Probleme

Manchmal, wenn es mir schlecht geht (das kommt vor!), sehe ich mir Sendungen im Unterschichtenfernsehen an, wie „Hartes Deutschland“. Oder „Armes Deutschland“. Dokumentationen über Menschen, die abgestürzt sind, drogensüchtig, allein, arm, obdachlos und wo auch alles andere schlimm läuft. Und denke, auf einmal, Mann, geht es mir gut! Es ist sehr traurig zu sehen, wie manche Menschen leben müssen. Ich habe durchaus auch Probleme, die mich beschäftigen und ich weiß, dass ich grundsätzlich abgesichert bin, Familie, Arbeit, Gesundheit, Wohnung, und dass ich, solange ich keinen schlimmen Mist baue, ganz gut klar komme. Trotzdem leide ich auch manchmal. Das relativieren hilft nur kurzfristig, Probleme und Sorgen sind ja trotzdem da. Subjektiv gesehen. Egal, ich habe immer noch den Vorteil und den Luxus zu denken: irgendwie komme ich schon durch’s Leben. Eine Hoffnung, die manchen leider abhanden gekommen ist. Das ist tragisch.

Ein Tag am See

Im Sommer fahren wir mit der Familie gerne zum Schwimmen an einen See in Brandenburg. Es gibt zwei Lieblingsseen, deren Namen ich hier nicht nenne, damit es nicht zu voll wird. Einer davon bietet die klassische Landidylle. In der Nähe eines kleinen Dorfes gelegen, die Pferdewiese nebenan und weit und breit keine Bebauung mehr zu sehen. Eine Wiese mit kleinem Sandstrand und großem sauberen See. Es gibt einen kleinen Beachballbereich, an dem der Junge auch Fußball spielen kann. Die Vögel zwitschern, die Fische im Wasser tummeln sich um die Beine der Badenden. An manchen Tagen kommt ein Einheimischer, grillt Bratwürste und verkauft Bier an seinem mobilen Rollstand. Die Attraktion für Kinder ist der mobile Eismann, der mit Auto etwas weiter weg parken muss und dann die wohlwollenden Kunden per Glocke anlockt. Alles erinnert mich an glückliche Kindheit, die ich auch hatte, obwohl ich es so nicht erlebt habe. Nach dem Schwimmen kann man im Dorf in einem gepflegten Gartenlokal noch einen guten Cappucino trinken oder etwas vernünftiges essen. Etwas urbane Kultur ist dann auch schön!

06. August 2016 // Glücksmomente // Kommentar schreiben!

Hype

Das aktuelle Lieblingswort der Medien, zum Beispiel SPON und alle, die cool und dabei sein wollen. Weiß jemand, was es bedeutet? Rummel! Medienrummel hat man früher gesagt und das trifft es besser, weil es nicht so cool und nichtssagend klingt. Also lasst Euch nicht von dem ganzen Rummel einlullen. Es muss nicht jeder ein iphone haben …

03. Februar 2010 // Anglizismen // Kommentar schreiben!

Monsieur Sprachbloggeur, die zweite

Habe bereits etwas zu meinem fleißigen Sprachblogkollegen geschrieben und möchte (oder werde geradezu gezwungen) nach einiger Zeit des Konsums seiner Ergüsse und dem zusätzlichen privaten Austausch nochmal etwas näher auf sein Werk und sein Hirn einzugehen.

Hier schreibt ein Schriftsteller aus Leidenschaft, ein alter weiser Mann (und das ist kein Rechtschreibfehler und als Kompliment gemeint!), mit einer wunderbaren Leichtigkeit – einer Altersmilde – Geschichten über Alltagskultur und Sprache und macht sich so seine Gedanken zu Themen, die mich manchmal gar nicht interessieren, die ich aber immer und gern bis zum Ende durchlese. Weil es amüsant ist, neue Erkenntnisse bringt und eine charmante Liebeserklärung an die Sprache und ihre Feinheiten ist. Manchmal fängt er auch mit einem bestimmten Thema um dann auf ein ganz anderes zu sprechen zu kommen. Schräg.

Er liest wohl – wie ich, oder wie alle – auch gerne mal bei der „wehwehweh“-Version des Spiegel vorbei. Der mich aber auch schon ziemlich genervt hat und der in den letzten Jahren vollkommen ins boulevardesque abgleitet. Aber ich komme auch nicht von ihm los. Es wundert mich, dass dieses Medium nicht als gefährdende Droge angeprangert wird. Es gibt ja legale und verbotene Drogen. Egal. Hauptsache es gibt sie.

PJ, ausgesprochen „Pie-Dschey“, das ist sein Vorname, ohne weiteres und ohne Punkte. Ich stelle mir vor, er setzt sich am frühen Abend gemütlich an seinen großen, gediegenen Schreibtisch, die Flasche Rotwein wurde rechtzeitig vorher entkorkt und dekantiert, im Hintergrund ein eindrucksvolles, großes Bücherregal,  mit einem Gedanken oder vielleicht nur einem Wort im Kopf und der Sprachennarr fängt an zu schreiben. Erst das Wort, später die Geschichte. Er denkt: oh ein interessantes Wort, welchen Hintergrund hat es? Dann kommt ein neuer Gedanke hinzu. Es wird recherchiert, im Gehirn sortiert und neu und eigen zusammengesetzt. Und weiter gesponnen. Ein Wort jagt das andere. Die Geschichte ist unwichtig, er ist Sprachwissenschaftler!

Spaß am Deutsch und an der Sprache im Allgemeinen, das bietet – wie auch ich, manchmal – der Sprachbloggeur, jeweils Mittwochs neu, unter http://sprachbloggeur.de/ Und, ach ja, er ist manchmal schneller und nimmt mir die Themen weg, über die ich auch schreiben möchte, aber er meint, zu Recht, es wäre in Ordnung, ein Thema von zwei Seiten zu beleuchten. Bei Bedarf mache ich das dann auch, aber er ist Erster.

Wie wohl ist dem, der dann und wann
Sich etwas Schönes dichten kann.
Wilhelm Busch

05. Februar 2021 // Deutsches, Rezensionen // Kommentar schreiben!

Weinkritik: Corral de Castro 2007

Corral de CastroEines vorneweg: von keinem Wein habe ich soviel getrunken, wie vom Coral, und: ich bin kein Profi, sondern Liebhaber ;-) Also nun ist der für mich lang erwartete Jahrgang 2007 da, diesmal aber von Vinos extrem „gehyped“. Im Netz fand man ihn nicht, nur per E-Mail durfte man bestellen, und zwar möglichst 12 Flaschen, dann gabs Rabatt, und man bekam ihn dann annähernd zu dem Preis des letzten Jahres.. Ansonsten kostet mein (ehemaliger) Liebling jetzt knapp 10 Euro. Eine Verkostung in der Filiale war nicht möglich – man gab sich selbstsicher, dass die – natürlich streng begrenzte Menge von 4000 Flaschen – auch so verkauft wird. Aber nun zum Wein: Ich gebe zu, die Rahmenbedingungen zur Verkostung waren aus privaten Gründen suboptimal. Dennoch, der Schreck beim ersten Schluck war groß: Wo ist das animalische, der Stallgeruch, das, was meine Frau zu folgendem hingerissen hat: „Der schmeckt ja scheußlich!“? Das, was diesen Wein so einzigartig machte? Früher konnte ich diesen Wein nach dem Öffnen nicht trinken, sondern erst am nächsten Tag, so extrem war diese Mischung! Es gibt natürlich Jahrgangs-bedingte Schwankungen der Qualität. Der Wein vor einem oder zwei Jahren war zum Beispiel ungenießbar. Meine schlimmste Vermutung ist, daß man nicht versucht, die wunderbaren Ecken und Kanten, die dieser Wein hatte, auszumerzen, um einen größeren Kundenkreis anzusprechen und den Wein kompatibler zu machen. Dies hätte womöglich zur Folge, mich als Kunden zu verlieren. Ja, der Corall ist brav geworden, nicht belanglos, immer noch ein schöner Wein für diesen Preis, und der Hintergrund (hohe Lage, deutscher Winzer) ist ja auch nennenswert, aber dies ist kein Knaller mehr.

Anmerkung: Diese Kritik wurde kurz nach Erscheinen geschrieben und jetzt etwas spät veröffentlicht…

01. September 2009 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Schafft die Reklame ab! (Ein Buchprojekt)

Schon länger möchte ich mal ein Buch schreiben; so wie alle!

Darüber, dass Werbung verboten werden sollte. Weil Sie unser Leben nachteilig beeinflusst, weil sie uns manipuliert, weil sie nur Großunternehmen nutzt, die unsere Daten abgreifen und verkaufen und den Großunternehmen, die diese Daten für personalisierte Werbung benutzen, weil sie lügt, weil sie uns wirtschaftlich schadet, weil wir sie nicht brauchen.

Ich habe das Bedürfnis, die Welt ein wenig schöner und lebenswerter für uns alle zu machen. Ich kann mich nur noch nicht entscheiden, ob das ein Sachbuch wird (mit dem Ziel eventuell tatsächlich etwas in dieser Hinsicht zu bewirken, weil es fundiert ist, aber mit dem großen Nachteil, das man alle Behauptungen auch belegen muss) oder einen Roman (eher mit dem Ziel der Unterhaltung und dem Vorteil, das ich schreiben kann, was ich will, hemmungslos den Gedanken hingeben). Gibt es eigentlich auch etwas dazwischen? Ich hasse Entscheidungen für etwas und gegen das andere. Entweder, oder? Ich bin eigentlich mehr für das sowohl als auch. Ein Sachroman wäre doch gut!? Ich erfinde nebenbei ein neues Genre! Vielleicht wird es auch ein Glossenbuch. Oder ich muss zwei Bücher schreiben. Aber ich wäre wohl tot, bevor die fertig werden – etwas unbefriedigend. Eigenverlag oder etablierter Verlag? Welcher? Oh, das wird kompliziert. Aber eine Auswahl an Titeln habe ich mir bereits überlegt:

Werbung – Das Grundübel unserer Zeit
Reklame verbieten!
Werbung: Sollte abgeschafft werden
Ich und die Werbung.
Wie Werbung unser schönes Leben zerstört.
Schafft die Werbung ab!
Ohne Werbung wären wir alle glücklicher
Gegen Werbung – Für mündige Bürger

Bitte Idee und Titel nicht klauen. Ihr schafft das sowieso nicht so gut wie ich.

Heute habe ich mit meinem Telefon gesprochen

Und es hat genau das gemacht, was ich wollte:
Eine Sprachnotiz aufnehmen und zwar nicht als Audiodatei, das wäre zu einfach.
Das Telefon wandelt das gesprochene Wort in digitale Zeichen um. Gleichzeitig erscheinen die Wörter als Buchstaben direkt auf dem Minibildschirm. Wie von Zauberhand! Dann noch „ok“ klicken, und es ist digital gespeichert und kann weiterverwendet werden.
Ein gutes Spontaneinfälle-Speicher-und-Weiterverwertungs-Werkzeug.

09. August 2020 // Erfahrungen // Kommentar schreiben!

Lustwort der Sekunde

Vom 09.04.2026 - 13:18:56

Binnenmajuskel

Sollte man verbieten

Binnenmajuskel im DWDS nachschlagen

Mehr tolle Wörter ...
einfältig     tuscheln     liebreizend     buchstäblich     Schleckermaul     

 

Damit Ihr nicht wochenlang mit dem Wort des Monats konfrontiert werdet und Euch gelangweilt abwendet, biete ich hier bei jedem Seitenaufruf ein neues altes Wort aus der Kategorie „lustige, altmodische, außergewöhnliche Wörter“ an. Wörter die ungewöhnlich und schön klingen. Der Inhalt ist egal. Als Auswahlkriterium gilt nur, ob es mir gefällt.

Und das sind alles Wörter, die ich aus meinem Hirn abrufe, oder die ich zufällig irgendwo gelesen habe. Keine Wörterbuchabfrage.   Dies war mal ursprünglich das Ziel dieser Seite, hat mit der Umsetzung etwas gedauert. Und eigentlich wollte ich keine Wörter der allgemeinen Umgangssprache berücksichtigen, es haben sich aber doch ein paar eingeschlichen, weil sie Spaß machen. Und ich habe durchaus den Anspruch, den ich wohl zu Lebzeiten nicht mehr erfüllen kann,  im Rahmen dieses Tagebuchs so viele von diesen Wörtern wie möglich sinnvoll einzusetzen.

30. September 2020 // Wörter // Kommentar schreiben!