Philosophisches // Seite 0

Alles für alle kostenlos!

Die Idee von der Grundrente war gestern. Meine etwas radikale Idee: Jeder sollte ohne Entlohnung arbeiten und alles kostenlos zur Verfügung stellen. Das heißt, jeder kann auch alle Leistungen kostenlos in Anspruch nehmen. Dann brauchen wir gar kein Geld mehr, und alle wären glücklich – oder? Nein, leider funktioniert das nicht. Da es keine Motivation zur Arbeit mehr gibt. Das heißt, es werden kaum noch Leistungen zur Verfügung gestellt, die in Anspruch genommen werden können. Alle fahren nur noch Porsche und trinken Schampus. Schade, wäre schön gewesen. Eine Utopie.

Der Mensch besteht aus Körper und Geist

Letzteres wird heutzutage leider vernachlässigt, unterdrückt, ignoriert. Oder fehlt einfach nur. Alles dreht sich nur um Gesundheit, Stärke, Aussehen, Muskeln, Figur, Sportlichkeit. Körperkult ist schon seit den Dreißigern beliebt. Damals staatlich organisiert und gefördert, heute freiwillig. Das ist äußerlich, oberflächig, und daher nicht so wichtig.

Warum gibt es keine Trainingsangebote, keine Fitness-Studios für den Geist? Dort könnte man lernen, das Gedächtnis zu verbessern, kritisch zu denken, Zusammenhänge zu erkennen, neue Gedanken zu entwickeln. Ach so; im Prinzip gibt es das schon! Nennt sich Schule. Ist aber für Kinder und langfristig wohl nicht so erfolgreich. Ich glaube, es gibt durchaus  auch Akteure die dies verhindern möchten. Selbständiges Denken kann Probleme für die Gesellschaft provozieren.

Grundlage eines erfüllten Lebens ist aber doch die erfolgreiche Symbiose aus Körper und Geist. Und einzig der Geist zählt und wird überleben.

06. Mai 2020 // Philosophisches // Kein Kommentar

Freigeist

Ist ein denkender Mensch, der frei ist. Frei von Konventionen, Regeln, Meinungen, Gesellschaft. Jemand, der sich einfach seine eigenen Gedanken macht. Weil es ihm gefällt.

Etwas differenzierter und interessanter beschreibt es dieser Kollege: „Ein Freigeist liebt die eigene Erkenntnis um ihrer selbst willen, weil sie nicht der Historie der Gesetzmäßigkeiten, sondern den Realitäten in Bezug auf sein Dasein als ein Teil eines faszinierenden, unendlich freien aber auch unermesslichen Ganzen, geschuldet ist„.

Eine sehr interessante und vielseitige aber etwas langatmige und rechtschreibfehlergespickte Analyse (ich habe sie nicht vollständig gelesen) gibt es unter heinzsauren.blogspot.com

Also, den Definitionen fühle ich mich nicht verpflichtet, auch dem Vorwurf des Atheismus nicht, aber in vielen Eigenschaften habe ich mich wiedererkannt.

26. April 2020 // Gedanken, Philosophisches // Kein Kommentar

Freiheit

In meiner späten Jungendzeit, in den Siebzigern (Ihr könnt jetzt mein Alter abschätzen), haben wir im elitären Jesuiteninternat (in dem auch dieses passierte), umfangreiche Diskussionsrunden abgehalten und stundenlang sehr akademisch über bestimmte sehr philosophische Fragestellungen diskutiert. Zum Beispiel: Was ist Freiheit?

Das Ergebnis ist interessant: Freiheit gibt es nicht! Alles ist relativ. Nur ein Stein hat weitgehende, aber auch nicht vollkommene Freiheit. Er kann nicht denken, er weiß gar nicht, was Freiheit ist. Er ist einfach da. Alles andere ist unwichtig. Erst wenn ich von allen Möglichkeiten, Gedanken, Regeln befreit bin, bin ich frei. Freedom is just another word for ‚Nothing left to loose‘ (mehr dazu).

17. April 2020 // Philosophisches // Kein Kommentar

Alles ist gut und schlecht zugleich.

Der Lottogewinn zum Beispiel wird – üblicherweise – als gut angesehen. Man hat viel Geld und muss nicht mehr arbeiten. Aber gleichzeitig wird man faul und überheblich, das Geld ist nach kurzer Zeit verschwunden und man verkommt vielleicht im Suff. Der Tod dagegen – eher schlecht. Man ist halt tot! Und kann keinen Cappucino mehr trinken. Aber vielleicht hat es auch etwas gutes: man ist von allen Leiden befreit; man sitzt obergemütlich auf einer Wolke im Himmel und guckt amüsiert herab auf die dumme Menschheit und ist für alle Zeiten entspannt und glücklich. Ein Kind bekommen und großziehen: Was für ein Glück! Aber er kann während der Pubertät auch ganz schön nerven! Dagegen Krankheit. Ist gar nicht gut. Aber es ermöglicht einem, den ganzen Tag im Bett zu liegen und sich verwöhnen zu lassen. Nennt mir ein Beispiel, bei dem es nicht möglich ist, zwei verschiedene Meinungen zu haben. Nichts? Dito.

Ratschlagsucht

Wir leben in einer Welt der aufstrebenden Ratgeberindustrie. Alles wird immer komplizierter, gleichzeitig lassen Wissen, Erfahrung, Geschicklichkeit und Intelligenz der Bevölkerung kontinuierlich nach und die Menschen brauchen mittlerweile professionelle Unterstützung, um ihren vollkommen anspruchslosen Alltag zu bewältigen, um einfachste, logische, klassische Lebensweisheiten zu erkennen und umzusetzen. Als vielversprechender Unternehmensgründer würde ich heutzutage ein Portal mit verbindlichen Ratschlägen für alle Lebenslagen meiner Nutzer erschaffen und einen Haufen Geld scheffeln.

Selbst der SPON – ein ehemalig angesehenes Nachrichtenmagazin – hat sein Angebot im politischen Bereich verringert und auf mehr Ratgebung umgestrickt; dort kann man jetzt Anleitungen zur Entspannung, zur gesunden Ernährung oder vielleicht auch zur Veringerung von Gesichtspickeln finden – gegen Gebühr! Anscheinend gibt es großes Bedürfnis danach, selbst, wenn es etwas kostet. Ich gebe eigentlich auch gerne Ratschläge (kostenlos!) und weiss, dass keiner darauf hört, und es ist mir egal. Aber einen wichtigen habe ich noch, und den müsst Ihr befolgen: Hört nicht so viel auf Ratschläge!

Ein Problem ist, dass es zu viele Ratschläger gibt. Und jeder sagt etwas anderes. Auf wen soll man hören? Was hilft wirklich? Warum sagen die einen dies, die anderen das? Das ist frustrierend. Die vielen Ratschläge zum Umgang mit Stress, Burnout, Erschöpfung setzen mich außerdem total unter Druck und bewirken das Gegenteil!

Schluss damit. Hört auf die innere Stimme, auf Euren Verstand, auf Euer Gefühl, auf Eure Erfahrung. Spart Geld und Stress. Und fragt bei Bedarf mal Eure Mama.