Musikalisches // Seite 3

Johannes Pelle

Im Laufe dieses Tagebuchs möchte ich doch gerne die meisten der Personen erwähnt haben, die mich beeindruckt haben oder die mein Leben wesentlich beeinflusst haben. Es sind wenige, daher sollte die Aufgabe lösbar sein.

Zu diesen Menschen gehört jedenfalls auch ein britischer Radiomoderator mit dem Namen John Peel († am 25. Oktober 2004). Laut Wikipedia einer der einflussreichsten Experten für Popmusik. POPMUSIK??? Die hat er natürlich nie gespielt. Es war immer sehr persönliche und sehr außergewöhnliche und gerne schräge Musik.

Bei mir fing es in den frühen achtzigern an, als ich zu Besuch bei meiner Schwester in Hannover (!) zufällig seine Sendung im Radiosender der britischen Besatzungsmacht BFBS hörte und sofort begeistert war. Später in Berlin saß ich Samstags Nachts immer in meiner Erdgeschosswohnung und musste die Radioantenne drehen, verlegen, umstöpseln, hochheben, treten, überkreuzen, austauschen, verlängern, beschwören, um die Sendung auf BFBS Berlin halbwegs vernünftig empfangen zu können.

Das war für mich ganz neue Musik. Herr Peel hat auch einen schönen britischen Sarkasmus, der immer zwischen den Titeln zum tragen kam. Die Musik gefiel mir nicht immer: Die viele afrikanische Musik mochte ich nie, The Fall, seine Lieblingsband auch nicht. Aber zum Beispiel The Clash, The Cure, Joy Division,  Siouxsie and the Banshees, New Order, P J Harvey, Roxy Music, Sex Pistols, The Smiths, X-Mal Deutschland, Cocteau Twins durchaus – heute alles Helden.

Ich habe damals viel aufgenommen, auf Tonband oder Kassette, die Qualität des Materials entsprechend mies – hinzu kam noch der schlechte Empfang mit sporadischem Rausch(en) (analog auf UKW!). Dank des Netzes konnte ich jetzt einige Sendungen in guter Qualität finden und von Zeit zu Zeit mal wieder reinhören. Schön!

Es klingt aber auch wie aus einer anderen Zeit.

Würden Sie  diesem Menschen vertrauen? Ich tue es. Bedingungslos. Bloß: warum liegt da ’ne Platte von Fairport Convention?

Foto: Len Trievnor/Getty Images

Hier noch ein Verweis auf die Intromusik zu seiner Sendung: Link

 

Susi und die Todesfeen

Ich möchte doch endlich auch mal über meine zweite Lieblingsmusikerin schreiben: Siouxsie Sioux, Sängerin und Chefin von Siouxsie and the Banshees. Frau Sioux verkörpert für mich den New Wave (Optik und Klang), den ich liebe.

Susi noch jung und wunderbar trotzig…

Der Sound geht tief in den Körper hinein. Das Outfit: schöner Edelpunk. Die Stimme ist wunderbar. Der Gesang ist gern einen Halbton daneben und klingt trotzdem gut! Das können nur wenige Sänger. Johnny Lydon zum Beispiel oder Ian Curtis, wie bereits erwähnt. Zu beiden muss ich auch noch etwas schreiben. Anyway, Siouxsie war fleißig und hat sehr viel Musik gemacht auch mit einer zweiten Gruppe, mit ihrem Liebling und Drummer Budgie: The Creatures, auch sehr höhrenswert. Ein Gesamtkunstwerk. Ich habe mir ein T-Shirt mit ihrem Bild gekauft – aber noch nie getragen. Beachte: die Bezeichnung „zweite Lieblingsmusikerin“ ist nicht wertend gemeint, nur hatte ich bereits früher über meine andere Lieblingsmusikerin geschrieben …. Übrigens beide recht unbekannt in Deutschland.

Ein etwas untypisches und frühes Video von 1979 mit einem Auftritt in der Fernsehshow Something Else der BBC (so etwas wie Musikladen?) mit dem herausragend gutem Stück „Love in a void“ in dem sie noch etwas spießig aussieht, aber auf unbeholfene und charmante Art versucht, auch punkig zu sein. Achtet bitte auch auf die herausragenden Musiker.

Die beste Popmusik

Ich bin ja in Irland aufgewachsen. Und pflege trotz einer gewissen Abneigung gegen die Besatzer im Norden, eine große Vorliebe für britische Popmusik. Sie war und ist und bleibt immer noch die beste! Trotz des andauernden US-amerikanischen Kulturimperalismus, der denkt er könne uns zeigen, wie man Musik macht, Klopse brät oder Cappuccino kocht. Anyway, der Tommy hat einen einzigartigen Sinn für Musikalität und Verspieltheit, für Selbstironie, lakonisches, originelles, das ich mag und bewundere!

Schade, dass er nichts mehr von uns wissen will

Blaues Blut

Primatenmitgliedschaft bei einem US-amerikanischen Versandhändler mit dem Anfangsbuchstaben A.: Es gab einen kostenlosen Probemonat, den ich beantragen musste, weil es ein Angebot gab, kostenlose Skins für das Spiel Fortnite herunterzuladen, die sonst viele Euro kosten, und mein Sohn darauf bestand, dieses Angebot zu nutzen. Sofort.

Seitdem kann ich aber auch etwas in dem Videoangebot (uninteressant) und Musikangebot (geht so) stöbern. Man kann zum Beispiel „Radiosender“ für eine bestimmte Musik abspielen lassen, die nudeln dann alles runter, was der Algorithmus (Algo-Rythmus, den jeder mitmuss!) von A. für passend hält. Was ich klasse finde: man kann sich auch die Texte (besser: Lyrics) anzeigen lassen, die dann auch parallel zum Gesang mitwandern.

Im Zuge meiner aktuellen Vorliebe für Rockmusik wählte ich den Sender „Indie-Rock“ der auch ganz schöne Musik spielte, aber leider nur ca. 10 verschiedene Gruppen (und meist nur US-Amerikanische, deutsche gar nicht) kannte, die immer wieder gespielt wurden. Ein weiterer Beweis für den fortschreitenden Kulturimperialismus!

Egal, unabhängig davon habe ich dabei eine große Entdeckung gemacht, die heißt so etwas wie „Blaues Blut“ (Royal Blood; aus England übrigens). Durchaus vergleichbar mit den frühen Königinnen der Steinzeit. Und die Pixies mögen sie auch! Und Nirvana. Rockmusik mit nur zwei Leuten (?), das klingt trotzdem sehr gut! Bass und Schlagzeug, wie eine richtige Band. Und voller als das Duo mit den weißen Streifen.

Die Videos sind doof, aber die braucht man ja nicht, um Musik zu hören! Die Typen: einer sieht etwas aus wie George Michael in jungen Jahren, der andere ist wohl Verkäufer bei Burger King. Alles clean, beide mit abgelutschten Nerd-Bart-Stoppeln. Coolnessfaktor und Credibility: minus zehn.  Ich denke, ich muss später nochmal lieber auf die Musik eingehen…

Nachtrag: War schön, hat aber keinen Bestand!

Die Plattenhülle: Ja, zwei Leute und minimalistisch – aber nicht passend zur Musik. Durchaus schön, aber macht mich ratlos.

19. März 2018 // Musikalisches // Kommentar schreiben!

Königinnen der Steinzeit

Wie soll ich anfangen? Also, in letzter Zeit höre ich gerne auch Rockmusik. Inspiriert durch meine geliebte Polly Jean. Dabei bin ich auch auf eine US-Amerkanische Gruppe gestoßen, die sich „Queens of the Stone Age“ nennt. Ich kannte sie natürlich schon vorher. Hier und da ein Stück im Radio gehört, das mir gut gefallen hat, aber nicht weiter verfolgt. Mittlerweile kenne ich fast alles und muss sagen: das ist schon ein wichtiges Gesamtkunstwerk. Die sind schon sehr gut!  Am Anfang der Karrriere etwas einfach College-Rock-mäßig, später aber (wie die meisten) auch etwas differenzierter. Und auch schön psychedelisch…

Kleiner Nachtrag (07/19): Die haben auch sehr schöne, vielseitige, ungewöhnliche und manchmal leicht extreme, wunderbar rockige Videos zu ihrer Musik.

Schöne, schwülstige, schlüpfrige und wunderbar politisch unkorrekte Hülle des Erstlingswerks mit Anklang aus den Siebzigern

18. Februar 2018 // Musikalisches // Kommentar schreiben!

Pixies

Etwas sehr US-amerikanisch aber insgesamt sehr gute (poppige) Rock-Musik mit deutlich britischen Einflüssen. Schön klar und hart und ungewöhnlich. Und das seit den 80er-Jahren.

OK, das war jetzt nicht angemessen. Ich möchte diese großartige Gruppe nochmal ausführlicher würdigen.

Leider etwas hässliche Plattencover, daher kein Bild.

23. Januar 2018 // Musikalisches // Kommentar schreiben!