Erfahrungen // Seite 1

Das habe ich alles selbst erlebt!

Ostseeimpressionen

Textimpression

Ein längeres Wochenende an der Ostsee kann sehr entspannend sein und neue Eindrücke bewirken. Wenn dann noch das Wetter mitspielt und es nicht wie sonst immer 5 Grad, Regen und Sturm sind, kann es auch richtig Spaß machen. Die meisten Urlauber dort sind aber sowieso hartgesotten; Wetter? Egal! Daunenjacke? Brauche ich nicht! Alle rennen in sportlich-leichter Kleidung herum und sitzen um jeden Preis und immer draußen und tun so, als wenn sie nicht frierten, um ihr Fischbrötchen zu verspeisen, Cappucino zu trinken und der frischen Luft zu fröhnen.

Das Meer beruhigt. Obwohl es am ersten Tag recht wild war, am zweiten weniger und erst am dritten vollkommen ruhig. Alle Zustände schön! Die Möven kreischen. Das liebe ich seit meiner Kindheit, die auch am Meer stattfand. Damals schon dachte ich, wenn ich ein Tier sein müsste, wäre es eine Möve. Fliegen können, viel mit dem Meer zu tun haben, hübsch aussehen – und Fisch mochte ich auch schon immer! Es gibt ja viele Arten, wie (auf die Schnelle): Sturmmöwe, Dreizehenmöwe, Silbermöwe, Mittelmeermöwe, Schwarzkopfmöwe, Heringsmöwe, Mantelmöwe, Eismöwe, Raubmöwe. Die Lachmöve gefällt mir am besten, weil sie Humor hat.

Aber die Möven von heute sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Vom Balkon warf ich ihnen ein Stück Brot zu, so wie früher. Ich habe es immer bewundert, wie sie dies mit den wildesten akrobatischen Flugbewegungen aus der Luft auffangen. Aber diese hat das Brot verfehlt, und dann immerhin auf dem Boden gefunden und verspeist. Aber dann: sie blieb auf dem Rasen stehen, guckte erwartungsvoll hoch und wartete auf Neues. Nee, so nicht!

Alle gehen natürlich auch ständig spazieren,; Einkaufsstraße rauf und runter. Promenade rauf. Promenade runter. Seebrücke hin und zurück. Oder zum Hafen. Hier scheint es ab frühem Nachmittag Pflicht zu sein, Aperol Spritz zu trinken, dann noch einen und stundenlang auf den Sonnenuntergang zu warten. Ein bisschen Mittelmeer im hohen Norden.

Klangimpression

 

Bildimpression

Tageshandel

Da es in letzter Zeit geschäftlich nicht so gut lief, suchte ich nach neuen Aufgabengebieten, genauer gesagt Einkommensgebieten, und kam – neben anderem, wie Minijob, Autos überführen, Testcenter betreiben, Rechner reparieren, im Callcenter arbeiten – auf die leicht absurde Idee, es mit Daytrading zu probieren. Das ist einfacher und unabhängiger!

So nennt man den Vorgang, bei dem man virtuelle Produkte, die es eigentlich gar nicht gibt, an der Börse billig einkauft und wenn der Kurs steigt, wieder teuer verkauft. Die Differenz ist der Gewinn! Ich fand die Vorstellung schon immer attraktiv und vor allem ohne große Einstiegshürden: man sitzt gemütlich am Rechner, macht ein paar Klicks, und Abends sieht man in Echtzeit, wie sich der Betrag auf seinem Konto erhöht hat.

Davon träumen Tageshändler. Aber leider wussten sie das nicht im Voraus.

Oder erniedrigt. Es ist leider so, dass mann nicht immer Gewinn macht, sondern auch mal Verlust. Das Problem ist, man kann die Kurse nicht vorhersehen. Es ist mal so, mal so, oder auch mal ganz anders. Natürlich kann man sich informieren und sehen, wie die Nachrichtenlage ist: Unruhen in Afrika? Leitzinserhöhung in den USA? Flugzeugabsturz in Alaska? Neue Erkenntnisse zum Klimawandel? Russland droht mit Einmarsch? Sturm auf das Kapitol? Gerüchte über einen bevorstehenden Umsturz in XXX? Naturkatastrophe in YYY? Oder auch positive Meldungen: die Menschheit hat beschlossen, keine Kriege mehr zu führen, es herrschen nur noch Friede, Freude, Eierkuchen, das Wetter ist nur noch schön, es gibt keine Armut mehr. Aber die gibt es ja selten.

Das kann sich alles auf den Kurs auswirken. Aber es ist vollkommen unmöglich, aus diesen Informationen eine Vorhersage zu treffen. Und vor allem dann noch schneller als die Konkurrenz zu sein, die ja ähnliches im Sinn hat und mit ihrem An- und Verkauf den Kurs fleißig mitmanipuliert. Selbst wenn ich die Information hätte, dass ein Kurs steigt, haben schon Tausende Menschen auf der anderen Seite der Welt die gleichen Informationen früher bekommen und kräftig zugeschlagen, was den Kurs schon wieder erhöht hat und meinen Ankauf sinnlos macht. Tageshandel ist reine Zockerei. Und extrem nervenaufreibend.

Mich hat es getroffen, als eine bedrohliche neue Virusmutante irgendwo am Ende der Welt auftauchte. Ein schwerer Kursabsturz kurz nach dem Kauf, aus dem ich mich nicht wieder erholte. Ein millimikrometer großer Virus bestimmt über das Weltfinanzsystem, über mein Geld! Dann noch ein paar Anfängerfehler. Aber langfristig wird es doch wieder etwas. Es gibt auch abundzu mal gute Nachrichten und Kurse steigen ja auch mal wieder. Man muss nur etwas Geduld haben. Oder Geld, auf das man notfalls verzichten kann (haha). Niemals sollte man seine letzten Kröten einsetzen. Aber selbst dann: der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Außer man hat einfach mal Glück (nochmal haha). Dann doch lieber Arbeiten gehen oder im Lotto spielen. Ich arbeite eigentlich gerne, also her mit den Aufträgen und der gemütlichen, kalkulierbaren, altmodischen Erwerbsarbeit!

04. Februar 2022 // Erfahrungen // Kommentar schreiben!

Überlebensstrategie

Es war vor vielen Jahren, oder vor mehreren Jahrzehnten?! Bei Butter Lindner am Tauentzien. Eine sehr junge hübsche Frau (spielt das eine Rolle? Ja.), die nicht mein Typ war (spielt das eine Rolle? Nein.), greift sich morgens um 9.00 Uhr eine Flasche Sekt aus dem Kühlregal. Rosé. Ich, leicht jovial (Adj. ‘gönnerhaft, wohlwollend, heiter, lustig’. DWDS): Na, etwas früh dafür, oder? Sie: Ja, ich weiß aber nicht, wie ich sonst den Tag überstehen soll. Das hat mich sehr beeindruckt. Soll ich Dir dabei helfen? Kam mir kurz in den Sinn. Nein, das war schon die Geschichte, die vielleicht verpasste Gelegenheit …

13. Dezember 2021 // Erfahrungen // Kommentar schreiben!

Tücken des Alltags

Kennt Ihr das: Man möchte mal eben im Vorbeigehen ein Stück zusammengekrumpeltes Papier loswerden und es in den Mülleimer werfen. Es ist nur eine Entfernung von knapp einem Meter und die Aufgabe klingt einfach und überschaubar. Doch es geht schief. Die Papierkugel landet auf einem Stück Pappe, das schon im Papierkorb liegt, hüpft auf den Rand des Papierkorbs, überlegt kurz – und fällt dann auf die andere Seite auf den Boden. Das ist kein dramatischer Vorgang, auch nicht wirklich dokumentationswert, aber es macht doch etwas zusätzliche Mühe, zum Papier zu schreiten, sich zu bücken und es dann hochkonzentriert und gezielt IN den Papierkorb zu legen.  // weiterlesen! 

Probleme

Manchmal, wenn es mir schlecht geht (das kommt vor!), sehe ich mir Sendungen im Unterschichtenfernsehen an, wie „Hartes Deutschland“. Oder „Armes Deutschland“. Dokumentationen über Menschen, die abgestürzt sind, drogensüchtig, allein, arm, obdachlos und wo auch alles andere schlimm läuft. Und denke, auf einmal, Mann, geht es mir gut! Es ist sehr traurig zu sehen, wie manche Menschen leben müssen. Ich habe durchaus auch Probleme, die mich beschäftigen und ich weiß, dass ich grundsätzlich abgesichert bin, Familie, Arbeit, Gesundheit, Wohnung, und dass ich, solange ich keinen schlimmen Mist baue, ganz gut klar komme. Trotzdem leide ich auch manchmal. Das relativieren hilft nur kurzfristig, Probleme und Sorgen sind ja trotzdem da. Subjektiv gesehen. Egal, ich habe immer noch den Vorteil und den Luxus zu denken: irgendwie komme ich schon durch’s Leben. Eine Hoffnung, die manchen leider abhanden gekommen ist. Das ist tragisch.