Dysfunktional

Ist die griechisch-lateinische Bezeichnung für eine Funktionsstörung. Also man macht etwas, und gibt sich vielleicht auch Mühe, aber es funktioniert einfach nicht. Es ist das, was in Arbeitszeugnissen als schlimmste Beurteilung Verwendung findet: „Er war stets bemüht“. Aber dysfunktional kann vieles betreffen; das Auto, das nicht anspringt, die Kaffeemaschine, die nur Plörre ausspuckt – oder die Stadtverwaltung, die ihre Aufgaben nicht erfüllen kann. Um letzteres geht es hier.

Nun ich muss wohl nicht groß erläutern, auf welche Stadt ich mich beziehe. Jeder weiß es in diesem Zusammenhang sofort, und ich habe bereits dazu etwas abgelästert. Dysfunktional klingt eigentlich zu freundlich, Versagen wäre hier ein passendes Synonym. Auf ganzer Linie sollte man noch ergänzen. Und die Anlässe sind so umfangreich geworden, dass ich dazu gezwungen werde, nochmal ein paar dramatische, für normale Menschen zum Entsetzen führende Vorfälle zu dokumentieren.

Als Beweis für den Titel! Für die Nachwelt. Als Warnung für Menschen, die mit dem Gedanken spielen, hierhin zu ziehen (macht es bloß nicht!). Als Ventil für Menschen, die bereits hier wohnen, oder schlimmer – immer noch hier wohnen. Wie ich zum Beispiel. Es ist mir sehr peinlich. Fremdscham in Reinstform. Die Stadt ist eigentlich sehr schön, die Umgebung großartig, das hält mich hier, aber die Politik: ein immerwährendes Desaster. Es sind sogar auch halbkriminelle Machenschaften, die sich gegen unser Rechtssystem richten. Aber offensichtlich wird nie jemand zur Rechenschaft gezogen und jeder kann machen, was er will – ein Traumzustand für Politiker! Aber nicht für das Volk.  // weiterlesen! 

24. November 2022 // Det/Dit is Berlin // 2 Kommentare

Die Frau als solche

Ach ja – Frauen [seufz]. Sind durchaus als zwiespältig anzusehen! Mal erfreuen sie einen, mal nerven sie. So wie Männer auch. Wie soll ich anfangen. Ich habe ja den Anspruch, umfassend und nachhaltig zu schreiben. Vielleicht mit einer Definition: Ich wundere mich heutzutage noch manchmal darüber, dass manche Menschen vorne auf dem Oberkörper so zwei Auswölbungen haben. Es irritiert mich. Aber attraktiert mich auch manchmal. Diese Menschen nennt man Frauen. Zumindest war das früher so (früher war mehr Lametta).

Was weiß man so über diese Spezies? Nun, sie können nicht gut einparken! Und sie machen alles nur kompliziert. Dafür können sie gut Multitasking und haben so schräge Fähigkeiten, wie „emotionale Intelligenz“. Frauen sind radikal, das mag ich – manchmal. Frauen sind das schwache Geschlecht. Äh, nein, definitiv nicht. Das mag physikalisch oft stimmen. Aber Frauen üben ihre Macht auf eine psychische und für Männer nicht nachvollziehbare, und daher erfolgreiche Art aus. Das wurde bisher nicht ausreichend erkannt und untersucht!

Und sie sind leider ziemlich irrational. Alles in allem Eigenschaften, die das Zusammenleben mit Männern, die eher einfach gestrickt sind, schwierig bis unmöglich machen. Trotzdem ist die Kombination sehr verbreitet. Es scheint da ziemlich geheimnisvolle, nicht erklärbare aber erfolgreiche Bindungen zu geben.

20. November 2022 // Gedanken, Glossen // 3 Kommentare

Gefühle sind die neue Wahrheit

Leider! Es gab mal eine Zeit, in der wurden Tatsachen als Wahrheit anerkannt, was ja durchaus sinnvoll ist (die Aufklärung? 18. Jahrhundert?) Das ist schon etwas länger her. Aber auch in meinem Leben war es die meiste Zeit so, dass rationale Erkenntnisse erfolgreich waren und sich durchsetzten. Das nennt man Vernunft. Die Zeiten scheinen vorbei zu sein. Das postfaktische Zeitalter ist ausgebrochen.  Wenn heutzutage jemand auch nur etwas fühlt, wird es bereits als Wahrheit angesehen.

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08. September 2022 // Philosophisches // Kommentar schreiben!

// neuer deutscher post-punk

Musikalisch – und sonst – bin ich ja geprägt von den Achtziger-Jahren. Es ist die beste und wichtigste Zeit der Popgeschichte! Noch vor den Siebzigern. Ein Ewiggestriger? Nein, ich sehe, dass es auch sehr gute neue Musik gibt. Hauptsache, sie klingt, wie Achtziger!

Post-Punk zum Beispiel. Bezeichnete angeblich früher schon Musik, die nach der Zeit des Punk, also, den frühen Achtzigern (?) kam. Für mich war das immer New Wave; niemand hat damals von Post-Punk geredet. Egal. Es gibt auch aktuelle Musik, die als Post-Punk bezeichnet wird und wunderbar wie damals klingt. Der Begriff ist aber sehr unscharf, das half mir dabei, diese tolle Liste mit herausragender Musik zusammenzustellen: Punk, New Wave, Gothic, Neue Deutsche Welle, krachiges, poppiges, schräges.

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17. August 2022 // Musikalisches, Musiklisten // 3 Kommentare

Kulturelle Aneignung

Ein neues Modewort mit Aufregercharakter. Von denen gibt es viele und ich möchte sie mal gesammelt darstellen, um den absurden Stand der öffentlichen Diskussion zu dokumentieren. Hier aber erstmal ein paar Gedanken zur „Cultural Appropriation“, wie es auf englisch heißt und das wie die meisten dieser pseudowissenschaftlichen und dogmatischen Verhalten-Modewörter aus den USA kommt. Die haben für jegliches angebliche Fehlverhalten einen Begriff, der Menschen zugewiesen wird, diese in eine Schublade steckt und sie pathologisiert.

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Normal ist nicht mehr normal

Man geht in ein Cafe und bestellt einen Cappuccino. Das geht leider nicht mehr so einfach. Es kommt die Rückfrage, mit Hafermilch, Sojamilch, Mandelmilch, Ziegenmilch, XXX-Milch? (Das ist natürlich alles keine Milch, weil mit Milch üblicherweise Kuhmilch gemeint ist. Es sollte verboten werden, alles andere als Milch zu bezeichnen!) Mit Koffein oder ohne? Groß, mittel oder klein? Zum Hiertrinken oder zum Mitnehmen? Puh, wer einen normalen Cappucino trinken möchte, muss heutzutage sagen: Cappuccino mit Koffein, mittelgroß, Kuhmilch, zum Hiertrinken! Die Welt wird komplizierter.  // weiterlesen! 

Menscheln

Ein Begriff, der mir mal in den Achtzigern begegnete und seitdem nicht mehr, aber hängen blieb. Wie komme ich darauf? Weil ich Musik hörte. Der Begriff wurde damals in einer bekannten Musikzeitschrift (SPEX) von einem bekannten Musikkritiker (Diederichsen) gegen einen bekannten Popmusiker (Morrissey) ausgesprochen. Das kann ich nicht mehr belegen, kommt aber so aus meinem Hirn. Und ich denke es war abwertend gemeint. Gegen den, über den ich nochmal eine ausführliche Rezension schreiben möchte, weil er für mich auch einer der einflussreichsten Musiker, aber vor allem auch genialster Texter, dieser Zeit war.

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Ostseeimpressionen

Textimpression

Ein längeres Wochenende an der Ostsee kann sehr entspannend sein und neue Eindrücke bewirken. Wenn dann noch das Wetter mitspielt und es nicht wie sonst immer 5 Grad, Regen und Sturm sind, kann es auch richtig Spaß machen. Die meisten Urlauber dort sind aber sowieso hartgesotten; Wetter? Egal! Daunenjacke? Brauche ich nicht! Alle rennen in sportlich-leichter Kleidung herum und sitzen um jeden Preis und immer draußen und tun so, als wenn sie nicht frierten, um ihr Fischbrötchen zu verspeisen, Tee zu trinken und der frischen Luft zu fröhnen.

Das Meer beruhigt. Obwohl es am ersten Tag recht wild war, am zweiten weniger und erst am dritten vollkommen ruhig. Alle Zustände schön! Die Möven kreischen. Das liebe ich seit meiner Kindheit, die auch am Meer stattfand. Damals schon dachte ich, wenn ich ein Tier sein müsste, wäre es eine Möve. Fliegen können, viel mit dem Meer zu tun haben, hübsch aussehen – und Fisch mochte ich auch schon immer! Es gibt ja viele Arten, wie (auf die Schnelle): Sturmmöwe, Dreizehenmöwe, Silbermöwe, Mittelmeermöwe, Schwarzkopfmöwe, Heringsmöwe, Mantelmöwe, Eismöwe, Raubmöwe. Die Lachmöve gefällt mir am besten, weil sie Humor hat.

Aber die Möven von heute sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Vom Balkon warf ich ihnen ein Stück Brot zu, so wie früher (früher war mehr Lametta!). Ich habe es immer bewundert, wie sie dies mit den wildesten akrobatischen Flugbewegungen aus der Luft auffangen. Aber diese hat das Brot verfehlt, und dann immerhin auf dem Boden gefunden und verspeist. Aber dann: sie blieb auf dem Rasen stehen, guckte erwartungsvoll hoch und wartete auf Neues. Nee, so nicht!

Alle gehen natürlich auch ständig spazieren,; Einkaufsstraße rauf und runter. Promenade rauf. Promenade runter. Seebrücke hin und zurück. Oder zum Hafen. Hier scheint es ab frühem Nachmittag Pflicht zu sein, Aperol Spritz zu trinken, dann noch einen und stundenlang auf den Sonnenuntergang zu warten. Ein bisschen Mittelmeer im hohen Norden.

Klangimpression

 

Bildimpression

Ein paar Gedanken zur militärischen Spezialoperation

  • Natürlich ist es ein Krieg
  • Es gibt genau zwei Gründe für einen Krieg: Man wird angegriffen und muss sich verteidigen, oder man möchte seinen Machtbereich ausweiten. Zu den vielfältigen vorgeschobenen Gründen dieses Krieges möchte ich nochmal etwas ausführlicher schreiben.
  • Eine Lehrstunde in Geschichte. Und ein Vorgehen, wie aus dem Lehrbuch.
  • Der Angreifer hat wohl das Standardwerk verinnerlicht „Wie führe ich einen unschuldigen Angriffskrieg und manipuliere die Welt?“
  • Geschichte wird gemacht. Das hat auch ein russischer Diktator für sich beschlossen.
  • Diplomatie funktioniert nur mit entsprechender Macht im Rücken.
  • Wer jetzt noch von Diplomatie oder Verhandlungen träumt, ist ein Depp.
  • Sanktionen können ärgern, aber nicht die Okkupation verhindern.
  • Als alter Pazifist muss ich sagen, jetzt hilft nur noch blanke Gewalt.
  • Ich freue mich über die Geschlossenheit und Stärke der Europäer.
  • Mann, bin ich froh in einer Demokratie zu leben!
  • Staaten: unterstützt die Ukraine – auch mit Waffen.
  • Es ist verständlich, dass kein Staat direkt eingreifen möchte.
  • Deutschland macht zunächst Symbolpolitik, schwenkt aber glücklicherweise doch noch um.
  • Es wundert mich, dass nach der Okkupation der Krim, immer noch niemand Russlands lupenreinen Demokraten ernst genommen hat.
  • Warum gibt es keine Sanktionen gegen Belarus? Die ermöglichen immerhin den direkten Angriff auf Kiew.
  • Hoffen hilft nicht mehr – nur noch Handeln.
  • Würden wir Deutschen unsere Demokratie auch so überzeugt/überzeugend verteidigen?
  • Ja, es ist auch ein Informationskrieg.
  • Der Ukrainische Präsident macht seinen Job schon gut. Aber die verbalen Angriffe gegen Deutschland nerven mittlerweile.
  • Hier kämpft das letzte Jahrhundert gegen die neue Welt.
  • Bin ich froh, dass wir Verbündete haben.
  • Es wird mir wieder bewusst, wie wertvoll unsere Demokratie, die Meinungsfreiheit und der europäische Gedanke sind.
  • Kriege kann man heute nicht mehr so führen, wie vor 60 Jahren.
  • Dieser Krieg darf auf keinen Fall gewonnen werden, da er sich gegen den Westen und die Demokratie richtet.
  • Wir sollten die Ukraine – neben der politischen und sozialen Hilfe – auch mit möglichst vielen Waffen versorgen
  • Eigentlich ist es ja aus politischen Gründen auch sehr interessant, was in einer solchen Ausnahmesituation alles passiert, welche Initiativen ergriffen werden, welche Aktionen und Gegenreaktionen es gibt. Wäre da nicht auch das schreckliche Leid.
  • Und der Angriff ist schon ziemlich oldschool.
  • Es ist richtig, endlich die Bundeswehr besser aufzustellen und mehr Geld für Verteidigung (ja: Verteidigung) auszugeben.
  • Autokrat ist ein zu freundliches Wort für einen Diktator.

Und hier mal aus sprachlicher Sicht (ein Schwerpunkt dieses Tagebuchs) Synonyme für Autokrat: Führer, Diktator, Monarch, Souverän, Tyrann, Alleinherrscher, Unterdrücker, Gewaltherrscher, Selbstherrscher, Schreckensherrscher, Absolutist, Despot

Nachtrag: der Duden war ja mal eine angesehene Institution der deutschen Sprache; dieses Bild versucht er seit vielen Jahren mit allen Mitteln erfolgreich zu zerstören. Synonyme für „Autokrat“ kennt er aktuell gar keine. „Suche nach Autokrat. Leider gibt es für Ihre Suchanfrage im Wörterbuch keine Treffer. Vielleicht werden Sie in einem der anderen Seitenbereiche fündig: [Bla Bla]“ Es wird angeboten, seine Anmerkungen über ein Kontaktformular mitzuteilen. Das habe ich genutzt: „Hallo, Sie finden keine Synonyme für „Autokrat“?! Da frage ich lieber meinen 10-jährigen Sohn, als den Duden! gorg“. Mein Sohn ist zwar älter, aber aus dramatischen Gründen habe ich mich hier nicht ganz wahrheitsgemäß artikuliert, ohne die grundsätzliche Aussage zu verändern. Beim Abschicken des Formulars kam eine Fehlermeldung: „The website encountered an unexpected error. Please try again later.“ Nicht einmal das können die. Ich hoffe, dass dieses populistische Machwerk bald die Unbeachtung findet, die es verdient.

Meine Wortbibel DWDS bietet dagegen mehrere Alternativen und verzeichnet einen starken Anstieg des Begriffs seit 2007. Anwendungsbeispiel: „an der Spitze des russischen Staates stand der Zar als Autokrat“

Und: das Wort Autokratin habe ich noch nie gehört. Heute soll man wohl sagen: Autokrat_In. Da bin ich schon froh, dass alle männlich sind und wir diese Form nicht brauchen. Auch die Rechtschreibprüfung von WordPress findet das Wort Autokrat nicht. Alternativ wird angeboten: Autorat, Autokarat, Autokraft, Kraut. Häh??

Und wie unser beliebter Sprachbloggeur berichtet, ist der aktuelle Möchtegernautokrat im Vergleich doch wohl eher eine Lachnummer.

17. März 2022 // Politisches // 2 Kommentare