Politisches // Seite 1

Manipulation

Ein Thema, das ich hochinteressant finde und das meiner Meinung nach im öffentlichen Diskurs zu wenig Beachtung findet. Weil zu viele davon profitieren und sie demnach nicht thematisiert oder gar kritisiert wird, werden darf.

Ich habe damals in der Schule gelernt, Texte kritisch zu betrachten. Immer zu hinterfragen: ist das wahr? Warum wird das so und nicht anders beschrieben? Was hat der Autor für einen Hintergrund? Ist das Information oder zielgerichtet? Was sagen andere dazu? Möchtegern-Akademiker werfen in diesem Zusammenhang immer gerne und zu Recht den mittlerweile schwer abgedroschenen Begriff „Cui Bono?“ ein. Das alles zu berücksichtigen, macht das Leben natürlich etwas schwieriger, weil man nach langer Abstinenz auch mal wieder sein Hirn in Gang setzen muss,  nachdenken, prüfen, vergleichen, einschätzen, beurteilen, entscheiden muss. Aber es lohnt sich! Und man wird mit vielen eigenen Gedanken und gegebenenfalls auch Taten belohnt.

Das Wort bezeichnet die Beeinflussung, die Steuerung von Menschen. Meist in eine Richtung, die diese gar nicht einschlagen wollen. Heutzutage ist dieses schlimme Agieren sogar ein angesehener Beruf (Beeinflusser). Werbung ist ein Bereich, der das zum Hauptanliegen erklärt und sie gezielt und hochprofessionell, teilweise kriminell unter Zuhilfenahme von Lügen und Betrug,  betreibt. Und sich in unser Leben einfrisst. Und verboten werden sollte. Und sie wird immer häufiger und massiver eingesetzt, weil es den Interessen der Politik, der Großkonzerne, der Medienmogule nutzt.

Wichtige Medien (das sind für mich immer noch etablierte Analogmedien bzw. deren Netzableger, sowie die von uns zu Recht unterstützten öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosender; ich brauche nicht zu erwähnen, dass die Asi-Netzwerke im Hinblick auf Information vollkommen irrelevant sind) zum Beispiel sollten neutral berichten. Natürlich können sie das auch nicht wirklich und tun es in letzter Zeit auch immer weniger, auch weil sie dem Zeitgeist hinterher rennen. Eine Zeitung mit Großbuchstaben hat die Manipulation zum Hauptanliegen erklärt. Aber auch andere manipulieren, ohne das zu wollen. Es gibt aber auch gute und schlechte Manipulation oder nicht?

Eigentlich ist ja alles Manipulation. Jedes öffentliche Agieren ist schlimme Manipulation. Allein durch das Weglassen oder die Reihenfolge von Meldungen wird schon eine Bewertung ausgeübt, da kann der Inhalt noch so neutral sein. Das ist nicht bösartig, sondern entspricht dem unausweichlichen und professionellen Vorgehen. Manche Empfänger lassen sich ja auch gerne manipulieren. Sie denken: „wenn ich dem folge, gehöre ich dazu“. Oder sie sind einfach nur faul und dumm. Nur wenige möchten das explizit nicht und haben ihren eigenen Kopf. Für sie gibt es zwei Möglichkeiten: sich obige Fragen stellen und sich aus Originalquellen oder verschiedenen, weitgehend seriösen Sekundärquellen informieren. Die gibt es noch. Aber im Netz wird letzteres aufgrund der vielen Bezahlschranken leider immer schwieriger. Diese tragen wohl mittlerweile neben den Volksmedien auch dazu bei, dass die Menschen immer einseitiger denken und handeln.

Auch dieser Artikel ist Manipulation, aber gute!

17. Februar 2021 // Gedanken, Politisches // Kommentar schreiben!

Alter weiser Mann

Oh, ein Freudscher Verschreiber. Gemeint ist „weisser“.

Heutzutage muss Mann sich schon dafür schämen und rechtfertigen, wenn er ein nicht mehr ganz blutjunger Mensch ist, weißhäutig und dann auch noch heteroveranlagt, nicht behindert, ohne Migrationshintergrund, vielleicht sogar christlich geprägt und zu allem Überfluss vor allem männlich ist. Die Persönlichkeit spielt keine Rolle mehr, Stereotypen scheinen da wichtiger. Noch schlimmer wird es, wenn Mann gesteht, abundzu mal Auto zu fahren, Fleisch zu essen und eine Zigarre zu rauchen. Den Todesstoß erhält Mann, wenn er dann noch unpopuläre Meinungen äußert.

Es ist ein Kampfbegriff, der abwertend gemeint wird. Eine herbeigeredete, ja beschworene Minderheitsdefinition. Der „alte, weiße Mann“ ist so etwas, wie der Schwarze Peter von heute. Es wird bemängelt (sic!), er wäre privilegiert und hätte keine Diskriminierung erfahren. Was kann er eigentlich dafür?

Es gibt durchaus auch gemäßigte Stimmen, die sagen: Nicht jeder alte, weiße Mann sei ein alter weißer Mann. Schöne Differenzierung. Und danke; aber diskriminierend, sexistisch, beleidigend ist der Begriff genauso wie viele andere, die sonst allgemein bis hin zur Todesandrohung bekämpft werden. Ich weiß, dass ich privilegiert bin, aber deswegen muss ich mich doch nicht schlecht fühlen. Das Verhalten ist entscheidend. Es ist wie mit allen Klischees: sie sind mal zutreffend, mal nicht. Und daher irrelevant.

Nachtrag: Ich bin übrigens dafür, die Menschen gar nicht mehr in Gruppen einzuteilen. Sondern als Menschen und Individuen anzusehen. Dann haben wir auch kein Problem mehr mit Vorurteilen und Rassismus.

 

15. Dezember 2020 // Politisches // Kommentar schreiben!

Schlagzeilen von gestern, heute, morgen, übermorgen

Ich brauche keine Nachrichten mehr zu lesen oder zu hören, ich weiß schon, was kommt:

  • Großbritannien droht der EU mit hartem Brexit
  • Israel baut weitere Siedlungen im Westjordanland
  • der Rechtspopulismus nimmt weiter zu
  • die Fertigstellung des BER verzögert sich
  • Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken
  • die Türkei inhaftiert und foltert Oppositionelle
  • der Berliner Senat plant Verbesserungen
  • in China ist ein Sack Reis umgefallen
  • die Infektionszahlen steigen mal wieder
  • in Russland wurde ein Oppositioneller umgebracht
  • In den USA wurde ein Schwarzer von Polizisten erschossen
  • In Italien stehen Neuwahlen an
  • Bayern gewinnt den XXX-Titel, den YYY-Cup, die ZZZ-Meisterschaft
  • die Bundesregierung verspricht Verbesserungen für den Fahrradverkehr
  • Die sozialen Medien versprechen mehr Datenschutz
  • der amerikanische Präsident hat einen Pups abgelassen
  • der Berliner Senat hat bei der Umsetzung eines Vorhabens versagt
  • in Brasilien wird der Urwald – in der Größe des Saarlands (o.ä.) – abgeholzt
  • die Klimaerwärmung nimmt zu
  • eine Kulturveranstaltung wurde wegen Drohungen abgesagt
  • etc. pp.

Politik mach keinen Spaß mehr.

Amipolitik

Nachdem ich es angekündigt habe und auch weil es wichtig ist, möchte ich – neben meiner Stellungnahme zum kulturellen – noch etwas politisches über die USA loswerden. Es ist bekannt, dass die Präsidenten sehr unterschiedlich zu beurteilen sind, aber oft in die Richtung des schwachen, nutzlosen, abstrusen, unfähigen, debilen einzuordnen sind. Aktuell darüber hinaus.

Es ist erstaunlich, wie ausgesprochen dumme Menschen als wichtige Anführer der „westlichen Welt“ agieren können. Das hat es schon immer auch in anderen Ländern gegeben. Aber in den USA scheint es eine Tradition zu sein und es ist aufgrund der weltweiten Macht schon wichtiger, auch für uns. Die Macht wird ja dafür genutzt, um Einfluss auszuüben. Nicht nur gegenüber uns deutschen als ehemaliges(?) Besatzungsobjekt. Das politische System der USA beruht ausschließlich auf dem Ziel der Machtausweitung und Geldansammlung. Es geht nur darum, wirtschaftliche und politische Interessen zu verfolgen und durchzusetzen.

Eine für Deutschland wichtige Gasleitung aus Russland soll nicht fertiggestellt werden? Argument ist, dass man sich nicht von den Russen abhängig machen soll. Wirklicher Grund ist: die wollen ihr Fracking-Gas verkaufen und dulden keine Konkurrenz, schon gar nicht aus dem Osten. Ein chinesischer Mobilfunk-Dienstleister soll nicht mehr eingesetzt werden? Argument ist: die spionieren doch alle aus. Wirklicher Grund ist: die Amis können uns dann nicht mehr selbst ausspionieren. Nach der Finanzkrise, die durch die USA verursacht wurde, hat man sich nicht entblödet, uns zu sagen, wie wir richtig/anders damit umgehen sollen. Wir haben es nicht berücksichtigt und sind als eines der wenigen Länder glimpflich aus der Ami-Scheiße entkommen.

Ich bin froh, in einem Staat zu leben, der nicht nur auf Macht und Geld basiert, sondern auch auf Kultur, soziales, Menschenverstand und Gelassenheit. Wir kommen ganz gut durch, aber manchmal wäre etwas mehr Macht und -ausübung für uns alle wohl vorteilhaft.

03. August 2020 // Politisches // Kommentar schreiben!

Schafft die Reklame ab! (Ein Buchprojekt)

Schon länger möchte ich mal ein Buch schreiben; so wie alle!

Darüber, dass Werbung verboten werden sollte. Weil Sie unser Leben nachteilig beeinflusst, weil sie uns manipuliert, weil sie nur Großunternehmen nutzt, die unsere Daten abgreifen und verkaufen und den Großunternehmen, die diese Daten für personalisierte Werbung benutzen, weil sie lügt, weil sie uns wirtschaftlich schadet, weil wir sie nicht brauchen.

Ich habe das Bedürfnis, die Welt ein wenig schöner und lebenswerter für uns alle zu machen. Ich kann mich nur noch nicht entscheiden, ob das ein Sachbuch wird (mit dem Ziel eventuell tatsächlich etwas in dieser Hinsicht zu bewirken, weil es fundiert ist, aber mit dem großen Nachteil, das man alle Behauptungen auch belegen muss) oder einen Roman (eher mit dem Ziel der Unterhaltung und dem Vorteil, das ich schreiben kann, was ich will, hemmungslos den Gedanken hingeben). Gibt es eigentlich auch etwas dazwischen? Ich hasse Entscheidungen für etwas und gegen das andere. Entweder, oder? Ich bin eigentlich mehr für das sowohl als auch. Ein Sachroman wäre doch gut!? Ich erfinde nebenbei ein neues Genre! Vielleicht wird es auch ein Glossenbuch. Oder ich muss zwei Bücher schreiben. Aber ich wäre wohl tot, bevor die fertig werden – etwas unbefriedigend. Eigenverlag oder etablierter Verlag? Welcher? Oh, das wird kompliziert. Aber eine Auswahl an Titeln habe ich mir bereits überlegt:

Werbung – Das Grundübel unserer Zeit
Reklame verbieten!
Werbung: Sollte abgeschafft werden
Ich und die Werbung.
Wie Werbung unser schönes Leben zerstört.
Schafft die Werbung ab!
Ohne Werbung wären wir alle glücklicher
Gegen Werbung – Für mündige Bürger

Bitte Idee und Titel nicht klauen. Ihr schafft das sowieso nicht so gut wie ich.

Querdenkerbommel

Ein schönes Wort, das ich bisher nie gehört oder gelesen hatte. Es ist mir in einer Film-Dokumentation des Spiegel über Verschwörungstheoretiker aufgefallen. Ein Thema, das ich sehr interessant finde. Ausgesprochen hat es die Teilnehmerin einer Demonstration gegen Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung des Virus‚.

Das Schmuckstück sei ein Zeichen für die Unabhängigkeit und die Nutzung des eigenen Gehirns. Das ist ja grundsätzlich gut (so einer bin ich auch), in diesem Fall aber leider nicht zutreffend, da das Gehirn nicht eingesetzt wurde, sondern ein diffuses Gefühl. Immerhin hat sie bestätigt, dass der Bommel sie nicht vor der Invasion einer schrägen Weltmacht oder vor den Strahlen schlimmer Mobilfunktechnik schützen sollte, sondern einfach nur eine Stellungnahme sei.

Eine verkrumpelte Kugel aus Aluminiumfolie wird zum Erkennungszeichen von Menschen, die Erkenntnisse hassen und das als eigenständiges Denken bezeichnen, obwohl es nur diffuse Ahnungen sind. Aluminiumfolie spielt übrigens in der Szene eine wichtige Rolle; bisher war auch der Aluhut sehr beliebt. Beides aktuell leider sehr verbreitet.

Natürlich kann und sollte man über Verschwörungstheoretiker lachen und sie nicht ernst nehmen. Weil sie einen ziemlichen Quatsch erzählen. Das ist besser, als wenn man sie ernst nähme. Dann müsste man sie verfolgen und einsperren, da sie genau genommen schlimme Lügen verbreiten und die Bevölkerung aufhetzen.