Die Jugend von heute

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.
Sokrates, ca. 400 v. Chr.

Ich bin überzeugt davon: Die Menschheit ändert sich nicht. Und das ist gut so!

In dem Zusammenhang ein Zitat aus dem Netz: „Pubertät ist die Zeit, wo die Eltern komisch werden.“

22. Dezember 2017 // Gedanken, Politisches // Kommentar schreiben!

Schwermetall für Akademiker

Ich erwähne den Namen hier ungerne, da er Suchaggregate auf die falsche Fährte locken könnte und ich nicht unbedingt im Zusammenhang mit dieser Grippe, äh Gruppe, gebracht werden möchte. Da ich sie eigentlich furchtbar finden müsste. Die Musik ist schlecht, das Auftreten nur auf billige Effekte ausgerichtet, die Texte möchtegern tiefgründig und klischeehaft. Trashmusik! Der provozierende, pathetische und leicht faschistische Auftritt ist außerdem schwer von Laibach abgeguckt, die das aber schonmal besser gemacht haben. Aber Rammstein sind nicht rechts, die wollen nur spielen!  // weiterlesen! ☞

Na und?!

Ein Ausspruch, den ich mag. Mit Frage- und Ausrufezeichen. Er sollte öfter eingesetzt werden. Alle regen sich furchtbar über irgendetwas auf und ich spreche es einfach aus, kümmere mich um wichtigeres und bleibe vollkommen unbeschwert und zufrieden. Es gibt meist wichtigeres; und manchmal ist es gut, nicht auf die Diskussion einzugehen. Aber es ist auch schwierig: Normalerweise muss man Stellung beziehen. Alle erwarten das. Entweder dafür (immer gut) oder – ungern – dagegen (schwieriger). Aber na und gilt gar nicht! Dagegen kann man ja nichts sagen, nicht argumentieren. Jemand der sich einfach den Regeln des Diskurses entzieht. Das ist gemein!

 

07. November 2021 // Gedanken // 1 Kommentar

Achtung: Sie verlassen den funktionierenden Teil Deutschlands!

Früher gab es Grenzen innerhalb Berlins, auf die man durch die Besatzer hingewiesen wurde. Heute gibt es eine virtuelle Grenze zwischen der Hauptstadt und dem Rest Deutschlands. Die macht folgendes klar: Berlin ist Scheiße!

Das muss mal so raus. Auch wenn es nicht meinem Stil entspricht. Eine Stadt, die einen täglich nervt, die nichts hinbekommt und dann noch proklamiert, das wäre sexy oder oder hätte etwas mit Lebenslust zu tun.

Der gute Herr Diederichsen (oder war es Kid P.?) hat vor langer Zeit (in den Achtzigern; in der SPEX/Sounds?) bereits verkündet: „Berlin besteht aus Rentnern, Türken und Versagern.“ Hat sich seitdem etwas verändert? Nun, vielleicht haben Letztere etwas zugenommen.

Der tübinger Bürgermeister Herr P. hat neulich so etwas ähnliches gesagt: Wenn man nach Berlin kommt, verlässt man den funktionierenden Teil Deutschlands. Nun, das ist etwas hart ausgedrückt. Das Nachtleben funktioniert doch wunderbar!

Alles andere leider nicht:

  • ÖPNV: Meine Frau kann nach empirischer Forschung schlimmes berichten: Polizeieinsatz, Zugausfall, Ersatzverkehr, Signalstörung, technischer Defekt, Unwetter. Kaum ein Tag ohne schwere Beeinträchtigung. Und das unter rot-rot-grün.
  • Der Verkehr: Man kann täglich beobachten, wie Verkehrsregeln missachtet werden, und es wird immer mehr. Schlimmer ist es, dass es keinen in Berlin interessiert. Es gibt keine Kontrollen, keine Sanktionen. Ich selbst bin als Autofahrer, Fahrradfahrer, Fußgänger seit ca. 30 (in Worten dreißig) Jahren nicht mehr kontrolliert worden.
  • Die Menschen: Der Berliner wird als jemanden mit „Herz und Schnauze“ bezeichnet. Das passt ganz gut. Das Herz ist leider selten. Den Sinn für Sprüche mag ich. Ansonsten aber viel Schnauze, Rücksichtslosigkeit und Egozentrik ohne Ende. Vollkommen respektlos und rücksichtslos.
  • Kriminalität: Wird immer mehr, und immer weniger geahndet. Intensivtäter laufen frei rum. Gewalttätige werden erfasst – und laufen gelassen. Das Wort „Intensivtäter“ ist für mich ein Widerspruch an sich.
  • Behörden: Hochzeit, Wohnberechtigungsschein, Autoanmeldung: in Berlin kaum möglich. Ok, kein Problem, wenn man ein halbes Jahr Zeit hat!
  • Vermüllung: nimmt zu, wird nicht verhindert, sondern sporadisch und lustlos beseitigt. Die Stadtreinigung wird verantwortlich gemacht – nicht die asozialen Verursacher. Die Hundehalter haben sich übrigens etwas verbessert. Nicht mehr ganz so viel Scheiße auf dem Gehweg. Aber die Leinen- oder Halternachweispflicht kontrolliert selbstverständlich nie jemand.
  • Schulen: verkommen, werden ideologisch missbraucht, bei schlechten Noten werden die Anforderungen kurzerhand gesenkt.
  • Die kleingeistigen Maßnahmen zur Begrenzung der Mietensteigerung machen alles schlimmer.

Den BER erwähne ich bewusst nicht, das wäre zu einfach.

Herr Martenstein hat ein schöne Geschichte dazu geschrieben und die Antwort der Wirtschaftssenatorin wunderbar deklassiert: „Offenbar gibt es neue Sprachregeln von oben, [hier hätte ich einen Doppelpunkt gesetzt. Anm. d. Autors] statt „Kriminalität“ soll man „Vielfalt“ sagen. „Armut“ heißt neuerdings „Lebenslust“. Dass Pop [unsere Wirtschaftssenatorin, die ich eigentlich mag; der Name allein! Anm. d. Autors] ausgerechnet das „Tempo“ von Berlin lobt, zeigt ein hohes Maß an Realitätsverlust. […] Welches Tempo meint sie? Das des Flughafenbaus? Das der Verwaltung? Das der S-Bahnen? Das des Wohnungsbaus?“

Fazit: „Die empörten Reaktionen auf B. P. [Gekürzt. Anm. d. Autors] zeigen, warum die Berliner Probleme nicht gelöst werden. Man sieht sie gar nicht.“

So ist es!

Neues Ortsschild für Berlin: Damals gab es noch innerhalb von Berlin verpflichtende Grenzen – heute grenzt sich die Hauptstadt freiwillig gegenüber dem Rest des Landes ab. Foto: Ralf Guenther; stümperhafte Bearbeitung: GORG

Es ist mir extrem peinlich, in dieser Stadt zu wohnen. Eine Hoffnung auf Besserung ist nicht in Sicht. Konsequenterweise sollte man in eine andere Stadt oder aufs Land umziehen. Aber da gibt es keinen funktionierenden Cappucino.

Falschrum

Diese Welt ist falschrum.
Oder du hältst sie falschrum.
Ich habe lange gebraucht um zu verstehen,
Dass immer nur Zeichen und nie Wunder geschehen.
Tele – Falschrum

Wir leben aktuell in einer verkehrten Welt:

  • Identität geht vor Qualität
  • Gefühl geht vor Wissen
  • Bekanntheit geht vor Expertise
  • Minderheiten gehen vor Mehrheit
  • Politik geht vor Kunst
  • Populismus geht vor Pragmatismus
  • Schreien geht vor Argumentieren
  • Likes gehen vor Inhalt
  • u.s.w.
03. Dezember 2021 // Gedanken, Politisches // Kommentar schreiben!

Wort des Jahres 2016

Bin gerade – und etwas spät, ist aber immer noch aktuell,  über das Wort des Jahres 2016 gestolpert:

„Das Wort des Jahres 2016 ist postfaktisch. Diese Entscheidung traf am Mittwochabend eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden. Sie richtet damit das Augenmerk auf einen tiefgreifenden politischen Wandel. Das Kunstwort postfaktisch, eine Lehnübertragung des amerikanisch-englischen post truth, verweist darauf, dass es in politischen und gesellschaftlichen Diskussionen heute zunehmend um Emotionen anstelle von Fakten geht. Immer größere Bevölkerungsschichten sind in ihrem Widerwillen gegen »die da oben« bereit, Tatsachen zu ignorieren und sogar offensichtliche Lügen bereitwillig zu akzeptieren. Nicht der Anspruch auf Wahrheit, sondern das Aussprechen der »gefühlten Wahrheit« führt im »postfaktischen Zeitalter« zum Erfolg“
(Gesellschaft für deutsche Sprache e. V.; https://gfds.de/wort-des-jahres-2016/)

Könnte auch das Wort des Jahres 2017 sein – und 2018 und vielleicht auch noch länger. Dem ist sonst nichts mehr hinzuzufügen, außer vielleicht: es ist scheiße, dass es so ist (vorsichtiger formuliert: ein für einen akademischen Menschen unerträglicher Zustand).

Mir gefällt übrigens das Wort „Lehnübertragung“ in dem o.g. Zitat, habe ich noch nie gehört und schön altmodisch!

02. Juli 2018 // Wörter // Kommentar schreiben!

Ruhm – Macht – Geld

Mich interessiert der Ruhm nicht. Berühmt zu sein ist doch hinderlich! Ich stelle mir vor, ich gehe mit ungewaschenen Haaren über die Straße und morgen steht es in der Zeitung, oder im Netz. Ich möchte auch gerne, ohne dass die Öffentlichkeit es erfährt, in der Nase popeln können oder inkognito auf einer Parkbank sitzen und ein Bier trinken.

Macht ist dagegen schon etwas schönes: bestimmen, was, wie passieren soll. Keiner kann einem sagen, was zu tun ist. Leider ist Macht oft mit dem Ruhm gekoppelt, bzw. ist man meistens bekannt, wenn man Macht hat.

Geld dagegen ist relativ neutral: man hat es und kann damit machen, was man will. Auch eine Form von Macht, nur nicht nach außen gerichtet. Natürlich ist Geld nicht alles im Leben: soziale Kontakte, Familie und Freunde sind manchmal auch  hilfreich. Aber abgesehen davon, wäre es für mich die interessanteste Variante. Bleibt aber Wunschdenken ….

03. Januar 2018 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Kleine Sammlung

Natürlich möchte man gesehen werden, davon bin ich nicht ausgenommen.

Schicken ist fön. – Werbespruch eines Privatsenders zur Vermarktung seiner „Unterm Dirndl jodeln“-Filme.

Spielenden Kindern zusehen/zuhören. Ist das schön.

Kurzfilm-Idee: Mann sitzt auf einer Parkbank und sieht zu, wie das Leben (sein Leben?) an ihm vorbeizieht.

Irgendwann wollen erfolgreiche Musiker mehr sein als Musiker. Dann ist es vorbei.

Es gibt Sachen, Menschen oder Musik, die sind zu gut, um erfolgreich zu sein.

 

07. Oktober 2017 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Tageshandel

Da es in letzter Zeit geschäftlich nicht so gut lief, suchte ich nach neuen Aufgabengebieten, genauer gesagt Einkommensgebieten, und kam – neben anderem, wie Minijob, Autos überführen, Testcenter betreiben, Rechner reparieren, im Callcenter arbeiten – auf die leicht absurde Idee, es mit Daytrading zu probieren. Das ist einfacher und unabhängiger!  // weiterlesen! ☞