Ein echtes Buch!

Wenn ich denn mal ein Buch schreiben werde – so wie alle – dann erfinde ich nicht nur neue Wörter, sondern auch eine neue Zeichensetzung. Vielleicht sogar eine neue Grammatik. Eine, die sich den künstlerischen Aussagen unterordnet und nicht bürokratisch und diktatorisch über meine Wortkunst bestimmt!

Ich stelle mir vor, wie ich mit dem lektierenden Korrektor streite. Er: da kann man kein Komma setzen! Ich: Doch! Ich möchte das so, es erhöht die DRAMATURGIE!

Dann musste ich den Verlag wechseln und hatte schließlich Glück bei einem kleinen, vollkommen unbekannten, erfolglosen, desinteressierten, kleinkarierten Einzelunternehmen, das mein Komma akzeptieren würde, natürlich unter einer Bedingung: Ich müsste mich dazu verpflichten, alle Probleme, die sich jemals aus dem falsch gesetzten Komma ergäben, selbst zu lösen und die rechtliche und finanzielle Verantwortung für alle Konsequenzen und zu allen Lebzeiten dafür zu übernehmen und niemals, niemals, den Verlag dafür zur Verantwortung ziehen zu wollen.

Muss ich denn ein Buch schreiben? Igitt! Das ist ja so – analog! Virtuelles ist doch auch ganz schön. Und flexibel. Und seeehr unabhängig.

Und ich WERDE noch ein Buch schreiben. Dann Eigenverlag und Selbstvermarktung. Und Selbstkassierung. Aber wohl wenig. Titel: „Ich wollte auch mal ein Buch schreiben“.

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