Alter weiser Mann

Oh, ein Freudscher Verschreiber. Gemeint ist „weisser“.

Heutzutage muss Mann sich schon dafür schämen und rechtfertigen, wenn er ein nicht mehr ganz blutjunger Mensch ist, weißhäutig und dann auch noch heteroveranlagt, nicht behindert, ohne Migrationshintergrund, vielleicht sogar christlich geprägt und zu allem Überfluss vor allem männlich ist. Die Persönlichkeit spielt keine Rolle mehr, Stereotypen scheinen da wichtiger. Noch schlimmer wird es, wenn Mann gesteht, abundzu mal Auto zu fahren, Fleisch zu essen und eine Zigarre zu rauchen. Den Todesstoß erhält Mann, wenn er dann noch unpopuläre Meinungen äußert.

Es ist ein Kampfbegriff, der abwertend gemeint wird. Eine herbeigeredete, ja beschworene Minderheitsdefinition. Der „alte, weiße Mann“ ist so etwas, wie der Schwarze Peter von heute. Es wird bemängelt (sic!), er wäre privilegiert und hätte keine Diskriminierung erfahren. Was kann er eigentlich dafür?

Es gibt durchaus auch gemäßigte Stimmen, die sagen: Nicht jeder alte, weiße Mann sei ein alter weißer Mann. Schöne Differenzierung. Und danke; aber diskriminierend, sexistisch, beleidigend ist der Begriff genauso wie viele andere, die sonst allgemein bis hin zur Todesandrohung bekämpft werden. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, aber deswegen muss ich mich doch nicht schlecht fühlen. Das Verhalten ist entscheidend. Es ist wie mit allen Klischees: sie sind mal zutreffend, mal nicht. Und daher irrelevant.

Nachtrag: Ich bin übrigens dafür, die Menschen gar nicht mehr in Gruppen einzuteilen. Sondern als Menschen und Individuen anzusehen. Dann haben wir auch kein Problem mehr mit Vorurteilen und Rassismus.

 

15. Dezember 2020 // Politisches // Kommentar schreiben!

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