Gedanken // Seite 1

Zettelwirtschaft

Umgangssprachlich, abwertend unübersichtliches Arbeiten mit vielen ungeordneten Zetteln. Quelle DWDS

Neulich habe ich beim Aufräumen in einer Schublade einen Haufen antiker Papyrusfetzen mit handschriftlichen Hieroglyphen und Notizen gefunden. Früher (war mehr Lametta) hat man mal zur Aufzeichnung von Gedanken mit einem Stift (ein Gerät, um gekrümmte und zackige Linien und gegebenenfalls auch Worte auf einem Medium zu erzeugen) etwas niedergeschrieben. In diesem Fall: lauter gekritzelte Gedanken, Sprüche, Wörter, Wunschadressen, Stellungnahmen auf verschiedenen Papieren, Zetteln, Umschlägen (oder was wohl auch immer greifbar war). Der Vorläufer von Lustwort!

Der analoge Vorläufer – Lustwort 0.9!

Als alter Pedant habe ich auf manchen Zetteln glücklicherweise wohl auch das Datum verzeichnet: es fängt ca. 2000 an. Ein großer Schatz, deren Aufbereitung mir viel Arbeit bereiten wird und geniale neue Erkenntnisse bringt! Nee, keine Lust, und so doll ist das alles nicht. Aber ich habe vieles noch einmal quergelesen und ein paar Ergüsse ausgewählt, die ich in diesem Zusammenhang doch dokumentieren möchte; vielleicht wird das irgendwann nochmal wiederverwertet und die Zettel kommen ins Museum.

Das schlimme an Amifilmen ist, dass sie einem diktieren, was man fühlen und denken soll.
Bin etwas gefräßig und besäufig in letzter Zeit.
Ich gehe durch’s Leben und denke manchmal: wann geht denn das richtige Leben los?
Es gibt ein Leben vor dem Tod.
Man muss sich seine Vorurteile auch ab und zu mal wieder bestätigen lassen.
Gott ist glaubwürdig.
Ich hasse fröhliche Musik!
Toi aussi tu détestes la vie…! (Grace Jones)
Ich mag Filme, in denen Personen durch das Bild laufen, während die Kamera steht.
Ich mag den Stilbruch, das heißt ja auch, dass man Stil hat!
„Der ist doch Haarschneider, oder?“ – „Das ist was er tut, nicht, was er ist.“
Alles, was wir sehen ist nur 5% dessen, was da ist.
Gesellschaft schützt einen vor schlimmen Gedanken – aber auch vor guten.
Wenn man anfängt, auf Stimmen zu achten, wird man oft enttäuscht.
Die leichte Ironie englischer Musiker ist uneindeutig: Deutsche denken vielleicht, „Das aber ein toller Typ“. Die Engländer denken eher: „Der spielt die Rolle Toller Typ aber gut!“

Wunschnetzadressen:
lustwort.de (taucht wohl das erste Mal ca. 2003 auf; erledigt!)
agentur-fuer-digitale-reklame.de
kunstkacke.de
transmitter.de
munkelecke.de
gedankenstrich.de (wunderbar zweideutig)
jenseits.de
schaffensrausch.de (die hätte ich gerne!)
hirnschmalz.de (die hätte ich gerne!)

Auch viele Musikhinweise, die noch gehört werden müssten. Und Designentwürfe für Netzseiten.

Seit langem (Lustwort 1.0; gegründet ca. 2008) schreibe ich gleich alles digital auf. Nicht mehr so haptisch, aber ordentlicher. Zettelwirtschaft adé.

01. Januar 2021 // Gedanken, Lustwort // Kommentar schreiben!

Satire

Satire ist gut, wenn man herzhaft darüber lachen kann – und einem manchmal aber auch das Lachen im Halse stecken bleibt.

13. November 2020 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Reden ist nicht immer silber

Grundsätzlich ist es ja gut, dass Menschen miteinander reden: „Kannst Du mir mal das Salz reichen?“ ist besser, als sich spontan über den Tisch zu beugen, den Schlips in der Suppenschüssel zu versenken, dem Nachbarn die Sicht zu nehmen und dabei möglicherweise das Bierglas umzukippen, wobei der Tischnachbar, dem das Bier über die Hose läuft, erschrocken aufspringt, mit den Beinen so heftig gegen den Tisch stößt, so dass dieser umkippt, alles auf dem Boden landet und das gepflegte Essen und die Harmonie leichte Irritationen erleiden.

Es ist Teil unserer menschlichen Kultur und oft hilfreich, sich über diese Art der Kommunikation zu verständigen. Auch der Gedankenaustausch ist gut: es gibt vereinzelt sogar Menschen, die einen inspirieren können. Manche reden aber nur, ohne etwas zu sagen. Selbstdarstellung? Angst vor der Stille? Psychose? Oft sieht man das im Restaurant oder im Cafe, der eine redet, die andere hört zu; oder umgekehrt. In einem durch. Zutexten nennt man das. Quasseln. Verbale Entsorgung. Ich verstehe nicht, wie man sich das als Empfänger gefallen lassen kann. Kommunikation sollte immer ein Austausch sein.

Unter Männern (vielleicht auch unter Frauen) kann man manchmal ganz entspannt sein. Man sitzt zusammen – und schweigt [Stille]. Man genießt einfach das Bier und die Situation und hat ein geheimnisvolles gemeinsames Verständnis dafür. Es gibt keinen Zwang keinen Wunsch, kein Verlangen zu reden. Das würde ja die schöne Situation stören! Schweigen kann auch Gold sein.

15. August 2020 // Gedanken, Kulturelles // Kommentar schreiben!

Welches Verbrechen würden Sie begehen …

.. wenn es nicht bestraft würde.

Das wäre doch mal eine interessante Frage in einem Interview. Aber , ich glaube, keiner würde – trotz Straffreiheit – hierauf eine ehrliche Antwort geben. Das könnte ja auch zu privaten Verwicklungen führen. Aber denken tut das sicher jeder einmal.

Also ich hätte da auch ein paar Ideen …

03. August 2020 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Filme lügen

Filmemacher sind Lügner und schlimme Betrüger!
Das was sie machen, ist erfunden, geschönt, unrealistisch.
Schreiberlinge auch. Und vor allem die meisten Menschen.
Man sollte sich nichts mehr ansehen/anhören Lieber nur das eigene Hirn machen lassen.
Ein Problem ist: das Hirn ist reduziert, seit es nichts mehr ansehen/anhören kann und daher nicht mehr inspiriert wird.
Lassen wir die die Lügner und Betrüger zu.
Man sollte sich nur Ihrer Eigenschaft bewusst sein.
Muss ich das noch ausführen?
Nein, das wird zu akademisch.

Alles für alle kostenlos!

Die Idee von der Grundrente war gestern. Meine etwas radikale Idee: Jeder sollte ohne Entlohnung arbeiten und alles kostenlos zur Verfügung stellen. Das heißt, jeder kann auch alle Leistungen kostenlos in Anspruch nehmen. Dann brauchen wir gar kein Geld mehr, und alle wären glücklich – oder? Nein, leider funktioniert das nicht. Da es keine Motivation zur Arbeit mehr gibt. Das heißt, es werden kaum noch Leistungen zur Verfügung gestellt, die in Anspruch genommen werden können. Alle fahren nur noch Porsche und trinken Schampus. Schade, wäre schön gewesen. Eine Utopie.