular one has made a composition that deviates from the usual chicken repertoire and dares to explore new, experimental musical paths through strange time signatures and complex sound textures.. Magnificent!“

Neben der Hardcore-Version Igorrr hat er auch eine entspannteres Projekt mit dem Namen Corpo-Mente gegründet. Auch klassisch basiert und wesentlich eingängiger. Vielleicht wird er auch etwas ruhiger auf seine alten Tage. Das hat die Qualität von Radiohead und ist unbedingt hörenswert.

Der Ausschlag für diese Würdigung gab ein eher untypisches Stück mit dem Namen Corpus Tristis. Das basiert auf einem Walzer von Chopin (Grande Valse Brillante, Op. 34, Nr. 2 in a Moll), der wunderschön ist. Wozu braucht man noch Igorrr? Nun: es macht Spaß.

Bei Recherche auf einem bekannten Videoportal stößt man aktuell auf ein offizielles Video zu dem Stück „ieuD“. Harter Stoff. Das habe ich AND empfohlen, der mir bisher immer gerne zu den allerschrägsten und krachigsten Klängen verholfen hat; es hat ihn zu dem Ausspruch verleitet: „Oh Jesus. Was denn das?“

Sehr eindrucksvoll ist das Video zum Auftritt beim Dour Festival 2017. Ansonsten empfehle ich auch die etwas braven aber schönen Videos zum „The Making of Savage Sinusoid“. Zu Corpo-mente sollte man sich unbedingt „Live at Improve Tone Studios, 2015“ ansehen/anhören. Und alles andere auch!

Das ist hohe Kunst! Und wunderbar radikal! Habe noch nicht alles erfasst, aber es hat mir bereits mehrfach feuchte Augen verursacht. Und ich wäre glücklich, wenn ich das, was er in Musik macht, hier mit Worten umsetzen könnte. Und das würde ich mir manchmal gerne   über eine Superanlage mit Riesenboxen auf voller Lautstärken anhören wollen. – gorrrg.

Hype

Das aktuelle Lieblingswort der Medien, zum Beispiel SPON und alle, die cool und dabei sein wollen. Weiß jemand, was es bedeutet? Rummel! Medienrummel hat man früher gesagt und das trifft es besser, weil es nicht so cool und nichtssagend klingt. Also lasst Euch nicht von dem ganzen Rummel einlullen. Es muss nicht jeder ein iphone haben …

03. Februar 2010 // Anglizismen // Kommentar schreiben!

Frieden, Freude, Eierkuchen

Können wir nicht einfach mal einen Schnitt machen? Den meisten geht es doch ganz gut. Alle Länder sollten sich mit dem aktuellen Stand begnügen. Kein Angriff mehr auf andere Staaten. Grenzen respektieren. Jeder für sich sein. Keine Machtphantasien mehr. Keine Ansprüche, die sich auf Zustände beziehen, die hunderte Jahre zurück liegen. Kein Selbständigkeitswahn. Einfach den Status Quo festlegen. Vielleicht noch ein Land für die Palästinenser und die Kurden einrichten. Gerne weiterhin allgemeinen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen allen. Das hilft! Dann wären doch alle auch glücklich, oder? Solche Gedanken nennt man Utopie. (phantastische Vorstellung ohne reale Grundlage für eine Verwirklichung, DWDS)

10. November 2023 // Politisches // Kommentar schreiben!

Stolz

Stolz kann man nur auf Dinge sein, die man selbst geschaffen hat. Nicht auf das Land in dem man lebt, nicht auf die Gucci-Jacke, die von Mama gesponsert wurde, nicht auf seinen Körper, der von Gott geschaffen wurde.

Ich habe als Erwachsener nie nennenswerte Hilfe und finanzielle Unterstützung bekommen. Noch habe ich größere Summen geerbt, die mir das Leben erleichtert hätten. Ich arbeite in einem Beruf, den ich nicht studiert habe, habe Familie, finde mich zurecht im Leben, bin selbständig. Und habe etwas Glück gehabt. Ansonsten alles selbst erarbeitet und weiterentwickelt. Und das erfolgreich. Und meistens anständig durch’s Leben gegangen.  Darauf bin ich stolz.

29. März 2019 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Luxusproblem Fahrradkauf

Ich habe mein altes Fahrrad etwa 20 Jahre gefahren. Und es klapperte und wackelte und ich wollte schon lange ein neues kaufen, aber kam irgendwie nicht dazu. Dann bemerkte ich eines Tages beim Losfahren, dass der Rahmen an der Stelle durchgerissen war (!), an der das Kabel für die Bremse in den Rahmen eintaucht – eine typische Schwachstelle. Glück, dass ich es vor dem Fahren bemerkte!

Also, musste dringend ein neues her. Nur die Ansprüche waren gewachsen: Ich mag die minimalistischen Fixies/Single-Speeds, die in letzter Zeit überall zu sehen waren. Aber die sind Quatsch, ich brauche natürlich eine Gangschaltung. Also, es musste schlicht aussehen; ich mag auch den klassischen Diamantrahmen. In Weiß (das habe ich schonmal in einer Werbung gesehen und war begeistert). Und großer Rahmen; ich finde es vollkommen albern, wie heutzutage große Männer auf Kinder-Fahrrädern durch die Gegend gurken.

Ich habe mein Traumfahrrad gefunden, Foffa Urban, und das beim Händler um die Ecke!

Foffa Urban Werbung

Foffa Urban Reale Welt

Leider gab es das nur noch mit einer Rahmengröße von 55cm, zu klein! Aber es gibt ja noch Onlinehändler und Suchmaschinen; so habe ich das Fahrrad in meiner Größe bei einem einzigen Händler gefunden – und bestellt. Tja, so einfach war es doch nicht: der Händler schickte mir eine Nachricht, dass das Fahrad nicht versandt werden könnte, da es beschädigt sei. Ich denke, die haben das nicht aus dem Online-Auftritt genommen, obwohl es schon längst verkauft war. Egal, nichts zu machen, große Frustration und Funkstille. Die Suche begann von Neuem.

Und die dauerte lange. Ich fand einfach kein vergleichbares Rad. Dann entdeckte ich das Rakete Roadster, ein Fahrrad, das man sich nach Wunsch zusammenbauen lassen kann. Super Idee! Und eine gute Möglichkeit, das Traumfahrrad zu ergattern. Ihr merkt sicher schon einen gewissen Hang zur Farbe weiß und dem klassischen Vorbau. So sieht es in der Werbung aus:

Rakete Roadster Werbung

Gut finde ich, dass das Fahrrad zur Probefahrt in Berlin zur Verfügung stand. Grundsätzlich war alles gut und solide. Man hätte selbst die Führung der Bowdenzüge  am Rahmen bestimmen können, da das Rad tatsächlich nach Wünschen hergestellt wird.

Rakete Roadster Reale Welt

Also, alles gut, aber es fehlt irgendwie der Coolness-Faktor. Und der Preis war im Endeffekt etwas zu hoch.

Ich will jetzt nicht alle Alternativen vorstellen, sondern nur die erste ernstzunehmende: Das Mika Amaro. Sehr Chic und sehr teuer. Mit Riemenantrieb, statt Kette. Soll wartungsarm sein.

Mika Amaro Werbung

Mika Amaro Reale Welt

Ich bin es Probe gefahren (dank an Con-Radskeller, die das extra bestellt haben) aber war etwas enttäuscht. Bei einem bestimmten Gang war der Tritt nicht sauber und ich konnte die Pedale beim Anhalten nicht wie gewohnt nach vorne schwenken, um bei der Weiterfahrt gut loszukommen. Kleinigkeiten, aber bei dem Preis war ich nicht genug überzeugt. Ich habe doch auch einen Hang zum klassischen.

Ich habe nun alle Webseiten besucht und alle Händler recherchiert und mehrere schöne Fahrader gefunden, aber nicht mehr ähnliches, wie meinen ursprünglichen Liebling. Aber dann doch ein wunderschönes:

Creme Echo Solo Werbung

Creme Echo Solo Reale Welt

Creme Echo Solo. Nicht 100% das was ich wollte, aber das gibt es wohl nicht. Ein wunderschönes Schönwetterfahrrad, das Spaß macht und mit dem ich freihändig fahren kann! Und das für die Hälfte Euro weniger, als die letzte Vorauswahl.

Weitere Fahrräder, die mir aufgefallen sind, seht Ihr hier in einer Galerie.

07. Oktober 2017 // Erfahrungen // Kommentar schreiben!

Ich, Multimonitorfan

Habe gerade zu Hause eine kleine Neuigkeit eingebaut. Monitorhalterungen! Jetzt hängen alle 3 M. in der Luft – von hinten gehalten. Keine Ständer mehr! Keine Kabel auf dem Tisch. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen.

Hisilicon K3

 

Und so trostlos sah es vorher aus

Flash

Ja, ich habe Flash nie so gemocht – obwohl ich immer ein Faible für die Visualisierung und die Animationsmöglichkeiten hatte. Ich weiß noch, vor acht (?) Jahren oder so,kam das total auf. Es wurden ganze Websites in Flash programmiert. So tolle Effekte! Und Geräusche! Und vor allem – Bewegung!!!

Ein kleines Problem war immer, dass man nicht scrollen konnte, nicht zurückblättern konnte und all das liebgewordene Browserverhalten grundsätzlich nicht unterstützt wurde. Viel schlimmer noch: erst später merkte man, dass Flash-Seiten auch von Suchmaschinen nicht besonders gemocht wurden, was heißt, sie waren praktisch nicht vorhanden.

Ich weiss noch, wie Adobe (eine recht unsympatische Softwarefirma, aber dazu an anderer Stelle mehr), Websites mit „Rich Media“ (für mich „schwerfällige medien“) propagierte und selbst auch exerzierte. Später dann aber auch sang- und klanglos beerdigte, weil sie einfach nicht nutzerfreundlich waren.

Nun, Flash hatte natürlich auch Vorteile, die man gezielt nutzen konnte; für Intros oder bewegte Key Visuals, Images, Einbindung von Videos und Musik. Aber die Zeiten ändern sich. Heute gibt es wunderbare JavaScript-Bibliotheken, die vieles von dem ermöglichen, was vorher nur Flash konnte (das übrigens auch auf einer Art Javascript, nämlich Actionscript, basiert). Flash ist zu dem geschrumpft, was es kann und was es soll: ein Bestandteil und Werkzeug für bestimmte Teilbereiche in klassischen (X)HTML-Seiten. Aber selbst das Hauptargument für den Einsatz, nämlich die Darstellung von Videos ist nicht mehr gültig: Durch HTML5 können diese mittlerweile Plattformübergreifend und ohne Plugin in aktuellen Browsern widergegeben werden. Und jetzt – schlagt mich! :)

03. September 2010 // Internetz // Kommentar schreiben!