Verteuerung

Neulich ein Bericht zur positiven Weiterentwicklung eines heruntergekommenen Berliner Bezirks. Ein elektronischer Großkonzern mit dem Namen S. verlegt seinem Hauptsitz von München nach Schöneberg. Es wird auf das Umfeld eingegangen: die spezielle Gegend, das horizontale Gewerbe. Der erste Kommentar zu dieser Meldung kam von macthepirat (ein unverständlicher, dummer und fehlerhafter Mischmasch aus Deutsch und Englisch): „Endergebnis: Auch diese Gegend wird für den Normalberliner unbezahlbar.“ Der zweite Kommentar kam von mir: „Meinen Sie damit die Dirnen?“ Der Kommentar wurde von der Redaktion des TSP zensiert. Das war aber doch lustig, oder? Wahrscheinlich wurde das Wort „Dirnen“ automatisch erkannt und der Beitrage daher verworfen. Vielleicht hätte ich „horizontales Gewerbe“ schreiben sollen. Mittlerweile ist mir das schon öfter passiert. Gut, dass ich ihn hier veröffentlichen kann. Aber so wichtig ist das auch nicht; schlimm aber der dumme Nutzerkommentar und die krasse Filterfunktion beim TSP! Fünf andere Antworten hierauf wurden durchgelassen. Und schlimm auch der verbreitete Hass auf die Verbesserung des Umfeldes. Etwas Gentrifizierung würde hier guttun.

Bequemlichkeit ist gut

Ein großer Teil des Fortschritts der Menschheit beruht auf Bequemlichkeit. Die größten Ressourcen werden darauf angesetzt: wie kann ich mir bloß das Leben angenehmer machen? Da der technische Fortschritt immer schneller vonstatten geht, schließe ich daraus, dass die Menschheit ein immer größeres Bedürfnis nach Bequemlichkeit entwickelt. Aber es funktioniert. Der technische Fortschritt hilft uns (manchmal stört er auch). Das Problem dabei ist, das sich auch die Ansprüche entsprechend steigern. Das macht den Vorteil der Bequemlichkeitserhöhung leider wieder zunichte, fördert aber auch weitere Bequemlichkeitsversuche.

14. März 2019 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Die Wörterpresse

WordPress ist ein Redaktionssystem (nein, ein Blogsystem aber mittlerweile gut nutzbar als CMS), das ich hiermit mal hervorheben möchte. Klar sagen die Profis jetzt: Bäh, schlecht programmiert, anfällig etc. Aber es funktioniert! Und Sicherheitsaktualisierungen lassen sich leicht und regelmäßig einspielen. Ich nutze WP beruflich seit vielen Jahren. Es ist kostenlos und ich kann damit Geld verdienen. Danke! Das System ist unglaublich vielseitig und flexibel. Mit den entsprechenden Erweiterungen oder eigenen Programmen kann mann alles damit machen; da gibt es andere Systeme, die viel aufwändiger anfälliger und komplizierter sind; WP schlägt alles. Mehr braucht man nicht für eine kleine oder mittlere Seite!

Ach ja, natürlich basiert lustwort.de auf WP:::

IQ

Ich bin überzeugt davon, einen außerordentlichen IQ zu haben, aber ich habe etwas Angst davor, es zu beweisen ;}

Kleiner Nachtrag: die Angst war berechtigt.

27. Februar 2019 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Verpasst

Es war 1989, als ich nach einem mittelmäßigen doch-noch-Studiumabschluß die letzte Chance nutzte, vor dem harten Arbeitsleben noch etwas die Welt zu erkunden.

Das war damals noch Amerika. Auf dieser Reise habe ich auch etwas anderes erlebt. Welche Story wollte ich jetzt schreiben? Ach ja, von einem besonderen, historischen Erlebnis, das ich nicht hatte. Ich war in New York auf einer Privatparty. Alle beglückwünschten und umarmten mich als deutschen. Warum!?

Also, ich las an diesem Morgen auch die New York Times auf deren Titel ein Foto von Menschen war, die auf der Mauer standen (oder tanzten)!? DER Mauer. Was ist da los in Berlin?

Ich lebe seit Anfang der Achtziger in dieser Stadt und war nie länger weg, als ein, zwei Wochen. Jetzt hat es mich erwischt. Ich habe DEN historischen Tag in der Geschichte meiner Heimatstadt verpasst. Die zurückgebliebene Freundin bestätigte mir leider telefonisch das fröhliche Chaos, das ausgebrochen war und was ich alles verpasste.

Ich saß allein in der Weltstadt N.Y. auf einer tollen Party, wurde als Held gefeiert und wünschte mir nichts sehnlicher, als in Berlin zu sein.

Mal Pech gehabt.

Alltagsfilm

Ich verstehe Menschen nicht, die sich Filme ansehen, die möglichst realistisch sind und damit meistens nur ihren langweiligen Alltag widerspiegeln. Oder Krimis. Das Medium Film eignet sich doch optimal dafür, nicht nur Geschichten zu erfinden, sondern vor allem, diese schräg und ungewöhnlich umzusetzen. Das wäre für mich ein Grund, mal wieder ins Kino zu gehen. Die Geschichte ist dabei weitgehend egal. Er soll mich bloß in eine fremde Welt führen, soll anregend sein und optisch ansprechend, gern auch mit ungewöhnlichen Effekten, Schnitten, Kameraeinstellungen, von mir aus auch Dialogen, guten Schauspielern, Beleuchtung, Dramatisierungen, Phantasie! So wie in den Siebzigern? Leider ist der Zeitgeist heute ganz anders.

22. Februar 2019 // Gedanken // Kommentar schreiben!

Gleichgesinnte gesucht

Es muss doch da draußen noch andere Menschen geben, die ähnliches im Sinn haben. Und: es gibt Suchmaschinen, mit denen man meistens finden kann, was man sucht. Aber wonach soll ich suchen? Blog mit Sinn für deutsche Sprache? Interessante Alltagsgeschichten? Humorvolle Anekdoten? Intelligente Aussagen zum Zeitgeschehen? Private Alltagskultur? Ich habe alles versucht, und nichts gutes gefunden. Das klingt arrogant, ist aber so. Bitte, wenn Ihr ein interessantes/vergleichbares Tagebuch findet: sagt Bescheid. Ich verlinke das dann auch, wenn’s gefällt.

Zwei, drei Autoren sind mir dann doch noch aufgefallen, die ich hier auch mal nennen und dokumentieren möchte:

Marcus Kluge gefällt mir sehr gut. Ist interessiert an berliner Geschichte und Geschichten, zeigt viele Fotos (manchmal zu viele), auch im Vergleich damals – heute,  schreibt etwas viel privates und über die Familie, was nicht so interessiert, aber auch über Erlebnisse aus den Siebzigern und Achtzigern, die Punkjahre, was wiederum sehr interessant ist. Der Schreibstil ist dabei wunderbar freundlich-lakonisch, das mag ich. Auch ein Mensch, der gerne beobachtet, aber leider nicht mehr aktiv. Melde Dich gerne mal!  marcuskluge.wordpress.com

Gut ist auch Der Sprachbloggeur (leider etwas häßliche Gestaltung):  einer, der auch lange im anglophilen Ausland war oder sogar daher kommt, der einen Sinn für die Feinheiten der (deutschen) Sprache hat, der sich Gedanken über die Welt macht, geschichtlich verknüpft, akademisch aufarbeitet, ohne akademisch zu sein, und Spaß daran hat. Nachtrag

Ziemlich beliebt, von der SZ gefördert und aufgefallen, anders, als die anderen, aber ziemlich schreibfaul ist mir Ronja vom sudelheft.de (aus Hildesheim). Der Hinweis „Ich veröffentliche nur freundliche Kommentare.“ hat mir gefallen und das mache ich auch so. Ansonsten etwas jung, selbstverliebt, depressiv, fotogen, Wodka-abhängig, akademisch und gleichzeitig Couch-Potato-haft, kommerziell und romantisierend. Eigentlich sagt sie mir nichts und lässt mich ratlos zurück… Aber irgendwie mag ich sie.

Und: Wodka ist doch etwas proletarisch, oder?

20. Februar 2019 // Gedanken // Kommentar schreiben!