Harte Ware – Weiche Ware
Software wird heutzutage wichtiger als Hardware. Entscheidend sind nicht mehr die Hauptplatinen, Kondensatoren und Transitoren – und Knöpfe, sondern die elektrischen Ströme die darin hin und herlaufen. Früher (war mehr Lametta) war es so: man drückt auf einen Knopf und etwas passiert. Heute wischt man über einen Bildschirm. Nix haptisches; analoges spielt keine Rolle mehr.
Das Auto verbraucht zu viel Benzin? Kleines Softwareupdate und alles ist gut. Flugzeuge stürzen ab? Kein Problem: neue Software eingespielt – fliegt wieder. Welche Suchergebnisse sind gut? Darüber entscheidet ein Algorithmus. Ein Programm. Kein Mensch. Na gut, ein Mensch hat das Programm geschaffen; dennoch: es wird keine Fallunterscheidung mehr gemacht, sondern nach Regel entschieden. Und die ist immer gleich. KI ist noch nicht so weit.
Der große Vorteil weicher Ware ist: man kann sie ohne weiteres erneuern; bei harter Ware ist das schwieriger. Das hilft auch, wenn man beim Betrug erwischt wird.
Das Leben
Ist durchaus als sehr zwiespältig anzusehen: mal ist es schön, oft aber nervt es auch. Bin zu einer endgültigen Einstufung noch nicht entschieden. Vermutlich ist es vorher vorbei.
Zwitscherverkehr

Quelle: https://www.zukunft-mobilitaet.net/8328/strassenverkehr/visualisierung-verkehr-europa-usa-asien-twitter-eric-fischer/
Das Herz Europas. Venen oder Arterien?
Kapitalistenschweine
Ein schöner Kampfbegriff aus den Achtzigern. Könnte heutzutage wieder sehr aktuell werden. Hat aber keine Anhänger mehr. Die Menschen mögen die Konzerne wieder. Wird außerdem auch von der Rechtschreibkorrektur nicht erkannt. Auch Bonzenschweine nicht.
Stolz
Stolz kann man nur auf Dinge sein, die man selbst geschaffen hat. Nicht auf das Land in dem man lebt, nicht auf die Gucci-Jacke, die von Mama gesponsert wurde, nicht auf seinen Körper, der von Gott geschaffen wurde.
Ich habe als Erwachsener nie nennenswerte Hilfe und finanzielle Unterstützung bekommen. Noch habe ich größere Summen geerbt, die mir das Leben erleichtert hätten. Ich arbeite in einem Beruf, den ich nicht studiert habe, habe Familie, finde mich zurecht im Leben, bin selbständig. Und habe etwas Glück gehabt. Ansonsten alles selbst erarbeitet und weiterentwickelt. Und das erfolgreich. Und meistens anständig durch’s Leben gegangen. Darauf bin ich stolz.
Klimabild
Ein schönes Bild. Ist das Kunst ? Könnte man meinen; aber es ist nur eine Visualisierung von Daten. Blau ist kalt, Rot ist warm. Es zeigt die weltweit gemessenen durchschnittlichen Temperaturen im Jahresverlauf von 1850 (links) bis 2017 (rechts). Also die letzten 167 Jahre. Man könnte eine gewisse Tendenz zur Klimaerwärmung daraus folgern. Zumindest ist es ja wohl schwierig, diesen komplett zu leugnen. Manche tun es trotzdem.
Kleiner Nachtrag dazu:

Von Guerilla Knitting im öffentlichen Raum bis zu Pussy Hats als Demokleidung gibt es einige ungewöhnliche Strickprojekte. Mit ihrem Klimwandel-Pullover setzt auch die Klimaschutzberaterin Anja Kollmuss auf die Verbindung von Mathematik und Wolle und visualisiert damit die globale Erwärmung am eigenen Körper. Quelle https://www.heise.de/make/meldung/Climate-Sweater-ein-Pullover-visualisiert-die-globale-Erwaermung-4374307.html.
Das Ende des Internet
Es gab ja in letzter Zeit viele Diskussionen über das neue Urherberrechtsgesetz der EU. Jetzt wurde es endlich beschlossen. Ziel dieser Regelung ist es, den Urhebern von Kunstwerken den ihnen zustehenden Respekt und auch die entsprechende Entlohnung zukommen zu lassen. Das ist doch etwas Gutes!?
Das Gesetz verpflichtet nun auch illegale und/oder großkotzige Internetportale dazu, dies zu respektieren und den Künstlern eine entsprechende pauschale Entlohnung zukommen zu lassen. Nun gibt es eine öffentliche Bewegung von Nutzern, die dies als inakzeptabel empfinden und mit schärfsten Mitteln dagegen vorgehen. Wie mittlerweile üblich, werden auch hier Verfechter ungeliebter Regelungen sogar mit Morddrohungen traktiert. Es wird das Ende des Internet proklamiert, weil man – zu Recht – vermutet, dass die Großkonzerne diese pauschalen Abgaben nicht zahlen möchten und stattdessen, lieber eine Filterfunktion einbauen, die es verhindert, dass urheberrechtlich geschützte Werke in das Portal hochgeladen werden. Die Befürchtung ist, dass diese Filter auch die Veröffentlichung anderer Werke verhindert. Sogar von „Zensur“ ist die Rede.
Dazu drei Anmerkungen:
- Ich bin überzeugt davon, dass die KI so weit fortgeschritten ist, dass es möglich ist, gut funktionierende Filter zu programmieren – wenn man will. Natürlich kann es sein, dass mal etwas zu Unrecht ausgeschlossen wird; das ist aber kein Drama! Jeder kann eine eigene Website erstellen und – im Rahmen der gesetzlichen Regelungen – alles veröffentlichen, was er will; dazu braucht man keine Portale.
- Die Nutzer müssten doch froh sein, dass sie keine Verantwortung mehr tragen, sondern das entsprechende Portal alles übernimmt. Warum lassen sie sich für die Interessen von Großkapitalisten und kriminellen Datensammlern einpannen?
- Die Portale vollziehen schon immer eine Zensur nach US-amerkanischen Vorstellungen von Moral, was die Inhalte angeht: „nackter Busen, das schlimmste was es gibt; Verherrlichung von Gewalt – kein Problem„. Warum geht dagegen keiner vor?
Das Ende des Internet? Also, erstens geht es nur darum, dass keine Dateien illegal veröffentlicht werden, zweitens betriftt es ja nur Großkonzerne mit einem irren Gewinn. Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass diese ihr Geld auch mit illegalen Mitteln scheffeln und gleichzeitig alles unternehmen, um keine Steuern zu bezahlen. Es wundert mich, dass die Nutzer sich für diese Interessen einspannen lassen und dafür auf die Straße gehen. Früher haben wir gegen das Kapital und die Großkonzerne demonstriert! Und: Natürlich wird das zum Teil auch gefördert bis gesteuert. Die Portale haben die Macht dazu. Gleichzeitig wird die Gesellschaft immer manipulierbarer. Und die Künstler haben nicht so eine schlagkräftige Lobby.
Verteuerung
Neulich ein Bericht zur positiven Weiterentwicklung eines heruntergekommenen Berliner Bezirks. Ein elektronischer Großkonzern mit dem Namen S. verlegt seinem Hauptsitz von München nach Schöneberg. Es wird auf das Umfeld eingegangen: die spezielle Gegend, das horizontale Gewerbe. Der erste Kommentar zu dieser Meldung kam von macthepirat (ein unverständlicher, dummer und fehlerhafter Mischmasch aus Deutsch und Englisch): „Endergebnis: Auch diese Gegend wird für den Normalberliner unbezahlbar.“ Der zweite Kommentar kam von mir: „Meinen Sie damit die Dirnen?“ Der Kommentar wurde von der Redaktion des TSP zensiert. Das war aber doch lustig, oder? Wahrscheinlich wurde das Wort „Dirnen“ automatisch erkannt und der Beitrage daher verworfen. Vielleicht hätte ich „horizontales Gewerbe“ schreiben sollen. Mittlerweile ist mir das schon öfter passiert. Gut, dass ich ihn hier veröffentlichen kann. Aber so wichtig ist das auch nicht; schlimm aber der dumme Nutzerkommentar und die krasse Filterfunktion beim TSP! Fünf andere Antworten hierauf wurden durchgelassen. Und schlimm auch der verbreitete Hass auf die Verbesserung des Umfeldes. Etwas Gentrifizierung würde hier guttun.
Bequemlichkeit ist gut
Ein großer Teil des Fortschritts der Menschheit beruht auf Bequemlichkeit. Die größten Ressourcen werden darauf angesetzt: wie kann ich mir bloß das Leben angenehmer machen? Da der technische Fortschritt immer schneller vonstatten geht, schließe ich daraus, dass die Menschheit ein immer größeres Bedürfnis nach Bequemlichkeit entwickelt. Aber es funktioniert. Der technische Fortschritt hilft uns (manchmal stört er auch). Das Problem dabei ist, das sich auch die Ansprüche entsprechend steigern. Das macht den Vorteil der Bequemlichkeitserhöhung leider wieder zunichte, fördert aber auch weitere Bequemlichkeitsversuche.

