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Mit Schreiben Geld verdienen!

Vorbemerkung: Wenn Ihr über eine Suchmaschine auf diesen Artikel stoßt, seid Ihr hier vermutlich falsch und braucht nicht weiter zu lesen, da das hier kein Ratschlagmedium ist, eher der Unterhaltung dient und der Titel  nicht das hält, was er mutmaßlich verspricht.

Niemals möchte ich mit dem Schreiben Geld verdienen! Man fängt an, sich zu verkaufen. Sobald man einen Geldgeber hat, fühlt man sich verpflichtet, kompatibel zu schreiben, sich anzupassen, sich zu verbiegen – sich zu PROSTITUIEREN. Nein, das hier ist Kunst. Absolut, unabhängig und frei von jeglichen Zwängen, Rücksichtnahmen, Gefälligkeiten, politischen Korrektheiten. Hier kann ich schreiben, was ich will, und deswegen mache ich das.

Ganz selten, aber doch auch öfter mal in letzter Zeit, frage ich mich unter anderem – aus reinem Interesse – trotzdem manchmal, ob es vielleicht auch möglich wäre, ähh – damit Geld zu verdienen. Da ich niemanden kenne, der das erfolgreich umsetzt, habe ich mal die Suchgeräte mit diesem etwas beschränktem Halbsatz bestückt. Natürlich gibt es hunderte Ergebnisse, Vorschläge, Portale, Blogs, die einem aufzeigen, und es total leicht machen, wie man mit der schriftlichen Aneinanderreihung von Wörtern haufenweise Geld scheffeln kann.

Ich bin aber noch etwas skeptisch. Hintergrund ist ja die Vorstellung, dass ich in meinem Beruf vielleicht nicht mehr lange angesagt bin und mir daher ein zweites, hoffnungsvollerweise später erstes Standbein aufbauen möchte. Ist das realistisch? Ich bin doch kein Profi, habe etwas ganz anderes studiert. Egal, aktuell verdiene ich ja auch in einem nicht erlernten Beruf. Die angebotenen Möglichkeiten überzeugen mich aber nicht. Genaugenommen ist es erschreckend, was einem im Netz da angeboten wird. Habe aber keine Lust das jetzt weiter auszuführen.

Aber eines muss ich doch loswerden! Ein abschreckendes Beispiel – immerhin an fünfter Stelle der Suchergebnisse: „Blogger“ [das sollte Bloggen heißen; ein Vorschlag unter dem Haupttitel] 4 [hier sollte man vier schreiben] Alternativen [gemeint sind Möglichkeiten; hier fehlt ein Komma] wie du [sollte man hier groß schreiben] mit deinen [sollte man hier groß schreiben] eigenen [das Wort ist hier überflüssig; einfacher wäre es natürlich mit fremden] Texten Geld verdienen kannst“. Weiter im Text: „Bloggen ist aber [warum aber?] kein einfacher Beruf: du [s.o.] musst genau wissen, was deine [s.o.] Zielgruppe will und auch genau das liefern [puh, also in erster Linie sollte man das machen, was man möchte und sich eine Zielgruppe dazu erarbeiten]. Du musst ständig neuen genialen [klar!] Inhalt schreiben und das am besten 2 [s.o.] bis 3 [s.o.] Mal die Woche oder noch öfter [klar!]. Je besser dein [s.o.] Inhalt, desto mehr Erfolg wirst du [s.o.] haben [immerhin; toller Ratschlag: der Inhalt ist wichtig]. Natürlich musst du [s.o.] es schaffen, deinen [keine Lust mehr] Inhalt auch richtig gut zu promoten [gemeint ist vermarkten]. Die Formel für den Blogerfolg lautet: 20 % [hier setzt man kein Leerzeichen] schreiben, 80 % promoten [der Inhalt ist also doch unwichtig; es geht vor allem um Vermarktung! Ich glaube sogar, dass das heutzutage stimmt. In meinen Träumen ist das Verhältnis umgekehrt!]. Wenn du das schaffst, also regelmäßigen und noch dazu genialen Inhalt zu liefern sowie diesen entsprechend zu promoten [kotz], dann kannst du sehr schnell, sehr gutes [lieber wäre mir viel] Geld mit deinen Texten verdienen! [wow, das war echt hilfreich und spornt mich jetzt total an]

Was für ein Müll. Diese Frau verdient angeblich ihren Unterhalt mit so etwas. Um die Ergüsse von „Jenny – selbstständige Webdesignerin & Content Marketing Managerin“, nicht bekannt zu machen, verlinke ich das nicht; der Quellennachweis erfolgt gerne auf Anfrage, aber finden kann man sie auch so.

Und ja, ich könnte meinen Blog ausbauen; der ist ja schon da und hat auch vielleicht ein paar Leser. Aber die Möglichkeiten dafür gefallen mir nicht. Niemals würde ich, unter gar keinen Umständen, Werbung einbinden, da sie meine Seite zerstört, da fremdes und nicht kontrollierbares in mich eindringt, sie vom Inhalt ablenkt und wohl nur ein paar lächerliche Kröten einbringt. Werbung ist eine Vergewaltigung der Kultur. Oder bezahlte Links auf irgendwelche Großkonzerne einbinden: würg! Ich würde vielleicht etwas verdienen, aber nicht mit den Inhalten, was mein Anspruch ist, und dabei einen Großteil meiner gewünschten Zielgruppe, kultivierte Menschen, die sich für Inhalte und neue Gedankengänge und Sprache interessieren, und nicht abgelenkt werden möchten, verlieren.

Auch bin ich nicht überzeugt von Medien im Netz. Es gibt auch gute, aber tendenziell wäre ich eher stolz darauf, professionelle, etablierte, klassische, seriöse, erwachsene Medien als Partner zu gewinnen. Aber keine Auftragsarbeiten erstellen, das setzt einen nur unter Druck und behindert die Kreativität und Freiheit. Es sollte andersherum gehen: ich schreibe, was ich will, und andere können das kaufen, exklusiv erstveröffentlichen und bezahlen. Auch würde ich gerne nur an Medien verkaufen, die ich mag und gut finde. Es kommt das Gefühl auf: die Zielgruppe und die Chancen schrumpfen damit leider auf ein Minimum. Genaugenommen: ca. Null. Aussichtslos.  Vielleicht sollte ich mir etwas anderes suchen. Aber falls jemand doch mal Interesse hat: meldet Euch!

13. November 2020 // Deutsches, Glossen // Kommentar schreiben!

Neulich musste ich mich im Netz nackt ausziehen, unterwerfen, versklaven, erniedrigen lassen.

Dabei gab es nur den Wunsch, eine Ferienwohnung für ein paar Tage anzumieten. Mit der Familie. Einen Geburtstag feiern und dabei ein paar Tage ausspannen. Dazu kann man die schönsten Angebote im Netz finden; es gibt Anbieter, die Angebot und Nachfrage vermitteln. In diesem Fall ein US-amerikanischer Großkotzkonzern mit A. Ihr werdet gleich erfahren, warum diese Information wichtig ist.

Freistehende Villa mit Garten und Grünblick – klang sehr gut. Etwas stutzig wurden wir bei den Nutzerkommentaren: Es gab genau zwei davon, die beide darauf hinwiesen, dass die Buchung durch den Gastgeber gekündigt wurde. Das habe ich nicht verstanden. Sind Gastgeber nicht froh, wenn man Ihnen Geld gibt? Oder haben die vielleicht jemanden gefunden, der mehr Geld gibt? Egal, das Angebot klang verlockend und wir wollten das buchen.

Halt! Buchen geht natürlich nicht einfach so. Man muss sich erst als Nutzer registrieren. Kein Problem, einfach Namen und Adresse eingeben und dann buchen. Nee, die altmodische Adresse möchten die gar nicht wissen, stattdessen werden Geburtstag, Telefonnummer, E-Mail abgefragt. Nur personenbezogene Daten sind wertvoll! Na gut das kann ja zur Kommunikation wichtig sein. Die letzten beiden Informationen müssen aber verifiziert werden – es wird kontrolliert, ob man nicht gelogen hat.

Man bekommt eine E-Mail, die man bestätigen muss. Dann bekommt man noch einen Anruf mit einer Nummer, die man bestätigen muss. Alles gut, jetzt aber! Nein. Bitte verifizieren Sie sich über ein offizielles Dokument. Führerschein, Pass, Personalausweis. Hallo!? Ich möchte mich nicht beim BND bewerben, sondern eine Unterkunft buchen! Dazu muss man das Dokument in die Kamera halten, die ein Foto davon macht und es an den Anbieter weiterleitet. Na, da nehme ich doch meinen Führerschein. Ein alter grauer Lappen aus den Siebzigern ;-) Der wurde natürlich nicht akzeptiert. Da gibt es wohl Menschen, die die Dokumente prüfen. Mit dem grauen Lappen konnten die natürlich nichts anfangen. Das war der Moment, an dem ich aufgeben wollte. Aber nicht mehr konnte. Ich nahm meinen wertvollen Personalausweis und hielt ihn in die Kamera.

Das wurde schließlich akzeptiert. Alles gut? Nein! Um das Bewerbungsverfahren abzuschließen, machen Sie jetzt bitte ein Foto von Ihrem Penis. Danke; und jetzt bitte auch im eregierten Zustand, damit wir die Echtheit verifizieren können. Jawoll! [Hackenzusammenschlag] Heil Dir Vermittlungsunternehmen A!

Das letzte habe ich jetzt – ehrlich gesagt – erfunden, aber ich hatte es wohl mit einem faschistischen Datensammlungsunternehmen zu tun, das offensichtlich machen darf, was es will. Das Hauptziel ist es, personenebezogene Daten abzugreifen. Diese werden dann mit größtmöglichem Gewinn an andere verkauft, verknüpft und gegen einen verwendet. Die Funktion als Vermittlungsagentur ist nur Tarnung.

Jedenfalls war ich jetzt in der Lage, die gewünschte Unterkunft zu buchen. Buchen? Nein! ich darf eine Buchungsanfrage stellen. Ich soll mich bewerben! Haben die sie noch alle? Die Anfrage wurde natürlich abschlägig beurteilt. Das Objekt wäre für die nächsten 8 Monate bereits ausgebucht. Kann man das nicht vorher schon klären? Ja, aber dann kommen die nicht an die Daten.

Nach deutschem Recht ist es immerhin möglich, persönliche gespeicherte Daten auch wieder löschen zu lassen. Natürlich wird einem das so schwer wie möglich gemacht. Als Antwort auf meinen Antrag kam eine E-Mail: Bitte beantragen Sie das nochmal und senden uns zur Verifizierung Ihren Personalausweis (und das Penisfoto). OK, erster Teil erledigt. Dann kam die zweite E-Mail. Wir haben Ihr Anliegen geprüft; wenn Sie nichts mehr von uns hören, ist wohl alles erledigt. Nein, ich möchte eine Bestätigung der Löschung! Dazu habe ich dann nie mehr etwas gehört. Und das Gefühl, dass da draußen im Netz vielleicht noch irgendwo mein Perso rumgeistert verunsichert mich.

 

Schafft die Reklame ab! (Ein Buchprojekt)

Schon länger möchte ich mal ein Buch schreiben; so wie alle!

Darüber, dass Werbung verboten werden sollte. Weil Sie unser Leben nachteilig beeinflusst, weil sie uns manipuliert, weil sie nur Großunternehmen nutzt, die unsere Daten abgreifen und verkaufen und den Großunternehmen, die diese Daten für personalisierte Werbung benutzen, weil sie lügt, weil sie uns wirtschaftlich schadet, weil wir sie nicht brauchen.

Ich habe das Bedürfnis, die Welt ein wenig schöner und lebenswerter für uns alle zu machen. Ich kann mich nur noch nicht entscheiden, ob das ein Sachbuch wird (mit dem Ziel eventuell tatsächlich etwas in dieser Hinsicht zu bewirken, weil es fundiert ist, aber mit dem großen Nachteil, das man alle Behauptungen auch belegen muss) oder einen Roman (eher mit dem Ziel der Unterhaltung und dem Vorteil, das ich schreiben kann, was ich will, hemmungslos den Gedanken hingeben). Gibt es eigentlich auch etwas dazwischen? Ich hasse Entscheidungen für etwas und gegen das andere. Entweder, oder? Ich bin eigentlich mehr für das sowohl als auch. Ein Sachroman wäre doch gut!? Ich erfinde nebenbei ein neues Genre! Vielleicht wird es auch ein Glossenbuch. Oder ich muss zwei Bücher schreiben. Aber ich wäre wohl tot, bevor die fertig werden – etwas unbefriedigend. Eigenverlag oder etablierter Verlag? Welcher? Oh, das wird kompliziert. Aber eine Auswahl an Titeln habe ich mir bereits überlegt:

Werbung – Das Grundübel unserer Zeit
Reklame verbieten!
Werbung: Sollte abgeschafft werden
Ich und die Werbung.
Wie Werbung unser schönes Leben zerstört.
Schafft die Werbung ab!
Ohne Werbung wären wir alle glücklicher
Gegen Werbung – Für mündige Bürger

Bitte Idee und Titel nicht klauen. Ihr schafft das sowieso nicht so gut wie ich.

Rassismus

Ist eigentlich nicht so gut. Ich bin liberal und tolerant, und finde, man sollte etwas dagegen tun!  („Bezug!“ hätte mein Deutschlehrer hier angemahnt. Zu Recht! Aber ich liebe nunmal solche sprachlichen Spielereien und ich denke, er würde das verstehen und entsprechend benoten.)

Aber was? Nun: einfach alle Neger außer Landes bringen und keine mehr reinlassen – so einfach ist das! Aber: selbst wenn man dies täte, es gibt ja noch die Gelbhäutigen, die Schlitzaugen, die Mischlinge, Spaghettis, Amis, Polacken, Tommies, Ösis, Bayern. Die kann man natürlich auch alle raus schmeißen. Nur noch native Biodeutsche und Christen zulassen. Puh, aber was ist, wenn die einen Uronkel haben, der aus dem Ausland kam? Eine muslimische Großnichte vielleicht? Einen nicht-arischen Stiefvater? Was passiert, wenn wir die alle rausschmeißen?

Also, das wird zu kompliziert, hat schon früher mal nicht funktioniert und könnte ein paar Nachteile mit sich bringen. Was kann man noch tun? Nun, Aufklärung. Wird seit vielen Jahren praktiziert: alle sind gleich! Und wenn jemand mal nicht gleich ist, sind wir gefälligst tolerant! Der krampfhafte Versuch, Ausländer oder Behinderte (Neuschlimmdeutsch: Benachteiligte) in Filmen als besonders nette Menschen darzustellen, und damit Klischees mit Gegenklischees zu bekämpfen, wird seit vielen Jahren praktiziert. Ohne Erfolg. Das hängt mit dem Netz zusammen – und mit der individuellen Persönlichkeit der Betroffenen.

Auch bin ich der Meinung, zuviel des Guten kann kontraproduktiv sein. Es gibt Menschen, die sich dadurch provoziert fühlen und jetzt erst Recht eine Gegenmeinung entwickeln.

Es ist interessant – und aktuell etwas beklemmend – zu sehen, wie sich die öffentliche (oder mediale, oder politische) Einstellung zu manchen Erscheinungen starken Wandlungen unterworfen ist. Während wir früher als Kinder noch ohne Sorgen, unbedarft und mit großer Freude (ohne rassistisch zu sein – es gab damals auch keinen Anlaß) „Wer hat Angst vor’m schwarzen Mann“ gepielt haben, wäre das heute ein riesen-Skandal. Ich erinnere mich auch an ein Lied aus dem Musikunterricht in den Siebzigern, das eigentlich dazu diente, die Noten besser zu lernen:

„C-A-F-F-E-E, trink‘ nicht so vi-iel Ka-a-ffee. Nichts für Kinder ist der Tü-ür-ke-en-trank, schwächt die Nerven macht Dich bla-ass u-und krank. Sei doch kein Muselmann, der das nicht lassen kann!“

Wäre heute auch nicht mehr so angesagt. Der Zentralrat der Muslime fühlte sich verpflichtet, wegen schlimmster Verunglimpfung auf das Schärfste zu protestieren. Aber so waren die Siebziger. Es ist gut, dass es heute ein Bewusstsein für Diskriminierungen und Übergriffe gibt. Es wird aber manchmal dogmatisch übertrieben. Was mich zum Beispiel geärgert hat: In einem Kinderbuch mit Pippi Langstrumpf taucht das Wort „Neger“ auf. Das war damals kein Schimpfwort. In Neuauflagen musste dies aber wohl zensiert werden. Damit wird die Kunst vergewaltigt. Ich finde, man darf diese nicht verändern, egal warum. Und: Man kann das Wort doch einfach stehen lassen und den Kindern anhand des Beispiels wunderbar erklären, dass sich die Einstellungen in der Welt auch wandeln; Wörter bekommen andere Bedeutungen. So ist das eben. Aber, wenn es weg ist, gibt es auch kein Bewußtsein mehr!

Es ist so: Rassisten haben oft ein Minderwertigkeitsgefühl, denken nicht rational (ein kleiner Widerspruch; Denken ist ja immer rational; vermutlich denken sie gar nicht, sondern FÜHLEN unberechtigterweise etwas) und haben zum Beispiel die Angst, dass andere ihnen etwas wegnehmen. Oder sind einfach nur bescheuert intolerant. DAGEGEN  muss man etwas tun. Selbst wenn es keine Ausländer mehr gäbe, gäbe es noch Rassismus, dann eben gegen Ossis, Homophile, Frauen. Irgendwer ist Schuld an meiner Misere, nur nicht ich!

Bankgeschäfte

Banken sind Schweine, das wissen wir alle. Schon lange. Verlangen überhöhte Überziehungszinsen, beraten falsch und eigennützig, ziehen einen bei Krediten über den Tisch, kündigen mir den Kontokorrentkredit nachdem ich 20 Jahre treuer Kunde ohne Probleme war. Ab und zu verzocken sie sich und stehen kurz vor der Pleite; dann müssen wir als Steuerzahler den armen Versagern wieder auf die Beine helfen, ohne, dass wir etwas davon hätten.

Im Laufe der Jahre kann man beobachten, wie immer neue Maßnahmen und Gebühren erdacht werden, um einem das Geld aus der Tasche zu ziehen und normale Bürger unmündig zu stellen. Eine absurde Neuentwicklung ist zum Beispiel die Festlegung von Minuszinsen. Das heißt, wenn ich Geld bei der Bank habe, muss ich nicht nur die normalen Gebühren zahlen, sondern soll zusätzlich auch noch Zinsen auf die Geldsumme zahlen. Hallo?

Nachdem alles an Filialen oder Mitarbeitern und persönlichen Ansprechpartnern eingespart wurde, gibt es fast nur noch die Möglichkeit, Bankgeschäfte über das Netz abzuwickeln. Ich finde das eigentlich gut und freue mich darüber, mich nicht mit unfreundlichen, schnöseligen, häßlichen, jungen, unmotivierten, pickeligen  oder unfähigen Miatarbeitern herumschlagen zu müssen. Aber: auch hier werden immer neue Methoden erdacht, einem das Leben/Banking so schwer wie möglich zu machen. Bei meiner privaten Bank muss ich – um mich anzumelden – mittlerweile folgendes tun: Seite aufrufen, Kontonummer eingeben, persönliche PIN eingeben, zwei vorgegebene Ziffern der speziellen Sondernummer eingeben, eine Mobiltan anfordern, dann die Mobiltan eingeben, die mir auf das Telefon geschickt wurde. Selbst, wenn ich drin bin, kann ich nichts weiteres machen, ohne eine zusätzliche PIN zu empfangen und dann einzugeben. Ich bin durchaus für Sicherheit zu haben, aber das hier ist hysterisch!

Bei der beruflichen Bank eines Postdienstleisters wurde man quasi dazu gezwungen, ein Programm auf sein Mobiltelefon herunterzuladen, um überhaupt noch Geschäfte machen zu können. Ich bin froh, dass ich das nicht gemacht habe und mich dann doch noch anders durchgewurschteln konnte. (Diese Programme dienen nur dazu, einen auszuspioneren, und sämtliche privaten Daten, Kontakte, Aufenthaltsort, sexuelle Vorlieben, abzugreifen und individuell oder statistisch auszuwerten, an andere zu verkaufen und im Zweifel gegen einen zu verwenden). Als Alternative sollte man einen TAN-Generator kaufen (normalerweise ca. 10 €; Empfehlung: Luxusgerät für 50,00 €) und betreiben. Ein Gerät, mit dem man Informationen der Aktion auslesen kann und verifizieren kann. Der folgende Ablauf geht dann in etwa so:

Sie haben eine Einzelüberweisung an die Empfänger-IBAN DEXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX bei dem Institut XXX in Höhe von 500,00 EUR erfasst.

Stecken Sie Ihre Girokarte (Kartennummer ******9556) in den TAN-Generator und drücken Sie die Taste TAN.
Geben Sie den Startcode 88186138 ein und drücken Sie die Taste OK.
Geben Sie die letzten 10 Ziffern der IBAN des Empfängers ein und bestätigen Sie diese mit OK.
Geben Sie den Betrag ein (Euro und Cent durch Komma getrennt) und bestätigen Sie diese mit OK.
Sollten die angezeigten Daten von Ihrem Auftrag abweichen, brechen Sie den Vorgang bitte ab und informieren Sie uns.

Ich überlege manchmal, ob es nicht sinnvoll wäre, wieder mehr Transaktionen mit Bargeld durchzuführen. Gottseidank habe ich eine Möglichkeit entdeckt, doch noch mit einer Verifizierung durch eine Mobil-TAN, Bankgeschäfte abzuwickeln, das ist gerade noch noch akzeptabel. Aber nutzerfreundlich ist das alles nicht. Kryptowährung wäre doch eine schöne Alternative!?

Potentielle Kritik zu Lustwort

Hier eine kleine Vorlage für Journalisten, die besonders lese- und schreibfaul sind, keine Lust haben, sich mit kleinen Themen des Alltags auseinanderzusetzen, bisher keinerlei Erfolg hatten, unbekannt sind, sich als Künstler verstehen, eigentlich nach Höherem streben,  und dann vom Chef mit folgendem konfrontiert werden: „Habe von einem privaten Blog gehört, der ganz beliebt sein soll, das klingt interessant und neu, da sollten wir dranbleiben; sieh‘ Dir das mal an und schreibe eine kurze Kritik dazu (gähn)“.

Also, Ihr seid Teil meiner Zielgruppe und wichtige Multiplikatoren, daher biete ich Euch kostenlos folgende Rezension  an:

<ab_hier_kopieren>Also, dieser Autor hat auch zu jedem Scheiß etwas zu sagen. Das alles unter dem etwas provozierendem Namen „Lustwort“. Interessiert uns das? Nun, es scheint eher so, dass er das für sich selbst macht, und für die Familienangehörigen. Ein ziemlich privater Blog, aber sicherlich nicht ganz privat. Trotzdem ist es als Außenstehender oft auch unterhaltsam und inspirierend die Geschichten zu lesen, den ungewöhnlichen Gedanken zu folgen, die Vielseitigkeit zu genießen.

GORG ist ein Meister der Differenzierung. Das besondere am Schreibstil ist der Sinn und die Liebe zur deutschen Sprache. Der Autor schreibt sehr eigenwillig, ungewöhnlich, manchmal etwas altmodisch und achtet darauf, keine Anglizismen zu nutzen, keine Namen zu nennen, alles oft sehr indirekt. Man muss sich manchmal etwas damit beschäftigen: was will er jetzt sagen? Wen meint er? (Es ist ein ER!)

Er hat Humor. Oft auch mit einer wunderbaren Selbstironie; die gibt es selten heutzutage. Beim Lesen muss man sich das Augenzwinkern dazu denken. Aber auch sehr vereinfachend, verallgemeinernd, manchmal fiktiv, oberflächlich, ohne Quellenangabe, das ist gefährlich, aber gut. Und manchmal gibt es leider auch nur plumpe Meinungsäußerungen, die nicht allen gefallen werden.

Das ist alles keine große Kunst, die Themen vom Alltag geprägt, die Gedanken recht privat, Beobachtungen und Erkenntnisse aus dem Alltag, der Schreibstil eher unprofessionell, der Autor etwas anmaßend und dennoch interessant. Es macht Spaß, darin zu lesen! Man muss etwas vielseitig und liberal sein, dann kann das Ganze auch inspirierend sein. Ein kleines Einod in der ruppigen und meist schnöden Welt der Medien. Insgesamt wunderbar unpopulistisch und anders. Guckt mal rein! Man kann auch Kommentare hinterlassen.</bis_hier_kopieren>

Dieser Text ist frei verfügbar (Open Source) und kann zu privaten und kommerziellen Zwecken unentgeltlich genutzt werden. Ich bitte aber um eine Info dazu, wo es veröffentlicht wird. Danke.