Wortschatz

Ein schönes Wort! Es verbindet das Wort mit etwas sehr wertvollem. Das ist eine besondere Wortschatz, ähh, Wertschätz(-ung; Mann, GORG, Du hast schonmal besseres geleistet)! Es definiert die Summe der Wörter, die es gibt, oder die jemand drauf hat. Dabei wird nochmal unterschieden in Wörter, die man versteht (passiv), und Wörter, die man anwendet (aktiv). Es ist ein Zeichen von Bildung, Kultur und Sprachbegabung, wenn man sich auch vielseitig aktiv ausdrücken kann. Darum geht es mir hier.

In diesem Zusammenhang wird gerne der Wortschatz unseres Herr Goethe genannt, der im Rahmen seines Gesamtwerkes wohl auf 91.000 Wörter kommt, das ist wesentlich mehr, als der allgemeine deutsche Wortschatz, der 75.000 Wörter umfasst (Wikipedia). Was aber auch daran liegt, dass er ziemlich viel geschrieben hat, was die Wahrscheinlichkeit für viele Wörter – zumindest bei Menschen mit Anspruch – erhöht. Luther kommt dagegen eher auf 23.000 Wörter (Quelle). Im Alltag braucht man das alles nicht, es reichen wohl wenige tausend, um im Leben klarzukommen.

Das Logo als schöne aber etwas anrüchige Anspielung auf den Titel Wer hat den Größten

Vor einigen Jahren ist ein deutscher Radiosender für Jugendliche auf die Idee gekommen, mal nachzuprüfen, was deutsche Darbieter des Sprechgesangs wohl für einen Wortschatz haben, da diese ja besonders viel mit Wörtern jonglieren. Das Ganze wurde unter dem etwas bemüht provokanten Titel (und Logo!) „Wer hat den Größten“ 2015 veröffentlicht (Quelle). Genauer gesagt, war es nicht deren Idee, das wurde in Amiland schon für Popmusiker durchgeführt (2015 Quelle), die die Idee aus einer Untersuchung für US-Amerikanische Reimer – dem Original – geklaut haben (2011  Quelle).

Die Untersuchung ist natürlich nicht wissenschaftlich, sie wurde von einem bekennenden Anhänger des Sprechgesangs betreut und geht nur peripher auf die Rahmenbedingungen ein: Es wurden die letzten 16.000 Wörter untersucht, die durch die Akteure veröffentlicht wurden. Diese wurden einer Firma zur Auswertung übergeben, die auch bestimmte Filter vorgenommen hat, wobei auch verschiedene Formen eines Wortes ignoriert wurden. Das klingt in Ordnung, zumal, wenn alle dem gleichen Procedere unterworfen werden. Zum Vergleich wurden nach demselben Verfahren Werke von Goethe (Faust I) und einer Schlagersängerin herangezogen.

Das Ergebnis ist verblüffend: Unser Goethe steht mit 2913 Wörtern nur auf dem dritten Platz während der erste Platz eines Sprechgesangsdarbieters  3093 Wörter aufweist. Kann das sein? Die Schlagersängerin auf dem letzten Platz! Es wundert mich vor allem, weil aktuell die genannten Darbieter sich von selbst meist auf wenige Themen beschränken: Kriminalität, Frauenfeindlichkeit, Homophobie, Antisemitismus. Da müsste der Wortschatz doch stark eingeengt sein?! Von der Unmusikalität ganz zu schweigen, aber darum geht es hier nicht.

Im Vergleich mit der Amistudie zeigt sich, dass dort mit 35.000 wesentlich mehr Wörter untersucht wurden und sich der größte Wortschatz auf 7392 Wörter summiert. Das kommt im Verhältnis ungefähr hin, wenn man bedenkt, dass in einem größeren Werk auch mehr Wörter gefunden werden, hier also mehr als doppelt so viel. Auch dort wurde ein Vergleich mit einem Schriftsteller (Shakespeare) gezogen (unter Berücksichtigung unterschiedlicher Werke), der wohl gerade noch im oberen Drittel landete.

Zurück nach Deutschland: es werden auch die häufigsten Wörter bei bestimmten Akteuren genannt. Hier ein paar Beispiele ohne Zuordnung: haben, ficken, leben, immer, kommen, Junge, so, egal, Geld, Wissen, leben, Rapper, Bitch. Und als sogenannte Ad-Libs (von „ad libitum“, die Kür unter den Berufs-Stotterern) Yeah!, Ey!, Hey, Yo!, uh.

Besonders bei letzteren würde ich etwas anzweifeln, ob man die als Wörter definieren kann. Ich verstehe Wörter als Bestandteile des klassischen Sprachgebrauchs. Von mir aus, alles, was im Duden steht, obwohl der auch schon versucht , den Zeitgeist einzufangen und schlimme Modewörter mit aufnimmt. Ich könnte ein Werk nur mit Pupslauten erstellen und würde damit Goethe und alle Sprechgesänger in den Schatten stellen. Natürlich kommt es nicht nur auf die Anzahl an, sondern auch auf den Inhalt!

Einer der Darbieter (Platz 8) hat eine schöne Stellungnahme von sich gegeben: „Ich bin überrascht, dass ich so weit vorne bin. Ich sag‘ ja immer nur das gleiche. Aber eigentlich ist es sowieso viel schwieriger, mit wenig Worten irgendwas sehr Gutes zu sagen. Deswegen ist mein Ziel: Ich möchte an das Ende dieser Liste! Ich will auf Platz 100 sein und auf dem nächsten Album nur noch drei Worte benutzen. Aber trotzdem vielleicht mehr aussagen als manch ein Rapper mit tausenden Wörtern sagt.“ Also, das gefällt mir; es ist ein Merkmal der Kunst mit wenigen Mitteln etwas auszusagen; was ich gut finde; aber es ist auch schön und stilvoll, die Vielfalt eines Wortschatzes zu auszuleben.

Mich würde natürlich auch mal interessieren, wie sich Lustwort so schlägt. Also eigentlich habe ich den Anspruch, mehr als Sprechgesänger zu bieten, aber Goethe will ich nicht übertrumpfen.

Der Titel der Studie ist damit doch sehr zutreffend und ironisierend zugleich. Es geht nicht darum, wer den größten hat, sondern (auch) darum, welche Aussagen getroffen werden und was die Wörter einem bedeuten.

29. September 2020 // Deutsches, Wörter // Kommentar schreiben!

Ein Urknall deutscher Rockmusik

Vorbemerkung: Als Urknall wird in der Kosmologie der Beginn des Universums, also der Anfangspunkt der Entstehung von Materie, Raum und Zeit bezeichnet. (Wikipedia) Ok, das ist vielleicht ein kleines bisschen übertrieben in diesem Zusammenhang, aber manche verstehen  sicher, was ich meine.

Es gibt Künstler, die ich früher schonmal gehört habe und toll fand, aber mit der Zeit verblasst das Bild, auch weil das Werk nicht mehr aktuell erscheint. Dann entdeckt man zufällig mal ein Video, hört sich die Musik nochmal an, entdeckt ein noch tolleres Video und ist so hingerissen, das man möglichst alles konsumieren möchte, was es dazu gibt. Das passierte mir in diesem Fall.  // weiterlesen! 

Reden ist nicht immer silber

Grundsätzlich ist es ja gut, dass Menschen miteinander reden: „Kannst Du mir mal das Salz reichen?“ ist besser, als sich spontan über den Tisch zu beugen, den Schlips in der Suppenschüssel zu versenken, dem Nachbarn die Sicht zu nehmen und dabei möglicherweise das Bierglas umzukippen, wobei der Tischnachbar, dem das Bier über die Hose läuft, erschrocken aufspringt, mit den Beinen so heftig gegen den Tisch stößt, so dass dieser umkippt, alles auf dem Boden landet und das gepflegte Essen und die Harmonie leichte Irritationen erleiden.

Es ist Teil unserer menschlichen Kultur und oft hilfreich, sich über diese Art der Kommunikation zu verständigen. Auch der Gedankenaustausch ist gut: es gibt vereinzelt sogar Menschen, die einen inspirieren können. Manche reden aber nur, ohne etwas zu sagen. Selbstdarstellung? Angst vor der Stille? Psychose? Oft sieht man das im Restaurant oder im Cafe, der eine redet, die andere hört zu; oder umgekehrt. In einem durch. Zutexten nennt man das. Quasseln. Verbale Entsorgung. Ich verstehe nicht, wie man sich das als Empfänger gefallen lassen kann. Kommunikation sollte immer ein Austausch sein.

Unter Männern (vielleicht auch unter Frauen) kann man manchmal ganz entspannt sein. Man sitzt zusammen – und schweigt [Stille]. Man genießt einfach das Bier und die Situation und hat ein geheimnisvolles gemeinsames Verständnis dafür. Es gibt keinen Zwang keinen Wunsch, kein Verlangen zu reden. Das würde ja die schöne Situation stören! Schweigen kann auch Gold sein.

Nachtrag: Man kann auch kommunizieren, ohne zu reden (nonverbale Kommunikation). Das finde ich sehr interessant und führe das bei Gelegenheit vielleicht mal weiter aus.

Neulich musste ich mich im Netz nackt ausziehen, unterwerfen, versklaven, erniedrigen lassen.

Dabei gab es nur den Wunsch, eine Ferienwohnung für ein paar Tage anzumieten. Mit der Familie. Einen Geburtstag feiern und dabei ein paar Tage ausspannen. Dazu kann man die schönsten Angebote im Netz finden; es gibt Anbieter, die Angebot und Nachfrage vermitteln. In diesem Fall ein US-amerikanischer Großkotzkonzern mit A. Ihr werdet gleich erfahren, warum diese Information wichtig ist.

Freistehende Villa mit Garten und Grünblick – klang sehr gut. Etwas stutzig wurden wir bei den Nutzerkommentaren: Es gab genau zwei davon, die beide darauf hinwiesen, dass die Buchung durch den Gastgeber gekündigt wurde. Das habe ich nicht verstanden. Sind Gastgeber nicht froh, wenn man Ihnen Geld gibt? Oder haben die vielleicht jemanden gefunden, der mehr Geld gibt? Egal, das Angebot klang verlockend und wir wollten das buchen.

Halt! Buchen geht natürlich nicht einfach so. Man muss sich erst als Nutzer registrieren. Kein Problem, einfach Namen und Adresse eingeben und dann buchen. Nee, die altmodische Adresse möchten die gar nicht wissen, stattdessen werden Geburtstag, Telefonnummer, E-Mail abgefragt. Nur personenbezogene Daten sind wertvoll! Na gut das kann ja zur Kommunikation wichtig sein. Die letzten beiden Informationen müssen aber verifiziert werden – es wird kontrolliert, ob man nicht gelogen hat.

Man bekommt eine E-Mail, die man bestätigen muss. Dann bekommt man noch einen Anruf mit einer Nummer, die man bestätigen muss. Alles gut, jetzt aber! Nein. Bitte verifizieren Sie sich über ein offizielles Dokument. Führerschein, Pass, Personalausweis. Hallo!? Ich möchte mich nicht beim BND bewerben, sondern eine Unterkunft buchen! Dazu muss man das Dokument in die Kamera halten, die ein Foto davon macht und es an den Anbieter weiterleitet. Na, da nehme ich doch meinen Führerschein. Ein alter grauer Lappen aus den Siebzigern ;-) Der wurde natürlich nicht akzeptiert. Da gibt es wohl Menschen, die die Dokumente prüfen. Mit dem grauen Lappen konnten die natürlich nichts anfangen. Das war der Moment, an dem ich aufgeben wollte. Aber nicht mehr konnte. Ich nahm meinen wertvollen Personalausweis und hielt ihn in die Kamera.

Das wurde schließlich akzeptiert. Alles gut? Nein! Um das Bewerbungsverfahren abzuschließen, machen Sie jetzt bitte ein Foto von Ihrem Penis. Danke; und jetzt bitte auch im eregierten Zustand, damit wir die Echtheit verifizieren können. Jawoll! [Hackenzusammenschlag] Heil Dir Vermittlungsunternehmen A!

Das letzte habe ich jetzt – ehrlich gesagt – erfunden, aber ich hatte es wohl mit einem faschistischen Datensammlungsunternehmen zu tun, das offensichtlich machen darf, was es will. Das Hauptziel ist es, personenebezogene Daten abzugreifen. Diese werden dann mit größtmöglichem Gewinn an andere verkauft, verknüpft und gegen einen verwendet. Die Funktion als Vermittlungsagentur ist nur Tarnung.

Jedenfalls war ich jetzt in der Lage, die gewünschte Unterkunft zu buchen. Buchen? Nein! ich darf eine Buchungsanfrage stellen. Ich soll mich bewerben! Haben die sie noch alle? Die Anfrage wurde natürlich abschlägig beurteilt. Das Objekt wäre für die nächsten 8 Monate bereits ausgebucht. Kann man das nicht vorher schon klären? Ja, aber dann kommen die nicht an die Daten.

Nach deutschem Recht ist es immerhin möglich, persönliche gespeicherte Daten auch wieder löschen zu lassen. Natürlich wird einem das so schwer wie möglich gemacht. Als Antwort auf meinen Antrag kam eine E-Mail: Bitte beantragen Sie das nochmal und senden uns zur Verifizierung Ihren Personalausweis (und das Penisfoto). OK, erster Teil erledigt. Dann kam die zweite E-Mail. Wir haben Ihr Anliegen geprüft; wenn Sie nichts mehr von uns hören, ist wohl alles erledigt. Nein, ich möchte eine Bestätigung der Löschung! Dazu habe ich dann nie mehr etwas gehört. Und das Gefühl, dass da draußen im Netz vielleicht noch irgendwo mein Perso rumgeistert verunsichert mich.

 

DF – Nicht mehr empfehlenswert

Domainfactory war mal einer der besten Hoster in Deutschland. Ich bin Internetprofi und seit fast 20 Jahren bei DF, seit 10 Jahren mit einem Managed Server und ca. 70 Domains. Damals konnte man noch per E-Mail mit dem Geschäftsführer, Herrn Marburg, direkt kommunizieren. Heute ist man einem 08/15 Callcenter mit schnöseligen Mitarbeitern ausgeliefert. Ich habe DF einigen Kunden weiterempfohlen, heute würde ich dringend abraten. Es gab zu viele schlimme Entwicklungen. Das hängt mit dem Verkauf zusammen, zuerst an Hosteurope und dann an Godaddy und mit der damit verbundenen US-Amerikanischen Ausrichtung auf Profitmaximierung und den entsprechenden Nachteilen für den Kunden:

  • Verlagerung der Server in das Ausland (Frankreich)
  • Verlagerung der Administration an selbstständige Admins im Ausland (Ukraine!)
  • schlimmer Hack der Server mit Diebstahl von Kundendaten
  • miserabler Umgang mit Problemen des Hacks und der Kommunikation
  • Abschaltung des Kundenforums; dann Wiedereröffnung erst nach einem Jahr Wartezeit, aber alle bisherigen Beiträge wurden gelöscht!
  • Weigerung, kostenlose SSL-Zertifikate von Let’s encrypt anzubieten; stattdessen Verkauf von Zertifikaten, bisher 1,99 pro Monat jetzt unglaubliche 4,99 € pro Monat!
  • lange Ankündigung der Abschaltung von PHP 5.3; ein paar Tage vor dem Termin wird die Abschaltung auf einmal unbefristet verschoben (das hat mich ein wichtiges Projekt gekostet)

Es gibt nur noch ein positives Merkmal: DF hat den besten und übersichtlichsten Adminbereich, den ich kenne!

Ich bin eher ein treuer Kunde aber die vielen Probleme sind im professionellen Bereich nicht tragbar. Ich werde jetzt andere Anbieter testen

Heute habe ich mit meinem Telefon gesprochen

Und es hat genau das gemacht, was ich wollte:
Eine Sprachnotiz aufnehmen und zwar nicht als Audiodatei, das wäre zu einfach.
Das Telefon wandelt das gesprochene Wort in digitale Zeichen um. Gleichzeitig erscheinen die Wörter als Buchstaben direkt auf dem Minibildschirm. Wie von Zauberhand! Dann noch „ok“ klicken, und es ist digital gespeichert und kann weiterverwendet werden.
Ein gutes Spontaneinfälle-Speicher-und-Weiterverwertungs-Werkzeug.

09. August 2020 // Erfahrungen // Kommentar schreiben!

Genusgerechte Sprache

Im angelsächsischen gibt es eine schöne bewusste und praktizierte Unterscheidung zwischen den Worten Geschlecht (Sex) und Geschlechtszugehörigkeit (soziales Geschlecht; Gender). Selten taucht im Deutschen das lateinische Wort „Genus“ auf, dass wohl vergleichbar ist. Nun, es gibt mittlerweile viele und wohl in Zukunft immer mehr Menschen, die versuchen, durch eine Anpassung der Sprache eine neutralere Haltung zu bestärken und sprachliche Ungleichheiten auszubügeln. Ziel ist die Gleichbehandlung von Mann und Frau (es gibt noch andere, das macht es kompliziert, siehe unten).

Man darf demnach nicht mehr „Studenten“ sagen, sondern sollte auch die weibliche Form berücksichtigen. Da dies im allgemeinen Sprachgebrauch nur sehr umständlich mit „Studenten und Studentinnen“ umzusetzen ist, hat man sich auf die Kurzform „Student*innen“ geeinigt, alternativ auch StudentInnen oder Student_Innen. Hat jemand noch mehr? Damit wird die weibliche Form berücksichtigt, die männliche fällt dabei aber unter den Tisch und deklassiert die gewollte Gleichbehandlung. Es müsste demnach eher heißen „Student*inn*en“, bzw. „StudentInnEn“, bzw „Student_inn_en“. Damit erhält die weibliche Form allerdings den Vorzug, da sie zuerst genannt wird. Was dabei vollkommen vernachlässigt wird: das ist ja vollkommen ungerecht gegenüber Menschen, die sich weder als Mann, noch als Frau fühlen. Ist auch alles schon wieder überholt, da im Sprachgebrauch nicht besonders praktikabel. Mittlerweile sagt man „Studierende“. Das ist eine gute Lösung, da alle einbezogen werden und keiner benachteiligt ist. Hier funktioniert das auch noch, aber bei anderen Wörtern nicht mehr. Was ist mit Schülernde, Elternde, Männernde?

Abgesehen davon gibt es ja noch Menschen, die sich nicht eindeutig zuordnen möchten oder können. Biologisch werden diese als Hermaphroditen bezeichnet, wenn es um ein Gefühl geht, aktuell als Divers, was mittlerweile bei jeder Stellenbeschreibung berücksichtigt werden muss. Ich finde es gut, dass unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen respektiert werden, aber es ist nicht die Sprache dabei entscheidend, sondern das Verhalten! Ich stelle mir vor, dass es Menschen gibt, die sich nur 30% männlich und 70% weiblich fühlen. Die werden demnächst nicht mehr akzeptieren, dass sie in einen Topf mit Menschen geworfen werden, die das umgekehrte Verhältnis ausmachen. Dann müssen wir weitere Differenzierungen vornehmen: Divers-m70-w30, und divers m30-w70. Was ist mit 20 zu 80? Menschen, die bi, homo, hetero sind, oder von jedem nur ein Bisschen, mit einem Hang zum S/M?

Ich finde es grundsätzlich gut, dass die Belange von Minderheiten berücksichtigt werden; es ist allein die Frage, wie weitgehend man das umsetzt. Und viel wichtiger, als die Anpassung der Sprache ist die tatsächliche Beachtung und Rücksichtname. Das kann man sich wünschen, aber nicht einfordern.

Aus pragmatischen und grammatikalischen Gründen bin ich für die Beibehaltung der bisherigen Sprachregelung, bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Belange und Respektierung von Andersartigen.

Welches Verbrechen würden Sie begehen …

.. wenn es nicht bestraft würde.

Das wäre doch mal eine interessante Frage in einem Interview. Aber , ich glaube, keiner würde – trotz Straffreiheit – hierauf eine ehrliche Antwort geben. Das könnte ja auch zu privaten Verwicklungen führen. Aber denken tut das sicher jeder einmal.

Also ich hätte da auch ein paar Ideen …

03. August 2020 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Amipolitik

Nachdem ich es angekündigt habe und auch weil es wichtig ist, möchte ich – neben meiner Stellungnahme zum kulturellen – noch etwas politisches über die USA loswerden. Es ist bekannt, dass die Präsidenten sehr unterschiedlich zu beurteilen sind, aber oft in die Richtung des schwachen, nutzlosen, abstrusen, unfähigen, debilen einzuordnen sind. Aktuell darüber hinaus.

Es ist erstaunlich, wie ausgesprochen dumme Menschen als wichtige Anführer der „westlichen Welt“ agieren können. Das hat es schon immer auch in anderen Ländern gegeben. Aber in den USA scheint es eine Tradition zu sein und es ist aufgrund der weltweiten Macht schon wichtiger, auch für uns. Die Macht wird ja dafür genutzt, um Einfluss auszuüben. Nicht nur gegenüber uns deutschen als ehemaliges(?) Besatzungsobjekt. Das politische System der USA beruht ausschließlich auf dem Ziel der Machtausweitung und Geldansammlung. Es geht nur darum, wirtschaftliche und politische Interessen zu verfolgen und durchzusetzen.

Eine für Deutschland wichtige Gasleitung aus Russland soll nicht fertiggestellt werden? Argument ist, dass man sich nicht von den Russen abhängig machen soll. Wirklicher Grund ist: die wollen ihr Fracking-Gas verkaufen und dulden keine Konkurrenz, schon gar nicht aus dem Osten. Ein chinesischer Mobilfunk-Dienstleister soll nicht mehr eingesetzt werden? Argument ist: die spionieren doch alle aus. Wirklicher Grund ist: die Amis können uns dann nicht mehr selbst ausspionieren. Nach der Finanzkrise, die durch die USA verursacht wurde, hat man sich nicht entblödet, uns zu sagen, wie wir richtig/anders damit umgehen sollen. Wir haben es nicht berücksichtigt und sind als eines der wenigen Länder glimpflich aus der Ami-Scheiße entkommen.

Ich bin froh, in einem Staat zu leben, der nicht nur auf Macht und Geld basiert, sondern auch auf Kultur, soziales, Menschenverstand und Gelassenheit. Wir kommen ganz gut durch, aber manchmal wäre etwas mehr Macht und -ausübung für uns alle wohl vorteilhaft.

03. August 2020 // Politisches // Kommentar schreiben!