Die Gedanken sind frei. Meistens.

Gedanken sind etwas tolles! Man kann sie auf jeden Bereich des Lebens anwenden, steuern, damit spielen. Man kann seiner Phantasie freien Lauf lassen. Welten erschaffen, verbotenes tun, Ideen entwickeln, Mitmenschen beschimpfen, unpopulären Meinungen fröhnen. Sich selbst bestätigen, ohne dass jemand widerspricht. Und keiner kann sie steuern oder zensieren. Niemand kann jemals Denkverbote erteilen oder gar durchsetzen!

Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschießen,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

Ein schönes deutsches Volkslied!

Die einzige Freiheit, die wir (noch) haben?

Außer man verbietet sich selbst bestimmte Gedanken. Verbote sind nicht gut, man sollte sie vermeiden, nur im äußersten Notfall einsetzen. Aber die Freiheit hat man auch! Letztens musste ich das machen: Nicht über das Elend in der Welt nachdenken, nicht über finanzielle Sorgen, nicht darüber, was man im Leben nicht erreicht hat, nicht darüber, wie man den morgigen Tag überstehen soll. Um nicht auf schlechte Gedanken zu kommen ;) Gedanken können nämlich auch destruktiv sein und schlimme Folgen haben. Positiv denken ist eigentlich die Lösung. Das sagt zumindest der Verstand, der manchmal eingreift, was einem aber auch nicht immer hilft. In diesem Fall musste ich Diktator spielen, meine Freiheit einschränken und Denkverbote erteilen. Etwas schizophren, aber es hilft – kurzfristig.

 

19. März 2023 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Musikalischer Schlüsselmoment

Es war in den 90er Jahren. Anfang des Internet und die ersten Angebote, um Musik über das Netz zu hören. Ich hatte den Dienst Shoutcast entdeckt, der nichts anderes macht, als vorhandene Internet-Radiosender zusammenzufassen und die Links bereit zu stellen. Damals war ich unterwegs und guter Stimmung. Ich dachte, jetzt wäre es total passend „Riders on the Storm“ zu hören.

Ich erinnere mich an einen Freund, der eine Wahnsinns-Musiksammlung zu Hause hatte – als Schallplatten (Vinyl!) –  um, falls er mal eine Frau zu Besuch hatte, ihr jeglichen Musikwunsch sofort erfüllen zu können. Diese Vorstellung hat mir gefallen.

Aber wie geht das ohne Riesensammlung und vor allem – unterwegs? Nun Shoutcast bot damals eine Suchfunktion an, mit der man ca. 10.000 Radiosender (heute sind es eher 40.000!)  durchsuchen kann, um zu sehen, was die gerade spielen. Und zufällig gab es einen, der mein Wunschlied spielte: Riders on the Storm.  Und ich konnte es sofort und mobil hören! Das hat mich glücklich gemacht.

Seitdem habe ich einiges – auch an neuer Musik – über das Netz kennengelernt und bin nach wie vor begeistert. Mittlerweile hat man über verschiedene Möglichkeiten praktisch sofort jede Musik zur Verfügung, die man gerade haben möchte. Das ist zwar nicht so haptisch und individuell, aber großartig!

Kurze Stellungnahme zum Kopftuch

Ich meine damit das Kopftuch, das von Frauen (und neuerdings auch Mädchen) muslimischen Glaubens getragen wird. In den fünfzigern war das mal ein normales Kleidungsstück für Frauen. Heute eine religiöse Stellungnahme.

Grundsätzlich soll natürlich jeder sich kleiden, wie er möchte. Eine grundlegende Frage lautet: ist das freiwillig oder auferzwungen? Da wir in einem modernen und liberalen Staat leben, ist diese Unterscheidung wichtig. Wir sollten verhindern, dass Menschen von irgendwelchen Fanatikern etwas auferzwungen wird. Natürlich ist es eine Mischung: manche finden es gut und manche müssen sich religiösen Zwängen unterordnen.

Die zweite wichtige und für mich entscheidende Frage ist: warum sollen nur Frauen ein Kopftuch tragen? Das ist eindeutig eine Diskriminierung und widerspricht unseren Grundwerten von von Gleichberechtigung. Unter anderem aus diesem Grund bin ich dagegen. In diesem Zusammenhang möchte ich auch erwähnen, dass Frauen in der katholischen Kirche nichts zu sagen haben, Das ist ebenso verwerflich.

In öffentlichen Institutionen und der Schule sollten sämtliche religiösen und politischen Stellungnahmen strikt verboten werden, um die Neutralität zu gewährleisten und Menschen nicht zu beeinflussen. In der Öffentlichkeit wird das schwierig. Aber ein Burkaverbot als extreme und radikale Steigerung des Kopftuchs, wäre sicherlich sinnvoll und rechtlich machbar.

22. November 2019 // Politisches // Kommentar schreiben!

Menscheln

Ein Begriff, der mir mal in den Achtzigern begegnete und seitdem nicht mehr, aber hängen blieb. Wie komme ich darauf? Weil ich Musik hörte. Der Begriff wurde damals in einer bekannten Musikzeitschrift (SPEX) von einem bekannten Musikkritiker (Diederichsen) gegen einen bekannten Popmusiker (Morrissey) ausgesprochen. Das kann ich nicht mehr belegen, kommt aber so aus meinem Hirn. Und ich denke es war abwertend gemeint. Gegen den, über den ich nochmal eine ausführliche Rezension schreiben möchte, weil er für mich auch einer der einflussreichsten Musiker, aber vor allem auch genialster Texter, dieser Zeit war.

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Über den Gesang

Singen ist etwas schönes. Es macht Spaß, zu singen und es macht Spaß, gutem Gesang zuzuhören. Da gibt es ja sehr gute Sänger, mit wunderschöner Stimme, bei der alle sagen:  mein Gott wie schön! Und es gibt die Stimmen, die schräg  sind, nicht schön im klassischen Sinne, aber trotzdem wunderbar. Es gibt natürlich überwiegend auch furchtbares, doch davon möchte ich hier nicht schreiben. Sondern von denen, die gut singen, ohne „klassische“ Stimme, und die ein besonderes Merkmal haben: sie singen ca. einen halben Ton daneben! Geht das überhaupt? Gibt es halbe Töne? Ich glaube nein und dennoch: es klingt jedenfalls danach und – es klingt wunderbar, wenn es so genial eingesetzt wird! Bisher habe ich nur zwei Vertreter dieser Gattung gehört: Ian Curtis und Siouxsie Sioux. Hat jemand noch mehr?

Nachtrag vom 14.10.11: „Ach ja natürlich auch John Joseph Lydon bei Public Image Ltd.“

Nachtrag 2: Unbedingt erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang aber auch Michael Jarick („Ziggy XY“), den Sänger von Der Moderne Man, der wohl leider gar nicht singen kann, dafür kann er nichts, oder der macht das extra – das wäre genial!

Le francais – der Franzmann. Nein, das Französisch!

Je sais parler francais, alors je peut parler francais. Non? Ecriver aussi – un peu (sans accents). Je suis – un Genie (aber nur weil es sich so schön reimt). J’ai l’appris a l’ecole pour quatre annees. Le Professeur etait tres bien et passionant. On a lit Rhinocéros de Ionesco, que m’a fait quelque chose (ok, das musste ich nachschlagen und ich liebe diese Formulierung!). J’aime les langues, et en particulier le francais. Je suis ete en Paris plusieures fois et il y’avait une tres jolie Klassenfahrt a la provence. En plus, bien sur, j’aime le fromage et le vin, naturellement. C’est dommage, qu’il n’existe plus d’echange entre le Frosch et le Kraut. Nous sommes des tres interessantes pays de l’Europe. Enfin, je ne suis pas heureux. Il y’a beaucoup de problemes. Et alors je croix: „Toi aussi, tu detestes la vie!“ (Grace Jones; passt jetzt nicht so gut, aber musste ich unbedingt irgendwo mal unterbringen).

13. Dezember 2020 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Erwischt

Beim Vip-Empfang zur Präsentation des neuen „Craft-Bier Buch“ von Sylvia Kopps. Im chicen Gestalten Pavillon, Bikini Berlin. AND hat irgendwie eine Zutrittsberechtigung bekommen und der Hof-Fotograf hat uns als Kenner neben den Promis abgelichtet ;) und ohne Nachfrage in einem „sozialen Medium“ veröffentlicht.

Die wahren Kenner, bei der Bierverkostung (https://www.facebook.com/media/set/?set=a.287848208090344.1073741846.143168175891682&type=1)

22. September 2014 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Deppenseiten

Ich habe früher auch mal gerne die Seiten im Netz gelesen, wie deppenapostroph, deppenleerzeichen, deppensonstwas, die sich mit öffentlich begangenen Rechtschreibfehlern befassen und das auch entsprechend anprangern und kommentieren. Auf die Dauer wird das öde. Ich mag es auch nicht mehr, wenn man sich nur noch über die Urheber lustig macht. Es muss nicht jeder gut in Rechtschreibung sein. Man sollte schon unterscheiden, wie gebildet die Urheber sind und wie wichtig die korrekte Rechtschreibung im jeweiligen Fall ist.

Der Depp wird in der freien Enzyklopädie mit „Idiot“ gleichgesetzt, was ich nicht ganz passend finde. Idiot ist schon etwas zu stark; der Depp ist für mich eher ein harmloser Trottel.

Ich gebe aber zu, dass zum Beispiel der falsch gesetzte Apostroph extrem verbreitet ist und offensichtlich auch immer häufiger vorkommt. Das liegt zum Einen an der zunehmenden Gleichgültigkeit gegenüber der eigenen Sprache zum anderen am Einfluss der Ami’s (Spaß), bei denen der Genitiv eines Namens entsprechend geschrieben wird. Man sollte durchaus versuchen, das aufzuhalten, nur scheinen die oben genannten Seiten ihre Zielgruppe zu verfehlen.

Im akademischen Bereich ist es natürlich etwas anderes, wenn Rechtschreibfehler begangen werden. Insbesondere in den Medien und anderen Bereichen, die öffentlich auftreten und einen professionellen Anspruch haben. Hier kann und sollte man durchaus kritisieren, zumal hier auch eine Vorbildfunktion zu erfüllen ist. Leider lässt auch hier die Rechtschreibfähigkeit, oder der Wille dazu auch immer weiter nach, weil alles nur noch schnell veröffentlicht werden muss und die Qualität dabei keine Chance mehr hat.

Im Netz habe ich übrigens aufgehört, mich über Rechtschreibfehler aufzuregen, da hier eine Verhinderung des ständigen Missbrauchs der deutschen Sprache vollkommen aussichtslos ist. Man müsste schon grundsätzlich rangehen: falsche Rechtschreibung verbieten, unter Strafe stellen, ein Meldeportal zur Anzeige besonders schlimmer Fälle einrichten, die entsprechenden Seiten sperren und deren Urheber den Führerschein entziehen, an den Pranger stellen, verhaften, auspeitschen. Oder vielleicht die Genehmigung zur Veröffentlichung von Texten an den erfolgreichen Abschluss eines Pflichtkurses zur deutschen Sprache mit Zertifikat knüpfen. Nun, sooo wichtig ist das alles nicht. Ich habe aus Spaß vor längerem mal eine kleine Sammlung mit den beliebtesten Rechtschreibfehlern im Netz angefangen, aber nach kurzer Zeit das ausufernde Projekt wieder eingestellt.

Unabhängig davon finde ich es grundsätzlich gut, wenn Fehler aufgedeckt, dokumentiert und ggf. erklärt und korrigiert werden. Das hilft auch der Weiterbildung – für mich und andere. Und korrekte Rechtschreibung hilft der Kommunikation und der Kultur. Immerhin haben die Seiten auch einen Einfluss auf mich gehabt: beim Schreiben denke ich immer wieder daran, bloß keinen falschen Apostroph zu setzen (habe ich weniger Schwierigkeiten mit) und kein falsches Leerzeichen zu setzen (hatte ich bisher nicht so beachtet.). Und ich habe durchaus den Anspruch, nicht auf einer dieser Seiten als abschreckendes Beispiel zu landen!

Hier einfach mal ein lustiges Beispiel (mehrere Rechtschreibfehler, und vor allem eher ein Freud’scher Verschreiber). Das nachträglich eingefügte o ist kaum zu erkennen. Auch: die Fliege als t-Punkt hat’s schon erwischt.

08. Oktober 2018 // Deutsches, Kulturelles // Kommentar schreiben!

Ich lese keine Bücher

Manchmal wundere ich mich – ich habe seit vielen Jahren kein einziges Buch gelesen und schreibe trotzdem.

Ich finde Bücher lesen eigentlich gut! Man erhält Anregungen und wird – im besten Falle – akademischer. Aber es kommt natürlich darauf an, welche Bücher man liest. Früher (war mehr Lametta) las man Bücher für die Erbauung: Prosa, philosophisches, anspruchsvolle Romane. Heute nur noch Krimis und Alltagsgeschichten (so wie hier).

Ich hatte sogar lange Jahre den Anspruch, unbedingt Bücher zu lesen, so wie es mein Vater empfahl und vorgelebt hat. Nein ich habe einfach keinen Bezug dazu gefunden. Vielleicht habe ich mich auch zu sehr an die Häppchenmentalität der Netz-Generation gewöhnt. Egal.

Früher habe ich übrigens durchaus mal gelesen: Fünf Freunde (auf englisch). Das einzige Buch das ich zweimal gelesen habe heißt „Der Räuber Hotzenplotz“. Und sonst: Die Mythen des Alltags, und – Moment, ich gucke mal kurz in mein Regal: Alles von Kafka, außerdem Nadolny: Netzkarte, Böll, Hesse, Handke, Anleitung zum Unglücklichsein, Überleben in der Wildnis, Rhinozeros, Das Japanische Kino, Dorian Gray, On the Road, Der Meister und Margerita, Fuck Machine. Alles gelesen! Und hat mir alles gefallen. Scheint aber zu reichen. Bei Gelegenheit Rezension.

Mein Gott ist das altmodisch und analog. Aber ich traue mich noch nicht, das alles zu entsorgen.

Ich denke, ich werde bald mein eigenes Buch schreiben und später immer wieder gerne darin lesen. Mehr Buch brauche ich dann nicht.

21. September 2018 // Kulturelles // Kommentar schreiben!

Quatschrunden

Ich stelle mir gerne vor: ich sitze in einer „Talkshow“ und sage lauter kluge Sachen und bin frech, dem doofen, eingebildeten Moderator gegenüber. Diese Gedanken kommen, wenn ich tolle Gedanken habe. Kinski fand ich auch in dieser Hinsicht bewundernswert.

03. Oktober 2016 // Gedanken // Kommentar schreiben!