Schwermetall für Akademiker

Ich erwähne den Namen hier ungerne, da er Suchaggregate auf die falsche Fährte locken könnte und ich nicht unbedingt im Zusammenhang mit dieser Grippe, äh Gruppe, gebracht werden möchte. Da ich sie eigentlich furchtbar finden müsste. Die Musik ist schlecht, das Auftreten nur auf billige Effekte ausgerichtet, die Texte möchtegern tiefgründig und klischeehaft. Trashmusik! Der provozierende, pathetische und leicht faschistische Auftritt ist außerdem schwer von Laibach abgeguckt, die das aber schonmal besser gemacht haben. Aber Rammstein sind nicht rechts, die wollen nur spielen!  // weiterlesen! 

Bewegtbild

Die drittwichtigste Kunstform – nach dem Laut und dem Wort – ist das Bewegtbild. Und sorry: erst danach kommt das Standbild, das ich auch sehr schätze. Vor dem Film aber habe ich großen Respekt. Er ist ein Gesamtkunstwerk! Ein Gemeinschaftsprojekt. Ich hätte einen Horror davor, diese Vielzahl an Beteiligten zu koordinieren, im Zaum zu halten und dazu zu bringen, das zu machen, was ich mir vorstelle. Bild, Schnitt, Bewegung, Geschichte, Spannungsaufbau, Musik, Drehort, Geräusche, Hintergrund, Technik, Requisiten (den Schnitt als Unterkunstform möchte ich bei Gelegenheit hervorheben, der wird unterschätzt). Ist alles entscheidend. Und dann noch die Schauspieler! Menschen mit Allüren. Eigenheiten. Stimmungen, die alles tragen oder auch zerstören können (ich denke da zum Beispiel an Herrn Kinski, über den noch ein Artikel fällig wird).  // weiterlesen! 

24. Juli 2021 // Kulturelles // 2 Kommentare

Meine Musiklisten

Ich werde langsam etwas müde, auf alle meine Abspiellisten bei einem bekannten Strömungsdienstleister mit S. mit einem eigenen Beitrag hinzuweisen und ausführlich darauf einzugehen, da sowieso kaum jemand reinhört oder -liest und es entsprechend einfach zuviel Arbeit ist und es mir dann auch gar nicht so wichtig ist, da ich selbst weiß, was ich an den Listen habe.  // weiterlesen! 

20. Juli 2021 // Musikalisches // Kommentar schreiben!

Das Leben ist so – analog!

Neulich hatte ich Hunger und wollte etwas einfaches und schnelles essen. Zum Beispiel eine Schnitte Brot. Eine Stulle!

Ein Vorhaben: Man geht in die Küche nimmt das Brot aus der Tüte, holt das Brotmesser aus dem Schrank, schneidet mit hoher Kunstfertigkeit eine Scheibe ab, ohne sich dabei eines Fingers zu entledigen. Geschafft. Jetzt die Butter und den Käse aus dem Kühlschrank holen. Die Butter ist noch etwas kalt und zäh. Hierfür braucht man übrigens eher ein klassisches Messer. Aber nach mehrmaligem Verstreichen verteilt sie sich halbwegs gleichmäßig auf der Brotscheibe. Dann den Käse schneiden und in passenden Scheiben auf das Brot legen. Fertig. Nein! Ich brauche noch etwas frisches: Tomaten zum Beispiel. Also, waschen, spezielles Tomatenschneidemesser aus der Schublade holen, schneiden, drauf legen und fertig ist ein kleines Kunstwerk, das nur dazu dient, den kleinen Hunger zu stillen, aber auch lecker schmeckt!  // weiterlesen! 

Privat

Ein altmodisches Wort. Ein Adjektiv, das kaum mehr existiert. Es bedeutet persönlich; dass man etwas für sich behält, oder vielleicht noch im kleinsten Kreis der Familie bekannt gibt. Aber irgendwie ist in letzter Zeit alles öffentlicher geworden. Das ist das Gegenteil von Privat.  // weiterlesen! 

17. Juli 2021 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Gewalt

Gewalt ist nicht gut; sie ist oft negativ besetzt. Zumindest für den, der Gewalt erfährt. Der, der sie ausübt, kann sich austoben, abreagieren, ein Ziel erreichen, was ja eigentlich gut ist. Aber Ziele sollte man heutzutage lieber ohne sie anstreben. Weil es eine wichtige Erkenntnis ist, dass der stärkere nicht immer Recht hat.

Was oft nicht gesehen wird, es gibt zwei Arten von Gewalt: Die physische und die psychische. Erstere ist aber verbreiteter, oder? Nein, sie wird nur zu Unrecht als wesentlicher angesehen. Psychische Gewalt kann Menschen genauso fertig machen. Ich verstehe nicht, warum das bisher nicht so gesehen wird. Das Problem ist natürlich, dass man psychische Gewalt nicht so gut erkennen und nachvollziehen kann. Wenn der Mann seine Frau verprügelt, sieht man die Spuren, das blaue Auge. Die Ausrede, sie wäre gegen die Wand gelaufen hilft meist nicht. Macht aber zum Beispiel die Frau den Mann psychisch fertig, ist es sehr schwer, die angegriffene Psyche zu erkennen und als Gewalteinwirkung zu definieren und zuzuordnen. Ich bin dafür, beide Gewaltarten gleichzustellen. Und manchmal wäre auch für das Kind eine Ohrfeige besser, als ihm mit Liebesentzug zu drohen.

Kassetten

Ich bin froh darüber, in einer Zeit aufgewachsen zu sein, in der ich sowohl das analoge als auch das digitale Leben und alle damit verbundenen technischen Errungenschaften erfahren und nutzen konnte. Junge Menschen von heute werden nie verstehen, was es bedeutet, eine Schallplatte vorsichtig aus der Hülle zu nehmen (ohne sie anzufassen!), sie sorgsam auf den Plattenspieler zu legen, vorsichtig die Nadel anzuheben und auf sie niederzulassen, um dann vollkommen entspannt eine wunderbare Musik mit ausgeprägtem Knistern, Rumpeln und Rauschen zu hören. Ein sehr individueller und einzigartiger Musikgenuss.  // weiterlesen! 

09. Mai 2021 // Autobiographisches // 2 Kommentare

Judin

Eine kleine Episode aus den Siebzigern, als ich jugendlich war und ein Pony hatte. Nein erstmal nicht mehr. Das Pony war noch in Irland und wir mussten es erst nach Deutschland in eine Kleinstadt in der Eifel transportieren.

Ich weiß nicht mehr genau, wie das ablief. Eine Spedition? Egal, ich musste mit meiner Mutter im R4 mit entsprechendem Anhänger nach Le Havre gurken, wo das Tier mit einer Fähre angeschifft wurde. Viele Stunden Fahrt durch ganz Frankreich. Einmal machte die Karre mitten in der französischen Pampa Ärger und blieb fast stehen. Wir schafften es aber irgendwie noch in den nächsten Ort. Und es gab sogar eine Werkstatt und ich erklärte dem Typen auf französisch radebrechend, was wir wollten und was das Problem war. Nach einiger Zeit sagte er dann in bestem berlinerisch: „Na, dann wolln wa mal sehen, wat sich machen lässt.“

Ich bin immer sehr interessiert an Ursachen. In diesem Fall war es eine verstopfte Einspritzdüse. Das Problem war dann schnell erledigt und wir konnten die Fahrt fortsetzen. Ankunft und Übergabe des Ponys in Le Havre irgendwann mitten in der Nacht. Geklappt! Dann wieder Rückfahrt über die gleiche Monsterstrecke, wohl ohne weitere Probleme und das Pony kam in den örtlichen Reitstall. Der Stallmeister hatte einen lokalen Dialekt drauf, den ich beim besten Willen nicht verstand. Dauner Platt. Wer es nicht glaubt, hier eine Beispiel: „Os hey jet off jiff jen?“ heißt zum Beispiel für normale Menschen: „Ist hier etwas abgegeben worden?“. Egal, ich drifte ab.

Zu der Zeit hatte ich einen Freund Klaus T., der ca. 7 Jahre älter war (ich hatte meistens ältere Freunde), und schon etwas weiter und der auch ein Pony hatte und der vorschlug, zu zweit, einen Verein im Verein zu gründen. Den Pony Club Daun! Wir haben uns rote Kapuzenpullis gekauft und unser Logo vorne in mühevoller Handarbeit in weiß drauf gestickt.

Pony Club Daun Ausritt mit kunstvoll selbstbestickten roten Kapuzenpullis

Über dem Ponystall war eine zweite Ebene zur Lagerung von Heuballen, in der man sich als Jugendlicher aber auch ganz gut aufhalten konnte, heimlich rauchen konnte (Lord war angesagt) und von den Eltern unbemerkt in der Clique große Flaschen Jägermeister vertilgen konte. Aber es ging auch um das Reiten und da habe ich sehr viel gelernt in dieser Zeit. Und ich liebte mein hübsches und unaufgeregtes Apfelschimmel-Dartmoor (während die Connemara-Anka von Klaus immer etwas hysterisch war) das aus irgendeinem Grund nach der „unilateral declaration of independence“ benannt war.

Und hier noch eine kleine Würdigung des Autos, das ja auch einiges mitgemacht hat

Eine kleine Würdigung unseres R4, mit dem ich später nach Berlin umzog, außerdem ich und eine Schwester