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Berlinerisch

Habe vor einigen Jahren aus glaubwürdiger Quelle von RD (heute Berater des Bürgermeisters) folgendes erfahren: „Berlinerisch ist kein Dialekt, keine wirkliche MUNDART, sondern eine Gossensprache.“ Ein hartes Urteil. Wollte das jetzt mal untermauern, habe aber keine Quelle mehr dazu gefunden. Es wird überall als Dialekt bezeichnet! Ein erfolgreiches Ergebnis der Berlin-Marketing Agenturen? Ein Machtwort des Bürgermeisters? Viele konspirative Anhänger, die die Einträge bei Wikipedia manipulieren? Würde gerne mal einen Sprachforscher dazu befragen. Ich finde den Begriff „Gosssensprache“ aber sehr zutreffend. Wird ja gerne auch als „Berliner Schnauze“ bezeichnet.

„Der Berliner Dialekt, ooch als Berlinerisch (Berlinisch), Berliner Jargon oda umjangssprachlich Berliner Schnauze bezeichnet, iss die Mundart Berlins. Dabei iss die Stadt die „Zentrale“ eenes Dialektjebietes, wat sich vom südlichen Mecklenburg-Vorpommern über Brandenburg bis nach Sachsen-Anhalt und ins nördliche Sachsen zieht.“
Quelle: http://www.berliner-dialekt.de/#/berlinerisch

Vom 14. Dezember 2019 in Det/Dit is Berlin, Kultur | Kein Kommentar

Sprache ist Kultur

Kommentar zum SPON-Artikel „Schmach über jeden Deutschen, der seine heilige Muttersprache schändet!“

Es ist schon schade, wie die meisten Schreiberlige hier vor dem Sprachimperialismus kapitulieren und ihre Kultur nicht mehr wertschätzen. Klar entwickelt sich Sprache weiter und es bürgern sich Wörter mit fremdsprachiger Herkunft ein. Man muss das auch nicht dogmatisch sehen. Aber der aktuell immer massivere Einsatz von Anglizismen ist vollkommen unnötig und schädlich. Ganz dumm und peinlich wird es, wenn Anglizismen eingesetzt werden (um „cool“ zu sein?), die es gar nicht gibt (Beispiel Handy, etc)! Es ist doch gut, wenn wir zu unserer Kultur stehen, das hat nichts negatives.

Vom 14. Dezember 2019 in Kommentare, Kultur | Kein Kommentar

Kunst oder Künstler?

Was passiert eigentlich mit toller Kunst, Musik, Literatur, Bilder, wenn der Künstler schlimmes verbockt hat? Ist sie noch gut?

Natürlich kann und soll man Kunst vom Künstler trennen. Aus aktuellem Anlass bewerte ich die Verleihung des Literaturnobelpreises an einen Künstler, der für manche umstritten ist.

Kunst ist absolut. Entscheidend ist allein, ob sie einem persönlich gefällt. Und das sollte man ohne jegliches Hintergrundwissen entscheiden. Kunst spricht für sich allein – wenn sie gut ist.

Das Problem dabei ist möglicherweise,dass man den Künstler durch den Konsum seiner Kunst (oder durch eine Preisverleihung) unterstützt. Es läuft darauf hinaus, wie wichtig ist mir das Werk.

In diesem Sinne finde ich die Entscheidung des Nobelkommites gut und richtig und angenehm unpopulistisch.

Vom 11. November 2019 in Kultur | Kein Kommentar

Martenstein

Ist das ein toller Name? Und nicht nur ein Name: Herr Martenstein schreibt und spricht seine Gedanken öffentlich aus und ist dabei recht beliebt. Leider kann er damit die Welt wohl auch nicht mehr retten. Aber es wäre oft hilfreich, danach zu handeln.

Egal, ich lese regelmäßig seine Kolumnen im Tagesspiegel und habe ihn dort sehr zu schätzen gelernt! Dies ist einer der wenigen Mitbürger mit einem gesunden Menschenverstand. Und es ist sein eigener Verstand – nicht das, was andere gut finden, kein Mainstream. Das Gegenteil von Populismus! Oldschool, aber es freut mich, dass es so jemanden noch gibt. Er nennt Dinge beim Namen. Hat eine klare und einfache Sprache. Und sagt dabei genau das richtige. In neun von zehn Fällen spricht mir Herr M. aus der Seele. Ich kenne bisher keinen vergleichbaren Schreiberling.

Der Tagesspiegel führt aktuell seine jährliche Versteigerungsaktion durch und bietet dabei verschiedene Produkte und Dienstleistungen zum Höchstgebot an. Ein Angebot lautet: Eine Stunde private Lesung von Herrn M. in den eigenen vier Wänden. Das hat mich gereizt.

Die Lesung interessiert mich dabei gar nicht. Ich hätte Herrn M. gebeten, darauf zu verzichten, und einfach ein schönes Gespräch bei einer guten Flasche Rotwein zu führen. Ich hätte gerne auch etwas leckeres gekocht, um ihn länger als eine Stunde zu halten. Es interessiert mich, wie ein Mensch so ist, der so viele Geschichten geschrieben und soviel Kluges von sich gegeben hat. Ist der auch in Wirklichkeit so? Nun, ich bin überzeugt, einen netten Abend mit ihm gehabt zu haben.

Als ich das Angebot jedoch das erste Mal aufrief, lag der Preis schon bei 450,00 €. Das ist mir dann doch zu viel. Schade. Vielleicht versuche ich ihn mal unabhängig vom Tagesspiegel anzuschreiben. Es muss ja nicht unbedingt ein persönliches Treffen sein, aber er sollte zumindest mal auf diese Seiten geguckt haben, oder?

Nachtrag: Der Zuschlag bei der  Versteigerung erfolgte schließlich bei einem Gebot von 1.103,00 € von RolfR.

Vom 21. November 2018 in Kultur | Kein Kommentar

Ein sehr unbekanntes Tagebuch

Dies ist wahrscheinlich das unbekannteste Netz-Tagebuch in Deutschland. Es existiert seit 10 Jahren, aber kaum einer guckt drauf. Zumindest nicht gezielt. Ich habe es bisher auch nicht kommuniziert. Klar, gibt es Zugriffe, die über Suchmaschinen kommen – das sind Zufallstreffer, den jeweiligen Nutzer interessiert das hier geschaffene einen Scheiß.

Es gibt weiche Ware mit der man protokollieren kann, wie die Nutzer auf die Seite kommen und was sie sich ansehen. Die beliebtesten Seiten 2018 sind:

Die beliebtesten Suchbegriffe sind „eifon“ und „gugel maps“. Ich schließe daraus, dass die Seite eher von Analphabeten besucht wird. Im Prinzip wäre das auch Teil meiner Zielgruppe. Aber ich glaube nicht daran, dass ich hier einen nennenswerten Einfluss ausüben kann.

Bisher bin ich nicht unglücklich darüber. Ich mache das ja vor allem für mich und freue mich selbst über meine Ergüsse. Trotzdem wäre es auch ganz schön, mal etwas Rückkopplung zu bekommen. Finden Sie das irgendwie interessant oder vollkommen überflüssig?

Im Moment kann ich noch schreiben, was ich will. Ich habe Angst davor, was passiert, wenn das alles bekannt wird. Nutzer finden es es toll oder blöd. Werde ich dann unter Druck gesetzt, kompatibler zu schreiben? Ist das das Ende von Lustwort?

Vielleicht erzähle ich mal meiner Frau davon (erledigt), oder dem Jungen (erledigt). Meine Mutter würde sich auch freuen.

Vielleicht werde ich auch irgendwann mal ohne mein Zutun entdeckt?

Vom 20. November 2018 in Kultur, Lieblingsgeschichten | Kein Kommentar