Krautrock

Diese Musik habe ich erst vor kurzem richtig (wieder-)entdeckt. Krautrock bezeichnet im Allgemeinen eine Musik deutschen Ursprungs aus den siebziger Jahren, teilweise noch Ende sechziger. Erfunden haben diesen ursprünglich abwertend gemeinten Begriff: die Engländer. Das kommt noch aus dem zweiten Weltkrieg, als die deutschen/Nazis als Sauerkrautfresser beschimpft wurden.

Mittlerweile ist das Kraut zum Markenzeichen avanciert. Nicht nur weil der Engländer heute noch so fasziniert von den Nazis und dem Weltkrieg ist und daher der Zusatz „Kraut“ mittlerweile schon fast als Anerkennung angesehen werden kann. Nein die Musik die so bezeichnet wird, ist teilweise wirklich gut! Viele Gruppen gelten als stilbildend, Vorbilder für heutige Bands aus England oder einfach nur als „Kult“. Dazu gehört zum Beispiel Kraftwerk, die ich niemals als krautig (am Anfang vielleicht schon) aber jedenfalls nicht als rockig bezeichnen würde.

Jedenfalls, alles was damals komponiert wurde, ist heute irgendwie krautig, also gut. Hier die wichtigsten Namen in zufälliger Reihenfolge: Amon Düül (II),  Ash Ra (Tempel), Can, (K)(C)luster, Guru Guru, Harmonia, Neu!, Xhol Caravan, Agitation Free. Eloy gehört übrigens nicht dazu, obwohl damals kommerziell sehr erfolgreich. Ich selbst habe damals gerne Kraftwerk und Neu! gehört, aber auch ganz andere Sachen. Der Durchbruch kam erst vor ein paar Jahren: Es ging los mit Guru Guru – Electric Junk (unbedingt das Video unten ansehen!), dann kamen Amon Düül II, Xhol Caravan, und sehr späte (vor kurzem erst Can), die zum Teil wieder entdeckt wurden. Ach ja Dies Irae, Musik schön, Video schaurig, aber auch  ganz lustig.

 

Unbedingt sehenswert sind in diesem Zusammenhang die Dokumentationen des in musikalischen Sachen sehr engagierten WDR (Rockpalast hat damals jeder gesehen und er hatte prägende Wirkung!). Also erstens „Kraut und Rüben“ (hier taucht das K-Wort noch auf!). Das ist eine etwas „klassische“ Dokumentation, aber sehr interessant. Es ist auch schön zu sehen, wie die Idole von damals heute aussehen und so „drauf sind“.

Ganz toll ist „Die Deutschrock-Nacht“ (Teil 1 und 2). Hier werden nur Musikvideos der Gruppen gezeigt, teilweise hahnebüchene Auftritte, außergewöhnlich, genial und manchmal auch sehr deutsch-krampfig, politisch. Sehr sehenswert!

Dies erstmal als kleines Appetithäppchen für bisherige Abstinenzler – für die Profis dürften diese Informationen weniger interessant sein, da alles noch sehr unvollständig ist… Aber dafür gibt es die Kommentarfunktion :)

12. Dezember 2010 // Musikalisches // Kommentar schreiben!

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