Quatschrunden

Ich stelle mir gerne vor: ich sitze in einer „Talkshow“ und sage lauter kluge Sachen und bin frech, dem doofen, eingebildeten Moderator gegenüber. Diese Gedanken kommen, wenn ich tolle Gedanken habe. Kinski fand ich auch in dieser Hinsicht bewundernswert.

03. Oktober 2016 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Besuch beim Arzt

Nun, das ist keiner dieser Besuche, die man gerne macht, weil man mal wieder sich austauschen möchte, oder eine gute Flasche Wein verkosten möchte. Nein, dies sind eher erzwungene Besuche – nur wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt,  gehe ich dann doch mal zum Arzt.

Meine Erfahrung aus den letzten Terminen zeigt: Ärzte haben einen ausgeprägten Hang zum Sadismus. Ein Beispiel: MRT. Angeblich  eine schonende Methode ins Gehirn zu gucken, ohne schädliche Röntgenstrahlen. In Wirklichkeit eine primitive Methode, Menschen in den Wahnsinn zu treiben. Man liegt auf der Bank, der Kopf ist eingespannt, ein Gerät schiebt sich unglaublich langsam über den Kopf hinweg. Man hat pro Forma so einen Pseudo-Ohrenschutz auf, trotzdem wird man mit einem unglaublichen Lärm befeuert. Krachen, Fiepen, Donnern, Grollen.

Ich habe versucht, mir vorzustellen, ich sei auf einem Konzert der Einstürzenden Neubauten, und alles sei so gewollt. Ich höre eigentlich auch gerne mal Krachmusik… Der Lärm an sich ist vielleicht auch gar nicht so schlimm. In Verbindung mit der Streckbankähnlichen Fesselung, der Einsamkeit und einer leichten Platzangst, wird das Ganze allerdings unerträglich.

Mein Hirn, etwas unscharf, aber ziemlich groß und Gottseidank gesund.

Nun, nach einer halben Ewigkeit war ich kurz davor, den Notknopf zu drücken – den hat man ja immerhin! Dann habe ich mir vorgestellt, hört mich überhaupt jemand? Wie lange dauert es, bis man befreit wird? Aber noch schlimmer war der Gedanke, dass man das Ganze dann nochmal komplett durchmachen müsste! Kurz darauf war es vorbei, alles in Ordnung, man geht taumelnd, aber glücklich aus der Praxis in die Welt da draußen und fühlt sich als Außerirdischer …

Nachtrag: Ach ja, und der der Befund war negativ, also positiv! ;-)

Wortschatz

Ein schönes Wort! Es verbindet das Wort mit etwas sehr wertvollem. Das ist eine besondere Wortschatz, ähh, Wertschätz(-ung; Mann, GORG, Du hast schonmal besseres geleistet)! Es definiert die Summe der Wörter, die es gibt, oder die jemand drauf hat. Dabei wird nochmal unterschieden in Wörter, die man versteht (passiv), und Wörter, die man anwendet (aktiv). Es ist ein Zeichen von Bildung, Kultur und Sprachbegabung, wenn man sich auch vielseitig aktiv ausdrücken kann. Darum geht es mir hier.

In diesem Zusammenhang wird gerne der Wortschatz unseres Herr Goethe genannt, der im Rahmen seines Gesamtwerkes wohl auf 91.000 Wörter kommt, das ist wesentlich mehr, als der allgemeine deutsche Wortschatz, der 75.000 Wörter umfasst (Wikipedia). Was aber auch daran liegt, dass er ziemlich viel geschrieben hat, was die Wahrscheinlichkeit für viele Wörter – zumindest bei Menschen mit Anspruch – erhöht. Luther kommt dagegen eher auf 23.000 Wörter (Quelle). Im Alltag braucht man das alles nicht, es reichen wohl wenige tausend, um im Leben klarzukommen.

Das Logo als schöne aber etwas anrüchige Anspielung auf den Titel Wer hat den Größten

Vor einigen Jahren ist ein deutscher Radiosender für Jugendliche auf die Idee gekommen, mal nachzuprüfen, was deutsche Darbieter des Sprechgesangs wohl für einen Wortschatz haben, da diese ja besonders viel mit Wörtern jonglieren. Das Ganze wurde unter dem etwas bemüht provokanten Titel (und Logo!) „Wer hat den Größten“ 2015 veröffentlicht (Quelle). Genauer gesagt, war es nicht deren Idee, das wurde in Amiland schon für Popmusiker durchgeführt (2015 Quelle), die die Idee aus einer Untersuchung für US-Amerikanische Reimer – dem Original – geklaut haben (2011  Quelle).

Die Untersuchung ist natürlich nicht wissenschaftlich, sie wurde von einem bekennenden Anhänger des Sprechgesangs betreut und geht nur peripher auf die Rahmenbedingungen ein: Es wurden die letzten 16.000 Wörter untersucht, die durch die Akteure veröffentlicht wurden. Diese wurden einer Firma zur Auswertung übergeben, die auch bestimmte Filter vorgenommen hat, wobei auch verschiedene Formen eines Wortes ignoriert wurden. Das klingt in Ordnung, zumal, wenn alle dem gleichen Procedere unterworfen werden. Zum Vergleich wurden nach demselben Verfahren Werke von Goethe (Faust I) und einer Schlagersängerin herangezogen.

Das Ergebnis ist verblüffend: Unser Goethe steht mit 2913 Wörtern nur auf dem dritten Platz während der erste Platz eines Sprechgesangsdarbieters  3093 Wörter aufweist. Kann das sein? Die Schlagersängerin auf dem letzten Platz! Es wundert mich vor allem, weil aktuell die genannten Darbieter sich von selbst meist auf wenige Themen beschränken: Kriminalität, Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Antisemitismus. Da müsste der Wortschatz doch stark eingeengt sein?! Von der Unmusikalität ganz zu schweigen, aber darum geht es hier nicht.

Im Vergleich mit der Amistudie zeigt sich, dass dort mit 35.000 wesentlich mehr Wörter untersucht wurden und sich der größte Wortschatz auf 7392 Wörter summiert. Das kommt im Verhältnis ungefähr hin, wenn man bedenkt, dass in einem größeren Werk auch mehr Wörter gefunden werden, hier also mehr als doppelt so viel. Auch dort wurde ein Vergleich mit einem Schriftsteller (Shakespeare) gezogen (unter Berücksichtigung unterschiedlicher Werke), der wohl gerade noch im oberen Drittel landete.

Zurück nach Deutschland: es werden auch die häufigsten Wörter bei bestimmten Akteuren genannt. Hier ein paar Beispiele ohne Zuordnung: haben, ficken, leben, immer, kommen, Junge, so, egal, Geld, Wissen, leben, Rapper, Bitch. Und als sogenannte Ad-Libs (von „ad libitum“, die Kür unter den Berufs-Stotterern) Yeah!, Ey!, Hey, Yo!, uh.

Besonders bei letzteren würde ich etwas anzweifeln, ob man die als Wörter definieren kann. Ich verstehe Wörter als Bestandteile des klassischen Sprachgebrauchs. Von mir aus, alles, was im Duden steht, obwohl der auch schon versucht , den Zeitgeist einzufangen und schlimme Modewörter mit aufnimmt. Ich könnte ein Werk nur mit Pupslauten erstellen und würde damit Goethe und alle Sprechgesänger in den Schatten stellen. Natürlich kommt es nicht nur auf die Anzahl an, sondern auch auf den Inhalt!

Einer der Darbieter (Platz 8) hat eine schöne Stellungnahme von sich gegeben: „Ich bin überrascht, dass ich so weit vorne bin. Ich sag‘ ja immer nur das gleiche. Aber eigentlich ist es sowieso viel schwieriger, mit wenig Worten irgendwas sehr Gutes zu sagen. Deswegen ist mein Ziel: Ich möchte an das Ende dieser Liste! Ich will auf Platz 100 sein und auf dem nächsten Album nur noch drei Worte benutzen. Aber trotzdem vielleicht mehr aussagen als manch ein Rapper mit tausenden Wörtern sagt.“ Also, das gefällt mir; es ist ein Merkmal der Kunst mit wenigen Mitteln etwas auszusagen; was ich gut finde; aber es ist auch schön und stilvoll, die Vielfalt eines Wortschatzes zu auszuleben.

Mich würde natürlich auch mal interessieren, wie sich Lustwort so schlägt. Also eigentlich habe ich den Anspruch, mehr als Sprechgesänger zu bieten, aber Goethe will ich nicht übertrumpfen.

Der Titel der Studie ist damit doch sehr zutreffend und ironisierend zugleich. Es geht nicht darum, wer den größten hat, sondern (auch) darum, welche Aussagen getroffen werden und was die Wörter einem bedeuten.

29. September 2020 // Deutsches, Wörter // Kommentar schreiben!

SPON

Spiegel Online ist Pflicht. Ich rufe die Seite mehrmals am Tag auf. Meistens sehr interessant. Ich entdecke in letzter Zeit aber eine gewisse Tendenz zum Trivialen, zum Boulevard. Ich könnte etwas zu den wertlosen Prominachrichten oder zum Mitläufertum beim Apple-Rummel (iphone-, ipad-Hype) sagen, dazu aber später mehr (vielleicht) …

Anyway, es gibt auch noch politische Beiträge, die mich interessieren. Aktuell war das Thema mit den Eltern ziemlich heiß, die in die USA ausgewandert sind, weil sie der Schulpflicht in Deutschland nicht nachkommen wollten. Genauer gesagt: Sie fühlten sich in Deutschland politisch verfolgt, weil sie ihre Kinder wegen der Schulpflicht nicht zu Hause selbst unterrichten durften. Das war ihnen wichtig, da sie die Befürchtung hatten, dass in der Schule zu wenig religiöse Werte vermittelt würden.

Grundsätzlich kann ich das verstehen, öffentliche Schulen vermitteln sicher nicht in ausreichendem Maße Werte, die uns als Eltern wichtig wären. Aber es gibt ja auch private Schulen, Konfessionsgebundene Schulen, da kann man sicher etwas entsprechendes finden.

Jedenfalls hat irgendein dämlicher Richter (oder entsprechende Geschworenen) in den USA wohl entschieden, daß diese Eltern aufgrund ihrer „Verfolgung“ POLITISCHES ASYL bekommen und in die USA auswandern dürfen! Wenn das mal keine politische Entscheidung war …

Dazu gab es im SPON ein Forum mit ziemlich vielen Beiträgen. Viele davon hatten den Tenor: gut, dann sind wir diese Quälgeister los, sollen die Amis sich mit denen rumschlagen. Das finde ich grundsätzlich in Ordnung, wenn nicht der politische Aspekt dabei wäre, dass in den USA der Eindruck erweckt wird, hier würde jemand politisch verfolgt, oder könne seine Individualität nicht ausleben, weil es die Schulpflicht gibt. Diese trägt nämlich dazu bei, daß es in Deutschland weniger Analphabeten gibt, als in den USA und solche Urteile nicht vorstellbar wären, und wir keinen Kriegsverbrecher zum Präsidenten wählen, und … Stop. Jetzt wollte ich noch den Link zum entsprechenden Artikel und Forum anbieten, finde es aber nicht mehr. Inzwischen gibt es schon wieder 50 andere Themen und Diskussionen. Die Welt ist so schnell geworden …

03. Februar 2010 // Politisches // Kommentar schreiben!

GORG auf TSP

<fiktiv> Neulich hat mich der Tagesspiegel angefragt, ob ich nicht eine Kolumne für ihn schreiben könnte.

Herr Martenstein hatte mich der Redaktion empfohlen.

Ich habe abgelehnt.

Ich mag Herrn Martenstein – der Name allein! Aber sobald ich unter Druck gesetzt werde, ist es keine freie Kunst mehr. Sorry, aber Ihr könnt mich gerne zitieren. </fiktiv>

12. Oktober 2018 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Kernbotschaften

Wahlslogans, Wahlsprüche, Devisen, Leitsätze, Leitsprüche, Losungen, Maximen, Motti (ist der Plural korrekt?), Parolen etc.

Im weiteren mal das englische Wort: Slogan. Wird oft mit folgenden Adjektiven verbunden: ein frecher, eingängiger, einprägsamer, flotter, genialer, griffiger, knackiger, markiger, prägnanter, schmissiger, werbewirksamer, zugkräftiger, zündender.

Es fehlen hier die Adjektive langweilig, unverständlich, unrealistisch. Aus aktuellem Anlass unten mal ein paar entsprechende Beispiele.  // weiterlesen! ☞

17. Februar 2025 // Glossen, Politisches // 1 Kommentar

Frieden, Freude, Eierkuchen

Können wir nicht einfach mal einen Schnitt machen? Den meisten geht es doch ganz gut. Alle Länder sollten sich mit dem aktuellen Stand begnügen. Kein Angriff mehr auf andere Staaten. Grenzen respektieren. Jeder für sich sein. Keine Machtphantasien mehr. Keine Ansprüche, die sich auf Zustände beziehen, die hunderte Jahre zurück liegen. Kein Selbständigkeitswahn. Einfach den Status Quo festlegen. Vielleicht noch ein Land für die Palästinenser und die Kurden einrichten. Gerne weiterhin allgemeinen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zwischen allen. Das hilft! Dann wären doch alle auch glücklich, oder? Solche Gedanken nennt man Utopie. (phantastische Vorstellung ohne reale Grundlage für eine Verwirklichung, DWDS)

10. November 2023 // Politisches // Kommentar schreiben!