Deutsches // Seite 1

Wilhelm Busch

Über diesen Kerl möchte ich nochmal eine Rezension oder eher eine Würdigung schreiben. Aber das klingt nach Arbeit. Daher erstmal ein paar wichtige und klassische Zitate:

„Es ist ein Brauch von alters her: // Wer Sorgen hat, hat auch Likör!“
16. Kapitel – In: Historisch-kritische Gesamtausgabe. Hrsg. von Friedrich Bohne. Band 2, Wiesbaden und Berlin: Vollmer Verlag, [1960]. S. 282

„Das Gute – dieser Satz steht fest – // ist stets das Böse, was man läßt.“
18. Kapitel/Schlußwort

„Mit Recht erscheint uns das Klavier // Wenn’s schön poliert, als Zimmerzier. Ob’s außerdem Genuß verschafft // Bleibt hin und wieder zweifelhaft.“
Fipps der Affe, Neuntes Kapitel. S. 378

„Musik wird oft nicht schön gefunden, // Weil sie stets mit Geräusch verbunden.“
Der Maulwurf, S. 729

„Wie wohl ist dem, der dann und wann // sich etwas Schönes dichten kann!“
Balduin Bählamm, der verhinderte Dichter, erstes Kapitel, S. 497

06. Juni 2021 // Deutsches // Kommentar schreiben!

Sprachvergutbesserer

In einem Forum bekam ich den Hinweis auf ein interessantes Zusatzprogramm für meinen Netzseitananzeiger mit dem wilden Namen Feuerfuchs. Mit solchen Einstöpseln kann man die Funkionen des Programms nach Belieben erheblich erweitern. Ich nutze zum Beispiel die Erweiterung vom DWDS. So kann ich interessante Wörter markieren und per Rechtsklick direkt im Digitalen Wörterbuch der Deutschen Sprache  anzeigen/erklären lassen.

Der etwas seltsame und anglophile Name der empfohlenen Erweiterung lautet „Binnen-I be gone“. Das Binnen-I dürfte reflektierten Lesern bereits bekannt sein: es soll gerechte Genusbezeichnungen erlauben. Eine kleine Glosse hatte ich mir dazu schon erlaubt. Be gone ist offensichtlich englisch und heißt im Zusammenhang mit einem Ausrufezeichen: „Fort mit Dir!“ Und genau das macht unser Zusatzprogramm auf Wunsch auf jeder Internetseite. Es ersetzt diese misslungenen Sprachschöpfungen mit der schönen alten maskulinfixierten aber nicht im Sinne der Diskriminierung erschaffenen Schreibweise (3.596 Menschen nutzen das aktuell)!

Nein, 3.597 Menschen.  Ich habe es sofort installiert. Nicht, weil ich ein fieser Frauenfeind bin und grundsätzlich und mit allen Mitteln Mikrosexismen unterstützen und verbreiten möchte. Sondern, weil ich diese sprachlichen Neuerschaffungen nicht mag. Sie stören den Lesefluss. Sie sind sprachlich nicht schön. Und sie sind ungerecht. Bei mir ändern solche Formulierungen auch nichts an meinem Verständnis, da sie äußerlich sind.

Ein Klick und alles ist wie früher (früher war mehr Lametta) – ist das nicht schön? Student*innen wird wieder zu Studenten. Und alles andere mit :, _, /, auch! Sogar die Anzahl der gefundenen Vorkommen wird einem angezeigt. Das ist hilfreich für den Vergleich unterschiedlicher Medien.

Und es hat mich auf die Idee gebracht, mal zu recherchieren, was es sonst noch für tolle Erweiterungen gibt, die für Sprachinteressierte von Bedeutung sein könnten.

Als erstes möchte ich der Sportlichkeit halber eine Erweiterung erwähnen, die genau das Gegenteil von dem oben genannten macht: Der „Gender Changer“ (auch ziemlich anglizistisch), „Ändert die Männliche ausdrucksform zu einer Weiblichen * z.b (Arbeiter zu Arbeiter*innen)“. Hier wird endlich mal zugegeben, dass die neue Schreibform Frauen bevorzugt und Männer unter den Tisch fallen läßt (ganze ein (1!) Benutzer_-*In; die Verhältnisse sind damit klar).

Auch gibt es noch ein erwähnenswertes Programm, das Binnen-Is verbannt mit dem furchtbaren Namen „Genderclown“ (auch nur ein Benutzer; wohl der Programmiererin selbst? Und es wundert mich langsam, dass sich dogmatische Anglizismusfanatiker und teilweise Analphabeten für die deutsche Sprache einsetzen). Das Programm ersetzt wohl Binnen-Is ziemlich abwertend durch ein Clownsgesicht, geht aber auch noch etwas weiter und ersetzt auch den neugeschaffenen Partizip Präsens: „die Studierenden“ wird wieder zum guten alten „die Studenten“.

Das Suchwort „deutsche sprache“ liefert – neben den üblichen Wörterbüchern – auch das Gestaltungselement „Deutsches Reich“. So kann man selbst seinen Browser stark auf national einstellen. Aber interessieren tun mich ja die Zusatzprogramme; da gab es sonst nichts nennenswertes. Nächster Versuch: „deutsch“: Schön: man kann sich als alter Sprachdogmatiker ein deutsches Wörterbuch mit alter Rechtschreibung installieren.

Interessant scheint noch das „Grammatik- und Rechtschreibprüfung – LanguageTool“ (und wieder englisch, es geht wohl nicht anders; stolze 182.760 Benutzer). „eine freie Textprüfung für Grammatik, Stil und Rechtschreibung.“ (noch nicht getestet).

Insgesamt nicht sehr ergiebig, das Angebot. Warum gibt es eigentlich keine Programme, die schlimme invasive Anglizismen tilgen (wäre aufgrund der Vielzahl wohl zu aufwändig)? Programme, die häßliche neue Wörter durch schöne alte ersetzen? Programme, die den Stil des Textes ändern, Wunschstimmungen unterstützen/erzeugen können (wie Dokumentation/Fiktion/Prosa/Glosse/Schundroman)? Nach Belieben unerwünschte Wörter filtern? Die Texte analysieren und interpretieren? Die einem die Qualität eines Textes vorhersagen, damit man nicht jeden Schund erst lesen muss? Die politisch korrekte Begriffe wieder in unkorrekte übersetzt? Da gibt es noch viel zu tun. Oder nehmen wir die Texte einfach so wie sie sind und bemühen unser Hirn zur Einschätzung?

(Hinweis: alle Namen und Zitate wurden mit originalen Rechtschreibfehlern übernommen und liegen nicht in der Verantwortlichkeit der/des/das/xxx Autor(s):_*-/In (kleiner Test für die oben genannten Programme, bei dem sie sicher durchfallen))

28. Februar 2021 // Deutsches, Glossen // Kommentar schreiben!

Seiten zum Deutsch

Abseits der offiziellen Institutionen zum Schutz und zur Förderung des Deutsch, hier eine kleine Liste mit Seiten, die sich auch mit Aspekten der deutschen Sprache befassen und mir so nebenbei besonders aufgefallen sind. Es gibt haufenweise! Hier im Wesentlichen private und unkommerzielle Projekte und nicht zu akademische und zu offizielle Seiten oder Institutionen. Und auch nicht immer meine Lieblingsblogs. Wird bei Gelegenheit ergänzt.

Gesellschaft zur Stärkung der Verben

Selbstdarstellung
Wir verwandeln schwache Verben in starke Verben.
Wir verwandeln hässliche Substantive in attraktive Substantive.
Wir verhelfen Singularen zu Pluralen, wenn es jenen bisher an diesen molng und umgekehrt.
Wir dichten, denken und träumen auf Neutsch.
Und vieles mehr.

Mein Senf dazu
Gleich zum Anfang die schrägste Seite zur deutschen Sprache, die ich bisher gefunden habe. Wesentliches Ziel ist es, „Verben zu stärken. Der Vereinfachung Einhalt zu gebieten und der schrittweisen Wiederverkomplizur der Sprache zu dienen“. Häh? Als Beispiel wird genannt „Warum heißt es: ich sterbe, ich starb, ich bin gestorben, aber nicht ich erbe, ich arb, ich habe georben?“ Das leuchtet mir etwas ein, im Sinne der Regelmäßigkeit. Aber hier wird unsere Sprache komplett umgeschrieben! Es gibt eine Liste mit hunderten von Verben, die entsprechend einer „Verstärkung“ neu definiert werden. Auch die Formen werden angegegriffen: Sythetisches Futur zum Beispiel. Bei „ich werde leben“ wird das Hilfswort bemängelt, das in anderen Sprachen nicht vorkommt. Der Alternativvorschlag heißt: „ich lebae, du lebast, er lebat“. Und so weiter. Alles steht zur Disposition und wird neu geschrieben. Das Ganze wird als Neutsch bezeichnet und auch aus der Seite bis zum Letzten durchgezogen. Alles sehr durchdacht und wohl sehr pseudowissenschaftlich! Gottseidank sehen die Beteiligten das selbst nicht so ernst, sondern eher als Anregung. Hier haben sich Sprachwissenschaftler mal auf unkonventionelle Art und Weise ausgetobt. Und es macht Spaß, darin zu stöbern.

Mehr unter
https://neutsch.org/Startseite

Sprachnudel – Wörterbuch der Jetztsprache

Selbstdarstellung
Was nicht im Duden steht soll zukünftig auf sprachnudel.de gefunden werden – dem Wörterbuch für Umgangssprache.

Mein Senf dazu
Es geht um Umgangssprache und ist für den Akademiker nicht so interessant, mit einem eindeutigen Hang zur Vulgärsprache, macht aber auch Spaß, darin zu stöbern. Die meisten Wörter habe ich nie gehört und kann nicht bestätigen, ob sie existieren, z.B. Fotzenhobel, Dackelkontakt, Teufelsdreier. Alles von der Rechtschreibprüfung nicht erkannt und eher frivol. Es gibt aber auch interessante Wortlisten zu bestimmten Themen: Gaunersprache, Geheimsprache, Szenesprache und zu Dialekten: Bairisch [ja, so geschrieben], Berlinisch [ja, so geschrieben], Plattdeutsch, etc. Man kann auch eigene Wörter beisteuern und Kommentare hinterlassen; diese sind manchmal noch interessanter.

Mehr unter
https://www.sprachnudel.de/

Wortwuchs – Literaturlexikon

Selbstdarstellung
Wortwuchs ist ein Literaturlexikon und Nachschlagewerk für Deutsch- und Germanistikfragen aller Art. Außerdem veranschaulichen wir Grammatik und Rechtschreibung.

Mein Senf dazu
Ein sehr umfangreiches und vielseitiges Werk zu vielen Themen der deutschen Sprache. Man kann sich über die Erstellung von Aufsätzen informieren, welche Möglichkeiten die Poetik bietet, Informationen zu Literaturepochen, Autoren und Grammatik abrufen und noch anderes. Zufällig bin ich auf eine Abhandlung über Reimformen gestoßen. Diese listet allein um die 50 Möglichkeiten des Reimens auf, mit Beispielen und Erklärungen! Das Ganze ist angenehm seriös und unkommerziell, von zwei begeisterten Profis gepflegt und sicher eine gute Hilfe für Deutschleistungskursler und angehende Germanisten.

Mehr unter
https://wortwuchs.net/

German Language Stack Exchange

Selbstdarstellung
German Language Stack Exchange is a bilingual question and answer site for speakers of all levels who want to share and increase their knowledge of the German language.

Mein Senf dazu
Eine englische Seite! Genauer gesagt, ein Forum zu Fragen der deutschen Grammatik. Zunächst einmal ist es interessant zu sehen, was anglophile am deutschen so in den Wahnsinn treibt; andererseits gibt es auch sehr interessante Beiträge zu Detailfragen unserer Sprache. Ein Nutzer wundert sich unter dem Titel „Genus der Flüsse: eine komische Regel“, warum Flüsse im Ausland immer männlich sind, während inländische weiblich sind. Das scheint zwar überwiegend so zu sein, ist aber keine Regel. Die Erklärung lautet: „Es gibt einige wenige männliche Flussnamen. Sie sind meist vorgermanischen Ursprungs: „der Rhein“, „der Main“, „der Inn“, „der Neckar“, „der Eisack“, „der Lech“, „der Regen“. Diese Namen haben ein maskulines Geschlecht, da in vorgermanischer Zeit die Flüsse als verkörperte (männliche) Götter betrachtet wurden. “ (https://german.stackexchange.com/questions/1933/genus-der-fl%c3%bcsse-eine-komische-regel#) Oder „Why is “doofer” pronounced [‚doːvɐ] insead of [‚doːfɐ]?“ Hier gibt es noch viel zu entdecken.

Mehr unter
https://german.stackexchange.com/

korrekturen.de – Portal für Rechtschreibung

Selbstdarstellung
Auf diesen Seiten finden Sie ein umfassendes Informationsangebot rund um die Rechtschreibung der deutschen Sprache.

Mein Senf dazu
Eine sehr umfangreiche und interessante Seite mit Informationen und nützlichen Funktionen zur deutschen Sprache. Zum Beispiel eine Flexionssuche zur Konjugation oder Deklination von über 72.000 Substantiven, Substantivierungen, Adjektiven und Verben. Es gibt Informationen zu Regeln, Unterhaltsame Quizspiele. Auch einen Blog, in dem Fragen zu „Zornesröte und Schamesröte“ erörtert werden. Und besonders interessant: ein Forum mit Leserfragen und Antworten. Es wundert mich, dass es so etwas nicht auch von etablierten Institutionen gibt.

Mehr unter
https://www.korrekturen.de/

26. Februar 2021 // Deutsches // 1 Kommentar

Erdmännchen

Sind schon süß! Ich könnte stundenlang ohne Ermüdung Filme über diese eher androiden Wesen ansehen. Und dann noch der tolle Name! Sind das die männlichen Vertreter dieser Erde? Nein, sonst hießen sie ja Erdemännchen. Aber kleine Männer sind sie dem Namen nach. Eine ziemlich diminutive Sichtweise! Aber es passt gut und ist besser so: ohne -chen würden die primatigen Erdbewohner sie nicht so lieb haben.

Wie nennt man eigentlich die weiblichen Erdmännchen, es gibt sie doch, oder? Das ist schwierig, und heikel,  weil das Wort „Mann“ vorkommt. Erdfrauchen wäre zu banal, Erdweibchen sicher zu abfällig, beides außerdem wieder möglichen Angriffen ausgesetzt und außerdem ausgrenzend. Aktuell schlage ich folgende genusgerechte, allgemein anerkennungswürdige Gleichberechtigungsneologismusvokabel vor, um keinem Schitstorm ausgesetzt zu werden: Erdmännch*Innen. Das könnte im nächsten Jahr, aber schon wieder deplaziert sein. Sexistisch. Die männliche Form wird benachteiligt! Aber die Verniedlichung sollte auch erhalten bleiben: Erdmännch*Innen-chen. Neutraler: Erdchen*Innen?

Uff. Nach diesem Beweis eines bewussten und reflektierten Umgangs mit Neutralismen kann ich das Foto hier jetzt ganz entspannt veröffentlichen. Nur müsste man noch sämtliche Tierbücher auf der Welt in dieser Hinsicht entsprechend umschreiben. Und die Filme neu aufnehmen oder zumindest neu synchronisieren. Liedtexte nach auffälligem durchforsten. Radio- und Fernsehsendungen überprüfen und absetzen.  Dann kann man, sorry, dann können alle  sich wieder unbeschwert zumindest über diese Tierchen erfreuen! Zunächst.

Um die geht es hier eigentlich gar nicht. Ein Symbolbild. Mit Achtziger-Kajal-Augen, die liebe ich! Links, die Frau, rechts der Autor, unten, der Junge. Sind die nicht  süß? Nur  ein gerechter Name muss noch gefunden werden. Kajaltierchen? Erdchen? Foto: pinterest.de

12. Februar 2021 // Deutsches, Glossen, Nettes // 2 Kommentare

Monsieur Sprachbloggeur, die zweite

Habe bereits etwas zu meinem fleißigen Sprachblogkollegen geschrieben und möchte (oder werde geradezu gezwungen) nach einiger Zeit des Konsums seiner Ergüsse und dem zusätzlichen privaten Austausch nochmal etwas näher auf sein Werk und sein Hirn einzugehen.

Hier schreibt ein Schriftsteller aus Leidenschaft, ein alter weiser Mann (und das ist kein Rechtschreibfehler und als Kompliment gemeint!), mit einer wunderbaren Leichtigkeit – einer Altersmilde – Geschichten über Alltagskultur und Sprache und macht sich so seine Gedanken zu Themen, die mich manchmal gar nicht interessieren, die ich aber immer und gern bis zum Ende durchlese. Weil es amüsant ist, neue Erkenntnisse bringt und eine charmante Liebeserklärung an die Sprache und ihre Feinheiten ist. Manchmal fängt er auch mit einem bestimmten Thema um dann auf ein ganz anderes zu sprechen zu kommen. Schräg.

Er liest wohl – wie ich, oder wie alle – auch gerne mal bei der „wehwehweh“-Version des Spiegel vorbei. Der mich aber auch schon ziemlich genervt hat und der in den letzten Jahren vollkommen ins boulevardesque abgleitet. Aber ich komme auch nicht von ihm los. Es wundert mich, dass dieses Medium nicht als gefährdende Droge angeprangert wird. Es gibt ja legale und verbotene Drogen. Egal. Hauptsache es gibt sie.

PJ, ausgesprochen „Pie-Dschey“, das ist sein Vorname, ohne weiteres und ohne Punkte. Ich stelle mir vor, er setzt sich am frühen Abend gemütlich an seinen großen, gediegenen Schreibtisch, die Flasche Rotwein wurde rechtzeitig vorher entkorkt und dekantiert, im Hintergrund ein eindrucksvolles, großes Bücherregal,  mit einem Gedanken oder vielleicht nur einem Wort im Kopf und der Sprachennarr fängt an zu schreiben. Erst das Wort, später die Geschichte. Er denkt: oh ein interessantes Wort, welchen Hintergrund hat es? Dann kommt ein neuer Gedanke hinzu. Es wird recherchiert, im Gehirn sortiert und neu und eigen zusammengesetzt. Und weiter gesponnen. Ein Wort jagt das andere. Die Geschichte ist unwichtig, er ist Sprachwissenschaftler!

Spaß am Deutsch und an der Sprache im Allgemeinen, das bietet – wie auch ich, manchmal – der Sprachbloggeur, jeweils Mittwochs neu, unter http://sprachbloggeur.de/ Und, ach ja, er ist manchmal schneller und nimmt mir die Themen weg, über die ich auch schreiben möchte, aber er meint, zu Recht, es wäre in Ordnung, ein Thema von zwei Seiten zu beleuchten. Bei Bedarf mache ich das dann auch, aber er ist Erster.

Wie wohl ist dem, der dann und wann
Sich etwas Schönes dichten kann.
Wilhelm Busch

05. Februar 2021 // Deutsches, Rezensionen // Kommentar schreiben!

Ein echtes Buch!

Wenn ich denn mal ein Buch schreiben werde, so wie alle, dann erfinde ich nicht nur neue Wörter, sondern auch eine neue Zeichensetzung. Vielleicht sogar eine neue Grammatik. Eine, die sich den künstlerischen Aussagen unterordnet und nicht bürokratisch und diktatorisch über meine Wortkunst bestimmt!

Ich stelle mir vor, wie ich mit dem lektierenden Korrektor streite. Er: da kann man kein Komma setzen! Ich: Doch! Ich möchte das so, es erhöht die DRAMATURGIE!

Dann musste ich den Verlag wechseln und hatte schließlich Glück bei einem kleinen, vollkommen unbekannten, erfolglosen, desinteressierten, kleinkarierten Einzelunternehmen, das mein Komma akzeptieren würde, natürlich unter einer Bedingung: Ich müsste mich dazu verpflichten, alle Probleme, die sich jemals aus dem falsch gesetzten Komma ergäben, selbst zu lösen und die rechtliche und finanzielle Verantwortung für alle Konsequenzen und zu allen Lebzeiten dafür zu übernehmen und niemals, niemals, den Verlag dafür zur Verantwortung ziehen zu wollen.

Muss ich denn ein Buch schreiben? Igitt! Das ist ja so – analog! Virtuelles ist doch auch ganz schön. Und flexibel. Und seeehr unabhängig.

Und ich WERDE noch ein Buch schreiben. Dann Eigenverlag und Selbstvermarktung. Und Selbstkassierung. Aber wohl wenig. Titel: „Ich wollte auch mal ein Buch schreiben“.