Seiten zum Deutsch

Abseits der offiziellen Institutionen zum Schutz und zur Förderung des Deutsch, hier eine kleine Liste mit Seiten, die sich auch mit Aspekten der deutschen Sprache befassen und mir so nebenbei besonders aufgefallen sind. Es gibt haufenweise! Hier im Wesentlichen private und unkommerzielle Projekte und nicht zu akademische und zu offizielle Seiten oder Institutionen. Und auch nicht immer meine Lieblingsblogs. Wird bei Gelegenheit ergänzt.

Gesellschaft zur Stärkung der Verben

Selbstdarstellung
Wir verwandeln schwache Verben in starke Verben.
Wir verwandeln hässliche Substantive in attraktive Substantive.
Wir verhelfen Singularen zu Pluralen, wenn es jenen bisher an diesen molng und umgekehrt.
Wir dichten, denken und träumen auf Neutsch.
Und vieles mehr.

Mein Senf dazu
Gleich zum Anfang die schrägste Seite zur deutschen Sprache, die ich bisher gefunden habe. Wesentliches Ziel ist es, „Verben zu stärken. Der Vereinfachung Einhalt zu gebieten und der schrittweisen Wiederverkomplizur der Sprache zu dienen“. Häh? Als Beispiel wird genannt „Warum heißt es: ich sterbe, ich starb, ich bin gestorben, aber nicht ich erbe, ich arb, ich habe georben?“ Das leuchtet mir etwas ein, im Sinne der Regelmäßigkeit. Aber hier wird unsere Sprache komplett umgeschrieben! Es gibt eine Liste mit hunderten von Verben, die entsprechend einer „Verstärkung“ neu definiert werden. Auch die Formen werden angegegriffen: Sythetisches Futur zum Beispiel. Bei „ich werde leben“ wird das Hilfswort bemängelt, das in anderen Sprachen nicht vorkommt. Der Alternativvorschlag heißt: „ich lebae, du lebast, er lebat“. Und so weiter. Alles steht zur Disposition und wird neu geschrieben. Das Ganze wird als Neutsch bezeichnet und auch aus der Seite bis zum Letzten durchgezogen. Alles sehr durchdacht und wohl sehr pseudowissenschaftlich! Gottseidank sehen die Beteiligten das selbst nicht so ernst, sondern eher als Anregung. Hier haben sich Sprachwissenschaftler mal auf unkonventionelle Art und Weise ausgetobt. Und es macht Spaß, darin zu stöbern.

Mehr unter
https://neutsch.org/Startseite

Sprachnudel – Wörterbuch der Jetztsprache

Selbstdarstellung
Was nicht im Duden steht soll zukünftig auf sprachnudel.de gefunden werden – dem Wörterbuch für Umgangssprache.

Mein Senf dazu
Es geht um Umgangssprache und ist für den Akademiker nicht so interessant, mit einem eindeutigen Hang zur Vulgärsprache, macht aber auch Spaß, darin zu stöbern. Die meisten Wörter habe ich nie gehört und kann nicht bestätigen, ob sie existieren, z.B. Fotzenhobel, Dackelkontakt, Teufelsdreier. Alles von der Rechtschreibprüfung nicht erkannt und eher frivol. Es gibt aber auch interessante Wortlisten zu bestimmten Themen: Gaunersprache, Geheimsprache, Szenesprache und zu Dialekten: Bairisch [ja, so geschrieben], Berlinisch [ja, so geschrieben], Plattdeutsch, etc. Man kann auch eigene Wörter beisteuern und Kommentare hinterlassen; diese sind manchmal noch interessanter.

Mehr unter
https://www.sprachnudel.de/

Wortwuchs – Literaturlexikon

Selbstdarstellung
Wortwuchs ist ein Literaturlexikon und Nachschlagewerk für Deutsch- und Germanistikfragen aller Art. Außerdem veranschaulichen wir Grammatik und Rechtschreibung.

Mein Senf dazu
Ein sehr umfangreiches und vielseitiges Werk zu vielen Themen der deutschen Sprache. Man kann sich über die Erstellung von Aufsätzen informieren, welche Möglichkeiten die Poetik bietet, Informationen zu Literaturepochen, Autoren und Grammatik abrufen und noch anderes. Zufällig bin ich auf eine Abhandlung über Reimformen gestoßen. Diese listet allein um die 50 Möglichkeiten des Reimens auf, mit Beispielen und Erklärungen! Das Ganze ist angenehm seriös und unkommerziell, von zwei begeisterten Profis gepflegt und sicher eine gute Hilfe für Deutschleistungskursler und angehende Germanisten.

Mehr unter
https://wortwuchs.net/

German Language Stack Exchange

Selbstdarstellung
German Language Stack Exchange is a bilingual question and answer site for speakers of all levels who want to share and increase their knowledge of the German language.

Mein Senf dazu
Eine englische Seite! Genauer gesagt, ein Forum zu Fragen der deutschen Grammatik. Zunächst einmal ist es interessant zu sehen, was anglophile am deutschen so in den Wahnsinn treibt; andererseits gibt es auch sehr interessante Beiträge zu Detailfragen unserer Sprache. Ein Nutzer wundert sich unter dem Titel „Genus der Flüsse: eine komische Regel“, warum Flüsse im Ausland immer männlich sind, während inländische weiblich sind. Das scheint zwar überwiegend so zu sein, ist aber keine Regel. Die Erklärung lautet: „Es gibt einige wenige männliche Flussnamen. Sie sind meist vorgermanischen Ursprungs: „der Rhein“, „der Main“, „der Inn“, „der Neckar“, „der Eisack“, „der Lech“, „der Regen“. Diese Namen haben ein maskulines Geschlecht, da in vorgermanischer Zeit die Flüsse als verkörperte (männliche) Götter betrachtet wurden. “ (https://german.stackexchange.com/questions/1933/genus-der-fl%c3%bcsse-eine-komische-regel#) Oder „Why is “doofer” pronounced [‚doːvɐ] insead of [‚doːfɐ]?“ Hier gibt es noch viel zu entdecken.

Mehr unter
https://german.stackexchange.com/

korrekturen.de – Portal für Rechtschreibung

Selbstdarstellung
Auf diesen Seiten finden Sie ein umfassendes Informationsangebot rund um die Rechtschreibung der deutschen Sprache.

Mein Senf dazu
Eine sehr umfangreiche und interessante Seite mit Informationen und nützlichen Funktionen zur deutschen Sprache. Zum Beispiel eine Flexionssuche zur Konjugation oder Deklination von über 72.000 Substantiven, Substantivierungen, Adjektiven und Verben. Es gibt Informationen zu Regeln, Unterhaltsame Quizspiele. Auch einen Blog, in dem Fragen zu „Zornesröte und Schamesröte“ erörtert werden. Und besonders interessant: ein Forum mit Leserfragen und Antworten. Es wundert mich, dass es so etwas nicht auch von etablierten Institutionen gibt.

Mehr unter
https://www.korrekturen.de/

26. Februar 2021 // Deutsches // 1 Kommentar

Eine Antwort auf „Seiten zum Deutsch“

  1. Lustwort sollte Pflichtlektüre in den Schulen sein. Da lernt man etwas fürs Leben zum Thema Sprache (vor allem über die dt. Spr.). Müsste man den Link an die jeweiligen Bildungsminister funken. Spart den Lehrern (ehemals „Lehrkraft“) Zeit und Mühe, dem Staat Geld, das jetzt Corona bedingt knapper wird. So das beste Argument. Grüße vom ewigenen Lernenden PJ

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