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Oder Aus meinem Leben. Unser Herr Goethe nannte es noch Dichtung und Wahrheit. Hier ist aber alles die reine Wahrheit.

Rauchkultur

Eine zu qualmen ist ja vollkommen aus der Mode geraten. Zu Recht. Meistens wurde ja nicht gepafft, sondern inhaliert. Das ist eher Unkultur. Und es tötet manchmal nicht nur den Akteur sondern verkrüppelt auch seine Mitmenschen. Aktuell ist es aber soweit gekommen, dass Raucher vollkommen geächtet und von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Es sind schlimme Aussätzige ohne jegliche Lobby. Ihrem archaischen Bedürfnis können sie nur noch heimlich, draußen, verboten, alleine, elektronisch nachgehen. Die tun mir fast schon wieder ein wenig Leid.

Aber Rauchen kann durchaus auch als ein zumindest klitzekleiner und erwähnenswerter Bestandteil unserer Kultur angesehen werden und man könnte einiges dazu schreiben, aber ich möchte hier erstmal nur meinen kleinen eigenen Beitrag dazu dokumentieren.

Es waren wohl spätestens die Siebziger und Achtziger, in denen Rauchen gerade noch total angesagt war. Eine Zeit, in der auch vieles andere noch möglich war (früher war definitiv mehr Lametta)! Aber ich erinnere mich, dass es auch damals schon leichte Zweifel an der Körperverträglichkeit des Rauchens aufkamen. Eine Kampagne (oder war es Spaß?) zeigte auf schwarzem Hintergrund ein Bild von einem weißen Gerippe mit einer qualmenden Kippe im Oberkiefer und dazu den Spruch: Rauchen macht schlank! Das stimmt wohl auch grundsätzlich, aber soooo schlank wollte keiner werden. Ein beliebter Spruch war auch: Siehst Du die Gräber dort unten im Tal? Das sind die Raucher von Reval! Eine Marke, die aber auch keiner in meinem Umfeld zu sich nahm und eher der Generation über uns vorbehalten war.

Die Siebziger: Mein Liebling war Roth Händle – ohne Filter, schräg, schönes Marketing, ohne Zusatzstoffe, durfte als „Naturrein“ bezeichnet werden  (Bio!), aus deutschen Landen und im angenehmen Soft-Pack (wurden aufgrund ihrer ehemaligen Stärke umgangssprachlich auch als „Lungentorpedo“, „Lungenzäpfchen“, „Toth-Händle“ oder „Roter Tod“ bezeichnet; Wikipedia)

Tolle, leicht dadaistische Werbung für einen Totmacher, der damit in den Siebzigern ziemlich angesagt war. (bearbeitet; Quelle: https://www.achtziger-forum.de/viewtopic.php?t=349)

Aber später war auch die vollkommen uncoole Lord angesagt, nur weil eine Freundin, zu Besuch aus Irland, folgendes vorführen konnte: beim Ausatmen aus dem Mund wurde der Rauch gleich wieder über die Nase eingesaugt. Sehr und nachhaltig beeindruckend! Ich habe es Jahre später auch gelernt. Man inhaliert nicht, sondern saugt den Rauch in den Mund, drückt ihn dann mit Hilfe der Zunge wieder raus und zieht gleichzeitig über die Nase Luft ein. Ein Freund, der immer wusste, was vollkommen exzentrisch, besonders und gut war und wie man sich vom Pöbel abheben konnte, brachte mal eine Packung Finas mit. Zigaretten mit ovalem Querschnitt, plattgedrückt! In einer aufklappbaren Kartonverpackung mit reich verziertem Aufdruck in schicker, stilvoll verzierter Alufolie verpackt. Sehr exotisch/orientalisch – und sehr kultiviert! Habe nach kurzer Recherche ein Video gefunden, in dem ein Süddeutscher Nichtraucher (sic!), als bekennender Finas-Liebhaber (aufgrund des unglaublichen Geruchs), eine seiner im Netz zu überhöhten Preisen besorgten antiken Schachteln öffnet und sich vor laufender Kamera eine ansteckt. Unboxing Videos nennt man dieses Genre. Normalerweise wird das für Technikfetischisten gemacht. Schräg! Und HB kennt sicher jeder noch, der nicht in die Luft gehen wollte. Ernte 23 fällt mir noch ein: uninteressant. Meine Großmutter, die als Kettenraucherin beachtenswert alt wurde, stand übrigens auf Players Special, von denen ich die normale Version mit der schicken Seemannsschachtel gut fand, die für mich aber damit gestorben waren.

Die Achtziger: Es raucht der Individualist, der Nihilist, der Künstler, der Existenzialist, der unangepasste, der Punk natürlich Gauloises, Schrägstrich Gitanes; die ganz harten sogar die mit Maispapier. Natürlich ohne Filter, der beeinträchtigt doch nur den Geschmack! Sehr stark und sehr schlimm. Aber eine schöne Verpackung und man inhaliert auch etwas französisches Flair – die hatten wohl auch ein gutes Marketing (und damals gab es noch andere Vorbilder, als die USA). Das war wohl schon immer erforderlich, um sich von anderen vollkommen gleichwertigen Produkten abzuheben. Als rauchbare Zigarretten erwiesen sich aber eher Camel, die recht verbreitet waren. Mit einer schönen auch orientalischen Verpackkung. Es gab damals die Diskussion, ob das abgebildete Tier wirklich ein Kamel oder ein Dromedar sei und dass es welche mit einem und andere mit zwei Höckern gibt. Dann fand ich Lucky Strike noch gut, weil „It’s toasted!“ Im Osten habe ich mir mal eine Packung Karo gekauft, weil die so schön aussah. Ich erinnere mich auch an Mary Long, weil die Packung so fünfziger/wavig war! Auch Selbstdrehen war angesagt, vor allem Samson. Wenn ich mich recht entsinne, wurde eigentlich fast alles ausprobiert, die Liste hier ist daher vollkommen unvollständig.

Alte Zigaretten werden mittlerweile auf einem Versteigerungsportal für 30 bis 80 Euro für eine Packung angeboten.

Ich habe aber auch mal Alternativen probiert. Pfeife war eine zeit lang mein Ding. Das ist mehr Genuß und Gemütlichkeit. Kultur! Man muss natürlich erstmal die beste Pfeife finden, das Holz und die Form spielen eine entscheidende Rolle, um als echter Genießer anerkannt zu werden, und vor allem den richtigen Tabak. Das war damals Mac Baren (den gibt es wohl heute noch!). Aber kein Mensch raucht seit Jahrzehnten mehr Pfeife. Es scheint unter schlimmster Strafe verboten zu sein. Ich frage mich, wie die Hersteller überleben können.

Seit vielen Jahren ist dann eher mal eine gepflegte Zigarre angesagt. Die hat auch Kultur und riecht nicht so süß und ist einfacher zu rauchen und ich liebe den Duft! Das kenne ich von meinem Vater. Er hat gerne so komische Sachen geraucht, die Original-Krumme zum Beispiel. Und es gibt auch eine Fast-Food-Variante für zwischendurch: den Zigarillo. Aber selten. Und ohne großes Gehabe.

Und natürlich kann man noch anderes rauchen, dazu vielleicht später mehr …

Kassetten

Ich bin froh darüber, in einer Zeit aufgewachsen zu sein, in der ich sowohl das analoge als auch das digitale Leben und alle damit verbundenen technischen Errungenschaften erfahren und nutzen konnte. Junge Menschen von heute werden nie verstehen, was es bedeutet, eine Schallplatte vorsichtig aus der Hülle zu nehmen (ohne sie anzufassen!), sie sorgsam auf den Plattenspieler zu legen, vorsichtig die Nadel anzuheben und auf sie niederzulassen, um dann vollkommen entspannt eine wunderbare Musik mit ausgeprägtem Knistern, Rumpeln und Rauschen zu hören. Ein sehr individueller und einzigartiger Musikgenuss.

Da ist die Kassette als Medium einfacher zu handhaben, aber auch nicht mehr ganz aktuell. Hier nennt man die Nebengeräusche aber eher Fiepen und Leiern, aber auch hier gibt es ein ausgeprägtes Rauschen. Also: das sind Minitonbänder, auf denen man Musik speichern und wieder abspielen und anhören konnte. Damals war es ein Ansporn für Liebhaber, diese mit unterschiedlicher Musik in einem sehr individuellen und bestimmten Stil aufzunehmen („Mixtapes“) und zu verschenken. Eine besondere Ehre, es zu machen und/oder eine zu erhalten. Das meiste habe ich aber für mich aufgenommen und gehört. Viel John Peel dabei, aber auch unterschiedlich inspirierte Mixe, entweder per Schallplattenspieler oder aus dem Radio aufgenommen. Und ich habe auch mal selber Musik gemacht: mit E-Gitarre, Plattenspieler und zwei Kassettenrekordern. Ziemlich experimentell! Aktuell traue ich mich noch nicht, das hier zu veröffentlichen; es könnte auch verstörend wirken. Vielleicht später.

Und ich habe alles aufbewahrt und werde mir das später als Rentner mal wieder anhören. Oder? Im Rahmen einer unerklärlichen und vollkommen übertriebenen Aufräumphase habe ich letztens damit begonnen, die wichtigsten Sachen zu digitalisieren und die unwichtigen wegzuschmeißen. Aber nicht zuende geführt. Zwei drei weggeschmissen, bis mich dann doch die Skrupel überfielen. Das sind doch Zeitdokumente! Teilweise noch aus den Siebzigern! Musik ist doch Dein Lebensinhalt! Viele alte Erinnerungen! Die darf man nicht wegschmeißen! Allein das Wort ist schon unschön! Nun das gute an Kassetten ist ja auch, dass sie so klein sind und so gesehen wenig Platz wegnehmen. Es gibt eigentlich keinen Grund, diese aus einem Leben zu verbannen in dem die Musik und die Technik eine herausragende Rolle spielen. Und das kann man ja später immer noch. Oder auch nicht.

Ein Teil der lebenswichtigen Sammlung mit selbst gestalteten Hüllen

09. Mai 2021 // Autobiographisches // 2 Kommentare

Judin

Eine kleine Episode aus den Siebzigern, als ich jugendlich war und ein Pony hatte. Nein erstmal nicht mehr. Das Pony war noch in Irland und wir mussten es erst nach Deutschland in eine Kleinstadt in der Eifel transportieren.

Ich weiß nicht mehr genau, wie das ablief. Eine Spedition? Egal, ich musste mit meiner Mutter im R4 mit entsprechendem Anhänger nach Le Havre gurken, wo das Tier mit einer Fähre angeschifft wurde. Viele Stunden Fahrt durch ganz Frankreich. Einmal machte die Karre mitten in der französischen Pampa Ärger und blieb fast stehen. Wir schafften es aber irgendwie noch in den nächsten Ort. Und es gab sogar eine Werkstatt und ich erklärte dem Typen auf französisch radebrechend, was wir wollten und was das Problem war. Nach einiger Zeit sagte er dann in bestem berlinerisch: „Na, dann wolln wa mal sehen, wat sich machen lässt.“

Ich bin immer sehr interessiert an Ursachen. In diesem Fall war es eine verstopfte Einspritzdüse. Das Problem war dann schnell erledigt und wir konnten die Fahrt fortsetzen. Ankunft und Übergabe des Ponys in Le Havre irgendwann mitten in der Nacht. Geklappt! Dann wieder Rückfahrt über die gleiche Monsterstrecke, wohl ohne weitere Probleme und das Pony kam in den örtlichen Reitstall. Der Stallmeister hatte einen lokalen Dialekt drauf, den ich beim besten Willen nicht verstand. Dauner Platt. Wer es nicht glaubt, hier eine Beispiel: „Os hey jet off jiff jen?“ heißt zum Beispiel für normale Menschen: „Ist hier etwas abgegeben worden?“. Egal, ich drifte ab.

Zu der Zeit hatte ich einen Freund Klaus T., der ca. 7 Jahre älter war (ich hatte meistens ältere Freunde), und schon etwas weiter und der auch ein Pony hatte und der vorschlug, zu zweit, einen Verein im Verein zu gründen. Den Pony Club Daun! Wir haben uns rote Kapuzenpullis gekauft und unser Logo vorne in mühevoller Handarbeit in weiß drauf gestickt.

Pony Club Daun Ausritt mit kunstvoll selbstbestickten roten Kapuzenpullis

Über dem Ponystall war eine zweite Ebene zur Lagerung von Heuballen, in der man sich als Jugendlicher aber auch ganz gut aufhalten konnte, heimlich rauchen konnte (Lord war angesagt) und von den Eltern unbemerkt in der Clique große Flaschen Jägermeister vertilgen konte. Aber es ging auch um das Reiten und da habe ich sehr viel gelernt in dieser Zeit. Und ich liebte mein hübsches und unaufgeregtes Apfelschimmel-Connemara (während die Anka von Klaus immer etwas hysterisch war) das aus irgendeinem Grund nach der „unilateral declaration of independence“ benannt war.

Und hier noch eine kleine Würdigung des Autos, das ja auch einiges mitgemacht hat

Eine kleine Würdigung unseres R4, mit dem ich später nach Berlin umzog, außerdem ich und eine Schwester

 

Meine kurze Geschichte als Frauenheld

Bewusst fing das wohl an, als ich 13 war und in einer Kleinstadt in einem Landkreis lebte, der nie für Aufsehen gesorgt hat. Sie hieß Dixie. Meine Freunde dichteten ein Werbelied für Plantschi um auf „Dixie ist prima, Dixie ist ’ne Wucht. Mit Dixie macht das baden Spaß“. Und alle haben sich einen Spaß daraus gemacht. Man ging stundenlag im Wald spazieren, Und nie passierte irgendetwas. Man unterhielt sich bemüht. Und war extrem schüchten, und schwieg auch sehr viel. Puh, ziemlich verkrampft und anstrengend. Ich habe aus einer Telefonzelle heraus Schluss gemacht.

Dann kam Ingrid. Schon etwas gereifter als ich. Zum Abschied nach dem ersten Treffen gab es meinen ersten Zungenkuss und ich habe mich zu Tode erschrocken. Etwas weiches, salziges, fremdes schiebt sich ungefragt in meinen Mund und erobert die Rachenhöhle. Zu Essen gab es bei Ihr zu Hause ekeliges Leberragout.Das konnte nicht gutgehen.

Nanette in der Klasse war der Schwarm aller Jungs. Blond, schwarzer Niki und vor allem – große Möpse! Ich hätte sie wohl haben können („unklarer Bezug! – hätte mein Deutschlehrer angemerkt“). War aber zu schüchtern. Auf der Klassenfete habe ich Musik per Kassettenrekorder aufgelegt, und mich nicht getraut, sie zum tanzen aufzufordern. Beim letzten Stück aber doch noch. Und sie fragte, „warum hast Du das nicht früher gemacht?“.

Dann Beatrix, die bürgerliche Tochter des örtlichen, kleinstädtischen, angesehenen Haushaltssortimentanbieters – heute wäre es wohl ein Baumarkt. In die war ich extrem verknallt! Groß, gewellte dunkle Haare. Heute noch mein Traum und wohl prägend. Und wir haben in dunklen Partykellern der Siebziger stundenlang Blues getanzt. So langsam wie möglich! Das gibt es heute gar nicht mehr. Zu „Nights in White Satin“ und „It’s five o’clock“. Aber ich war kein Draufgänger. Mein sieben Jahre älterer Lieblingsfreund Klaus hat ihr – nach Mitteilungen aus zweiter Hand – auf dem Burggelände der Kleinstadt unter dem T-Schirt rumgefummelt und sie war weg. Das ärgert mich heute noch.

Nun, das Leben geht weiter. Aber wichtiges passierte erst viele Jahre später: Karneval in Köln. Es gibt keine bessere Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen – und schöne Fotos zu schießen. Zum Beispiel mit der bodenständigen K.V. – oder doch mit ihrer Freundin, der Künstlerin F.T.? Ich erinnere mich, dass ich mich nicht entscheiden konnte. Ich dachte, ich wäre in der Position, entscheiden zu können. K.V. hat dann die Initiative ergriffen, was zu einem langjährigen Erfolg geführt hat.

Dann, in den achtzigern, kam C.S., in die ich total verknallt war, auch groß, stark, aber blond und leider ziemlich lesbisch veranlagt, was die Sache etwas kompliziert machte. Und extrem nach Selbständigkeit strebend und entsprechend manchmal abweisend – das stärkte das Verlangen. Das waren schöne aber für mich auch offensichtlich sehr unbefriedigende Zeiten. Auch sie ist später zu meinem damaligen Freund R.M. umgeschwenkt. Irgendetwas habe ich wohl immer grundsätzlich falsch gemacht.

In der Zeit ist noch verschiedenes passiert. Ich erinnere mich auch an eine platonische Beziehung N., die Freundin meines o.g. Freundes R.M. Und dann noch die Schwester von R.M. Damals war wohl alles noch ein wenig offener.

Aber schließlich auch P.F.. Groß, dunkelhaarig, new wavig, stark. Mein Traum und heute noch aktuell.

Habe ich eine vergessen? Sonst meldet Euch!

P.S.: Die Namen wurden von der Redaktion geändert. Jeder Bezug zu lebenden oder toten Personen ist rein zufällig. Und: pikante Details wurden nicht berücksichtigt.

13. November 2020 // Autobiographisches // Kommentar schreiben!

Verpasst

Es war 1989, als ich nach einem mittelmäßigen doch-noch-Studiumabschluß die letzte Chance nutzte, vor dem harten Arbeitsleben noch etwas die Welt zu erkunden.

Das war damals noch Amerika. Auf dieser Reise habe ich auch etwas anderes erlebt. Welche Story wollte ich jetzt schreiben? Ach ja, von einem besonderen, historischen Erlebnis, das ich nicht hatte. Ich war in New York auf einer Privatparty. Alle beglückwünschten und umarmten mich als deutschen. Warum!?

Also, ich las an diesem Morgen auch die New York Times auf deren Titel ein Foto von Menschen war, die auf der Mauer standen (oder tanzten)!? DER Mauer. Was ist da los in Berlin?

Ich lebe seit Anfang der Achtziger in dieser Stadt und war nie länger weg, als ein, zwei Wochen. Jetzt hat es mich erwischt. Ich habe DEN historischen Tag in der Geschichte meiner Heimatstadt verpasst. Die zurückgebliebene Freundin bestätigte mir leider telefonisch das fröhliche Chaos, das ausgebrochen war und was ich alles verpasste.

Ich saß allein in der Weltstadt N.Y. auf einer tollen Party, wurde als Held gefeiert und wünschte mir nichts sehnlicher, als in Berlin zu sein.

Mal Pech gehabt.

Ich habe auch mal etwas solides gemacht

Ingenieur für technischen Umweltschutz. 10 Jahre lang. Nach dem Studium habe ich ins Blaue 10 Bewerbungen geschrieben und 3 konkrete Angebote erhalten. Ich habe dann ohne Bewerbung in einem Ingenieurbüro eines Bekannten aus der Uni angefangen. Mit Prokura. Da war ich unter anderem mit der Vorplanung einer Anlage zur Abfallbehandlung (genauer gesagt: Kompostierung von Bioabfällen) befasst. Etwas haptisches! Die Anlage existiert heute noch. Mein Ziel war es damals, etwas für die Umwelt zu machen und das hat mich – gottseidank – nach Berlin gebracht. Aber nach einiger Zeit gab es nur noch Krisensitzungen. Die Konkurrenz wurde zu groß. Jeder (Konzern) hat Dienstleistungen und Planungen im Umweltschutz angeboten. Ich dachte, ich möchte das nicht mehr, mach mich selbständig und befasse mich mit dem, was mir Spass macht. Netzgestaltung. Vollkommen unseriös, da ich keine Ahnung hatte, keine Ausbildung und keine Kontakte. Der Zeitpunkt war aber gut. Jeder, der angab, so etwas zu können, wurde sofort engagiert. Mittlerweile bin ich Profi. Und stolz auf diesen Schritt.